[Projekt ~ Zeltausflug] Die Freuden der Natur

GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
Farfarello / Jay / Berserker Omi Tsukiyono / Mamoru Takatori Ran Fujimiya / Aya / Abyssinian Schuldig / Mastermind Yohji Kudou / Ryo Ito / Balinese
20.09.2015
08.10.2015
8
39790
4
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Vorwort



Disclaimer: Ihr wisst schon... jadajada... mir gehört nichts und Geld war auch keines im Spiel – schade aber auch ;) Nur der Text ist wie üblich meiner =3


A/N: Da ich offensichtlich über zu viel Freizeit (wers glaubt XD) verfüge, hier ein neues Projekt. DeepSilence brachte mich mit ihrer Kaugummi und andere Katastrophen Fanfic auf diese Art der Projekte (lesen lohnt, wer es noch nicht getan hat ;) ). Da ich etwas anderes schreiben wollte, habe ich mich für das Projekt Zeltausflug entschieden. Leider ist das nur für 7 Personen ausgelegt. Da ich die Aufgaben vorher gelesen habe (muss ja auch wissen, was auf mich zukommt :o ), habe ich die Reihenfolge schlicht ausgelost und entweder es waren höhere Mächte im Spiel oder sonst irgendetwas dubioses, aber Brad hat es tatsächlich geschafft, seinen Armani umhüllten Hintern aus dem Wald zu hieven und darf zuhause das Haus hüten ;) (auch wenn er durchaus ein, zwei Gastauftritte haben wird).
Und da ich anscheinend irgendwie plemplem bin, habe ich mir auch ein Pairing ausgelost... das konnte ja nicht gut gehen XD Lasst euch überraschen, es ist ziemlich selten, ich kann mich nicht wirklich an eine Story mit dieser Kombi erinnern *grübel*( Wenn jemand eine kennt, gerne PN an mich, danke ^^) Mal sehen, ob das was wird, ohne völlig ooc zu werden... *headdesk*


Die Liste und die Aufgaben werden jeweils über den Kapiteln stehen.

Und dann geht’s auch schon los...


 Die Freuden der Natur    


Die Liste  

1 Omi
2 Aya
3 Schuldig
4 Yohji
5 Ken
6 Nagi
7 Jay


Tag 1: Die Gruppe kommt im Wald an und baut ihre Zelte auf, dabei fällt 3 auf das er/sie seinen/ihren Schlafsack vergessen an. 5 bietet ihm/ihr an seinen/ihren Schlafsack zu teilen. Wie wird 3 reagieren?




                                                               





 
Das erste Kapitel, in dem man Schuldigs wirklichen Namen erfährt
und warum Aya vor dem Zelt schlafen muss...





„Hundertpro hat er das vorausgesehen.“, knurrt Yohji ungnädig und tritt missmutig gegen den nächstgelegenen Baum, „Ich brauche keinen Teambildungsausflug. Ich habe wichtigeres zu tun.“, imitiert er den arrogant-kalten Ton des Amerikaners und Schuldig grinst breit.
„Sei lieber froh, dass diese Spaßbremse nicht dabei ist. Es ist nicht witzig zu wissen, dass das Feuer nicht angeht oder dir die Mücken den Arsch zerstechen werden...“
„Zerstechen? Was?! AYA! Ich fahr wieder heim!“, brüllt er in das Dickicht, in dem er seinen Leader vermutet und sucht panisch nach einer Fluchtmöglichkeit. Doch um ihn herum... Bäume, Bäume, Gestrüpp, Bäume, Blätterhaufen, ach... und Bäume.
„Welcher Vollidiot ist überhaupt auf diese dämliche Idee gekommen?“, faucht er aufgebracht. Eine Woche im Nirgendwo... na schönen Dank. Keine willigen Weiber in der Nähe, von Alkohol und Parties ganz zu schweigen. Sieben Kerle mitten in der Wallachei, ohne vernünftige Wasch- oder Schlafgelegenheit. Er kann es förmlich schon riechen. Brr...
„DerIdiot war ich.“, informiert ihn eine dunkle Stimme nah an seinem Nacken und Yohji zieht unwillkürlich den Kopf ein.
„Ach, da bist du. Ich hab dich schon gesucht.“, versucht er seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen und dreht sich zu Aya herum.
„Musste das wirklich sein? Ich mein, unter einem Ausflug hab ich mir echt was anderes vorgestellt... Fünf Sterne, all inclusive... du weißt schon. Und das Brad nicht mit musste, ist eine Frechheit!“, meckert Yohji munter weiter, während sie sich durch das Unterholz kämpfen. Es ist warm und stickig und die Möglichkeit, tatsächlich einen zerstochen Hintern zu bekommen, rückt in greifbare Nähe.
„Kudoh, ich werde das nicht erneut mit dir ausdiskutieren. Einer muss die Stellung halten und Brad ist prädestiniert dafür. Und im Gegensatz zu einigen anderen anwesenden Personen, ist er durchaus in der Lage, sich problemlos auf neue Situationen einzustellen. Also... Ruhe jetzt, du verscheuchst die Tiere.“
Yohjis Unterkiefer klappt auf.
„Tiere?! Welche Tiere? Hey, Aya! Bleib stehen! Was für Tiere?!“, panisch starrt er auf den sich entfernenden Rücken seines Leaders. Schuldig tätschelt ihm die Schulter.
„Fahr dich mal runter, Balinese. Außer ein paar harmlosen Kätzchen kann ich hier nichts entdecken. Und Brad hat mir versichert, dass wir alle wieder nach Hause kommen.“, lässt er ihn wissen, doch Yohjis Misstrauen verstärkt sich nur.
„Wie schön. In welchem Zustand ist dann die zweite Frage...“, quetscht er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Er sieht es schon vor sich... Zerrissene Kleidung, wirre Haare, ein dreckstarrender Körper... auf der Flucht vor einem irren Psychopathen, der die Wälder außerhalb Tokyos heimsucht und in ihnen seine neuesten Opfer wähnt. Unwillkürlich muss Yohji grinsen. Oh, der hätte einen wahrlich schlechten Tag erwischt. Wer am Ende der Gejagte wäre, steht zweifelsfrei fest.
„Ich mag deinen Humor, Kudoh.“, lässt Schuldig ihn feixend wissen und schiebt sich an ihm vorbei.
„Hier ist es super.“, ertönt von weiter vorn die Stimme Omis. Yohji atmet erleichtert auf. Zumindest ein Elend hat offensichtlich ein Ende. Diese ewige Latscherei ist nun wirklich nichts für seine verwöhnten Füße. Und die teuren Schuhe sehen auch nicht sonderlich begeistert aus. Yohji verzieht den Mund. Manchmal wäre es doch besser, Ayas Ratschläge zu befolgen. Aber diesmal hat er schon aus Prinzip nicht auf ihn gehört. Wenn er schon seine letzten Tage erlebt, dann bitte stilvoll.
Er schiebt sich hinter Schuldig auf die kleine Lichtung, die der Rest augenscheinlich als gut genug befunden hat, um die Zivilisation hinter sich zu lassen und wie die Urmenschen zu hausen. Yohji seufzt. Seine Haare... hoffentlich überleben sie sieben Tage ohne Pflege. Entnervt wirft er seinen Kram auf den großen Haufen in der Mitte, während der Rest schon mal mit dem Aufbau der Zelte beginnt. Ein schöner Platz, gut geschützt, durch das undurchdringliche Blätterdach.
„Ach herrje... ich habe mein Zelt und meinen Schlafsack vergessen! Wie ärgerlich...“, gespielt betroffen wendet Schuldig sich der Truppe zu. Sechs Augenpaare mustern ihn auf unterschiedliche Weise. Jeder weiß, dass das Vergessen hundertpro nicht zufällig geschehen ist und Nagi schnaubt genervt. Erwartungsvoll sieht Schuldig zurück und es dauert keine Sekunde, bis alle Augen auf Aya liegen.
„Was?“, fragt dieser sichtlich überfordert und zieht die Augenbrauen nach oben. „Also bei mir kannst du nicht schlafen.“, schiebt er vorsorglich hinterher.
„Du bist für mich verantwortlich. Soll ich etwa erfrieren? Was wird Brad dazu sagen, wenn du ein Mitglied deines Teams elendig verrecken lässt, mh?“, fragt der Deutsche herausfordernd und Aya schnaubt ein bisschen belustigt. Prinzipiell wäre es ihm ja schlichtweg egal, allerdings kann er sich die mehrstündige Diskussion auf der Rückfahrt mit Yohji, die unweigerlich folgen würde, sollte er mit Schuldig ein Zelt teilen, schon lebhaft ausmalen. Und er ist absolut nicht gewillt, mit dem Älteren auszudiskutieren, warum er damals mit diesem nicht in einem Bett schlafen wollte, mit Schuldig in einem Zelt aber schon. Aya verabscheut nichts mehr, als unnötige Worte.
„Es ist Sommer und hat mindestens 15° Grad in der Nacht, so schnell erfriert es sich nicht.“, erklärt er, während er sich schon seinem Zelt zuwendet und den Aufbau beginnt. Schuldig verschränkt beleidigt die Arme.
„Stimmt, mit dir in einem Schlafsack holt man sich vermutlich eher Frostbeulen, als wenn man unter freiem Himmel schläft.“, erwidert er spitz. Aya presst die Lippen zu einem Strich zusammen. Auf diese infantilen Sprüche wird er nicht einsteigen.
Typisch Schuldig... charmant wie immer.
Ken entgeht das feine Mienenspiel seines Leaders nicht und er zieht mit leichter Besorgnis die Brauen zusammen.
„Hey, du kannst bei mir pennen... ich hab nen extra großen.“, lenkt er beschwichtigend ein und stockt überrascht, als die Hälfte des Teams in schallendem Gelächter ausbricht.
„Was ist so komisch?“, knurrt er unsicher und verwirrt zurück. Yohji schlägt ihm auf die Schulter, während Schuldig sich die Lachtränen aus den Augen wischt.
„Extra groß, so so... Sollte mir das jetzt Angst machen oder wolltest du etwas anderes damit andeuten?“, grinst er breit und Ken schießt die Schamesröte ins Gesicht. Gott, warum passieren eigentlich ihm immer die peinlichen Sachen?
„Ich... du weißt doch! Der Schlafsack...! Ach, dann eben nicht!“, faucht er peinlich berührt und wendet sich hochrot wieder dem Aufbau seines Zeltes zu.
„Hey Siberian, jetzt schmoll doch nicht gleich... Danke für das Angebot, welches ich gerne annehme.“, Schuldig näselt arrogant und deutet einen Knicks an, der Ken tatsächlich etwas versöhnt. Er mag es nicht, wenn immer er derjenige ist, dem irgendwelcher Blödsinn raus rutscht.
Seit Weiß und Schwarz zusammengelegt wurden, passiert das noch häufiger. Yohji war ja schon schlimm, aber Schuldig und Yohji zusammen... Die schaffen es, aus den unbedeutendsten Kleinigkeiten etwas Anzügliches zu schaffen und wenn es nur die Eier sind, die auf der Einkaufsliste stehen. Ken seufzt. Kaum zu glauben, dass die Beiden eigentlich mit die Ältesten sind. Langsam wird es Zeit, ein bisschen zurück zu schießen.
„Keine Angst, mit mir und meinem Großen so ganz allein in einem Zelt?“, fragt er provokant zurück und Schuldig hebt tatsächlich anerkennend eine Augenbraue.
„Du weißt doch, dass es nicht auf die Größe ankommt, sondern darauf, was man damit anstellen kann...“, lässt Schuldig ihn mit hintergründigem Lächeln wissen.
„Mh... anstellen? Naja, rein eben und dann wieder raus, oder nicht?“, fragt er betont unschuldig.
„So? Na dann muss ich dir wohl ein bisschen was beibringen... wir haben ja jetzt ein paar  Nächte Zeit dazu. So einfach geht das nämlich nicht... man muss es zelebrieren... und genießen...“, Schuldig nickt wichtig, während Ken nervös an seiner Unterlippe kaut. Manchmal ist er wirklich dumm.
*Beiß' nichts ab, was du nicht schlucken kannst.*, wirft Schuldig auch noch passenderweise ein und zwinkert ihm zu. Ken könnte sich ohrfeigen, dass er überhaupt den Versuch gestartet hat, gegen den Deutschen anzukommen.
„Nagi schläft bei Jay, wie geplant, Omi bei Ken und du bei Yohji. Ich habe eine extra Decke, die kannst du haben.“, wirft Aya kühl dazwischen und unterbricht das Geplänkel, während er seinen Schlafsack in das fertig aufgerichtete Zelt wirft. Er hat gespürt, dass Ken sichtlich überfordert ist und schreitet in seiner Funktion als Teamleiter ein. Yohji bläst die Backen auf.
„Werde ich vielleicht auch mal gefragt?“, knurrt er dazwischen, „Mein Zelt ist zu klein, ich brauch Platz beim Schlafen.“
„Ihr werdet euch schon einig, wer wo liegt.“, führt Aya unbeeindruckt aus und Yohji spart nicht an seiner folgenden Schimpftirade. Sie sind keine zehn Minuten da und schon geht der Ärger los. Aya hätte es wissen müssen. Er seufzt lautlos. Eigentlich hatte er es für eine gute Idee gehalten und zumindest die Jüngeren waren auch wirklich begeistert. Jay war es egal, nur die beiden Älteren müssen natürlich sabotieren... Langsam wird ihm klar, warum Crawford auf einer Extradecke und dem extrem wirksamen Mückenschutz bestanden hatte, die Aya von der Liste streichen wollte. Es kommt wahrlich nicht oft vor, aber als er den Entschluss dieser Teamzusammenführungsmaßnahme gefasst hatte, war er offensichtlich nicht ganz bei Trost. Temporäre, geistige Umnachtung. Oder sein gewohnter Pragmatismus, der ihm eingeflüstert hat, dass alles schon irgendwie laufen wird. Sicherlich. Nicht.
Aber nun ist es zu spät. Sie stehen mitten im Wald und sein Stolz verbietet es, jetzt einzuknicken und umzukehren. Es wird bestimmt ganz... Nein. Wird es nicht. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Der Gedanke entweder Schuldig oder Yohji mit seinem Schlafsack, wahlweise einer Zeltschnur zu erdrosseln, ist gerade unwahrscheinlich verführerisch, aber die Konsequenz eine zu große Unbekannte. Vielleicht – ziemlich sicher – wird er zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückkommen. Indigniert wedelt er mit der Hand und wendet sich Schuldig zu.
„Meinetwegen schlaf in meinem Zelt.“, brummt er hervor und zerrt seinen Schlafsack wieder heraus, während Schuldig sich das triumphierende Grinsen verkneift, „Ich find schon was anderes.“
Der Deutsche runzelt die Stirn, als Aya sich suchend umsieht und offensichtlich bei Jay und Nagis Zelt fündig wird. Der Vorbau ist ausreichend für ihn und so wirft er seine Sachen unter das Gestänge.
„Das ist doch albern, Aya.“, lenkt Schuldig ein, „Dein Zelt ist doch groß genug für uns Beide, mh?“, doch der Japaner spart sich eine Antwort. Schuldig schiebt die linke Braue nach oben, bevor er mit den Schultern zuckt. Er kann ja auch nicht alles zu seinem Problem machen. Immerhin hat er es warm und... warm. Von gemütlich kann nicht wirklich die Rede sein, unter den gegebenen Umständen.
Nagi und Omi schwärmen aus, um Feuerholz zu sammeln, während Yohji sichtlich mit dem Aufbau seines Zeltes zu kämpfen hat. Ken und Jay betrachten amüsiert und etwas gelangweilt das Elend, bevor sie dem Playboy zur Seite stehen. Schuldig sitzt in Ayas Zelt und raucht, als der eigentliche Inhaber sich nahezu lautlos durch die Büsche schlägt.
„In circa 30 Metern kommt ein Bach. Das Wasser ist in Ordnung.“, kommentiert er knapp und wirft den Haufen Holz, den er nebenbei gesammelt hat, in die Mitte des Lagers. Die Dämmerung ist schon hereingebrochen und wenn sie nicht erst in finsterster Nacht etwas essen wollen, wird es langsam Zeit. Alle sind ein bisschen erschöpft, von der langen Fahrt und der Wanderung. Den Großteil hat zwar Nagi getragen, aber sich durch die Wildnis zu schlagen ist doch etwas anderes, als über Tokyos Dächer zu hetzen. Aya stemmt die Hände in die Hüften und betrachtet kritisch den Haufen Holz. Irgendwo, da ist er sich sicher, weiß er, wie man das jetzt an bekommt. Andererseits hat Brad ihm sowieso nahe gelegt, sich mal etwas zurück zu nehmen und Aufgaben zu delegieren, auch wenn er am liebsten alles selber machen würde. Ein rauchender Deutscher kommt ihm da also gerade recht.
„Machst du Feuer?“, wendet er sich an Schuldig, der nebenbei sein Handy malträtiert und erstaunt aufsieht.
„Sag bloß, du kannst kein Feuer machen?“, selbst wenn er sich Mühe gibt, er schafft es einfach nicht, den spöttischen Unterton aus seiner Stimme zu lassen. Also lässt er den Versuch gleich. Aya unterdrückt den Impuls, die Augen zu verdrehen.
„Das ist nicht der Punkt.“
„Ah, versteh schon... Teamgeist oder was?“ Aya legt ein bisschen den Kopf schräg und nickt auffordernd. Schuldig grinst.
„Okay, okay. Jetzt lass das mal die echten Männer ran... mein richtiger Name ist Bear Grills.“, er reibt die Handflächen aneinander und lässt ein bisschen die Gelenke knacken, während Aya beginnt, die Rucksäcke nach etwas Essbarem zu durchforsten.
„Ich könnt ein paar Hasenfallen bauen.“, schlägt Yohji vor und zieht schon eifrig den Draht aus der Uhr. Aya hat sich zwar gewundert, warum Brad ihn ausgerechnet vor den, ihm doch sehr harmlos erscheinenden, Wildhasen gewarnt hatte, aber so langsam fügt sich das Bild zusammen.
„Lieber nicht.“, lässt er deshalb den Älteren wissen und zieht ein paar Dosen Fertigessen hervor. Aya rümpft ein bisschen die Nase. Immerhin gibt es Tee.

Wer meint, in einem Wald bei Nacht wäre es ohne die fehlenden Zivilisationsgeräusche still, der irrt gewaltig. Jay leistet Aya ein bisschen Gesellschaft in der Finsternis, die nur durch die Reste des Lagerfeuers erhellt wird. Schuldig hat es tatsächlich geschafft, ein Feuer zu entzünden, natürlich nicht ohne den obligatorischen „Ich habe Feuer gemacht!“-Ausruf, der wohl seine Männlichkeit unterstreichen sollte. Aya denkt, dass der Deutsche einfach nur zu viel fernsieht. Aber das ist ja nicht sein Problem.
Und er hatte recht. Es ist wirklich noch angenehm hier draußen, es ist eher willkommen, dass es ein bisschen abkühlt...
Jay mag er eigentlich am liebsten. Er redet nicht, fragt nicht rum, isst wenig und macht kaum Ärger. Wenn seine Medikamente richtig eingestellt sind. Nagi schläft bereits. Er hatte heute am meisten zu tun und seine Kräfte fordern ihren Tribut in Form von komatösen Schlaf. Vielleicht verträgt der kleine Nerd aber auch einfach die frische Luft nicht.
Omi und Ken tuscheln noch etwas vor sich hin, Aya kann sie hören zwischen den Geräuschen des Waldes, dem Knacken und Knarren, den Rufen der nächtlichen Jäger.
Wie pathetisch... denkt er sich und lächelt ein bisschen in die Dunkelheit. Was Yohji und Schuldig machen, will er lieber gar nicht so genau wissen. In ihren Zelten sind sie noch nicht und Aya fragt sich für Momente, warum er nicht einfach in sein momentan leeres Zelt geht und von innen ein Schloss dagegen hängt. Aber da er sich den nächtlichen, beziehungsweise frühmorgendlichen Aufstand schon in allen Formen und Farben ausmalen kann, lässt er es lieber bleiben. So schlimm ist es hier draußen nun auch nicht, dass er einen sinnlosen Schlagabtausch in Erwägung ziehen würde.
Vielleicht war es doch nicht so schlecht, diesen Ausflug zu unternehmen. Hier sind sie aufeinander angewiesen und müssen sich als Team bewähren. Das Misstrauen zwischen beiden Parteien ist stellenweise einfach noch zu groß, um vernünftig arbeiten zu können, aber wenn sie diese Woche heil überstehen, haben sie eine gute Chance, zusammenzuwachsen.


***



*Und du willst sicher nicht...?*
*...*
*Naa~? Letzte Chance.*
*...*
*Du schläfst nicht, ich weiß es.*
*...*
*Gute Nacht, Aya.*
*...*
*Aya?*
*Ruhe jetzt!*
*Woah, Motzkopf! Schlaf gut!*


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