Vom Finden der Liebe und Suchen der Freundschaft!

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Juli Leon OC (Own Character) Vanessa
24.09.2015
05.07.2020
50
110.176
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30.06.2020 1.309
 
Chapter 49


Babyglück

Babys machen glücklich. Wenn man ein Baby anschaut, dann kann man gar nicht mehr traurig sein.



"Möchtest du jetzt Babys schauen?", Juli versuchte Melina ein wenig abzulenken.
Seit er die Kleine vor gut zehn Minuten aus dem Raum getragen hatte, redete sie kein Wort.
Zu Julis Glück hörte sie allerdings schnell auf zu weinen. Ob ihr starrer Blick und ihr Schweigen allerdings besser war, wusst er selbst nicht.
Verdammte Kacke. Juli wusste nicht was zu tun war. Dabei wusste er doch immer was zu tun war.
Er hatte immer eine Antwort-Auf jede Frage.
Hatte immer einen Tipp parat, eine Idee, eine Lösung.
Aber nun stand er mit einer Vierjährigen mitten in einem Krankenhausflur und wusste einfach nicht mehr weiter.
"Lina?", sprach er sie noch einmal zögerlich an und Lina drehte ihren Kopf langsam zu Juli.
Die Augen immer noch gequollen und die Wangen glühend heiß.
"Wird Mami wieder gesund?", ihre Stimme so zerbrechlich. Juli hätte es beinahe nicht ausgehalten.
Es tat ihm so leid, dass seine beste Freundin so viel Schmerz erlitten hatte und es tat ihm leid, dass eine Vierjährige dabei zusehen musste, wie ihre Mutter realisierte, dass ihr Kind wirklich tot war.
Die Welt war grausam. Verdammt grausam sogar.
"Ich glaube schon, Lina. Deine Mama ist stark, aber sie braucht gerade ganz viel Hilfe. Sie ist sehr traurig und krank. Weißt du, deine Mama hatte ein Baby im Bauch", ehe Juli fortfahren konnte, unterbrach ihn Melina.
"Ein echtes Baby?".
"Ja, ein echtes Baby. Aber leider ist das Baby eingeschlafen und-", wieder unterbrach sie ihn.
"Dann wecken wir es einfach auf", Juli schmunzelte traurig.
Lina war einfach zu gut für diese Welt.
"Weißt du, Liebling. Wenn ein Baby erstmal im Bauch eingeschlafen ist, dann wacht es leider nicht mehr auf. Dann ist es im Himmel", erklärte er der Vierjährigen.
"Also hat Mama jetzt kein Baby mehr?".
"Leider nicht mehr. Deswegen ist deine Mami momentan auch so traurig. Aber es wird alles wieder gut, ja. Versprochen", Juli wusste nicht, ob er dieses Versprechen halten konnte, aber er wusste, er müsste es versuchen!
"Ich möchte jetzt Babys gucken, Onkel Juli", bat die Kleine ihre Onkel.
Markus hatte die ganze Zeit nur neben ihnen gestanden und kein Wort gesagt.
"Hey Mann", sprach Juli ihn an, "Geh nachhause und ruh dich aus. Ich geh mit Lina noch zu den Babys und sie darf auch heute bei mir schlafen".
Markus bedankte sich still, strich Lina noch einmal durch ihre braunen Haare und verließ dann das Krankenhaus.
"Ich schlaf heute bei dir, Onkel Juli", auch wenn sie noch ein wenig durcheinander war, von dem Aufeinandertreffen mit ihrer Mutter, übersah Juli das kleine Lächeln nicht, was nun ihr Gesicht zierte.
"Klar, Wirbelwind. Aber jetzt gehen wir erstmal Babys gucken", Juli hielt Melina die Hand hin und gemeinsam gingen sie wieder Richtung Fahrstühle.
Kurz bevor die beiden dort allerdings ankamen, hörte Juli, wie jemand seinen Namen rief.
Caroline lief vom anderen Ende des Flures auf die beiden zu.
"Wohin des Weges?", fragte sie ein wenig aus der Puste, als sie bei den beiden ankam.
"Onkel Juli und ich gehen Babys gucken. Das macht nämlich glücklich", antwortete ihr Lina und Caroline lächelte kurz.
"Darf ich euch begleiten? Ein bisschen Freude, könnte ich heute auch gebrauchen", fragte Caroline die Vierjährige, sah Juli dabei allerdings aus dem Augenwinkel heraus an.
"Klarokowski", grinste Lina und drückte mit Julis Hilfe den Fahrstuhlknopf.
Als die drei auf der Säuglingsstation ankamen, fragte Caroline eine ihrer Kolleginnen, ob es in Ordnung war, dass sie sich mit Lina und Juli ein paar Säuglinge anschauen würde.
"Onkel Juli, was steht auf dem Schild?", wollte Lina neugierig wissen und zeigte auf ein Namensschild, dass an einem Säuglingsbett hing.
"Dort steht Jimmy, das ist wohl der Name des Babys. Es ist ein Junge", antwortete der Streuner ihr.
"Jimmy ist ein komischer Name. Mama würde niemals ihr Baby Jimmy nennen".
"Und was für Namen findest du schön?", wollte nun Caroline von Melina wissen.
"Lina", grinste die Vierjährige stolz.
"Dein Name ist sowieso der Schönste", lächelte Caroline sanft, "Aber man kann ja nicht jedes Kind gleich nennen, oder?".
"Da hast du Recht", Lina überlegte kurz, "Ich nenn mein Baby irgendwann Leon. Weil Leon der wildeste Kerl ist den ich kenne".
"Keine Sorge, Onkel Juli", fügte Lina noch dazu, "Dich mag ich auch".
"Na dann bin ich ja froh", lachte Juli und wuschelte durch Linas Haare.
"Lass das", lachte Lina und schlug Julis Hand weg, "Du machst meine Haare durcheinander".
Als Caroline bemerkte, dass Melina nicht alle Babys sehen konnte, bückte sie sich zur Vierjährigen: "Soll ich dich hochheben, Mäuschen, dann kannst du alle Babys sehen".
"Ohja", quickte Lina.
"Was steht da?", wollte Lina wissen und zeigte auf ein weiteres Namensschild.
"Da steht, dass es ein Mädchen ist. Das sie Luna heißt und vor zwei Tagen auf die Welt kam. Oh und noch die groß und schwer sie bei der Geburt gewesen ist", klärte Caroline auf.
"Wow, so viele Sachen auf so einen kleinen Zettel", Lina staunte nicht schlecht.
"Guck mal Onkel Juli, das Baby da hinten hat sogar die Augen auf".
"Caroline?", Caroline drehte sich, samt Lina auf dem Arm, zu ihrer Kollegin um, "Möchte deine kleine Begleiterin vielleicht auch mal ein Kind streicheln oder nehmen?".
Lina war sofort Feuer und Flamme, als sie mit Juli, Caroline und ihrer Kollegin in ein Patientenzimmer kam.
Die Mutter hatte die drei vorhin beobachtet und der Krankenschwester vorgeschlagen, dass das Mädchen auch gerne mal reinkommen dürfte.
"Ist das dein Baby?", Lina sah das kleine Wesen in den Armen der Frau neugierig an. Sobald sie im Zimmer angekommen waren, hatte Melina Caroline gebeten, sie runter zu lassen.
"Das ist meine Tochter Lina. Sie ist vor drei Tagen auf die Welt gekommen, daher ist sie noch so klein", lächelte die Frau.
"Ich heiße auch Lina", Melina war überglücklich, "Darf ich sie streicheln?".
"Natürlich".
Sanft strich die Vierjährige dem Säugling über die Haare.
"Ganz weich", stellte sie fasziniert fest.
"Ich liebe Babys. Sie machen einen glücklich, weißt du. Meine Mama ist aber momentan ein wenig traurig. Ihr Baby ist leider im Himmel", erzählte Lina und strich weiterhin vorsichtig über den kleinen Körper.
"Oh das tut mir aber leid für deine Mama", sagte die Frau mitleidig, "Aber bestimmt geht es ihr bald wieder gut. Wer so eine tolle und süße Tochter hat, kann gar nicht lange traurig sein".
Lina lächelte.
"Komm Wirbelwind, wir fahren nach Hause", Juli hatte gar nicht bemerkt, wie schnell die Zeit verflogen ist.
"Aber nur, wenn wir noch zu McDonalds fahren. Ich will ein Happy Meal, Onkel Juli. Bitte, Bitte, bitte", Lina hatte sich an dem Bein des Streuners festgeklammert.
Juli hatte keine Wahl.
" Na gut, ausnahmsweise" versprach er Lina.
"Tschüss liebe Mama von Lina. Tschüss Lina. Tschüss liebe Krankenschwester", verabschiedete sich Lina von den Anwesenden und ging dann gemeinsam mit Caroline und Juli zum Ausgang.
"Wir sehen uns bald wieder", versprach er Caroline, die daraufhin Juli anlächelte.
Lina verdrehte die Augen.
"Du bist verliebt, Onkel Juli", stellte die Vierjährige trocken fest, als Juli ihr beim anschnallen half.
"Gar nicht wahr", entgegnete Juli, doch seine roten Wangen hatten ihn längst verraten.

-Vielen Dank an meine treuen Leser!
Danke an Princessnessa für die Motivation!
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