Malophobie

DrabbleHumor / P16 Slash
Brad Crawford / Oracle Farfarello / Jay / Berserker Nagi Naoe / Prodigy Schuldig / Mastermind Yohji Kudou / Ryo Ito / Balinese
24.09.2015
26.09.2015
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24.09.2015 679
 
Malophobie





666 Worte, die es nicht besser machten...



Seltsam. Crawfords Mundwinkel verzogen sich leicht nach oben. Dass er ausgerechnet jetzt an diese überaus erheiternde Situation ihres ersten Zusammentreffens denken musste...
Nun, es war wieder Herbst. Die Sonne warf ein identisches Licht durch die rotgefärbten Blätter der Bäume Japans und wenn er aus dem Fenster sah, hatte er förmlich den Geruch feuchter Erde und frisch gebackenen Applepies in der Nase. Sturm war seit Tagen aufgezogen, rüttelte mit aller Macht an den dürren Ästen, um auch die letzten Farbtupfer zu Boden zu reißen und dem Lauf der Natur zu übergeben. Aber es war noch nicht vorbei. Noch trotzte die Natur dem Winter mit all ihrer Farbenpracht. Ein letztes, sprachlos machendes Aufbäumen, bevor der Zauber der Vergänglichkeit sein schneeweißes, kaltes Kleid über die sterbende Landschaft ziehen würde.
Armer Schuldig.
So wirklich hatte er sein Trauma nicht überwunden. Im Gegenteil. Es schien von Jahr zu Jahr schlimmer zu werden, so dass sie dem Phänomen Schuldigs Apfelangst den bezeichnenden Namen Malophobie gegeben hatten. Er legte eine Aversion gegen Äpfel an den Tag, die durchaus kurios, bis lebensgefährlich anmutete. Erst vor zwei Wochen wurde ein unschuldiger Frisör Opfer eines schrecklich aufgebrachten Telepathen, als er, ungeahnt der Folgen, es wagte, an den geheiligten Haaren eines gewissen Deutschen ein Apfelshampoo anzuwenden. Praktizieren würde der Ärmste nicht mehr, aber immerhin hatte Crawford es verhindern können, dass der Laden in einer der exklusivsten Gegenden Tokyos am helllichten Tage in Flammen aufging.
Aber die Aktion gestern, war der Gipfel der Absurdität... so konnte es einfach nicht weitergehen.
Schuldig brauchte eine Therapie. Dringend.
Brad ließ ein bisschen die Schultern kreisen. Mal sehen, wie es nach diesem Tag werden würde. Jay, sein persönlicher Traumaberater, hatte ihm Abhilfe versprochen.. Natürlich auf seine Art und Weise. Brad wusste zwar nicht – er hätte es sehen können, aber er zog es vor, in diesem Fall seine Hände in Unschuld zu waschen und den Ahnungslosen zu mimen - wozu sie den zeternden und fluchenden Deutschen unbedingt an einem Baum im Garten festbinden mussten, aber er vertraute Jay. Er würde schon wissen, was er tat...

„Das wagst du nicht!“, Schuldigs Stimme war ein panischer Hauch, der Stärke vorspielen sollte, doch Jay ließ sich nicht beirren und rückte näher mit dem Corpus Delicti an ihn heran. Verzweifelt zerrte Schuldig an den Seilen, mit denen diese Hurensöhne ihn gefesselt hatten, aber keine Chance.
Jay legte ihm den Apfel auf den Kopf und Schuldig schüttelte sich panisch, um dieses gemeingefährliche Obst herunter zu werfen. Jay lächelte glücklich.
„Sehr schön, beweg dich, das erhöht den Reiz.“, Schuldig riss die Augen auf.
„Du kranker Irrer! Was hast du vor?“, zeterte er kurz vor der Panikattacke, einen ängstlichen Blick auf Jays beachtliche Messersammlung und den randvoll gefüllten Korb mit blank polierten, roten Äpfeln werfend, „Wenn ich hier los bin...“, knurrte er und Jay drehte sich mit belustigter Miene herum.
„Solltest du mit dem Gedanken spielen, mir ein paar Spinnen* ins Zimmer zu schmuggeln...“, Schuldig zog finster die Brauen zusammen, „Nun, ich könnte mich bewogen fühlen, dich mit Äpfeln auszustopfen, wie einen Weihnachtsbraten, also überleg es dir genau.“, Jays Grinsen konnte nur als fies bezeichnet werden, sein gelangweilter Ton tat sein übriges und Schuldig klappte die Kinnlade herunter.
„Du bist total gestört...“, flüsterte Schuldig, als Jay ihm den Apfel wieder auf den Kopf legte.
„Tatsächlich?“, murmelte Jay zurück, tätschelte Schuldig noch einmal besänftigend über die Schulter und wandte sich zu seiner, von Nagi berechneten, Abwurflinie.
Das war Frühsport nach seinem Geschmack.
Er hob eines seiner Messer, visierte den Apfel an und...

swoosh

… knapp vorbei. Schuldig war fluchend zurück gezuckt und bezahlte das nun mit einigen, feinen Strähnen rotblonden Haares, die lautlos zu Boden glitten. Der Deutsche riss die Augen auf.
„Meine Haare! Du Wahnsinniger!“, kreischte er kurz vor der Hysterie, während Jay unbeeindruckt den nächsten Apfel auf seinem Kopf platzierte.
„Halt lieber still.“, riet er ihm und verzog überlegend den Mund. Schuldig kochte vor Wut und zappelte wie ein Verrückter.
Das würde ein langer Vormittag werden. Ein sehr, sehr langer...




~*~




A/N: * - der musste sein :) entliehen aus DeepSilences „Katzenjammer I“ und „Schlachtfeld“ ;)
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