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Verbannt

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 Slash
Brenda Jorge Gallparga Minho Newt OC (Own Character) Thomas
26.09.2015
01.11.2015
50
80.825
14
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13.10.2015 1.977
 
Wie in Zeitlupe öffnete ich meine Augen und fand mich in einem dunklen Raum wieder. Schwaches Licht das wohl unter einem Türspalt hervorkommen musste war die einzige Lichtquelle und der Grund warum ich nicht vollkommen blind war.
Ich saß an eine Wand gelehnt und als ich den Blick hob merkte ich erst, dass ich mich in der Dusche, im Berk befand.
Ich drehte mich im sitzen, sodass ich aufstehen konnte, doch sobald ich auch nur versuchte mich auf die Füße zu erheben, drehte sich alles und es schienen tausend Hämmer gleichzeitig auf meinen Schädel einzutreschen.
Stöhnend hielt ich mir mit einer Hand den Kopf und mit der anderen schob ich mich langsam an der Wand nach oben. Als ich schließlich stand, versuchte ich nochmal ein paar Schritte. Die ersten drei-vier waren langsam und mühselig, doch
als ich mich erst wieder an das Gefühl zu stehen gewöhnt hatte, wurde auch das laufen leichter.
Vorsichtig lugte ich hinter der Duschwand hervor und schleppte mich dann zur Tür. Auf der Suche nach der Türklinke, stießen meine Finger gegen den Lichtschalter und gelbes Licht flutete den Raum. Ich kniff die Augen vor der Helligkeit zusammen, wobei ich einen stechenden Schmerz unter meinem linken Auge spürte. Ich hob die Hand und befühlte meine linke Gesichtshälfte. Es fühlte sich an einer Stelle ein wenig geschwollen an und als ich an die Stirn kam, ertastete ich getrocknetes Blut.
Erschrocken lies ich die Hand nach unten sinken und ging zum Spiegel. Als ich mich sah erschrak ich. Unter meinem linken Auge war ein großer dunkelblau und roter Bluterguss, der an manchen Stellen auch gelblich grün war. Er zog sich in einem leichten Bogen entlang meines Wangenknochens. Mein Blick glitt höher und auf einen Schlag fiel mir wieder ein, was passiert war, als ich die Platzwunde an meiner Stirn sah, um die herum getrocknetes Blut klebte.
Newt hatte mich geküsst. Dann kamen von draußen diese Geräusche, wir waren zurück ins Wohnzimmer gerannt und Newt wollte dass ich mich verstecke. Ich hatte widersprochen und dann.....
Ich schnappte entsetzt nach Luft und meine Hand schoss erschrocken zu meinem Mund. Mir stiegen die Tränen in die Augen. Newt hatte mich geschlagen. Er hatte mich bewusstlos geschlagen. Aber wo war er jetzt?
So schnell ich konnte, hastete ich zur Tür und wollte sie aufreißen, doch sie war verschlossen. Ich stand in dem Moment so unter Adrenalin, dass ich gar nicht mitbekam, wie ich begann verzweifelt auf die Tür einzutreten, bis sie aufschwang.
Ich stürmte aus dem Raum, hielt jedoch sofort wieder an, als ich Stimmen aus dem Wohnzimmer hören konnte. Langsam, mit aufgerissenen Augen schlich ich zu der Tür, die ins Zimmer führte.
Mein Herz raste vor Angst, weil ich erwartete, in dem Zimmer die Leute zu treffen, die in das Berk einbrechen wollten, wie sie dabei waren Newt zu foltern oder sonst irgendetwas Schreckliches mit ihm machten.
So lautlos wie möglich öffnete ich die Tür um einen Spalt und lugte hindurch. Doch was ich dort sah war weder Newt, noch waren es die Einbrecher.
Thomas, Minho, Brenda und Jorge saßen auf den Sofas verteilt und diskutierten über irgendwas. Aber wo war Newt?
Langsam öffnete ich die Tür vollständig und betrat den Raum. Alle vier Köpfe schwangen erschrocken zu mir herum und Minho sprang auf, bereit auf alles einzuschlagen, was ihm zu nahe kam. Ein wenig eingeschüchtert trat ich noch einen Schritt zurück, doch die vier schienen begriffen zu haben, dass ich nicht vorhatte sie anzugreifen.
"Oh mein Gott, Alex, wo warst du und was ist passiert?!", rief Brenda, sprang auf und lief auf mich zu.
Ich weiß nicht warum, aber irgendwie war ich gerade etwas misstrauisch und wich noch einen Schritt zurück. Ich lies meinen Blick durch das Zimmer schweifen und die anderen starrten mich teils verwirrt, teils überrascht an.
"W-wo ist Newt?", stammelte ich nach einer Weile leise und musste mich angehört haben wie ein Kleinkind, das seine Mami sucht.
Jetzt wirkten die vier nur noch verwirrt. "Weißt du das denn nicht?"
Ich sah Thomas leicht panisch an und schüttelte den Kopf.
"Nein.", flüsterte ich mit brüchiger Stimme und zwang die Tränen zurück. Jetzt war nicht die Zeit zum heulen!
Brenda legte ihre Hand sanft auf meine Schulter und ich zuckte zusammen. Mit dem Kopf deutete sie auf einen Zettel, der auf dem Tisch lag und ihre Augen, wie auch die der anderen sahen traurig aus.
Als würde eine fremde Macht meinen Körper steuern, bewegte ich mich auf den Zettel zu. Ich hatte immer noch nicht begriffen, was mein Körper tat, als meine Finger schon das Blatt Papier auseinander faltete. Ich hielt die Luft an, als ich las, was darauf stand:

Sie sind irgendwie reingekommen. Sie nehmen mich mit. Ich muss bei den anderen Cranks leben.
Es ist besser so. Danke, dass ihr meine Freunde wart.
Lebt wohl.


Und wieder verfiel mein Körper dieser unerklärlichen Schockstarre und zeigte nach außen hin keine Emotionen. Einzig in meinem Kopf spielte sich die Realität ab. Newt war weg. Sie hatten ihn mitgenommen. Er hatte mich geschlagen, um mich zu beschützen. Und jetzt war er weg. Für immer.
"W-was tun wir jetzt?", sagte mein Mund, ohne dass mein Gehirn davon Wind bekam.
"Wir werden Newt zurückholen. Du meintest, du weißt, wo sich dieser Crank-Palast befindet?", wandte sich Minho an Jorge, der wiederum nickte. "Gut, dann flieg uns hin."
"Na schön, für ein Abenteuer bin ich immer zu gebrauchen muchacho."
Der Pilot stand auf und verschwand zum Cockpit während ich verwirrt im Raum stehen blieb.
Crank-Palast?, dachte ich irritiert und sah Brenda an. "Was ist ein Crank-Palast?"
Sie erwiderte meinen Blick.
"Dort bringen sie die Infizierten hin.", antwortete die Brünette."Es ist ein ehemaliger Stadtteil von Denver, der für die Kranken abgeschottet wurde, damit sie sonst keinen mehr anstecken. Das ganze wird von Immunen geleistet, die da ne Menge verdienen, da den Job ja sonst keiner machen will."
Sie nahm mich mit beiden Händen sachte an den Schultern und schob mich zu einem der Sofas.
"Setz dich mal hin, dass muss versorgt werden.", sagte sie und blickte auf meine Stirn. Ohne Widerworte lies ich mich auf die Couch sinken, während Brenda aus dem Zimmer verschwand.
Kurz darauf kam sie wieder, in der Hand einen großen Erste Hilfe Koffer. Sie stellte ihn ab und setzte sich so neben mich, dass sie meine Stirn gut sehen konnte.
"Das sieht übel aus. Auch das unterm Auge. Was ist da passiert."
Ich zögerte. ich wollte nicht sagen, dass Newt das gewesen war. Schließlich wollte er mich ja nur beschützen. Das dachte ich mir zumindest und hoffte so sehr, dass das nicht nur Wunschdenken war.
"Das war....", ich überlegte kurz, dann entschied ich mich dafür mich dumm zu stellen. "Ich weiß nicht mehr."
"Naja, das sieht auch aus, als hättest du heftig was abgekriegt, da ist es kein Wunder, dass du dich nicht erinnerst.", meinte Brenda, während sie begann die Wunde mit Desinfektionsmittel zu reinigen und ich rang mir ein falsches Lächeln ab.
"Ja, das wird es wohl sein.", sagte ich leise und zischte, als Brenda meine Stirn vorsichtig mit dem kühlen Mittel betupfte.
"Ich fürchte, das muss genäht werden. Warte, ich betäube die Stelle gerade~"
"Nein!", unterbrach ich sie hastig. "Ich brauche keine Betäubung, ich halte das aus."
Das hoffte ich zumindest, denn ich wollte wirklich keine Betäubung. Im Moment brauchte ich den körperlichen Schmerz, um den seelischen zu überspielen.
"Bist du sicher.", fragte Brenda mit hochgezogener Augenbraue nach und ich nickte entschlossen. "Also gut."
Sie holte das Zeug zum nähen aus dem Koffer und ein paar Tücher. Als sie alles gerichtet hatte sah sie mir tief in die Augen. "Bereit?"
Wieder nickte ich und Brenda begann meine Haut zu nähen und träufelte hin und wieder etwas Desinfektionsmittel darauf. Ich konnte spüren, wie mir ein kleines Rinnsal Blut übers Gesicht lief, doch das bekam ich nur nebenbei mit. Verdammt, es tat so furchtbar weh.
Die Nadel piekste, der Faden schien zu schneiden und wenn sie ihn festzog petzte es heftig. Es war echt schwer bei den Schmerzen die Klappe zu halten und ich verzog schmerzhaft das Gesicht und biss mir auf die Unterlippe. Die Augen hatte ich fest zusammengekniffen und die Hände zu Fäusten geballt.
Shit, das tut verdammt nochmal scheiß weh!, schrie ich innerlich, doch ich riss mich zusammen. Ich brauchte den Schmerz gerade.
"Gehts noch?", fragte Brenda, als etwa die Hälfte geschafft war. Ich konnte nur nicken und dann ging es weiter.
Pieksen. Schneiden. Petzen. Pieksen. Schneiden. Petzen. Pieksen. Schneiden. Petzen.
Und dann hörte es auf. Brenda schnitt den Faden ab und klebte mir ein paar kurze schmale Klebestreifen - so sahen sie zumindest aus - über die Wunde.
Dann sah sie sich mein Auge an.
"Die Wunde sieht gut aus, aber ich fürchte, bei deinem Auge können wir nur kühlen."
Wieder verschwand sie aus dem Raum und tauchte wieder mit einem Kühlpack auf, um das ein Tuch gelegt war.
"Hier, einfach draufhalten, aber lass das Tuch dazwischen, sonst holst du dir noch einen Gefrierbrand."
Ich nahm ihr den Kühlakku aus der Hand und legte ihn mir aufs Auge, während sie den Erste Hilfe Koffer wieder belud und ihn wegbrachte. Jetzt war ich allein in dem Raum, mit meinem Kühlpack. Und meinen Gedanken. Ach, wie schön.
Ein wenig zuckte ich zusammen, als das Tuch die geschwollene Stelle berührte, doch dann genoss ich die angenehme Kälte.
"Weißt du noch, was passiert ist?", erklang hinter mir plötzlich eine Stimme und ich fuhr zusammen.
Ich wirbelte zu Minho herum und warf ihm einen Todesblick zu.
"Schleich dich doch nicht so an mich ran, du Schwamm!", knurrte ich und hielt mir das Kühlpack wieder ans Auge.
"Sorry.", meinte der Asiate gelangweilt. "Also?"
Ich rollte genervt mit den Augen. "Was?!"
"Weißt du noch, was passiert ist?" Jetzt klang Sorge in seiner Stimme mit und in seinen Augen konnte man Angst um seinen Freund sehen.
Ich senkte betreten den Kopf.
"Ich kann mich nur noch erinnern, dass es draußen gepoltert hat.", erzählte ich, während Minho auf dem Sessel platznahm und mich abwartend ansah. "Er wollte, dass ich mich verstecke, weil sie Immune irgendwie zu ANGST bringen würden oder so....keine Ahnung eigentlich. Ich wollte nicht, weil sie ihn dann mitnehmen würden und hab protestiert. Ich hab nicht schnell genug reagiert und er hat mich geschl~", ich brach ab. Ich wollte Minho nicht gestehen, dass es Newt gewesen war, der mich verletzt hatte. Das würde er eh nicht glauben, also sagte ich einfach nur: "Er hat mir wahrscheinlich das Leben gerettet."
Minho sah mich an, als hätte er erraten, was ich eben hatte sagen wollen, doch ging nicht weiter darauf ein, worüber ich dankbar war.
Ich senkte traurig den Blick, als ich selbst über meine Worte nachdachte.
Ja, er hatte mich geschlagen, doch ich war immer noch der Überzeugung, er wollte mich nur beschützen. Und wahrscheinlich hatte er mir wirklich das Leben gerettet. Wenn es stimmte, was Newt gesagt hatte und ANGST auf der Suche nach Immunen war, dann hätten sie wer weiß was mit mir gemacht.
Doch jetzt war Newt weg und das empfand ich als mindestens genauso schlimm, wenn nicht noch schlimmer.
Nach außen hin wollte mein Körper meine wahren Gefühle nicht offenbaren. Er wollte stark wirken, doch im Inneren war ich schwach. Ich fühlte mich so leer wie noch nie, und könnte ich an meinem Handgelenk nicht meinen Puls spüren, dann hätte ich schon längst geglaubt, sie hätten nicht nur Newt, sondern auch mein Herz mitgenommen. Und in gewisser Weise....hatten sie das auch.
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