Better the devil you know than the devil you don’t.

von -Elena-
GeschichteRomanze, Familie / P16
22.09.2015
13.08.2019
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Voller Ehrfurcht blickte ich dem Orakel in die Augen. Es hatte eine lächelnde Maske aufgesetzt. Ich hatte das Gefühl, es würde durch mich hindurch sehen, tief in mein Inneres.
„Ich spüre eine eigenartige Aura um dich herum. Sie ist weiß, doch an einigen Stellen beginnt sie sich schwarz zu färben“, sprach Astraea.
Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen, aber ich verstand nicht, was das für mich bedeuten könnte. Mittlerweile hatte sich Klaus wieder aufgerichtet und ich konnte bis hierher seine Wut spüren. Doch bevor es wieder eskalierte, schritt Elijah ein.
„Wie bereits schon erwähnt, wir benötigen Eure Hilfe. Dringend.“
Das Orakel ließ von mir keine Sekunde ab. Ich fühlte mich sehr unwohl.
„Wahre Schönheit. Von Innen und Außen. Das sehe ich selten.“
Ich schluckte und wusste nicht, ob ich das als Kompliment auffassen sollte.
„Jetzt beantwortet einfach Elijahs Frage!“ rief Rebekah und auch ihre Ungeduld machte sich langsam bemerkbar.
„Das habe ich vernommen. Doch bin ich nicht gewillt euch zu unterstützen.“
Sofort gerieten die Mikaelsons in eine heftige Diskussion mit dem Orakel. Dieses hatte sich von mir abgewandt und plötzlich blendete ich die Hintergrundgeräusche komplett aus.
Mein Herz schlug wie verrückt. Irgendwie brach ein Stück in mir zusammen. Ich hatte mir so sehr erhofft, Antworten zu finden über mich. Meine ganze Welt hatte sich verändert. Ich wollte, nein, ich musste wissen wieso. Ich musste erfahren, warum plötzlich meine Welt zusammenbrach. Ich musste wissen, wer ich wirklich war, denn ich erkannte mich selbst nicht wieder. Ich brauchte so dringend diese Antworten, ohne sie würde ich nicht weiter leben können, wie vorher. Ich fühlte mich nirgends sicher. Doch genauso sehr wurde mir bewusst, dass ich hier meine Probleme nicht lösen konnte. In mich versunken beobachtete ich die Mikaelsons und begriff plötzlich, warum ich hier war. Sie waren der Grund. Ohne sie wäre ich niemals in solch gefährliche und unerklärliche Situationen geraten. Ohne sie hätte ich mein normales Leben weiterführen können. Ohne sie wäre das alles nicht passiert. Plötzlich spürte ich keine Angst, wegen der großen Unwissenheit in mir mehr, sondern Wut gegenüber der komplizierten Familie. Ich schluckte, dann drehte ich mich um und lief nach draußen. Ich musste hier raus, ich wollte einfach weg.


Tapfer stapfte ich in den hohen Schuhen durch den dichten Wald und hoffte, dass ich soviel Abstand wie möglich zwischen die Mikaelsons und mir brachte. Tausend Fragen wuselten in meinem Gehirn herum. Ich war sauer, traurig und verwirrt zur gleichen Zeit. Meine Emotionen konnten sich nicht entscheiden, was sie fühlen sollten. Gerade blieb ich erneut mit meinem Kleid an einem hartnäckigen Ast hängen und riss mir ein weiteres Loch in den Stoff, als sich plötzlich eine Gestalt vor mir aufbaute. Ich kannte sie und trotz der tiefschwarzen Nacht, wusste ich wer es war. Sehr erfreut über den Besuch war ich nicht.
„Wo willst du hin?“ sprach er und wirkte nicht sehr entspannt dabei.
„Ich will weg. Ich will zurück nach New Orleans. Ich will mein altes Leben zurück haben“, sprudelte es aus mir heraus.
Der Hybrid rührte sich nicht und verzog auch keine Miene. Ich wusste, dass er sich das bereits dachte, bevor er auf die Suche nach mir gegangen war.
„Vielleicht hast du vergessen, warum du hier bist. Wir sind auf der Suche nach Antworten.“
„Ihr seid das. Ich will meinen Frieden und nichts mit der ganzen Sache zu tun haben.“
Dann stapfte ich einfach weiter und wollte an ihm vorbei. Doch er ergriff meinen Arm und zwang mich zum Stehen.
„Du bist meine Gefangene.“
Wütend sah ich Klaus an.
„Ich bin ein freier Mensch“, entgegnete ich fest.
„Es existiert irgendeine Prophezeiung, die besagt, dass jemand kommt und euch zerstören wird, ja sogar auslöschen. Glaubst du allen Ernstes, dass ich nach dieser Zeit und den Chancen, die ich gehabt hätte, diejenige bin?“
Klaus sah mich ausdruckslos an.
„Ich vertraue niemandem.“
Genervt von seiner Paranoia, versuchte ich mich aus dem Griff zu lösen.
„Lass mich gehen, ich gehöre hier nicht hin.“
„Ich kann nicht.“
Diese drei Worte unterbrachen augenblicklich mein eigentliches Vorhaben. Verwirrt sah ich ihn wieder an.
„Was meinst du? Bin ich etwa solange eine Gefangene, bis du den Beweis in den Händen hältst, dass ich dir und deiner Familie nichts Böses will? Deine Tochter stand eines Tages an meiner Tür, die übrigens nie abgeschlossen war. Soviel zu, ich wäre eine Gefangene. Sie hat mich nicht verurteilt und auch keine Vorurteile mir gegenüber gehabt. Ich kann das nicht Klaus. Ich weiß selbst nicht, wer ich bin und was mit mir passiert, seid du in mein Leben getreten bist. Aber ich fürchte mich außerordentlich vor den Antworten. Ich möchte für niemanden gehalten werden, der den Plan verfolgt, eine Familie auszulöschen. Egal wie unbarmherzig und grausam eure Familie ist, ich würde niemals jemandem etwas tun, der durch ein junges unschuldiges Mädchen Erlösung finden könnte. Ich bin die Falsche, nach der ihr sucht. Also lass mich gehen!“
Mir liefen die Tränen über die Wangen, aber ob es Wut oder Schmerz war, konnte ich nicht sagen.
„Wenn du wirklich der Meinung bist, dass ich euer Untergang sei, dann behandle mich gefälligst auch wie eine Gefangene und nicht wie...“, kurz stockte ich, „.. wie jemand Besonderen.“
Erleichtert über den Ausbruch meiner Gefühle, wartete ich auf seine Reaktion. Klaus hatte während meiner Ansage verächtlich gelächelt und spottend genickt, als würde er sich darüber freuen, was ich sagte. Das machte mich wiederum sehr wütend.
„Jemand Besonderes. Das ich nicht lache!“ begann er und sah mich plötzlich eindringlich an. Zeitgleich wurde der Griff um meinen Arm fester und begann weh zu tun. Ich verzog mein Gesicht und plötzlich schwang die Wut in Furcht um.
„Ich habe mich wohl nie klar ausgedrückt, zu welchem Zweck du von mir und meiner Familie beschützt wirst. Wir werden feststellen, ob du diejenige bist, die unsere Familie ins Verderben stürzen will oder nicht. Aber was auch immer du für eine Rolle spielen wirst, sie endet mit deinem Tod.“
Mein Herz rutschte mir in die Hose, aus meinen Augen war alles Leben verschwunden. Ich hatte es gewusst, tief in mir wusste ich, dass ich diese Sache niemals überleben würde. Die ganze Zeit hatte ich es versucht zu verdrängen. Jetzt kam er einen Schritt näher an mich heran und umfasste meinen Arm noch fester.
„Und für die Zukunft, Liebes, niemand und damit schließe ich dich zweifelsohne ein, kann sich zwischen mich und meine Familie stellen. Für immer und ewig wird sie an erster Stelle stehen. Du hast dich wie jemand Besonderes gefühlt, aber da muss ich dich enttäuschen, du warst und wirst für immer unbedeutend bleiben. Du bist einzig und allein dem Zweck, meiner Familie Sicherheit zu verschaffen, noch am Leben. Merk dir das, sollten deine Gefühle das nächste Mal mit dir durchgehen wollen.“
Erstarrt vor Furcht und verletzt wegen der Fehlinterpretationen in letzter Zeit, verdrückte ich mir weitere Tränen und versuchte den Hybriden nicht weiter zu reizen. Nachdem er seinen letzten Satz beendete, fügte ich mich seinem Griff und wir liefen zurück zum Anwesen. Als ich die ersten Fackeln in der Ferne sah, schluckte ich und fühlte mich umso verlorener. Ich konnte das doch nicht einfach auf mir sitzen lassen. Hatte ich die Spannung zwischen uns wirklich falsch interpretiert? Ging es ihm wirklich nur um die Familie? Ich konnte das fast nicht glauben. Da war doch etwas zwischen uns.
„Ich kann das nicht glauben“, wisperte ich vor mich hin, als ich langsam Erschöpfung in den Beinen spürte.
Ein paar Schritte weiter stolperte ich und fiel hin. Klaus zog mich einfach am Arm wieder nach oben. Im letzten Moment konnte ich einen kurzen spitzen Stock aufheben. Als er mich zum weitergehen zwang, blieb ich abrupt stehen.
„Hast du es nicht gefühlt, das zwischen uns?“ fragte ich und sah ihn eindringlich an.
Bevor Klaus etwas antworten konnte, kam ich auf ihn zu. Gereizt sah er mich an. Sein Blick eiskalt.  Wenige Zentimeter vor seinem Gesicht hielt ich inne. Ich schluckte, seine Augen hielten mich gefangen, sie wollten mich nicht wieder gehen lassen. Einen Augenblick später, drückte ich meine Lippen auf seine und wir verschmolzen miteinander. Klaus ließ meinen Arm los umschloss meinen Körper. Ich habe mich noch nie jemandem so nah gefühlt, wie jetzt in diesem Moment. Mein Herz begann wie wild zu schlagen und als ich spürte, dass Klaus auf diesen simplen Trick reingefallen war, wusste ich, dass er den Kuss gleich bereuen würde. Eine Sekunde später rammte ich den kleinen Stock in seinen Hals. Mit einem Würgen stieß Klaus mich von sich weg und sah mich entrüstet, aber vor allem wütend an. Sofort zog ich meine Schuhe aus und rang Klaus zu Boden, welcher sichtlich geschockt war und nicht schnell genug reagieren konnte. Dann nahm ich meine Absätze und rammte sie ihm tief in den Bauch. Mit einem Schrei wand er sich auf dem Waldboden und Blut quoll aus seinem Mund.
„Miststück!“ keuchte er außer Atem.
„Für immer und ewig!“ rief ich und rannte davon.

Zurück im Anwesen versuchte ich mich zu verstecken. Wenn ich eins wusste, dann, dass er mich jagen würde. Aber ich musste ihm die Lektion erteilen. Er hatte es verdient und es fühlte sich gut an. Stolz auf mich selbst, eilte ich eine Treppe hinauf und riss die nächstliegende Tür auf. Es war ein kleiner Saal, der vollkommen in Dunkelheit getaucht war. Ich brauchte kurz ein paar Augenblicke, bevor sich meine Augen wieder an das Dunkle gewöhnt hatten. An den großen halbrunden Fenstern standen groß geschmiedete Kerzenleuchter. Die Kerzen waren aus. Es gab im hinteren Teil eine kleine Bühne, welche mit einem dunkelroten Vorhang verdeckt war. Es roch nach Staub und als ich mich nach links drehte, sah ich noch eine Tür. Von weitem erkannte ich, dass es, wie auf der Party, eine Balkontür war. Als ich eilend auf die Balkontür zusteuerte, wurde der Bühnenvorhang plötzlich geöffnet, sodass man freien Blick auf diese hatte. Erschrocken bildete sich eine Gänsehaut auf meinen Armen. Es war unheimlich. Beim näheren Hinsehen sah ich, dass ein großer Flügel inmitten der Bühne stand und jemand auf dem Hocker saß. Dann ertönten die ersten dunklen Töne und meine Gänsehaut breitete sich weiter über den ganzen Körper aus. Ängstlich, dass es Klaus sein könnte, kniff ich meine Augen zusammen, um besser sehen zu können. Erleichtert über die Erkenntnis, dass die Person viel älter als Klaus war, ließ mein Herz ruhiger schlagen, doch als die vertraute Stimme ertönte, gefror mir das Blut in den Adern.
„Hallo Alice.“
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Hey Leute,

na wer glaubt ihr, könnte die Person sein, die da ein Lied für Alice spielt?


xoxo -Elena-
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