Malophobie

DrabbleHumor / P16 Slash
Brad Crawford / Oracle Farfarello / Jay / Berserker Nagi Naoe / Prodigy Schuldig / Mastermind Yohji Kudou / Ryo Ito / Balinese
24.09.2015
26.09.2015
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24.09.2015 882
 
Disclaimer: Ihr kennt den Text... nichts gehört mir, Geld bekomme ich auch keines, die Idee entspricht dem Wunsch meines Wichtelkindes, geschrieben habe ich es ganz alleine :O *gg*


A/N: Dies ist mein Beitrag zu Nairalins Herbstwichteln . Wie der Zufall *flöt* es so wollte, durfte ich DeepSilence bewichteln und dank ihrer Vorgaben (ein alter, knorriger Apfelbaum, kein RxS) kam mir spontan eine Idee. Dazu ein passendes Bild , zu dem ich schon lange eine FF schreiben wollte.


Ich hoffe es gefällt dir  was ich aus deinen Vorgaben gemacht habe und ich habe ein bisschen deinen Geschmack getroffen  =^.^=


Here we go...



Malophobie





777 Worte, die das Schicksal seinen Lauf nehmen ließen...


In Gedanken versunken starrte Crawford seinem neuem Teammitglied hinterher. Es war  noch Zeit bis zum Abflug, so hatte er dessen Bitte, nach einem Zwischenstopp, nachgegeben. Der dürre Junge hatte genug durchgemacht und er gönnte ihm das ungewohnte Gefühl von Freiheit, nachdem er ihn gerade vor ein paar Stunden aus diesem Vorort der Hölle befreit hatte.
Feine Dampfwölkchen visualisierten sich vor seinem Mund, während die frühmorgendliche Oktobersonne den kleinen Mischwald in ein nahezu unwirkliches Licht tauchte und mit den flammenden Haaren seines zukünftigen Telepathen um die Wette leuchtete.
Crawford lächelte sacht, als er dem Teenager tiefer in das Wäldchen folgte, darauf bedacht, dem hohen Gras auszuweichen, das der nächtliche Tau schwer zu Boden gedrückt hatte und den glitzernden Spinnenfäden, die sich, behangen mit feinen Tröpfchen, Perlenkettengleich, zwischen den Ästen spannten.
Indian Summer at it's best. Eigene, wehmütig anmutende Erinnerungen tauchten vor seinem inneren Auge auf.
Die strahlenden Farben des Herbstes, über offenem Feuer gegrillte Maiskolben, der Duft nach schwerer, feuchter Erde, über den abgemähten Feldern... süße, überreife Früchte, deren Geschmack auf der Zunge explodierte, während der klebrige Saft über das Kinn tropfte...
Crawfords Mund zog sich zusammen, so real schmeckte er die Freuden des Herbstes an seinem Gaumen, während der Junge um ihn herumtollte und nahezu mit den Blättern verschmolz, die sein ungestümes Wesen aufwirbelte.
Ein seltsamer Laut riss ihn aus seinen Überlegungen. Die ohnehin eindrucksvollen Augen des Jungen lagen leuchtend auf ihm.

Ein Apfelbaum.

Wie aus dem Nichts. Perfekt eingebettet in die Symphonie der Farben um ihn herum, gebeugt und windschief, aber mit unverkennbarem Stolz.
Alt. Uralt, wenn er schätzen müsste. Mit dem Charme eines hutzeligen Mütterchens, stand er dort, unverrückbar, als ob die bezaubernde Kulisse nur für ihn geschaffen wurde. Faustgroße, leuchtend rote Äpfel hingen zu hunderten an den stark gekrümmten, gelb belaubten Ästen, die unter ihrer süßen Last schier zu ächzen schienen. Er konnte das Leben spüren, das durch den knorrigen Stamm pulste, die Geschichten, die dieser Baum zu erzählen, die Gefahren, denen er getrotzt hatte.
Ein Baum, wie gemalt für die Unendlichkeit, fast zu schön, um wirklich zu sein.  
Dazu dieses leuchtende Wesen mit dem grünen Schal und der verblichenen, braunen Jacke- das Einzige, was er auf die Schnelle auftreiben konnte, um die verhasste Bekleidung loszuwerden - irgendwo an der Schwelle zwischen Kind und Jugendlichem, übermütig wie ein junges Fohlen.
Er konnte es förmlich spüren, wie dieser Junge unter den kalten Strahlen der Morgensonne aufblühte. Niemals hätten sie es geschafft, diese Lebenslust, diese Neugier zu brechen. Niemals.
Aber das waren Schatten der Vergangenheit. Ein neues Leben wartete auf sie. Ein gänzlich anderes.
Doch er würde noch viel lernen müssen. Sehr viel...
Ein winziges Lächeln huschte über die Züge des Amerikaners.
„Schuldig...?“, natürlich hörte der Angesprochene nicht, genauso, wie er es vorhergesehen hatte.
Wie ein Eichhörnchen kletterte er in der verästelten Krone herum, fischte nach den süßen, reifen Früchten, von denen er wohl seit Jahren keine bekommen hatte.
„Schuldig...?“, wiederholte er, etwas lauter und mit einem resigniertem Unterton.
Nun, es war nicht lebensbedrohlich, daher vielleicht perfekt für eine erste Lektion.
„Schuldig.“, ein letztes Mal. Diesmal hob der Telepath zumindest den Kopf. Leichter Wind kam auf, wie er es vorhergesehen hatte, die Augen des Jungen weiteten sich und...

knack

...gab der Ast, auf dem der Junge saß, den Kräften der Natur nach. Aber Schuldig war schnell, er hechtete zurück, sprang aus dem knirschenden Geäst und kam auf beiden Füssen unter dem Baum auf. Ein triumphierendes Grinsen, das er über die Jahre noch perfektionieren würde, legte sich über seine kindlichen Züge, als...

plonk plonk

… zwei wunderschöne, rote Äpfel auf seinen Kopf knallten und der Telepath mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammenzuckte.
Crawford biss sich auf die Unterlippe, um das Lachen aufzuhalten, als...

plonk

… der dritte Apfel auf Schuldigs Kopf polterte und der Telepath nun ernstlich wütend das Gesicht verzog. Zornig langte der Junge nach einem der Äpfel, um ihn zielgenau gegen den runzeligen Stamm der alten Lady zu pfeffern.
„Ni...“, setzte Brad noch an, doch es war zu spät.

plonk

plonk plonk

plonk

„Verdammte...“

plonk

Crawford hielt sich den Bauch vor Lachen, als der fünfte Apfel in Folge auf Schuldig niederprasselte und der Deutsche endlich fluchend unter den Ästen hervorgekrochen kam.
„Das hast du gewusst, du Blödian.“, knurrte der Junge böse und Brad wischte sich die Lachtränen aus den Augenwinkeln.
„Du wirst noch viel lernen müssen, kid. Sehr, sehr viel.“
Finster starrte der Telepath ihn an, bevor er an ihm vorbeistapfte und wieder auf das geparkte Auto zuhielt.
„Möchtest du welche mitnehmen?“, fragte Brad großzügig und ein bisschen scheinheilig.
„Du kannst mich mal!“, fauchte Schuldig zurück. Brad grinste zufrieden.
Oh, das würden spannende Jahre werden. Sehr, sehr spannende...




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