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Das Auge des Teufels

GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P12
Krabat Lyschko OC (Own Character)
23.09.2015
18.11.2019
29
35.139
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07.05.2016 1.515
 
„Guten Morgen!“ rief Dory gänzlich übersteuert als sie zur Tür herein kam. Es war jetzt schon der vierte Tag hintereinander, an dem sie die Burschen besuchte.
„Es ist Morgen! Was soll daran gut sein?!“ rief Kito nur böse zurück. Morgens war er noch schlechter gelaunt als sonst. Falls das überhaupt möglich war... „Freut ihr euch denn gar nicht über mein Dasein?“ Dorys beleidigte Miene hätte Krabat doch beinahe überzeugt, doch sie hielt sie nicht lange aufrecht ohne zwischendurch zu schmunzeln. „Solange du nicht die Morgensonne bist...“ erwiderte Juro und deckte weiter den Tisch ohne aufzublicken. „Hast du schon Frühstück gegessen?“ fragte er als er schließlich fertig war. „Nein, noch nicht!“ nun lächelte sie wieder.
Ein Frühstück, welches sie mit Lyschko am selben Tisch essen konnte, wollte sie sich wohl nicht entgehen lassen. „Sagt mal...kann es sein, dass ihr euch die Haare gewaschen habt?“ fragte sie neugierig als sie die sauberen Schöpfe der Gesellen sah. Auf diese Frage brach Andrusch nur in schallendes Gelächter aus.
Gestern Mittag, als er Wasser aus dem Brunnen geholt hatte, hatte er sich einen Spaß erlaubt und Lyschko die Hälfte über den Kopf gegossen, so dass dieser vor lauter Kälte kaum noch richtig atmen konnte. „Tja Lyschko..“ hatte er geneckt und war um ihn herum getanzt wie ein kleines Kind „Das ist die Strafe, die du noch verdienst dafür, dass du Michal verpfiffen hast.“ Daraufhin hatte Lyschko Unmengen an Verwünschungen wie ausgerufen. So laut, dass man noch drei Häuser weiter alles deutlich verstehen konnte. Er war hinter Andrusch her gelaufen, als wolle er ihn an die Kehle. Als Juro das erfahren hatte, sagte er nur Lyschko solle erwachsen werden.
„Was lachst du so blöd?!“ fuhr Lyschko nun Andrusch an, obwohl er es ganz genau wusste. Und schon wurde es wieder laut in der Stube. Plötzlich warfen sich die beiden wieder Beleidigungen an den Kopf. „Neandertaler!“ „Spargeltarzan!“ „Narbenfresse!“ und sonstige Beleidigungen, von denen Krabat noch nie gehört hatte. Gerade als sie schon anfangen wollten sich gegenseitig zu schlagen, mischte sich Kito ein.
Wütend maulte er:„Ein weiteres Wort von euch Beiden und ich hol die Frau Scholta!“ Mit einem Mal saßen sie wieder ordentlich am Tisch, ohne auch nur einen Muks von sich zu geben. Mit der Frau Scholta wollte sich wohl keiner der Beiden anlegen. Die Ruhe dauerte jedoch nur einen Augenblick, dann ging der Kampf unterm Tisch weiter. Es war kaum zu überhören, wie sie sich abwechselnd gegen das Schienbein traten. Hätte das Essen schon auf dem Tisch gestanden, hätten sie sich auch damit bekriegt.
Irgendwann stand Dory von ihrem Platz auf und setzte sich ohne mit der Wimper zu zucken mitten zwischen die Beiden. Geschockt und gleichzeitig erstaunt schauten sie sie  an. Nach einem tiefen Atemzug und einem Moment der Röte schaute sie dann lächelnd zu Lyschko und und sagte: „Seit du dir die Haare gewaschen hast sind sie viel heller als vorher und so nass sehen sie auch nicht mehr aus. Ich wünschte ich hätte so schöne Haare...“ stutzig, fast schon prüfend schaute er das Mädchen an. Als suchte er in ihrem Gesicht die Antwort auf welche Frage er auch immer hatte.„Schön für dich...“ war letztlich seine abweisende Antwort, doch entging den anderen nicht, wie sein Blick das Weite suchte und es schien als versuchte er, indem er seinen Kopf stützte, Dorys Anwesenheit abzuschirmen. Seine Fingerspitzen jedoch gruben sich jedoch in seine Haare, die erst  Momente zuvor ein Kompliment erhalten haben.
Staschko viel fast das Essen aus dem Mund so weit hatte er ihn offen stehen. Wie verdächtig diese Geste doch war! Wenn er es nicht besser wüsste, sah es dieser Fiesling doch glatt ein wenig geschmeichelt aus. War er krank? War er überhaupt Lyschko? Was, wenn sie mit einem Fremden am Tisch saßen? Wer war diese Person und was hatte sie mit Lyschko gemacht?!
Ein Stoß in die Rippen brachte ihn in die Gegenwart zurück. Hanzo gab ihn einen einschüchternen Blick. Staschko hatte das Gefühl er würde auf seinem Stuhl zerschmelzen wie Eis im Hochsommer, aß jedoch weiter als wäre nichts geschehen.
Dennoch- dieser Blick machte ihm Angst.
Dass man normaler Weise während des Essens die Gespreche ein wenig eindämmen sollte, kannte Dory anscheinend gar nicht, denn statt den Hirsebrei, den sie sich auf dem Teller gelöffelt hat, zu essen, redete sie Lyschko die Ohren wund. Und da er fast nie antwortete sprach sie einfach weiter. Ein ziemlich einseitiges Gespräch, dachte sich Krabat im Stillen.
Schließlich wurde es den Burschen zu bunt. Er legte genervt den Löffel zur Seite und sagte mit beißender, jedoch ruhiger Stimme: „Dein Frühstück wird kalt.“ Erst jetzt sah Dory, dass viele schon fertig waren mit dem Essen. „Och, das passiert mir öfters. Gut, dass du mich daran erinnerst.“ Sie setzte sich vernümftig hin schob einen Teil des Breis auf ihren Löffel, doch gerade als sie ihn sich zu Mund führte, sah sie aus den Augenwinkel, wie Lyschko aufstand und gehen wollte.. „Wo gehst du hin?“ fragte sie überrascht. „Mir das Dorf anschauen...“ „Oh, das hast du noch nicht? Dann lass mich mitkommen. Ich kann dir alles zeigen.“ Hastig schob stopfte sie sich einen ganzen Haufen in den Mund und lief mit einem lauten Poltern hinterher. Dass sie sich das Bein am Tisch gestoßen hatte bemerkte sie gar nicht.
„Zum Glück! Die Beiden sind weg!“ seufzte Juro und ließ seinen Löffel sinken. Andrusch begann wieder heiter zu lachen. Eigentlich schade.“ „Warum?“ „Jetzt kann ich ihn nicht mehr ärgern.“ „Wenn wir schon mal beim Thema ärgern sind...“ fing Juro an „...Ihr benehmt euch das nächste Mal gefälligst. Verstanden?“ „Du hörst dich an wie die Frau Scholta.“ maulte Andrusch beleidigt und kippelte mit dem Stuhl auf und ab. „Außerdem finde ich es lustig, wenn er sich aufregt.“ sagte er nach einer Weile noch hinterher. „Der Meinung bin ich aber leider nicht. Du solltest beachten, dass wir hier nur vorläufig untergebracht sind, also müssen wir uns benehmen oder hast du etwa Lust draußen zu schlafen? Andrusch verzog das Gesicht. „Hier hat wohl wirklich keiner Humor, aber na gut. Dann ärgere ich ihn halt nur, wenn keiner da ist.“ „Du sollst ihn gar nicht ärgern!“ rief Juro erbost. „Auch wenn er eine Strafe verdient hätte...“
Ein Augenblick war es leise. Dann hörte man wie jemand ganz leise von der Tür weg schritt und aus dem Haus ging. „Ui, das wird er dir übel nehmen.“ meinte Hanzo und schüttelte nur leicht den Kopf. „Der darf ruhig wissen, dass ich ihn nicht mag! Es ist ja auch nicht meine Schuld, dass er sich so verändert hat“ Mit diesen Worten drehte Juro sich um und ging zurück in die Küche. „Verändert?“ murmelte Krabat, unwissend, dass er seine Gedanken laut ausgesprochen hatte. „Lyschko...war nicht immer so ein Kotzbrocken....“erklärte Merten mit einer beinahe traurigen Stimme „aber irgendwie ist mal etwas passiert, was ihn total verändert hat...“ „Etwas?! Du weist genau was passiert ist! Bezeichne diesen Vorfall nicht mit “etwas“ rief Hanzo empört aus. „Locker bleiben Hanzo.“ murrte Kito und hob den Kopf von seinen Teller. „Misch dich nicht ein drei Tage Regen Gesicht!“ erhob jetzt Andrusch die Stimme. „Sag das noch mal!“ rief Kito und erhob sich von seinen Platz. „Wozu? Bist du schwerhörig?“
Und schon wieder war in der Stube Tumult. Wie kann aus einen so einfachen Thema ein Streit werden? Fragte sich Krabat, als er zusah wie Andrusch und Kito langsam handgreiflich wurden. Gerade als einer der Beiden seine Hand für einen Zauber ausstrecken wollte, flog ein Brotbrett vor ihnen durch die Luft. „Spinnst du? Das hätte ins Auge gehen können!“ „Keiner von euch wird auch nur einen Zauberspruch sagen!“ elf Augenpaare schauten Juro fragend an. „Diese zwölf Tage nach Silvester sind eine Probezeit. Wer diese Tage ohne Zauberei übersteht, hat sich vom Teufel abgewendet und ist somit frei. Wer es in dieser Zeit nicht schafft ohne zaubern auszukommen, ist ihm für immer verfallen. Letzten Endes könnt ihr selber entscheiden, welchen Weg ihr nimmt, aber ich rate euch vom Bündnis mit dem Teufel ab. Es sei denn ihr habt den Wunsch als Hexe auf dem Scheiterhaufen zu landen!“
Diese Worte schallten in Krabat Kopf wieder und wieder. Die Hexenverfolgung hatte er noch nie beachtet. Hoffentlich kam niemand aus dem Dorf auf die glorreiche Idee sie alle zu verpfeifen! Es war also wirklich wichtig einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ohne lang nachzudenken stand er auf und lief aus dem Haus. Auf die Frage wo er hin wolle sagte er nur: „Kurz etwas in Ordnung bringen!“
Kein einziges Mal hatten Krabat und Madlenkas Eltern miteinander gesprochen. Sie hielten sich und ihre Tochter von ihm fern so gut es ging. Sie dachten nicht mal daran den Liebhaber ihrer Tochter auch nur kennen zu lernen. Er wollte irgendwie versuchen sie umzustimmen. Immerhin brauchte er ja auch das Einverständnis der Eltern um Madlenka heiraten zu können. Er hielt inne. „Heiraten..“ Er konnte es kaum glauben. Solange hatte er sich danach gesehnt, hatte sich ausgemalt, wie es wäre, seiner geliebten Kantora das Jawort zu geben und jetzt konnte er es. Er konnte sie endlich zur Braut nehmen...sobald er es schaffte das Vertrauen  ihrer Eltern zu gewinnen...
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