[Projekt ~ Zeltausflug] Die Freuden der Natur

GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
Farfarello / Jay / Berserker Omi Tsukiyono / Mamoru Takatori Ran Fujimiya / Aya / Abyssinian Schuldig / Mastermind Yohji Kudou / Ryo Ito / Balinese
20.09.2015
08.10.2015
8
37.011
4
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
21.09.2015 4.011
 
A/N: Nice ^^ Danke für die Sterne, ihr seid so gut zu mir XD
Außerdem lass ich mich ja gern ein bisschen visuell unterstützen, wie manche ja noch aus "Good"-Zeiten wissen... ein bisschen Futter fürs Auge?
Bitteschön: Nett, nicht?  Gewisse Personen sollten sich schon mal warm anziehen ;)




 Die Freuden der Natur    


Die Liste  


1 Omi
2 Aya
3 Schuldig
4 Yohji
5 Ken
6 Nagi
7 Jay


Tag 2: 1, 4, 5 und 7 wollen die Gegend erkunden, dabei stoßen sie auf einen See, der perfekt zum Schwimmen wäre. Leider haben sie alle keine Schwimmsachen dabei. Was machen sie?




                                                               





Das zweite Kapitel, in dem ein paar Jungs blank ziehen,
Jay die Messer wetzt und bei Aya etwas anschwillt...






„Ich geh ein vor Ödnis...“, theatralisch seufzend lässt Yohji den Kopf in den Nacken fallen und starrt in den, durch das dichte Blätterdach nur schemenhaft zu erkennenden, hellblauen Himmel.
Omi und Ken, die das Trauerspiel schon seit dem Frühstück betrachten, nehmen den gequälten Assassin in ihre Mitte.
„Willst du mit uns ein bisschen die Gegend erkunden?“, fragt Omi und erntet einen missmutig verzogenen Mundwinkel. „Vielleicht treffen wir ja auf eine andere Gruppe... hübsche Mädchen, mh?“, lockt er weiter und Yohjis Augenbrauen wandern nach oben.
„Verkauf mich nicht für dumm, Bombay... was sollten ausgerechnet hübsche Weiber in diesem Alptraum verloren haben?“, knurrt er zurück und streicht sich die Haare aus der Stirn, „Aber meinetwegen, bevor ich mir meinen Knackarsch noch platt sitze.“, ächzend kommt er auf die Beine.
„Wer kommt noch mit? Familienausflug~...“, trällert er in die Runde. Aya ist gleich nach dem Frühstück samt Katana in den Wald verschwunden. Dafür, dass er ihren Zusammenhalt stärken wollte, schottet er sich mal wieder ganz schön ab. Yohji runzelt ein bisschen die Stirn. Aya war ja schon immer merkwürdig, aber langsam nimmt das Ganze seltsame Formen an. Auch wenn er noch nicht genau den Finger darauf legen kann.
Schuldig schläft noch. Kein Wunder, sie haben die halbe Nacht mit Pokerkarten und geschmuggeltem Whiskey am Bach verbracht. Er ist sich sicher, dass Aya mitbekommen hat, dass er Alkohol mitgenommen hat, aber sein Leader verkneift sich wohlweislich eine Äußerung dazu.
Jay erhebt sich gleichgültig und stellt sich zu Omi und Ken. Nagi, der sich schon seit einiger Zeit damit beschäftigt, Blätterhaufen und Äste von A nach B zu bugsieren, winkt ab.
„Einer sollte aufs Lager aufpassen, nicht, dass sie uns noch Schuldig entführen...“, merkt er kritisch an, während er sich konzentriert wieder seiner Aufgabe widmet.
„Klar, weil sie uns den nicht sofort wieder zurückbringen würden.“, grinst Omi und schnappt sich eine Wasserflasche. Wer weiß, wie lange sie unterwegs sind.
Yohji übernimmt die Spitze. Vom Bach ausgehend, schlagen sie sich durch den Uferbereich und er tritt beinahe auf eine Kröte, die sich durch einen beherzten Satz ins Unterholz gerade noch so retten kann. Angewidert verzieht er das Gesicht. Free nature ist wirklich nichts für ihn. Obwohl es schon unterhaltsam war, mit dem Deutschen die Nacht durch zu zocken. So schlimm findet er Schuldig gar nicht. Wenn sie wieder in Tokyo sind, sollten sie das unbedingt fortsetzen und mal auf Aufreißtour gehen... er hat den Erfolg schon bildlich vor Augen, während er sich die Strähnen aus eben jenen wischt. Er beginnt bereits zu schwitzen. Es ist drückend warm und die Luftfeuchtigkeit macht das Atmen schwer.
Yohji stoppt überrascht, so dass Ken ihn unweigerlich über den Haufen rennt.
„Wow, wie genial ist das denn?“, haucht Omi und schiebt sich an dem Assassinknäuel vorbei, das ihm den Weg versperrt. Sie stehen oben auf einer Anhöhe, der Bach plätschert als schmaler Wasserfall neben ihnen in die Tiefe. Etwa fünf Meter unter ihm fängt sich das Wasser des Baches in einem kleinen See, der verführerisch in der Sonne glitzert.
In wenigen Sekunden hat er eine sichere Route nach unten lokalisiert und macht sich an den Abstieg, während Ken und Yohji noch beschäftigt sind, ihre Gliedmaßen auseinander zu sortieren. Jay folgt ihm auf den Fuß und packt ihn beherzt im Nacken, als er auf einem rutschigen Felsen ausgleitet und sich schon kopfüber im Wasser sieht. Unwillkürlich wird er rot und murmelt ein leises „Danke.“
Er kann sich nicht wehren. Jay ist und bleibt wohl der Unheimlichste von Schwarz, obwohl er ihm wirklich keinen Grund dafür gibt. Er ist sogar erstaunlich nett und ruhig. Es ist nahzu unmöglich, den blutrünstigen Irren zu sehen, gegen den sie noch vor kurzem gekämpft haben, dazu ist er mittlerweile zu ausgeglichen. Das Implantat, das er von Kritiker erhalten hat und seine Anfälle eindämmt, scheint wirkungsvoll zu sein, auch wenn er weiterhin Medikamente einnehmen muss. Obwohl es ihm schwer fällt, den Vorteil für Schwarz dabei zu erkennen. Omi seufzt leise. Manchmal würde er wirklich gerne wissen, was ausgerechnet Crawford dazu bewogen hat, sich mit Kritiker in Kontakt zu setzen und diesen Zusammenschluss vorzuschlagen. Der Einzige, der bisher wirklich einen Vorteil daraus hat, ist Aya. Omi hätte zwar nicht erwartet, dass Aya bei ihnen bleibt, wenn seine Schwester endlich erwacht ist, aber offensichtlich hat sein Leader diese Entscheidung getroffen. Wenn ihre Reha abgeschlossen ist, wird sie mit ihrem Erbe das Land verlassen. Er versteht nicht, warum Aya keinen Kontakt zu ihr will und warum er weiterhin auf ihrem Namen beharrt. Er würde versuchen, zu jedem geistig intakten Familienmitglied die Bindung aufrecht zu erhalten. Aber seinem schweigsamen Leader scheint das Alles hier wichtig zu sein. Die Vorteile sind wirklich nicht von der Hand zu weisen und ein gepflegter Pragmatismus erleichtert das Leben als Auftragskiller ungemein. Die nächtlichen Aufträge sind wesentlich entspannter, wenn man auf der gleichen Seite spielt. Omi wischt die kreisenden Gedanken beiseite, als er endlich unten angekommen ist. Auch Ken und Yohji haben sich erfolgreich entknotet und der Ältere schnaubt unglücklich.
„Warum kann nicht einer von euch wenigstens ein Mädchen sein, mh? Für die Teamstruktur wäre es nur von Vorteil, ein paar Frauen dabei zu haben. Es wär so genial jetzt ein bisschen...“, ein munteres Platschen unterbricht seinen mitleidigen Monolog und alle starren irritiert auf Jay, der sich völlig ungeniert entkleidet hat und sich in die Fluten stürzt. Für Momente verharren sie still, bis schließlich der Fußballer mit den Achseln zuckt.
„Warum nicht?", Ken wirft einen auffordernden Blick auf seine Freunde, während er schon aus der Hose steigt. Omi starrt noch immer auf den See. Irgendwie ist es kurios... es ist kaum einen Monat her, dass sie sich mit gezückten Waffen gegenüber standen und jetzt... Naja, jetzt sind sie gleich einfach nur vier nackte Kerle, die sich vermutlich später gegenseitig die Blutegel vom Körper zupfen. Amüsiert schüttelt er den Kopf.
Yohji wirkt ein bisschen pikiert, während auch Omi schnell alles ablegt, was er am Körper trägt.
„Ihr wisst doch gar nicht, was da für Tiere drin sind. Oder Schlingpflanzen! Oder diese Fische, die sich in die Harnrö...“
„Boah, Yotan halt den Rand und komm rein. Es ist nur ein See!“, knurrt Omi, sich unwillkürlich schüttelnd und hechtet Jay und Ken hinterher, die bereits durchs Wasser pflügen. Yohji schnaubt indigniert, bevor er auch seine Sachen ablegt und vorsichtig ins Wasser watet.
„Ihr habt diesen Anblick gar nicht verdient. Die Fangirls würden töten, wenn sie...“, Omi schaufelt ihm Wasser entgegen, um ihn endlich zum Schweigen zu bringen und Yohji kreischt entsetzt auf.
„Omi! Meine Haare! Na warte, du kleiner Verrecker!“, mit einem Kampfschrei stürzt er sich auf den Kleineren und drückt ihn unter Wasser. Prustend und spuckend kommt der Jüngste wieder hoch, während Ken und Jay schon fast am anderen Ende des kleinen Sees angekommen sind.
„Oh, na warte...“, knurrt Omi leise und stürzt sich auf den Größeren, um sich mit ihm durchs Wasser zu balgen. Ein erbitterter Wettstreit entbrennt, bei dem keiner nachgeben will.
„Gnade!“, röchelt Yohji nach wenigen Minuten. Seine Raucherlunge hat gegen den trainierten Teenager keine Chance. Omi triumphiert und schwimmt lauernd an Yohji heran.
„Wer ist der Beste...?“, gurrt er leise und Yohji streicht sich stöhnend die Haare aus der Stirn., „Ich kann dich nicht hö~ren...“

„Spielen sie das öfter?“, vages Interesse schwingt in der Stimme mit.
Überrascht sieht Ken auf. Selten, das der Ire von sich aus redet und dass er auch noch das Wort an ihn richtet, ist überaus ungewohnt.
„Spielen? Naja, sie balgen halt etwas rum...“, erwidert er achselzuckend und tritt weiter auf der Stelle, um nicht unterzugehen. Er kann sein Misstrauen gegenüber den Schwarzmitgliedern einfach nicht ablegen. Er weiß einfach nicht, wie er mit ihnen umgehen soll. Jay nickt bedächtig.
Interessant.
Ein schöner Ort hier. Eine gute Idee dieser Ausflug.
„Schwimmen wir zurü...“, Ken stoppt seine Frage, bei der er sich halb zu dem Iren in seinem Rücken herumgedreht hat und würgt den panischen Aufschrei gerade noch herunter. Jay hat sich ein Messer zwischen die Zähne geklemmt und sein undefinierbarer Gesichtsausdruck trägt nicht sonderlich zu Kens Beruhigung bei.
„Wa...?“, bringt er gerade so hervor, als der Ältere auf ihn zu schwimmt und kurz vor ihm abtaucht. Unwillkürlich hält Ken die Luft an und starrt wie paralysiert auf die feinen Luftblasen, die um ihn herum aufsteigen. Etwas streift sacht seinen Unterschenkel und er entlässt keuchend die Luft.
Shit.
Er macht sich gleich in die – nicht vorhandenen – Hosen und der Rest seines Teams ist eine gefühlte Unendlichkeit weit weg. Nervös paddelt er ein Stück rückwärts, als Jay auch schon wieder auftaucht und triumphierend das Messer in die Luft reckt. Ken kann nicht anderes, als ungläubig auf sein Gegenüber zu starren. Und auf den zappelnden, nicht gerade kleinen Fisch, den der Ire offensichtlich gerade mit seinem Dolch erlegt hat.
„Wow...“, murmelt er mit einer Mischung aus Verzweiflung und Erleichterung, „Du bist ja irre schnell.“ Jay mustert Ken, dann den Fisch.
„Schnell? Nun ja, man kann ihn noch nicht essen, es dauert noch etwas...“, Ken kann sich das Grinsen nicht mehr verkneifen. Manchmal ist er echt paranoid. Und Jay wirklich amüsant.
„Willst du mitmachen?“, Ken schüttelt verwirrt den Kopf. Also manchmal kommt er einfach nicht mit. Und das ist gewiss nicht seine Schuld.
„Uwah!“, diesmal schafft er es nicht, den heiseren Entsetzenslaut zu unterdrücken, als Jay ihm eiskalt den Fisch entgegen wirft und er hat seine liebe Not, den glitschigen und zuckenden Körper festzuhalten und dabei nicht selber unterzugehen. Der Ire taucht erneut unter, als Ken die beruhigende Präsenz von Omi und Yohji spürt, die offensichtlich zu ihrer merkwürdigen Kombo hinzustoßen.
„Wo hast du den denn her?“, fragt Omi neugierig und schwimmt neben seinen Freund.
„Jay... angelt? Jagt? Keine Ahnung...“, gibt Ken achselzuckend zurück, als dieser bereits die Wasseroberfläche mit seinem nächsten Fang durchbricht.
„Wow... ist ja irre! Lass mich auch mal versuchen!“, Omi ist sofort Feuer und Flamme und schwimmt auf den Iren zu, der sein Messer mit einem Ruck aus dem Fisch zieht.
„Hast du eine Waffe?“ Omi wird schlagartig rot bis unter die Haarwurzeln.
„Jay... ich bin nackt. Wo sollte ich...?“, verwirrt starrt er auf den Älteren, „Wo hast du...? Nein, ich will es nicht wissen!“, setzt er noch irgendwie hinterher. Jay mustert ihn mit einem merkwürdig ernsten Gesichtsausdruck, der ihn noch etwas mehr Farbe annehmen lässt. Warum musste er auch so bescheuert fragen?
„Kannst du es?“, lässt der Ire nicht beirren und Omi schafft es, seine Fassung zumindest äußerlich wieder herzustellen. Jay drückt den zweiten Fisch Yohji in die Hand, der es mit stoischer, männlicher Würde erträgt, obwohl er offensichtlich kurz davor steht, hysterisch zu kreischen. Essen - ja. Anfassen - eher nicht!
„Ich... bring das mal weg.“, murmelt er und ist schon verdächtig blass um die Nase.
„Ich häng mich dran.“, quetscht Ken irgendwie heraus, bevor beide den taktischen Rückzug antreten. Wer weiß, was der Ire ihnen als nächstes in die Hände drückt?
In Omis Fall ist es das Messer. Wässriges Blut klebt an der Schneide und das Gewicht ist ungewohnt schwer, im Vergleich zu seinen Darts.
„Du musst ihn festhalten. Und dann von hinten in die Kiemen.“, erklärt Jay und Omi unterdrückt den Impuls, nervös zu kichern. Seit wann ist er so albern? Jays Blick kann nur mit todernst bewertet werden und er ruft sich zur Raison.
Fische fangen.
Mit blanken Händen.
Unter Anleitung eines geisteskranken Iren.
Omi schüttelt innerlich ein bisschen den Kopf. War sein Leben nicht früher schon merkwürdig? Mittlerweile ist er hoffentlich auf dem Gipfel des Wahnsinns angekommen. Viel schlimmer kann es ja nicht mehr werden.
Omi holt tief Luft, bevor er sich nach unten sinken lässt. Das leicht trübe Wasser schlägt über seinem Kopf zusammen und das Gurgeln und Rauschen flutet seine Ohren. Es ist schwierig, sich zu orientieren. Angestrengt starrt er in die grünliche Finsternis, doch er kann keinen Fisch entdecken. Nur diverse Algen und Wasserpflanzen, die seine Beine umschmeicheln. Dafür ist er sich jetzt allerdings ziemlich sicher, wo Jay sein Messer aufbewahrt. Zwei schmale Lederbänder an den Oberschenkeln, könnten das Rätsel lösen. Es dauert gute drei Sekunden bis Omi merkt, dass er starrt. Und ihm die Luft ausgeht.
Hastig strampelt er sich wieder nach oben und durchbricht japsend die Oberfläche. Er lächelt entschuldigend und es fällt ihm schwer, Jay in die Augen zu sehen. Was hat er sich bloß dabei gedacht? Sein Herz bleibt nahezu stehen, als der Ire sein linkes Handgelenk umfasst und ihm mit einem Kopfnicken zu verstehen gibt, dass sie gemeinsam abtauchen. Omi holt hastig Luft und beeilt sich, hinter ihm herzukommen. Es ist... abgefahren. Anders kann er es nicht beschreiben. Jay zieht ihn erbarmungslos mit sich in die Tiefe und Omi muss sich wirklich anstrengen, nicht in Panik zu verfallen. Es gibt keinen Grund für Misstrauen, versucht er sich zu beruhigen und starrt erneut angestrengt in die grüne Hölle, doch ehe er überhaupt einen Fisch lokalisieren kann, spürt er schon den Ruck an seinem Arm und Jay, der ihn vor sich zieht. Gottseidank hält er bereits die Luft an. Sonst hätte er vermutlich vor Schreck vergessen zu atmen. Obwohl das Wasser hier unten merklich kühler ist, spürt er die Hitze, die von dem stahlharten Körper direkt hinter ihm ausgeht. Jay wirkt unwahrscheinlich groß und unwahrscheinlich beängstigend in seinem Nacken, aber er kommt gar nicht dazu, darüber nachzudenken, denn ehe er sich versieht, packt der Ire sein anderes Handgelenk und sticht den Dolch bis zum Heft in die Kiemen des Fisches. Vor Erstaunen reißt Omi die Augen auf. Eine große Luftblase blubbert aus seinem Mund und er kann es nicht fassen, dass er noch nicht einmal gesehen hat, wie der Ältere den Fisch gefangen hat. Etwas zupft an seinem Arm und Jay zieht ihn erneut mit sich. Diesmal nach oben.
„Das... ist echt... unglaublich.“, keucht Omi hervor, „Woher kannst du das?“ Unbestimmt zuckt Jay mit den Achseln.
„Es liegt mir. Das Jagen...“, Omi starrt ihn für Momente an. Wäre das jetzt Schuldig gewesen, hätte er es definitiv zweideutig aufgefasst. Aber es ist Jay. Omi ist sich sicher, dass er das genauso meint, wie er es auch sagt. Fasziniert beobachtet er den Fisch, der nur noch träge zuckt. Er hat ihn gut erwischt.
„Mit etwas Übung kannst du es allein.“, merkt Jay an und Omi fühlt sich unwohl unter dem Kompliment. Er hat nichts gemacht... nur gestarrt, sich erschreckt und gefürchtet. Naja, gefürchtet ist der falsche Begriff. Es war wie ein Thrill und ihm läuft ein eigentümlicher Schauer über den Rücken. Jay ist kein netter Arbeitskollege. Er ist eine tödliche Kampfmaschine und es wäre ein absoluter Fehler ihn zu unterschätzen. Aber dennoch... etwas in ihm freut sich über die Anerkennung und so lächelt er stumm, während er das Messer aus dem Fisch zieht und es Jay zurückgibt.
„Schwimmen wir zurück? Das dürfte fürs Erste reichen... vielleicht...“, Omi zieht ein bisschen die Unterlippe ein, aber es ist ja nur eine Frage, „Vielleicht können wir das Morgen nochmal machen?“ Die wenig wechselnde Mimik des Iren gibt im Rätsel auf. Er weiß nicht, ob er Jay irgendwie lästig ist oder ob es ihm egal ist oder... Omi seufzt. Vermutlich ist es ihm tatsächlich egal. Wie so ziemlich alles. Wie um seine Vermutung zu bestätigen, zuckt er mit den Achseln.
„Wenn du möchtest. Ich hab nichts weiter vor.“ Omi verbeißt sich das Lachen. Jay hat einen unfreiwillig komischen Humor und so sieht er möglichst würdevoll zurück.
„Ebenfalls. Also haben wir ein Date morgen?“, hängt er spitzbübisch hintendran und Jay zieht eine Augenbraue nach oben.
„Wenn du das so nennen möchtest...“, gibt er nachdenklich zurück und Omi könnte sich ohrfeigen, für seine unbedachte Aussage. Mit Yohji kann man so reden oder mit Schuldig, bei Jay sieht die Sache ganz anders aus. Er seufzt.
Immerhin sind sie mittlerweile wieder am Ufer angelangt, wo Ken und Yohji bereits auf sie warten. Der Fußballer hat es geschafft, sich wenigstens eine Boxer überzuziehen, während Yohji es vorzieht, seinen Astralkörper unbedeckt in der Sonne zu räkeln. Omi verdreht die Augen und spart sich einen Kommentar. Von Yohji sind sie einiges gewohnt und es fällt ihm leichter, sich auf den großgewachsenen Japaner zu konzentrieren. Seltsam, dass es ihm Jay gegenüber unangenehm ist, während er für Balineses ungeniertes Zurschaustellen nur ein spöttisches Brummen übrig hat. Vermutlich ist es einfach nur der ungewohnte Anblick, aber es sollte ihn eigentlich nicht stören.
„Hast du den gefangen?“, fragt Ken neugierig und nimmt Omi den Fisch ab, der in seiner Hand baumelt.
„Ne, keine Chance. Den haben wir zusammen... erlegt. Auch wenn ich Null gemacht habe.“, gibt er achselzuckend zurück. Jay sieht sich suchend um und wandert mit den ersten beiden Fischen zu einer Ansammlung flacher Steine in der Nähe, bevor er beginnt, sie fachmännisch auszunehmen. Omi hüpft ein bisschen durch die Sonne, um die letzten Wassertropfen abzuschütteln, während Ken sich dem Iren anschließt und den dritten Fisch hinterher trägt. Der Jüngste schüttelt ein bisschen den Kopf über Yohji, der es sich wirklich nicht nehmen lässt, sich wie Graf Koks persönlich zu präsentieren. Schade für den Playboy, dass sie hier offensichtlich wirklich vollkommen alleine sind.
Yohji schiebt einen interessiert-amüsierten Blick über den Rand seiner Sonnenbrille auf Omi.
„Naaa~? Was interessantes entdeckt?“, grinst er breit und Omi wünscht sich zurück ins Wasser. Einmal Tauchgang a la Bombay würde dem Älteren nicht schaden. Sein einziges Glück ist, dass Schuldig nicht auch noch anwesend ist. Dieses inquisitorische Duo Infernale ist irgendwann einmal ihr aller Untergang.
„Durchaus.“, gibt er also nur einsilbig zurück. Er hat keinen Nerv, sich vor Yohji zu rechtfertigen. Für was denn auch? Dass er diese Teamzusammenführung ernst nimmt und zumindest versucht, Gemeinsamkeiten zu finden? Gewiss nicht. Oder dafür, weil er einen Augenblick zu lange hingesehen hat? Dabei ist es doch genau das, was Yohjis Auftritt impliziert. Omi hat manchmal das Gefühl, er kann gar nicht anders. Und wenn er kein williges Frauenvolk zur Verfügung hat, muss eben der Rest des Teams leiden. Eine langweilige Nachtschicht allein mit Yohji kann die Hölle sein, das weiß er aus eigener, leidiger Erfahrung.
„Er ist gefährlich...“, merkt Yohji leise an und Omi zuckt mit den Achseln, bevor er sich neben Yohji auf den schmalen Sandstreifen fallen lässt.
„Bin ich auch. Und ich find ihn nett...“, gibt er möglichst gleichgültig zurück und bringt Yohji zum Lächeln. Nett... das hat bestimmt auch noch niemand über Farfarello gesagt.
„Aww~... ja du bist gefährlich, wohl wahr. Man muss höllisch aufpassen, dass man kein Karies bekommt bei...“, der Rest geht in erstickten Gejammer unter, als Omi sich todesmutig auf den Älteren stürzt und ihn in den Schwitzkasten nimmt.


Schuldig schält sich schnaufend aus Ayas Zelt. Es ist heiß, stickig fast und die Plörre, die Balinese angeschleppt hat, feiert weiterhin ein rauschendes Fest in seinen Venen. Die Sonne sticht unangenehm in seinen Augen und es dauert Momente, bis er auf beiden Beinen mehr oder weniger sicher im Camp steht. Im leeren Camp steht, korrigiert er sich selber und er wankt in Richtung des Baches, um sich zumindest den gröbsten Schlaf aus dem Gesicht zu waschen. Irgendwas ist komisch, aber so ganz kann er es noch nicht benennen und so sinkt er einfach stöhnend auf die Knie und hält seinen Kopf in das träge gurgelnde Wasser.
Besser.
Nicht überragend, aber besser. Schnaufend kommt er wieder nach oben und grinst ein bisschen vor sich hin. Ist ja wie in alten Zeiten. Das Lächeln vergeht ihm allerdings schnell wieder, als er seinen unfreiwilligen Kompagnon entdeckt, der unweit vor ihm ins Wasser starrt.
„Zupfst du dir die Augenbrauen?“, ruft er amüsiert rüber und Aya schickt ihm den Versuch eines Deathglares, der allerdings nur leidlich gelingt. Seine rechte Gesichtshälfte ist merkwürdig deformiert angeschwollen und Schuldig versucht wirklich angestrengt dagegen anzukommen, aber er hat einfach keine Chance... prustend fällt er nach vorn und lässt seiner Erheiterung freien Lauf.
„Ach du... was hat dich denn gebissen?“, schnauft er irgendwie zwischen seine Lachanfällen hervor. Aya versucht, noch böser zu gucken, aber scheitert noch kläglicher. Er drückt den angefeuchteten Lappen wieder auf sein Gesicht, in der irrigen Hoffnung, die Kühle könnte die Schwellungen etwas mindern.
Hier gibt’s keine Mücken, das sind Killermoskitos! Er verflucht für Momente Brad, aber der kann ja auch irgendwie nichts dafür, immerhin hat er ihm das Spray nochmal extra ans Herz gelegt. Er hat es schlicht und einfach vergessen aufzutragen. Heute morgen ging es ja noch halbwegs, aber mittlerweile jucken die Biester so unwahrscheinlich, dass selbst seine berühmt-berüchtigte Selbstbeherrschung nicht mehr hilft und er permanent daran kratzen muss. Dass es das nicht besser macht, weiß er auch, aber es ist unmöglich den Drang zu unterdrücken.
„Ich fass es ja nicht...“, Schuldig bekommt sich immer noch nicht wieder ein, „Irgendwie hatte ich vermutet, dass du dich mit solch weltlichen Problemen nicht herumärgern musst.“, lacht er vor sich hin und ignoriert erfolgreich sein - wirklich nur partiell vorhandenes - schlechtes Gewissen, weil er Ayas Zelt beschlagnahmt. Selber schuld. Er hätte brüderlich mit ihm geteilt.
So würdevoll wie möglich erhebt sich der Japaner und stapft in Richtung Camp zurück. Nicht ohne noch Schuldig im Vorbeigehen gezielt in den Allerwertesten zu treten und ihn erneut kopfüber in den Bach zu schicken, der das Ganze allerdings lediglich mit einem weiteren Lachanfall quittiert.
Als Aya im Camp ankommt, haben sich auch die Ausflügler wieder eingefunden und er staunt nicht schlecht, als er die drei großen Fische sieht, die Jay gefangen hat. Das ist doch was anderes, als Dosenessen...
Die irritierten Blicke auf sein Gesicht versucht er durch konsequente Nichtbeachtung auszublenden, aber an der Schlafsituation muss sich dringend etwas ändern, wenn er morgen nicht wie ein Streuselkuchen aussehen will.
„Wir tauschen heute Nacht. Nagi geht zu Schuldig in mein Zelt, Omi zu Jay und ich zu Ken.“, brummt Aya missgelaunt, „Und nein Yohji, ich möchte keinerlei Widerworte, sonst schlaf ich in deinem Zelt und du wo der Pfeffer wächst!“ Der Ältere klappt den Mund zu, den er bereits für eine Erwiderung geöffnet hatte. Manchmal ist Aya ganz schön fies. Ausgerechnet Omi zu Jay zu stecken, wo ihr Leader vermutlich selber Schiss hätte, bei dem Iren zu nächtigen. Aber das Merkwürdigste ist eigentlich der Nachsatz. Aya macht nie zu viele Worte und ein „Du, dahin! Du, dahin! Und du – dahin!“, wäre wesentlich typischer für seinen wortkargen Anführer gewesen. Dass der ihn auch noch zum Teufel wünscht, setzt dem ganzen eigentlich die Krone auf. Yohji verengt die Augen zu schmalen Schlitzen. Hier ist etwas im Busch. Und zwar ganz gewaltig.
Irgendwas stört Ayas stoische Ruhe und er wird herausfinden, was es ist. Omis leicht gequälter Gesichtsausdruck entgeht ihm allerdings bei der scharfsinnigen Analyse der Fujimiyaschen Befindlichkeiten und so bleibt dem Weißjüngsten nur ein hilfesuchender Blick zu Ken.
Aber beide wissen, dass Aya unerbittlich ist und der Gedanke, im Zweifel zu Schuldig gesteckt zu werden, lässt Omi den Mund halten. Der schaut ihn sowieso schon so sezierend an und er hat das untrügliche Gefühl, dass sein Gehirn gerade von allen Seiten gescannt und ausgewertet wird.
Alles wird gut.
Sie haben sich doch gut verstanden heute.
Es wird nichts passieren.
Nur nicht daran denken, wo der Ire überall seine Waffen versteckt hält...
Nur nicht daran denken, wie sich dessen Präsenz in seinem Rücken angefühlt hat...
Omi wird kein Auge schließen diese Nacht.


***



*Nagi möchte lieber bei Ken schlafen.*
*...*
*Ernsthaft... Gönn dem Jungen doch auch mal Spaß.*
*...*
*Nun sei doch nicht so ein Spielverderber!*
*...*
*Bist du etwa sauer, weil ich dich ausgelacht habe?*
*...*
*Na komm, ich fress dich schon nicht.*
*...*
*Wirklich. Du bist völlig sicher bei mir.*
*Aber du nicht bei mir, also Ruhe jetzt da drüben!*
*Woah, fauch mich doch nicht gleich so an... Dir auch eine gute Nacht!*


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