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Verbannt

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 Slash
Brenda Jorge Gallparga Minho Newt OC (Own Character) Thomas
26.09.2015
01.11.2015
50
80.825
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26.10.2015 1.849
 
"Was soll das heißen, ihr arbeitet für den Rechten Arm?", fragte Thomas perplex und ich konnte meine eigene Überraschung nicht verbergen.
"Wie, was soll das heißen?", wiederholte der Mann genervt. "Ich arbeite für den Rechten Arm, was ist daran so schwer zu verstehen?"
"Warum zum Teufel nehmt ihr dann Immune Gefangen?", platzte ich heraus und lies die Waffe langsam sinken. Auch Thomas zog die Pistole vom Kopf der Wache weg und lies sich nach hinten auf den Hintern fallen.
"Weil es uns Spaß macht.", gab dieser zurück, als er sah, dass die Waffen nicht mehr auf ihn gerichtet waren. "Das geht dich überhaupt nichts an."
Ich kniff die Augen gereizt zusammen, hob den Granatwerfer wieder und trat drohend einen Schritt auf den Mann zu. Er zuckte ein wenig zusammen, doch bevor ich weitergehen konnte, hielt Brenda mich an der Schulter fest und schüttelte den Kopf. Ich blieb stehen, beobachtete den Typ allerdings immer noch aus misstrauisch zusammengekniffenen Augen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, er lügt, jedoch wollte ein Teil von mir einfach glauben, dass diese Leute zum Rechten Arm gehörten.
Aus der Menge war ein gehässiger Ruf gekommen und Thomas drückte der Wache wieder die Pistole an den Schädel. "Ganz schön vorlaut, wenn man bedenkt, dass ich die Waffe in der Hand hab. Ich zähle jetzt nochmal bis drei und du sagst mir, was der Rechte Arm mit uns Immunen vorhat, sonst gehe ich davon aus, du lügst. Eins."
"Du weißt, dass ich nicht lüge kleiner."
"Zwei."
"Du drückst nicht ab, das sehe ich dir an den Augen an."
Thomas seufzte und nahm die Pistole weg. Ich sah ihn ungläubig an. War jetzt nicht sein ernst. Also wenn man schon bluffte, dann sollte man das auch richtig tun.
"Wenn du für den Rechten Arm arbeitest, dann stehen wir ja wohl auf der selben Seite. Sag uns, was hier abgeht."
Der Mann und seine drei Partner richteten sich langsam auf und ich umklammerte die Waffe fester.
"Keine krummen Dinger.", murmelte ich, jedoch so leise, dass vermutlich nur ich gehört hatte was ich sagte.
"Wenn ihr Antworten wollt, dann müsst ihr mit unserem Boss reden. Wir wissen wirklich nichts.", erklärte der Mann und sein Kollege fügte hinzu: "Genau, wir sind Nobodys."
Ich machte noch einen Schritt auf sie zu. "Und wo finden wir euren Boss?"
"Der Mann zuckte die Achseln. "Was weiß ich."
Ich zog eine Augenbraue hoch. Neben mir stöhnte Minho entnervt, riss Thomas die Pistole aus der Hand und zielte auf den Zeh der Wache. "Jetzt reichts mir aber mit diesem Klonk. Von mir aus, dann bringen wir euch eben nicht um, aber in ein paar Sekunden tut dein Zeh so höllisch weh, wie dus dir nicht vorstellen kannst. Also, rede! Eins."
"Man, wir habens euch doch gesagt, wir wissen nichts. Nada. Zero."
"Na schön." Minho ziehlte nochmal genau und drückte ab. Ein lauter Knall ertönte und hallte von der hohen Decke wieder. Ich zuckte zusammen.
Der Mann schrie vor Schmerzen auf, warf sich auf den Boden und hielt sich seinen blutenden Fuß. Man, das hatte ihn mindestens den kleinen Zeh gekostet. Hätte ich nicht mein Leben lang Cranks mit fehlenden Körperteilen irgendwo rumrennen sehen, dann wäre mir bei diesem Anblick wahrscheinlich schlecht geworden. Ich hatte ein wenig Respekt vor Minhos Kaltblütigkeit.
"Das kann doch nicht wahr sein!", rief die Frau entsetzt, schnappte sich einen Stapel Servietten und begann damit den Fuß ihres Kollegen weitestgehend zu 'verarzten'.
Minho ließ nicht locker. "So, während der arme, arme Fuß verarztet wird, redet besser einer von euch. Was geht hier vor sich? Sonst ist der nächste Zeh an der Reihe. Warum entführt ihr Leute für den Rechten Arm?"
"Wir haben es doch schon gesagt, wir wissen es nicht!", meinte die Frau, während sie weiter Servietten auf den Fuß ihres Partners presste. "Wir werden dafür bezahlt und tuen was uns gesagt wird."
"Und du?", fragte Minho und richtete die Pistole auf einen der anderen beiden Männer. "Willst du vielleicht alle deine Zehen behalten."
"Ich schwöre beim Leben meiner Mutter, dass ich nichts weiß. Aber..."
Ich horchte auf und wieder verengten sich meine Augen zu Schlitzen.
"Aber was, spucks aus - ich weiß genau, dass du was verheimlichst."
"Nichts."
"Müssen wir wirklich solche idiotischen Spielchen machen?", wollte Minho ungeduldig wissen. "Ich hab keine Lust mehr zu zählen."
"Stopp!",schrie der Wärter panisch, gerade als der Asiate schon wieder abdrücken wollte. "In Ordnung, ein paar von euch können mitkommen, aber ich weiß nicht, ob ihr die Erlaubnis bekommt mit dem Boss zu reden, aber möglich ists. Ich lasse mir nicht grundlos den Zeh wegschießen."
"Na schön." Minho trat einen Schritt zurück. "Gehen wir deinen Boss besuchen. Du, ich und meine Freunde."
Sofort wurde es in der Halle laut, weil niemand zurückgelassen werden wollte. Die Frau erhob sich jetzt und schrie so laut, dass alle sich beruhigten und ihr zuhörten.
"Ihr seid hier wesentlich sicherer. Vertraut mir bitte einfach. Wenn wir alle zusammen losziehen garantiere ich euch, dass es mindestens die Hälfte nicht schafft. Wenn die fünf hier unbedingt mit dem Boss reden wollen, bitte schön, sollen sie doch Kopf und Kragen riskieren. Da draußen helfen euch zwei jämmerliche Schusswaffen nichts mehr. Aber hier drin habt ihr eine abgeschlossene Tür und keine Fenster, hier ist es sicher."
Erneut erhob sich ein Chor aus Fragen und in dem Lärm konnte ich nicht verstehen, was die Frau noch leise zu Thomas und Minho sagte. Aber ich hätte sowieso nicht zugehört.
Sie gehörten zum Rechten Arm. Wir durften mit ihrem Boss sprechen. Ich hatte immer gehofft, irgendwann mal zum Rechten Arm zu gelangen und mich ihm anzuschließen und jetzt hatte ich die Chance. Ein Funke Hoffnung regte sich in mir. Vielleicht konnten sie uns wirklich helfen ANGST zu stürzen. Vielleicht würde dann das alles endlich ein Ende haben.
Ein lauter Knall riss mich wieder zurück in die Gegenwart, ich erschrak und hätte beinahe den Granatwerfer fallen gelassen. Ich sah zu Thomas, Minho und der Frau wo zweiterer immer noch den Arm mit der Pistole Richtung Decke hielt. Der ganze Saal war verstummt.
Minho zeigte auf die Frau und sie begann zu erklären: "Alles ging wahnsinnig schnell, als hätten sie sich versteckt und nur auf ein Signal gewartet. Heute morgen wurde die Polizei überwältigt und die Tore wurden geöffnet. Cranks aus dem Palast strömten die Stadt und jetzt sind sie überall. Glaubt mir, ihr wollt da nicht draußen sein und ich verspreche euch, wir sind die Guten. Ich weiß nicht was der Rechte Arm geplant hat, aber ich weiß dass es beinhaltet, uns alle aus Denver zu evakuieren."
"Und warum behandelt ihr uns dann wie Gefangene?", wollte ich wissen und legte den Granatwerfer zur Seite.
"Ich führe nur meinen Auftrag aus.", meinte die Frau. "Ich halte es für lebensgefährlich, diese Halle zu verlassen aber wie ich schon sagte: wenn ihr das unbedingt tun wollt, dann können nicht mehr als zwei drei Leute mitkommen. Wenn die Cranks einen großen Trupp Frischfleisch sichten, dann ist alles vorbei. Auch Waffen helfen dann nicht mehr. Außerdem wird der Boss nicht begeistert sein, wenn eine ganze Horde bei ihm auftaucht. Wenn wir mit einem vollbeladenen Transporter dort ankommen wird sofort auf uns geschossen werden."
"Brenda und ich gehen.", bestimmte Thomas und Minho sah verletzt aus und schüttelte den Kopf.
"Kannst du vergessen.", protestierte er und die beiden begannen eine Diskussion, die allerdings damit endete, dass Minho, Jorge und ich zurückblieben und Thomas und Brenda zum Rechten Arm gebracht würden. Ich war ein wenig enttäuscht, andererseits, spielte es auch keine Rolle. Wenn der Rechte Arm noch was mit uns vorhatte, würde ich mit Sicherheit auch noch die Gelegenheit bekommen mit ihnen zu sprechen.
Ich wünschte den beiden noch viel Glück, dann folgten sie dem Mann zur Tür. Er öffnete sie und die drei verschwanden.
Ich ging in die Hocke und setzte mich dann in den Schneidersitz, Minho und Jorge taten es mir gleich, wie auch einige andere.
"Mir gefällt das nicht.", meinte Minho und schaute zur Tür, die jetzt wieder verschlossen war.
"Thomas wird schon wissen, was er tut.", sagte ich und blickte gedankenverloren vor mir zu Boden. "Meint ihr, sie werden Cranks begegnen?"
Natürlich kannte ich die Antwort, aber ich hatte da einen ganz bestimmten Crank im Kopf, auch wenn es mir wiederstrebte Crank zu ihm zu sagen. Die beiden schienen erraten zu haben, was ich dachte, denn ich konnte im Augenwinkel sehen, wie sie wissende Blicke tauschten.
"Ich glaube, wenn sie Newt begegnen, werden sie es nicht wissen, hermana.", meinte Jorge und ich verzog fragend das Gesicht.
"Was meinst du damit?"
"Naja, du hast ja gesehen, wie sehr er sich nach wenigen Tagen verändert hatte, wer weiß wie er jetzt aussieht und....", Jorge brach ab, als ich ihm einen halb wütenden, halb traurigen Blick zuwarf.
"Dass ist nicht~", begann ich, wurde allerdings von Minho unterbrochen.
"Hey, es hat keinen Sinn sich das schön zu reden. Newt hat den beklonkten Brand und wir haben alle gesehen, was das mit ihm macht." Er senkte traurig den Blick und in dem Moment fiel mir ein, dass Newt ja Minhos bester und im Grunde ältester Freund war...nein, ist. Er lebt noch!, sagte ich mir selbst, auch wenn ich tief in mir wohl wusste, dass der Newt den wir kannten und in den ich mich verliebt hatte schon längst nicht mehr existierte.
Und daran war allein ANGST schuld. Hätten sie ihn nicht in die Brandwüste geschickt, dann wäre er auch nicht krank geworden. Allerdings hätte ich ihn dann auch nicht gekannt. Aber was war mir denn lieber? Das ich ihn kannte oder dass er nicht krank war? Um ehrlich zu sein, tat mir der Gedanke, ihn nie kennen gelernt zu haben weh. Aber so wäre er nicht krank. Er würde leben und das war es was ich mir am meisten wünschte. Auch wenn ich überglücklich war, dass ich ihn kennen gelernt hatte, so wäre er es mir wert das alles aufzugeben, wenn er dann nur leben könnte. Am liebsten hätte ich den Brand auf mich genommen und ihn damit gesund gemacht.
Es war die Schuld von ANGST, dass er krank war. Sie hatten ihm das angetan und jetzt hatten wir die Chance ihnen das und alles andere was sie getan hatten heimzuzahlen. Mit Hilfe des Rechten Armes könnten wir dieses Ziel erreichen und ich könnte mich für Newt rächen. Jetzt hing alles an Thomas und Brenda. Wenn sie es schafften, mit dem Boss zu reden, dann würden wir uns mit Sicherheit mit ihnen zusammen etwas ausdenken um ANGST zu zerstören.
Es hing alles an den beiden.
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