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Verbannt

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 Slash
Brenda Jorge Gallparga Minho Newt OC (Own Character) Thomas
26.09.2015
01.11.2015
50
80.825
14
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01.11.2015 1.478
 
Ich schreckte auf, als ich ein Knacken hörte. Sofort saß ich kerzengerade da und lauschte in alle Richtungen. Wie hatte ich hier  nur einschlafen können, ich wusste ja nicht mal, wo ich hier war und was hier sonst noch lebte.
So lautlos wie möglich erhob ich mich auf die Füße. Es war Nacht, die Sterne waren deutlich am Himmel zu sehen und der Mond warf sein Licht auf die Lichtung, sodass ich nicht komplett blind war.
Wieder ein Knacken und ich suchte mir schnell einen Stock, mit dem ich mich wehren konnte. Man musste ich in diesem Moment furchteinflösend wirken, wie ich den Stock so mit beiden Händen festhielt und dastand, als wollte ich gleich einen Baseball schlagen.
Ein leises Rascheln. Verdammt, was waren das für Psychospielchen?!
"Wer ist da?", rief ich leise in den Wald hinein und hätte mich dafür Ohrfeigen könnten. Na toll Alex, lock doch die Gefahr noch zu dir!, schalt ich mich selber.
Am Rande der Lichtung erschien eine dunkle Gestalt und ich umklammerte den Stock noch fester.
"W-wer bist du?", fragte ich zitternd.
Langsam trat die Person aus dem Schatten und ich konnte im fahlen Mondlicht ihr Gesicht erkennen.
Sprachlos lies ich den Stock sinken und schließlich auf die Erde fallen. Ich ging langsam und Steif auf die Person zu und blieb einen Meter vor ihr stehen.
Ohne die Augen von seinem Gesicht abzuwenden, streckte ich die Hand aus um nach seiner zu greifen. Ich musste sicher sein, dass das keine Einbildung war.
Ich nahm seine Hand in meine und verschränkte meine Finger mit seinen. Ich konnte die Wärme spüren die von ihm ausging und wieder füllten Tränen meine Augen. Jedoch waren es diesmal Tränen der Freude.
Ich konnte mich nicht mehr zurückhalten, machte noch einen Schritt auf ihn zu und schlang Newt die Arme um den Hals. Ich presste mich ganz eng an ihn und vergrub mein Gesicht in seiner Halsbeuge. Ich spürte seine Hände an meinem Rücken und seinem warmen Atem in meinen Haaren und er zog mich noch enger an sich ran.
"Newt.", schluchzte ich. Das war zu schön um wahr zu sein! "Du bist hier."
"Ja.", sagte er leise und ich war so unendlich froh seine Stimme zu hören.
"Wie konntest du mir das nur antun?", fragte ich verzweifelt und klammerte mich fest an dem Jungen fest, damit ihn mir keiner mehr wegnahm.
"Es tut mir leid.", flüsterte er. "Aber es war das Beste für euch."
Ich löste mich etwas von ihm, aber nur so weit, dass ich ihm in die wunderschönen Augen schauen konnte, die im Mondlicht hell schimmerten.
"Ich entscheide, was das beste für mich ist.", hauchte ich und schmiegte mich wieder an ihn. "Du hast mir das Herz gebrochen."
"Ja, ich weis.", sagte Newt und seine Stimme zitterte leicht. "Und es tut mir schrecklich leid.", er machte eine kurze Pause und streichelte mir sanft über die Haare. "Ich muss dir was zeigen."
Er schob mich von sich weg, ergriff jedoch sofort meine Hand und führte mich in den Wald. Schweigend liefen wir zwischen den Bäumen hindurch, ab und zu wurde der Weg vom Licht des Mondes und der Sterne erhellt. Alles sah hier so wunderschön aus.
Ich umklammerte Newts Hand fester und konnte die Wärme darin deutlich spüren. Wir kamen an den Rand des Waldes, an eine Klippe. Vor uns erstreckte sich der weite Ozean und weit am Horizont, sah man schon rötlich die ersten Sonnenstrahlen des Tages sich über den Meeresrand schieben.
Einfach alles daran war so schrecklich klischeehaft. Newt setzte sich an die Klippe und lies die Füße über den Rand baumeln. Er zog mich zu sich runter und ich legte meinen Kopf auf seiner Schulter ab.
Es war einfach zu schön um wahr zu sein, wiederholte ich in Gedanken.
"Ist das ein Traum?", fragte ich ruhig, während wir der Sonne beim Aufsteigen zusahen.
"Willst du denn, dass es einer ist?", wollte Newt wissen und wandte mir den Blick zu. Ich sah ihm in diese unvergleichlich schönen Augen und schüttelte den Kopf.
"Nein.", hauchte ich.
Newt lächelte und mein Herz machte einen Hüpfer. Er richtete den Blick wieder nach vorne, doch ich konnte meine Augen nicht von ihm abwenden. Er sah so schön aus, in diesem Licht. So perfekt. Wäre ich es nicht schon gewesen, hätte ich mich spätestens jetzt in ihn verliebt.
Ein seliges Lächeln breitete sich auf meinen Lippen aus und ich legte den Kopf wieder auf Newts Schulter. Die Sonne stieg immer höher und ihre warmen Strahlen brachten mich zum niesen.
Newt lachte. "Gesundheit."
Ich schloss für einen Moment die Augen und genoss den Augenblick.
"Ich will, dass dieser Moment niemals endet.", wisperte ich leise und öffnete die Augen wieder. "Ich will dich nicht wieder verlieren."
Wieder sah er mich an und ich zurück. Er kam meinem Gesicht immer näher, sodass unsere Nasenspitzen sich fast berührten und legte seine Stirn an meine.
"Ich bin immer bei dir.", flüsterte Newt und nahm mich mit seinem Blick gefangen. "Hier drin."
"In meiner Schulter?", fragte ich verwirrt, da er seine Hand an diese gelegt hatte und er lachte.
"Nein, du Neppdepp, du weißt, was ich meine."
Ich kicherte, dann wurde mein Grinsen zu einem sanften Lächeln und ich verlor mich in seinen Augen.
Ich legte meine Hand in seinen Nacken - mit der anderen hielt ich seine - und küsste ihn. Ohne zu zögern erwiderte er den Kuss und mein Herz machte einem Presslufthammer Konkurrenz. Ich fühlte seine Wärme, seinen Herzschlag, konnte seinen Atem spüren. Ich fühlte mich wirklich im siebten Himmel angekommen. Ich wollte nicht, dass er mir jemals wieder genommen wird.
Wir lösten uns wieder voneinander und sofort trafen sich unsere Blicke. Newts Augen strahlten und spiegelten meine eigenen Glücksgefühle wieder. Sanft strich er mir eine verirrte Haarsträhne hinters Ohr.
"Ich liebe dich.", wisperte ich.
Newt gab mir noch einen flüchtigen Kuss. "Ich liebe dich auch."
"Geh nicht wieder weg.", bat ich leise und lehnte meinen Kopf wieder an seine Schulter. Die Sonne war schon ein ganzes Stück höher geklettert und lies das Meer schimmern wie flüssiges Gold. Newt legte seinen Arm um meine Taille.
"Ich werde auf dich warten.", flüsterte er und ich schloss die Augen.

Erschrocken schreckte ich aus dem Schlaf und sah mich um. Es hatte geknackt.
Ich stand wieder auf und erkannte, dass ich wieder auf der Lichtung mit dem Felsen stand. Von Newt war keine Spur. Es war nur ein Traum gewesen.
Wieder knackte es und Minho stolperte fluchend aus dem Unterholz.
"So ein Klonk, das kann doch....", er blieb stehen, als er den Blick hob und mich entdeckte. "Da bist du ja, wir haben dich überall gesucht! Wo warst du denn?"
Ich seufzte traurig. "Ich war hier."
"Ist alles in Ordnung?" Minho trat zu mir und legte einen Arm um meine Schultern.
Ich nickte knapp, wobei sich eine einzelne Träne über meine Wange stahl. Schnell wischte ich sie weg.
"Komm mit, wir sollten zurück gehen.", meinte Minho und schob mich sachte in die Richtung, aus der er gekommen war.
Seine nette Art überraschte mich, weil er ja sonst immer eher der Gefühlskalte Macho war. Aber er war mir in der kurzen Zeit, die wir uns kannten, trotz anfänglichen Meinungsverschiedenheiten, zu einem guten Freund geworden. Er war fast sowas wie ein großer Bruder für mich geworden.
Wir kamen in dem umwaldeten Tal raus und die erste, die mich entdeckte, war Brenda.
"Da bist du ja, wo warst du denn?", rief sie und rannte auf mich zu.
"Ich war im Wald. Brauchte Zeit zum Nachdenken.", sagte ich und erzwang mir ein trauriges Lächeln.
"Alles Okay?", fragte die Brünette und ich nickte.
Ich schob mich an ihr vorbei und ging zur Klippe, wo die Sonne son fast ganz über den Horizont geklettert war. Ich wünschte mir, Newt wäre jetzt hier.
Ich stellte mich neben Thomas, der ebenfalls dort war und der aufgehenden Sonne entgegenschaute.
"Tut mir leid.", sagte ich leise und er wandte mir kurz den Blick zu. Er schien zu verstehen, was ich meinte, obwohl ich nichts gesagte hatte, lächelte kurz und nickte. Dann sah er wieder geradeaus.
Ich sah im Augenwinkel, wie sich unsere Freunde alle zu uns stellten und wir alle der Sonne entgegen schauten. Wo wir wieder bei Klischees wären.
Thomas, Minho, Brenda, Jorge, Bratpfanne, Clint, Aris, Gally, Harriet, Sonya. Sie alle waren hier, sie alle hatten überlebt.
Ich umklammerte Newts Nachricht in meiner Tasche und seine letzten Worte in meinem Traum hallten in meinem Kopf nach.
"Ich warte auf dich."
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