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Verbannt

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 Slash
Brenda Jorge Gallparga Minho Newt OC (Own Character) Thomas
26.09.2015
01.11.2015
50
80.825
14
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27.10.2015 1.478
 
Ungeduldig hockte ich auf dem kalten Boden und meine Augen huschten nervös im Raum umher. Einige Stunden saßen wir jetzt schon hier. Viel wurde nicht geredet, hin und wieder drang vielleicht mal leises Flüstern an meine Ohren, aber das wars dann auch schon. Die Frau und ihre zwei Kollegen, die nicht mit Thomas und Brenda verschwunden waren, hatten den Raum mittlerweile wieder verlassen.
Unruhig zappelte ich auf meinem Platz herum und schaffte es nicht, auch nur eine Minute still zu sitzen, da ich nicht der geduldigste Mensch war. Ich versuchte mich zu beruhigen, indem ich tief ein  und aus atmete und hin und wieder kniff ich die Augen zusammen und schüttelte leicht den Kopf, doch das brachte nichts. Ich saß schon zu lange hier, sogar das Schlagen meines Herzens, das sich für mich mittlerweile so laut anhörte, wie ein Presslufthammer, brachte mich tierisch auf die Palme und ich wusste, würde mich jetzt irgendjemand ansprechen, würde ich der Person wahrscheinlich einen Finger brechen.
Verdammt, ich hielt es nicht mehr aus. Ich stand auf und begann unruhig auf und ab zu laufen, wobei mir die Augen von vielen Leuten folgten, da ich jetzt die einzige war, die nicht saß. Mein Blick war zu Boden gerichtet und ich spielte nervös mit meinen Fingern.
Wie lange würden sie wegbleiben? Wann würden sie wieder kommen? Würden sie überhaupt wiederkommen? Wenn ja, wären sie erfolgreich? Hatte der Rechte  Arm einen Plan, ANGST zu stürzen oder würde sich mit uns einen ausdenken? War das eigentlich wirklich der Rechte Arm und standen diese Leute nicht doch auf der Seite von ANGST?
Ich begann mir auf der Unterlippe herumzukauen und zuckte hin und wieder mit der Nase, wie ich es irgendwie schon immer gemacht hatte, wenn mir etwas gegen den Strich ging und das war in dem Fall das lange Warten.
Ich suchte mir meinen Weg durch die am Boden Sitzenden, ging ein paar Schritte, änderte die Richtung und fing wieder an.
Was würde geschehen? Würden wir hier jetzt ewig drinsitzen? Wie lang waren wir jetzt schon hier? Zwei Stunden? Zwei Tage? Zwei Wochen? Ich hatte Komplett jegliches Zeitgefühl verloren und mein Verstand drohte ihm zu folgen. Diese unerträgliche Stille machte mich verrückt.
Poch, poch, poch. Mein Herz hämmerte unaufhörlich gegen meine Brust und drohte zu explodieren. Ein Flüstern aus einer Ecke. Ein Windzug, der leicht durch die Spalte unter der Tür in den Raum drang und dabei ein leises Pfeifen verursachte. Poch, poch, poch.
Ich steckte meine Hände in meine Hosentaschen, damit ich sie vielleicht mal kurz still hielt, jedoch zog ich sie nach weniger als einer Minute wieder heraus, da ich es nicht schaffte.
Meine Schritte hallten von der hohen Decke wieder, was sich in dieser unheimlichen Stille echt gruselig anhörte. Die Lichter über mir flackerten, eines war bereits ausgefallen.
Die Tür am anderen Ende des Raumes ging auf, ich zuckte zusammen und mein Blick flog zu den beiden Wachen, die jetzt wieder mit jeweils einem Sack in den Händen durch die Menge gingen und Brötchen und Wasser verteilten.
Meine Augen senkten sich wieder zu Boden, ich steckte meine Hände wieder in die Taschen und fuhr fort unruhig auf und ab zu laufen. Auch die Wachen sagten nichts, sondern gingen einfach nur schweigend herum und verteilten das Essen. Das Rascheln, der Plastiksäcke, das immer ertönte, wenn sie etwas herausholten, lies mich jedes mal zusammenfahren und ich zuckte gereizt mit den Mundwinkeln.
Ich begann bei jedem Schritt zweimal aufzutreten, keine Ahnung warum, aber es half, dass ich nicht völlig ausrastete. Und wieder zog ich meine Hände aus den Taschen, lies sie herunter hängen und ballte die Hände zu Fäusten, um sie danach wieder zu entspannen, dann wieder Fäuste, dann wieder entspannen.
Die Wachen kamen zu mir und wollten mir schon etwas geben, doch ich schüttelte leicht den Kopf und wandte mich ab.
Nach ein paar weiteren Minuten verschwanden sie wieder und die Tür fiel mit einem lauten Knall ins Schloss. Dann ertönte noch ein leises Klick Geräusch und die Tür war verriegelt.
Wieso war es hier drin nur so ruhig? Diese Stille machte mich regelrecht verrückt. Hin und wieder hustete jemand, was mich nur noch mehr reizte. Ich versuchte meine Atmung zu verlangsamen und meinen Herzschlag runter zu bringen.
Wieder rutschten meine Hände in die Taschen und wieder raus und ich begann wieder mit meinen Fingern rum zuspielen. Meine Zähne kauten immer noch auf meiner Lippe rum und ich hätte schwören können, dass ich Blut schmecken konnte. Allerdings konnte es auch sein, dass ich mir das einfach nur einbildete, da mein Gehirn im Moment eh nicht das tat, was es sollte, sondern mich einfach nur verwirrte und zur Weißglut brachte.
Also, wenn ich hier nicht bald raus kam, dann würde es Tote geben.
Ich presste meine Handflächen auf meine Oberschenkel und begann ungeduldig auf und ab zu fahren. Immer wieder schnellten meine Augen in der Halle umher.
Bitte, würde bald jemand kommen, der uns hier rausholt, oder zumindest mal ein paar Informationen gibt.
Ich konnte förmlich spüren, wie die Müdigkeit und Erschöpfung an mir zerrte und mich zu überwältigen drohte, doch ich kämpfte dagegen an. Wenn ich jetzt schlafen würde, würde ich vielleicht was wichtiges verpassen. Außerdem, könnte ich hier überhaupt nicht schlafen.
"Hey, Alex.", ich wirbelte erschrocken herum und starrte Minho mit weit aufgerissenen Augen an, der jetzt hinter mir stand. "Beruhig dich mal, du läufst hier rum, wie ne Verrückte."
Wütend funkelte ich ihn an. "Was kümmerts dich?"
"Du machst alle anderen auch total nervös, klar? Also krieg dich mal wieder ein."
Ich öffnete schon den Mund um etwas schnippiges zu erwidern, klappte ihn jedoch gleich darauf wieder zu. Er hatte recht, ich musste mich beruhigen. Ich kniff die Augen zusammen, öffnete sie wieder, nickte Minho kurz zu und drehte mich wieder um.
Ich ging auf eine der hinteren Ecken der Halle zu, lehnte mich dort an der Wand an und ließ mich mit dem Rücken daran hinabgleiten. Ich zog die Beine eng an den Körper, stützte meine Ellbogen auf den Knien ab und fuhr mir mit beiden Händen in die Haare, sodass mein Kopf nach unten gesenkt war. Ich atmete tief ein und aus, bemühte mich langsam wieder ruhiger zu werden. Minho hatte recht, ich machte die anderen nur auch noch nervöser.
Ich schaffte es mich langsam zu beruhigen, jedoch hielt das nicht lange an.
Nach ungefähr einer viertel Stunde, ging die Tür wieder auf und ich hob den Blick. Als ich jedoch sah, dass die Leute, die in die Halle kamen keine Wachen waren, sprang ich auf und machte ein paar Schritte auf die Tür zu, da ich auf die Entfernung und in dem Licht nicht die Gesichter der Neuankömmlinge erkennen konnte.
Auch die anderen Leute erhoben sich langsam und ich musste mich durch die Menge bis ganz nach vorne schieben um den 'Besuch' erkennen zu können.
Ich kam ganz vorne zwischen Aris und Jorge zum stehen und betrachtete die beiden überrascht um die sich jetzt schon ein ganzer Pulk gebildet hatte. Ein unruhiges Raunen ging durch den Saal.
Brenda erkannte ich sofort, doch der Junge, der mit ihr gekommen war, war nicht Thomas. Er war auch etwa in unserem Alter, vielleicht zwei, drei Jahre älter als ich und viel größer. Er hatte merkwürdige Augenbrauen und insgesamt sah sein Gesicht irgendwie entstellt aus, als ob jemand vor einiger Zeit darauf eingedroschen habe und es nicht richtig verheilt sei.
Aber wo war Thomas. Ich zog fragend die Augenbrauen zusammen und trat einen Schritt auf Brenda zu.
"Wo ist Thomas?", fragte ich und meine Stimme hallte klar von den Wänden wieder. Das Raunen verstummte und es schienen alle gespannt auf Brendas Antwort zu warten. Mein Blick flog zu dem Jungen hinter Brenda, dessen unergründlicher Blick auf mir ruhte. "Und wer ist das?"
"Gally?", hörte ich Minhos verwirrte Stimme hinter mir, womit meine zweite Frage auch schon beantwortet war. "Was hast du denn hier zu suchen? Und wo ist Thomas?"
Das war also Gally. Das erklärte auch, das entstellte Gesicht. Die Lichter hatten mir erzählt, dass Thomas ihn zusammengeschlagen hatte, nachdem er Chuck getötet hatte. Ich fragte mich nur wie. Wenn ich ihn jetzt so sah, konnte ich mir nicht vorstellen, dass sich dieser Junge von jemandem zusammenschlagen ließ, er war riesig.
Gally trat einen Schritt vor und nahm das Wort an sich. "Thomas ist auf dem Weg ins ANGST Hauptquartier um uns so zu helfen dort einzudringen." Wieder zog ein Raunen durch die Menge und ich zog völlig verdattert die Brauen zusammen. Was zur Hölle sollte das denn bedeuten?
"Was?", fragte ich verwirrt und verzog das Gesicht, sodass meine Planlosigkeit wohl schön deutlich sichtbar sein sollte.
"Ich bin hier um euch in unseren Plan einzuweihen, ANGST ein für alle Mal zu stürzen. Und ihr werdet uns helfen."
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