Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Das Auge des Teufels

GeschichteFreundschaft, Übernatürlich / P12
Krabat Lyschko OC (Own Character)
23.09.2015
18.11.2019
29
35.139
3
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
07.04.2016 1.852
 
Hallo Leute. Ich wollte nur mal eben kurz sagen, dass dieses Kapitel eigentlich so gut wie unnötig ist, abou ich dachte mir einfach, es wäre jetzt auch doof wenn es einfach so bei dem Kapitel mit Dory bleiben würde, weil....das schreit ja förmlich nach einem Part II.
Viel Spaß beim Lesen

„Ich dachte ihr seid zwölf Burschen?“ wunderte sich Dory, als sie sich im Raum umsah und gerade mal die Hälfte erblicken konnte. Und danach lehnte sie sich rüber zu Krabat und sagte schmunzelnd: „Von wegen, die warten schon auf euch.“ „Der Rest schläft noch ihren Rausch aus.“ erklärte Juro. „Wir sind erst gegen Abend hier eingetroffen und haben uns, nicht ganz so vornehm gesagt, Vollgesoffen.“ „Schade, dass ich nicht dabei war. Andererseits trinke ich ja doch nicht.“, erwiderte sie und streckte die Rechte aus. „Ich bin Dory. Schön dich kennenzulernen.“ etwas überrumpelt schüttelte Juro ihr die Hand. Seine Stimme verriet eine gewisse Unsicherheit, als er fragte: „Du siehst das als Freundschaftsanfrage, Hm?“ Sie zuckte zusammen und nach einen Moment der Scheue gab sie zu: „Bis jetzt habe ich noch niemanden getroffen, der das weiß... Machst du das auch so?“ Juro musste schmunzeln. „Ich schätze, ich kenne jemanden, der das so sieht... jemand, der niemals eine Hand schütteln würde.“
Nun musste auch Andrusch, der dicht bei war, grinsen. Die unwissende Dory jedoch drängte Juro, mit der Sprache rauszurücken. Sie griff ihn am Ärmel und redete auf ihn ein. Unbedingt wollte sie auch diesen Burschen so schnell wie möglich kennen lernen.
„Du wirst ihn früh genug kennen lernen. Im Moment wollen wir nur noch nicht, dass unser Teuflisches Lauch aufwacht...“ Währenddessen warf er einen Blick auf die Tür, die zu dem Raum führte, in den sie schliefen. Wieder lachte Andrusch. „Wird das jetzt sein Spitzname oder was?“ rief Kito über die Schulter, so schlecht gelaunt wie immer. Petar schüttelte nur den Kopf „Der Name passt schon, aber irgendwie fehlt etwas....“ In Sekundenschnelle brach ein Gemurmel aus.
Bis Hanzo aus dem Nebenraum trat. „Na Hanzo, alter Bulle! Ausgeschlafen?“ rief Andrusch und klopfte ihn auf den Buckel. Dann drehte er sich zu den anderen um und prahlte. „Wir sind gestern während des Saufens die aaaller besten Freunde geworden. Wir sind uuunzertrennlich-“ „Kann es sein, dass du noch immer betrunken bist Andrusch?“ „Nö“ „Andrusch ist  doch immer so. Solltest du nach all den Jahren wissen.“ rief Kito ihm zu. Kubo, der neben Kito stand, fing an zu grinsen. „Seht ihr das? Er gibt mir Recht.“ „Er hat doch gar nichts gesagt!“ Petar schaute auf, von dem Stück Holz, aus dem er der Frau Scholta einen Löffel schnitzen sollte. „Er hat gegrinst. Das gilt als ausreichender Beweis für mich.“ Petar machte den Mund auf, um etwas zu erwiedern  „Holla....wat war dat denn?“ fragte Merten, der gerade erst aus dem Nebenraum gekommen war. „Wer von uns ist denn in der Küche?“ eine Zeit lang war alles Still „Also... rein theoretisch...niemand."
Juro lief schleichend auf die Küchentür zu. Die anderen blieben dicht hinter ihm. Dory brach ihn Lachen aus. Auf jeden Fall glaubte Krabat das. So ungewöhnlich wie es klang, konnte man sich nicht sicher sein.
„Hich will wohl mal einen Poltergeist sehen der so herumjammern kann!“ Alle lauschten nach den Verwünschungen des unerwartenden Eindringlings "Du verdammtes Höllenvieh! Ich murks dich ab! Ich reis dir jedes deiner widerlichen Beine einzeln aus und lasse dich in Qualen sterben! Wage es ja nicht noch einen Schritt näher zu kommen!“ Während die anderen noch Witze darüber rissen wer sich da wohl herein schleichen wollte, öffnete Hanzo die Küchentür.
Er schlug sich vor die Stirn, als er Lyschko kopfüber in den Töpfen der Frau Scholta sah. Mit den Beinen noch halb auf der Fensterbank. Erschrocken blickte er die anderen an. „....War ich zu laut?“ „Ja!“ bestätigte ihn jeder, wie aus einem Munde. „Gratulation! Zum ersten Mal in deinem Leben!", sagte Kito seufzend. Dory musste lachen. Ächzend wand sich Lyschko in den Töpfen. Sein Rücken knackte, als er begann sich zu strecken nach einer so unangenehmen Körperhaltung.
Uninteressiert am Rest des Gespräches schaute Krabat sich in der kleinen Küche um. Sie war sehr nett eingerichtet, sowie man es von älteren Frauen kennt. Hier und da ein paar Holzschnitzereien als Verzierung, Vasen und Tischdeckchen. Besonders schön war die detailreiche Kuckucksuhr an der Wand.
Sein Blick schwiff zu Dory. Den Mund einen Spalt weit geöffnet musterte sie Lyschko. Verzweifelt schüttelte Krabat nur den Kopf. Das konnte doch nicht ihr Ernst sein! Auch Madlenka entging nicht der Blick ihrer Freundin. Mit einen fiesen Grinsen flüsterte sie ihr etwas ins Ohr doch wie sie schnell merkte, drangen ihre Worte nicht durch die Mauern ihrer Freundins Traumwelt. Dory unterdrückte ein Aufjaulen, als sie einen Ellenbogen in ihrer Seite spührte. Jetzt, wo sie auch auf der gleichen Höhe war, versuchte Madlenka erneut ihre Aufmerksamkeit zu erhalten. Dory verzog ihren Mund zu einen schmalen Strich während sie Madlenkas Worten lauschte und obwohl ihre Wangen ein wenig rot anliefen, gab sie ihr einen ermahnenden Blick. Sie nahm eine Hand von ihren Rippen und wuschelte Madlenka durch die schönen Haare.
So was nennt man wohl typisch Mädchen...scherzte Krabat in Gedanken. Ein lauter Knall riss ihn aus seinen Gedanken. Verwirrt blickte er zu Lyschko, der das Fenster zu geschlagen hatte. „War das nötig?“ fragte Hanzo in einem gequälten Ton. „ja war es!“ „Was hat du gegen Spinnen?“ Man hörte deutlich, dass Juro bereits wieder vollkommen genervt war von Lyschko „Eigentlich gar nichts aber das Ding da ist voll HÄSSLICH!“ er sagte es mit so viel Abscheu, dass seine Stimme zum Schluss nur noch ein heiseres Flüstern war und noch während dieser Worte fiel sein Blick auf Dory.
Flüsternd fragte er, seit wann sie denn schon hier sei, doch obwohl es nur an ein, zwei Burschen gerichtet war, antwortete ihn mehr als eine Handvoll: „Die ganze Zeit schon.“ Eine Tatsache, über die er nicht so glücklich zu sein schien, was Krabat auch nicht war, um ehrlich zu sein. Der beste erste Eindruck, war dies nömlich nicht.
Langsam lief Dory auf ihn zu und reichte ihm die Hand. „Hallo, ich bin Dory und du?“ „...Lyschko...“, war das einzige, was er erwiderte während er kaum auf ihre ausgestreckte Hand einging. Juro hätte ihn dafür die Haare ausreißen können. Konnte er nicht ein einziges Mal freundlich sein? Verunsichert ließ Dory die Hand sinken. „Du bist also derjenige von dem sie erzählt haben richtig?“  „Oh wirklich? Was haben sie denn so über mich erzählt?“ Aus dem Augenwinkel sah er mit einem stechenden Blick zu den anderen herüber, der deutlich machte, dass er kein Gerede hinter seinem Rücken duldete. Schon gar nicht, wenn er dahinter kam. „Keine Sorge, es war nicht viel, aber sagt mir, seid ihr sehr beschäftigt oder kann ich euch öfters einen Besuch abstatten?“ damit wendete sie sich an alle. „Da müssen wir mal schauen. Schließlich brauchen wir noch ein neues Dach überm Kopf.“ rief Kito wieder über die Schulter. Er war Nebenan geblieben. Warscheinlich hatte ihn bisher die Lust gefehlt, sich einzumischen. „Aber einen von uns mindestens wirst du hier antreffen können .“
Den Rest des Tages kamen noch viele Leute vorbei um mit den neuen Nachbarn Bekanntschaft zu machen. Einige waren mehr begeisterd, andere weniger- besonders der Pastor schien die Gegenwart der Magier nicht gerade zu genießen, aber was sollte ein Mann der Kirche denn auch von Menschen halten, die einst den Teufel dienten. „Stell dich nicht so an!“ sagte Staschko und legte ihm ein Arm auf die Schulter, „Oder sehen wir etwa aus wie Menschenfressende Bestien? Wir haben noch niemanden was getan.“ Allerdings wäre es ein Wunder gewesen, ihn so überzeugen zu können. Bis zum letzten Augenblick seines Aufenthalt hatte er das kleine Kreuz in seiner Hand geknetet und ab und zu einen Blick gen Himmel geworfen.
Ein Mann hatte wohl noch mit Lyschko ein Hühnchen zu rupfen. Krabat erkannte ihn nicht sofort, dann aber hatte er wieder das Bild vor Augen von dem Besuch, der sich zur Mühle heraus wagte, um den Meister um Schnee für die Ernte zu bitten. „Du warst der Bursche, der die Hunde auf uns losgelassen hat!“ "Du musst wohl von Wahnvorstellungen getäuscht worden sein, wenn du tatsächlich Hunde bei uns gesehen hast", erklärten Lyschko in einem so gelangweilten Ton, dass man sich nur wunderte, warum er ihn nicht gleich ignoriert hatte. „Jetzt fühlst du dich auch noch berechtigt, so mit uns zu reden. Aus deinem Kopf sollte man Herbst-schmuck machen!“ „Für den Herbst ist es noch etwas früh findest du nicht auch?" Ein paar Leute amüsierten sich tatsächlich über den leicht aufbrausenden Burschen, obgleich er im Recht war. Andere wiederum schüttelten nur den Kopf. „Lass gut sein Stanislaw! Du redest zu einer Wand.“ sagte irgendwann ein Genosse von ihm und zog ihn am Handgelenk weg. "Der Unterschied ist aber, dass eine Wand keine guten Witze über dein Moral-Geschwafel reißen kann!", rief ein Junge nicht älter als 15 Jahre. Er wurde sofort zurück gezerrt von seinen Eltern und zur Rechenschaft gezogen.

„Entschuldigt bitte, den Herr Pastor. ER wird selbstverständlich seine Zeit brauchen, euch zu vertrauen. Und auch den guten Stanislaw. Er ist gar nicht so nur nimmt er es sehr ernst mit der Gerechtigkeit, was natürlich auch richtig ist, doch er hat die angewohnheit, sehr schnell in die Luft zu gehen, wenn andere nicht seine Meinung teilen oder einfach nicht nach den Regeln handeln.“ meinte die Frau Scholta seufzend als sie später zu Abend aßen. „Allerdings höre ich auch nicht gerne, dass du so kaltherzig bist Lyschko!“ sie kniff sein Ohr, drehte es umher und ließ den Burschen aufjaulen. „AU! Du bist doch nicht meine Mutter, verdammte Scheiße!“  „Nein, das ist wahr und doch kann ich dir nur raten dich zu benehmen.“ Sie ließ sein Ohr mit einem letzten Kneifenihrer Fingernägel los und wandte sich an Juro: Wenn ich schon in meinem Element bin: Wie seht ihr überhaupt aus? Wascht euch morgen erst einmal den Mehlstaub aus den Haaren! Die sind durch und durch verdreckt“
„Warum nehmen sie ihn eigentlich so in Schutz?“ fragte Juro und nickte ein Mal zu Lyschko, der sich noch immer das schmerzende Ohr hielt. Die Frau Scholta wirkte überrasch über diese Frage. „Tue ich das? Ihr müsst mir verzeihen. Ich habe noch immer vor Augen, wie ihr damals das Dorf gerettet habt. Ich kann mir nicht erklären wie, aber in diesem kurzen Moment, ihn dem ich mit ihm und dem kleinen Mädchen in hinter dieser Tür den Atem anhielt, hat sich sich sein Gesicht in mein Gedächtnis gebrannt..."
Eine kurze Stille hing in der Luft bis die gute Frau fort fuhr: "Natürlich bin ich dir Ewig dankbar dafür uns den Schnee bedingungslos geschenkt zu haben. Ich möchte mi gar nicht vorstellen, wie unsere Felder heute ausgesehen hätten, wärst du nicht gnädig gewesen.“ „Schmeicheln sie mir nicht Frau Scholta.“ erwiederte er grinsend, „Ich bin kein Heiliger.
Danach aßen alle ohne ein weiteres Wort weiter. Krabat kroch sehr früh ins Heu. Ohne seine Kantorka fühlte er keinen wirklichen Drang weiter aufzubleiben. Wenn sie schon nicht hier sein konnte, wollte er sie zumindest in seinen Träumen sehen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast