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Verbannt

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 Slash
Brenda Jorge Gallparga Minho Newt OC (Own Character) Thomas
26.09.2015
01.11.2015
50
80.825
14
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01.11.2015 1.750
 
Ich kniff die Augen zusammen und starrte meine Mutter hasserfüllt an. Ihr Gesicht, das vorhin noch so scheinheilig freundlich gelächelt hatte, funkelte uns jetzt mit wütenden Augen an. Sie blieben an mir hängen und ein grimmiges Grinsen schlich sich auf die Lippen meiner Mutter. Ich erwiderte diesen Blick, verzichtete jedoch auf das Lächeln.
Rattengesicht faltete seine Hände vor seinem Mund zu einem Trichter, um sich über den Lärm einer weiteren Explosion verständlich zu machen. "Ein merkwürdiges Versteck, wenn ein ganzes Gebäude zusammenbricht."
"Sie wissen doch genau, warum wir hier sind.", antwortete Thomas verächtlich. "Es ist zu spät, wir verschwinden."
Janson holte ein langes Messer raus und hatte das selbe Grinsen auf dem Gesicht, wie meine Mutter. Ich stellte mich zwischen Brenda und Minho und lies meinen Blick kurz zu beiden Seiten neben mir schweifen. Thomas, Teresa, Brenda, Minho, Gally, Bratpfanne, Jorge, Aris, Clint, Harriet, Sonya, ein paar andere aus Gruppe B und ich standen jetzt in einer Reihe. Sie hatten keine Chance gegen uns, wir waren deutlich in der Überzahl.
"Aber ein paar von euch können wir uns noch zurückholen.", Rattengesicht lies seine Augen über unsere kleine Kampflinie schweifen. "Und wie es aussieht stehen die Stärksten und Klügsten direkt vor uns. Sogar der Auserwählte! Der, den wir am dringendsten brauchen, der sich aber weigert, mit uns zu kooperieren."
Sein Blick hing an Thomas und für einen Moment sagte niemand etwas, während Janson und die Wachen uns immer näher kamen.
Ich lies meine Augen über den Boden gleiten, auf der Suche nach einer brauchbaren Waffe. Mein Blick fiel auf ein dünnes Metallrohr, dessen Spitze mörderisch scharf aussah und ich hob es vom Boden auf. Auch die anderen suchten nach Gegenständen, mit denen sie sich verteidigen konnten.
"So eine furchterregende Bande habe ich ja noch nie gesehen.", rief Rattengesicht spöttisch. "Ich muss gestehen, mir wird angst und bange."
Ich schnaubte und hielt mich nicht zurück, als ich schrie: "Jetzt halt endlich die Fresse, damit wirs hinter uns bringen können!"
Janson richtete seinen eiskalten irren Blick auf uns und für einen Moment wurde mir kalt, doch im nächsten riss ich mich wieder zusammen. Die hatten meine Angst nicht verdient. Jetzt hatte ich die einmalige Gelegenheit, mich für alles zu rächen. Und ich würde bei meiner Mutter anfangen.
"Aber gerne.", sagte Janson, dann gab Thomas den Befehl und beide Gruppen stürmten brüllend aufeinander zu.
Ich geriet ins straucheln, als die Erde erneut erbebte und vereinzelte Steinbrocken von der Decke fielen und die Regale klirrend umfielen. Ich machte einen großen Satz, als einer direkt vor meinen Füßen landete und flog geradezu über ihn hinweg.
Ich fixierte meine Mutter, die sich mit leicht panisch geweiteten Augen hinter die Reihe aus Wachen geflüchtet hatte. Elender Feigling!, dachte ich. Doch ich würde sie trotzdem kriegen.
Als ich auf die erste Wache zustürzte, schwang ich das Rohr und zog es ihr über den Schädel, sodass sie keuchend zu Boden stürzte. Ich sprang einfach über den Körper hinweg, schmiss das Rohr zur Seite und stürzte mich auf meine Mutter....nein, das war nicht mehr meine Mutter, das war einfach nur eine grausame Lügnerin.
Ich schmiss sie zu Boden und nagelte ihre Handgelenke neben ihrem Kopf fest.
"Hast du geglaubt, du kämest damit einfach so davon?", schrie ich sie an und meine Augen sprühten Funken. "Meintest du, ich wäre nicht in der Lage, meine Mutter zu töten, hä? Dann hast du dich geirrt. Ich habe es geschafft, meinen Vater zu töten!", mir liefen Tränen über das Gesicht. "Ich schaffe es auch dich zu töten."
Meine Mutter zappelte und versuchte sich zu befreien, doch ich lies sie nicht los, hielt sie in stählernem Griff. Ihre Augen wurden glasig und sie sah mich flehend an.
Ich wollte es nicht, wirklich, ich versuchte dagegen anzukämpfen, doch ich schaffte es nicht. Für einen Augenblick lockerte sich mein Griff und mein Ausdruck wurde traurig. Nur für eine einzige Sekunde, doch das reichte ihr. Sie befreite sich, rollte uns herum und saß nun auf mir drauf.
"Du bist wohl doch nicht in der Lage mich zu töten.", lachte sie gackernd und das erinnerte mich so sehr an den Moment in dem Keller, in dem sie...nein, das war gar keine echte Erinnerung.
Jetzt war sie die, die meine Arme am Boden festhielt und ich die, die verzweifelt, mit zusammengekniffenen Augen, zappelte und versuchte sich zu befreien.
"Wirklich, für einen Moment dachte ich schon, du hättest das Zeug dazu mich zu töten, aber dann... Du enttäuschst mich. Du bist schwach.", sie beugte sich tiefer zu mir runter. "Was denn, muss das kleine Baby jetzt weinen?"
Ich hörte auf mich zu wehren und zu zappeln. Meine Augen richteten sich auf die Frau über mir und der ängstliche, verzweifelte Blick, machte Wut, Verachtung und Hass platz.
Jetzt sah ich die Unsicherheit in den Augen meiner Mutter. Ich riss mich aus ihrem Griff, rollte mich wieder über sie und zog in der Bewegung das Messer aus meinem Gürtel. Ich drückte ihr die Schneide an die Kehle und ein dünnes Rinnsal Blut lief daran entlang.
"Ich werde nicht diejenige von uns sein, die weint. Nicht mehr.", zischte ich durch zusammengebissene Zähne und verengte die Augen. "Und, bist du jetzt stolz auf mich? Auf deine Tochter, die du ihr Leben lang gequält hast?"
"Lexi...", hauchte meine Mutter und eine Träne rann über ihre Wange.
Ich zuckte zusammen und zerquetschte mit meiner Hand fast ihren Unterarm.
"Nenn mich nicht so!", fuhr ich sie an und Wasser sammelte sich in meinen Augen. "Es gibt nur eine Person auf der Welt, die mich so nennen darf und das bist nicht du. Diese Person habt ihr umgebracht! Die einzige Person, die mir je etwas bedeutet hat. Die einzige Person, die mir wichtig war.", Tränen benetzten mein Gesicht, als ich an Newt dachte. "Also nenn mich nicht Lexi! Nur er darf mich so nennen. Niemand sonst."
"Lex~....Alex.", ihre Stimme zitterte und sie sah mich traurig an. "Bitte, töte mich nicht, es tut mir leid. Ich bin doch deine Mutter."
Wieder verlor mein Gesicht für einen Moment seine Wut, doch diesmal hatte ich die Frau immer noch fest im Griff. Sie war meine Mutter....
Ich schüttelte den Kopf und kniff die Augen zusammen. Nein! Darauf fiel ich nicht nochmal rein.
"Nein.", flüsterte ich und meine Unterlippe zitterte. "Du bist nicht meine Mutter. Nicht mehr."
Damit drückte ich mit dem Messer fest zu und schnitt der Frau die Kehle durch.
Ich glitt von ihr runter und sie krümmte sich und fasste an ihren Hals. Sie hustete Blut und würgte. Kurz hob sie nochmal den Blick. Mit den Lippen formte sie noch ein paar kurze Worte, doch ich konnte sie nicht deuten. Dann brach sie zusammen.
Ich rutschte rückwärts auf dem Hintern von ihr weg, während der Boden immer und immer wieder bebte und mehr und mehr Gesteinsbrocken von der Decke fielen. Meine Augen waren weit aufgerissen und ich schleuderte panisch das Messer aus der Hand. Was hatte ich nur getan. An meinen Händen klebte das Blut meiner Mutter, die mir mit aufgeschlitzter Kehle zu Boden lag.
Es gab so viele Momente, in denen ich mir gewünscht hatte, sie würde noch leben und jetzt....Es war nicht, die Sache, dass ich sie getötet hatte, die mir Angst machte. Sondern die Tatsache, dass ich auch noch froh darüber war.
Ich hatte mich immer, jedes Mal aufs neue dafür gehasst, dass ich Leute umgebracht habe und wollen sie noch so schlecht gewesen sein, aber dieses Mal...Ich war ehrlich froh und erleichtert, dass sie tot war. Jetzt wirklich.
"Alex! Na los, komm! Es bricht alles zusammen!", jemand zerrte mich am Arm auf die Beine und ich blickte in Teresas Gesicht, die mich panisch anstarrte.
Langsam nahm ich auch den Lärm und die Erschütterung um mich wieder wahr und ich rappelte mich hektisch auf. Es war, als würde eine ganze Welt um uns herum zusammenbrechen.
"Wir haben sie alle erledigt!", schrie Minho laut über das Donnern. "Wir müssen uns verpissen!"
Wir liefen los, wurden jedoch immer wieder von neuen Erschütterungen zu Boden geworfen. Ich versuchte mich mit größter Mühe auf den Beinen zu halten, doch das war echt nicht so leicht. Ich flog über ein umgefallenes Regal und schlug mir den Kopf an. Man, verdammte Scheiße!
Bratpfanne packte mich an einem Arm und zog mich wieder auf die Beine, ich nuschelte ein schnelles 'Danke' und wir rannten - so weit man das in dieser Situation 'rennen' nennen kann - weiter.
Wieder ein lautes Poltern und große Felsbrocken fielen zu Boden. Ich lief hinter Teresa her, als die plötzlich einen Satz nach vorne machte und Thomas aus dem Weg schubste. In dem Moment fiel ein Brocken runter und begrub das Mädchen unter sich.
Entsetzt schrie ich auf und rannte um den Stein herum, wo jetzt nur noch ihr Kopf und ein Arm unter dem Felsen zu sehen waren an dessen Rändern sich langsam Blutlachen bildeten.
"Teresa!", brüllte Thomas und robbte zu ihr rüber, kauerte sich ganz dicht zu ihr. Mir kullerte eine Träne aus den Augen.
Um uns herum polterte es und der ganze Laden war kurz davor zusammenzubrechen.
"Wir können nicht warten!", schrie ich.
Im selben Moment griffen Minho und Brenda nach Thomas Armen und zogen ihn auf die Füße. Als wir anfingen zu rennen standen Tränen in den Augen des Jungen und es zerriss mir das Herz.
Ich hatte Teresa nicht so gut gekannt und wir wahren auch nicht die dicksten Freundinnen gewesen, aber so etwas würde man keinem wünschen. So einen Tod, einfach zerquetscht zu werden.
Wir hechteten in den Raum mit dem Flat Trans, die Steine flogen uns um die Ohren. Im letzten Moment, bevor alles zusammenbrach, sprangen wir vier noch durch das Tor und ein kühles Kribbeln überzog meine Haut.
Wir landeten auf einem harten Holzboden und für einen Moment blieb ich einfach so liegen, ehe ich mich aufrappelte.
Ich kniete mich hin und beugte mich vorn über, um nach Luft zu schnappen. Das Brennen meiner Lungen war mir im Eifer des Gefechts nicht mal aufgefallen.
Ich versuchte meine Atmung mit langen tiefen Atemzügen wieder in den Griff zu kriegen.
Langsam hob ich den Kopf. Wir hatten es geschafft. Wir waren in Sicherheit.
Es war vorbei.
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