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Ungewöhnlicher Spuk im Legat

GeschichteMystery, Fantasy / P16 / Gen
Catherine Corrigan Derek Rayne Rachel Corrigan
20.09.2015
20.09.2015
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20.09.2015 7.922
 
"Also müssen wir uns das Legat morgen noch einmal vornehmen - diesmal allerdings auch ohne Katherine?" ließ Metatron sich kühl und spöttisch vernehmen. Er war der Einzige im Raum der keine Tasse in der Hand hielt, geschweige denn einen Lebkuchen. "Ich fürchte ja." meinte Hagiel. "Gut, dann hat Katherine ja Morgen Zeit bei Seraphiel und mir zu lernen wie man seine Kräfte kontrolliert!" "Vergiss es! Kat kann das schon ziemlich gut und wenn du hier schlechte Laune verbreiten willst, lass dich besser für die Botschaftsarbeit beurlauben oder freistellen! Kat und ich schaffen das wahrscheinlich sogar - sollte es nötig sein - wesentlich besser mit Lucifer und Michael! Außerdem sind wir drei die Seraphim unter ihren Paten!"

"Seraphiel hat recht. Du hast so gesehen nichts mit Katherine zu schaffen. Lucifer ist ihr Lehrer was Magie angeht, da es sein Grimoire ist an das sie gebunden ist wird das auch so bleiben! Er beherrscht als einziger von uns die schwarze Magie und er kennt sein Buch in und auswendig - vermute ich mal und außerdem..." Er wandte sich an Derek und Rachel. "Etwas was euch bestimmt beruhigt, auch wenn ihr Lucifer mittlerweile blind vertraut: Er arbeitet hin und wieder ohne Kats Wissen an dem Grimoire das er verfasst hat und schwächt extreme Zauber ab. Und dazu beherrscht er dadurch, dass er ein Engel war auch die weiße Magie immer noch perfekt. Er könnte sie auch jederzeit anwenden. Und er lehrt Katherine im Moment hauptsächlich wie sie das Griomoire mit weißer Magie umschreibt. Es wird also mal ein mächtiges Hexenbuch für eine sehr mächtige gute Hexe werden. Aus diesem Grund wird er allein weiterhin ihr Lehrer in Magie bleiben. Wenn Lucifer Hilfe brauchen sollte, dann - und nur dann! - werden die Lehrstunden - wie Seraphiel schon sagte - von ihm oder mir mit übernommen, da wir ihre Paten sind. Und du hältst dich aus Katherines Unterricht und sonstigem was Katherine, unabhängig von Julien betrifft, raus. Ist das klar Metatron?" griff Michael ein. Michael erntete nur ein beleidigtes Grinsen. Was Lucifer sichtlich Genugtuung verschaffte. 

"Ich würde das nicht essen!" sagte Metatron zu Hagiel. "Warum denn nicht?" fragte der nach. "Na ja, wer weiß... die beiden da..." Sein Blick fiel auf Mathilde und Selvaggia.  "...sind Hexen! Und wer weiß was in dem Hexenkochbuch drinsteht." Hagiel schaute ihn ganz entgeistert an. "Du spinnst doch! Wenn sie das wollten hätten sie schon längst einen von uns vergiftet. Und der Einzige dem das bisher wiederfahren ist war Lucifer und von wem das ausging wissen wir! Selvi und Tilly sind Lucifer ohnehin dankbar, dass er sie für die Ewigkeit ihre Schuld hier im Boulevard abtragen lässt! Und  was Selvi betrifft, wie sie mittlerweile zu ihm steht... ich denke da bedarf es keiner weiteren Erklärung oder? Also halt deinen Mund, was solche fiesen, unverschämten und völlig ungerechten  Äußerungen angeht! Da ist mir Lucifers Gesellschaft mittlerweile echt  lieber! Er spottet zwar manchmal wenn man etwas sagt und reagiert öfter mal aggressiv, aber das ist seine Art! Er ist schnell reizbar und du provozierst ihn ständig. Glaub mir irgendwann beherrscht der sich nicht mehr!" erklärte Hagiel ruhig, aber sichtlich verärgert, während er sich demonstrativ einen weiteren Lebkuchen nahm und herzhaft hineinbiss. "Du solltest Tillys Lebkuchen wirklich probieren - oder ihren Tee - vielleicht wirkt es ja doch ein wenig magisch und ändert deinen hinterhältigen Charakter!" 

Metatron schenkte ihm nur ein verächtliches, arrogantes Grinsen. Hagiel lief ohne ein weiteres Wort, demonstrativ auf Lucifer zu. Was Metatron, der jetzt wieder eher abseits der anderen stand, fast zur Weißglut brachte. Nach und nach verabschiedeten sich erst Alex und Nick mit Samantha, sie wollten wieder in ihr Haus, in das Quartier Latin. Kat und Julien zogen sich in ihre Zimmer zurück und Derek und Rachel suchten etwas Ruhe in ihrem luxuriösen Gästezimmer, das genug Platz für sie und die Zwillinge bot, wann immer sie im Boulevard übernachten. Lucifer zog sich in sein Arbeitszimmer zurück um noch ein paar höllische Angelegenheiten zu regeln. Selvaggia und Mathilde kümmerten sich um die Küche. Die Engel saßen weiterhin im  Esszimmer zusammen und unterhielten sich noch über den Fall und andere Dinge.

Zum Nachmittag nach Pariser Zeitbetrat Rachel die Küche. "Hallo Selvi, ist Tilly gar nicht da?" begrüßte sie ihre neue Freundin die gerade dabei war weiteren Kaffee und Tee zuzubereiten. "Hallo Rachel. Nein sie ist in die Stadt gegangen. Sie wollte noch etwas für das Abendesse besorgen. Trinkst du eine Tasse Tee mit mir?"  "Ja, sehr gern." antwortete Rachel und setzte zusammen mit Selvaggia an den Küchentisch.

Die zwei Frauen nutzten die Gelegenheit um ihre Freundschaft zu vertiefen. Rachel stellte fest dass sie und Selvaggia viele gleiche Interessen zu haben schienen und die beiden waren auf dem besten Weg gute Freundinnen zu werden.

"Was hälst du eigentlich von Metatron?" wollte Selvaggia von Rachel wissen. "Ich mag ihn absolut nicht! Er ist so... arrogant... gut, mal ehrlich: Belial hat schon auch irgendwie eine arrogante Art, aber immer noch auf liebevolle Weise und er hat auch wirklich gute Seiten, aber der... er ist in meinen Augen einfach nur hart und bösartig." Die Hexe nickte. "Ist dir schon mal aufgefallen, dass er nie etwas isst oder trinkt? Es kommt mir fast so vor als glaube er Tilly und ich wollten ihn vergiften." Rachel lachte sarkastisch,  "Glaub mir, da würde ich sogar helfen!" murmelte sie, stand auf und wollte sich noch Zucker für ihren Tee holen. "Selvi der Zucker ist leer." Sofort stand Selvaggia neben ihr und holte aus dem Schrank eine neue Packung Zucker, den sie sofort zum Auffüllen der Zuckerdose nahm. Die beiden Frauen merken nicht, dass Metatron gerade an der Küchentür vorbei lief und stehen blieb als er sie reden hörte. "Metatron spinnt doch! Ihr kocht doch für alle das gleiche Essen, aber egal mit dem völlig paranoiden Engel kann man ohnehin nicht normal reden! Ich..." Weiter kam die hübsche Blondine nicht da Metatron plötzlich hinter den beiden stand. Er packte Rachel unsanft am Arm und drehte sie um. Sie schrie kurz auf. Der Erzengel erhob die Hand und wollte zum Schlag ausholen. 

Selvaggia stieß vor Schreck einen lauten Schrei aus. Rachel schloss die Augen und rechnete jeden Moment mit der Hand des Engels in ihrem Gesicht. Als diese aber nicht kam öffnete sie die Augen. Vor ihr stand ihr brüderlicher Freund Belial. Er hatte die Hand rechtzeitig abgefangen und starrte Metatron mit einem derart eiskalten Blick an, wie ihn die beiden Frauen noch nie zuvor bei ihm gesehen hatte. Selvaggias Augen waren vor Schreck ebenfalls geweitet und sie hatte die Hand vor dem Mund.  

"Nie wieder! Nie wieder erhebst du die Hand gegen Rachel oder eine der anderen Frauen!" zischte er den Erzengel mit eisiger, mühsam unterdrückter Wut, an. "Lass mich los Lucifer, das tut weh!" fauchte Metatron zurück. "Gut! antwortete Lucifer gefährlich leise und stieß ihn so heftig, dass er das Gleichgewicht  verlor und mit voller Wucht an den Türrahmen knallte und kurzfristig zu Boden ging. Metatron stöhnte auf vor Schmerz. In der Eingangshalle vor der Doppeltür zur Küche standen durch Selvaggias Schrei aufmerksam geworden alle anderen Anwesenden im Boulevard. Seraphiel hielt Derek zurück, der vor Wut - ohne nachzudenken - auf Metatron losgehen wollte. "Derek! Lass Lucifer das machen! Du würdest in jeder Hinsicht den kürzeren ziehen!" "Erhebe nie wieder - niemals! - die Hand gegen Rachel oder eine der anderen Frauen hier! Solltest du das noch einmal auch nur wagen in Erwägung zu ziehen, dann werde ich mich nicht mehr beherrschen!" Metatron erhob sich. "Bilde dir nur was drauf ein auf dein Liebchen und deine sterblichen Freunde!" murmelte er verächtlich. Der Teufel murmelte kurz etwas, ein Peitschenknall zerschnitt die angespannte Stille der Küche und Metatron hielt sich mit einem Wutschrei den blutenden Arm. "Lass dir das eine Warnung sein! Ich kann auch ganz anders!" erklärte Lucifer eisig. Metatron sah ihn verärgert an und verschwand ohne ein weiteres Wort. 

Lucifer drehte sich zu den beiden Frauen um. "Ist alles in Ordnung?" wollte er wissen. Sie nickten. Er nahm sie beide in den Arm und drückte sie fest. Rachel bekam einen Kuss auf die Wange und Selvi auf den Mund. Selvaggia zitterte und umklammerte ihn fest als ihr schwindlig wurde und sie das Gleichgewicht zu verlieren drohte. Er hielt sie fest und setzte sie sanft auf einen Stuhl am Küchentisch. "Selvi?" fragte er sichtlich erschrocken. Sie atmete einmal tief ein. Lucifer kniete neben ihrem Stuhl am Boden. "Ist schon gut, Lucifer. Es ist nichts. Nur der Schreck." "Sariel!" rief Michael umgehend. Rachel reichte Selvaggia ihre Teetasse. "Was gibt  es Michael?" wollte Sariel wissen als er auftauchte. Michael erklärte kurz was passiert war " ...und dann wurde Selvaggia schwindlig. Sie sagt zwar es geht ihr und dem Baby gut, sieh aber bitte trotzdem kurz nach ihr." Sariel starrte Michael fassungslos an. "Ja sicher, mach ich. Lasst ihr uns bitte allein." bat Sariel die anderen. "Rachel bleib, bitte!" rief Selvaggia und fügte erklärend für den Heilerengel hinzu: "Sie ist meine Freundin, ich will dass sie bleibt." Sariel nickte. "Es ist alles in Ordnung! Ich möchte aber trotzdem, dass du dich für den Rest des Tages hinlegst und ausruhst. Du kannst es gebrauchen Selvaggia." sagte Sariel sehr freundlich zu der schwangeren Hexe. "Rachel bringst du sie bitte nach oben?" bat er anschließend. Die blonde Schönheit nickte und brachte ihre Freundin auf "ärztliche Anordnung" ins Bett. 

Belial sackte vor dem Stuhl zusammen. Sariel legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Lucifer?" Sariel war besorgt um den gefallenen Engel, den er noch nie zuvor so erschöpft gesehen hatte. "Es geht ihr und eurem Baby gut, wirklich! Ich finde nur sie soll sich ein wenig ausruhen und gegebenenfalls Schlafen. Und du solltest dich erst einmal wieder sammeln und zur Ruhe kommen. Zieh dich für ein paar Stunden,zurück während Selvaggia schläft, ich werde zusammen mit Michael bei ihr bleiben, wenn es dich beruhigt. Und sobald sie aufwacht werde ich dir Bescheid geben." Der Höllenfürst nahm dankbar die Hand Sariels an die sich ihm entgegenstrecke um ihm aufzuhelfen, zumal ihm in dem Moment als er sich erhob kurz schwarz vor Augen wurde. "Danke Sariel!" flüsterte er und verschwand.

Während Michael und Sariel wie er es seinem gefallenen Bruder versprochen hatte bei Selvaggia Wache hielten, saßen die anderen betroffen über den Vorfall im Salon. Als Mathilde vom Einkaufen zurück kam und niemand mehr im Esszimmer oder der Küche vorfand streckte sie vorsichtig den Kopf durch die offene Tür des Salons. "Was ist denn los? Warum seid ihr alle so betroffen?" erkundigte sie sich. Hagiel lief auf die Küchenhexe des Hauses zu, umfasste sie sanft an den Schultern und führte sie in einen Sessel. "Ich bringe erstmal die Einkäufe in die Küche." sagte er dann und fügte hinzu: "Setz dich besser, wir erzählen dir was vorgefallen ist." Als er zurück im Salon war, hatten die anderen schon berichtet was geschehen war. Entsetzt starrte sie die anderen an. "Geht Selvi und ihrem Baby gut?" war das erste was die Hexe wissen wollte. "Ja. Sariel hat sie untersucht und ihr empfohlen sie solle sich etwas ausruhen." erklärte Seraphiel ruhig. "Diesem Mistkerl sollte mal jemand gehörig den Marsch blasen! Ist ja unfassbar, dass er Rachel schlagen wollte." meinte sie verärgert. Hagiel massierte ihr beruhigend die Schultern.

 Pünktlich um 23:45 Uhr trafen wieder alle am Fall beteiligten im Boulevard ein. Alle außer Metatron. "Lucifer kommt später dazu, wenn ihr wieder da seid und uns diesmal hoffentlich etwas mehr berichten könnt. Er ist oben bei Selvaggia. So wie gestern, nur dass Katherine diesmal bei uns bleibt und mit uns hier wartet." dirigierte Michael den Einsatz. "Außerdem hat Gadreel sich bereit erklärt mitzukommen. Da er einer von Kats Paten ist, hat er zum Legat natürlich Zutritt. Er trifft euch dort. Hagiel und Paymon haben das Kommando!" Die anderen nickten, dann verschwanden sie. 

Über eine Stunde später kamen sie zurück: Hagiel, Kerubiel, Julien und Hamaliel und König Paymon und Satanael, die Gadreel mitbrachten. Seraphiel und Sariel holten Belial und Selvaggia dazu. „Was ist geschehen?“ wollte Michael wissen, kaum, dass die beiden den Raum betreten hatten. Julien setzte sich zu Kat und nahm sie in den Arm. „Also je nachdem wer in welchem Raum war – das vorab – hatte eine Seite der Zitate in der Bibliothek die „Oberhand“.  Als ich beispielsweise mit Satanael dort war, hielten sich verschiedene Theologen aus Judentum, Christentum und Islam, Bibelzitate, gesprochen von den Evangelisten oder dem Apostel Paulus und verschiedene Auszüge aus der Sammlung von Grimoires, Zauber- und Esoterikwerken die Waage. Kaum verließ einer die Bibliothek verlagerte es sich augenblicklich: Als ich blieb hörte ich nur Theologisches, als er blieb nur Rezepte für Flugsalben, Kräutertränke und magische Formeln, Erläuterungen was „der Gehenkte“ oder „der Tod“ bei Tarot bedeuten. Im Kinderzimmer und im Zimmer von Kat war es ähnlich. Allerdings hörte Kerubiel wie die Stimme der Autorin aus der Kinderbibel vorlas, während Paymon – als sie tauschten – Auszüge aus „Krabat“ von Ottfried Preußler – wohl auch vom Autor selbst gelesen, da war er sich sicher, und „Der Satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ von Michael Ende – ebenfalls von selbigem gelesen – hörte. Beide Kinderbücher sind wohl schon im Zimmer falls die beiden älter sind, aber sie sind beide da. Ebenso die Kinderbibel, die ja ein Geschenk von Kat war. Kerubiel meinte, er habe Kats Stimme gehört, die die Widmung zitierte.“ begann Hagiel.

„Ich war mit Gadreel unten. In der Küche haben sich die Köche gestritten – als wir die entsprechenden Kochbücher aufgeschlagen haben, sind ihre Schattengestalten herausgekommen und als ich die Küche verließ, meinte Gadreel, seien sie mit Kochlöffeln und Messern aufeinander losgegangen, als ich den Raum betrat und er ihn verließ, saßen sie am Küchentisch und unterhielten sich zivilisierter über die Vorzüge von Schweineschmalz oder Butterschmalz. Punkt Eins war alles vorbei.“ berichtete Hamaliel. 

„Ich habe auch einige der Grimoires aufgeschlagen und es kamen die Hexen und Zauberer heraus, die sich auch gestritten haben – über Rezepturen und Sprüche...“ berichtete Satanael. Hagiel nickte. „Bei mir war es ähnlich, wobei Erasmus von Rotterdam recht friedlich mit Kaiser Konstantin redete und Plato mit Augustinus eine interessante philosophisch-theologische Diskussion führte.“

König Paymon räusperte sich. „Tatsache ist: Es betrifft eigentlich alle Räume in denen Bücher sind. Wir Dämonen und gefallenen Engel haben jedoch allein offenbar nur die negativen, die Engel die positiven Dinge gehört. Auch im Wohnzimmer: Die Engel eher allein den Wetterbericht oder irgendwelche belanglosen Wirtschaftsnachrichten, wir – Gadreel und ich haben das mit Hamaliel überprüft – nur die Nachrichten über Morde, Verbrechen, Krisen und Naturkatastrophen.“  

Die Seraphim sahen überrascht von einem zum anderen. „Das klingt verdammt seltsam!“ murmelte Belial. „Habt ihr irgendwelche Schwingungen oder ähnliches gespürt?“ fragte Sariel. Hagiel überlegte einen Moment. „Ja, jetzt wo du fragst... unterschwellig war da etwas... aber es war weder Schwarz noch Weiß... irgendwie war es schwer greifbar... Fast wie... Kats Grimoire langsam... früher war es sozusagen nachtschwarz... jetzt ist es irgendwie... ein wenig heller als Anthrazit...“ Er lächelte seiner Patentochter mit einem Zwinkern zu. Kat erwiderte das Lächeln. Hagiels nette Art mit Mathilde hatte ihn ihr als Paten sehr sympathisch gemacht.

Gadreel sah nachdenklich aus. „Gut, es war wohl doch schwärzer... weniger weiß... sozusagen, darum habe ich es wahrscheinlich nicht wahrgenommen – nicht so wie Hagiel und wahrscheinlich auch Kerubiel und Hamaliel. Hat einer von euch irgendwas von dem gemerkt was Hagiel beschrieben hat?“ wandte er sich an die anderen. König Paymon und Satanael sahen einander an und schüttelten den Kopf. Hamaliel und Kerubiel blickten zu Julien, dann nickten sie.

„Es scheint fast so, Chef, als habe das Grimoire von Selvaggia und Kat die Macht übernommen...“ murmelte König Paymon mit einem nachdenklichen Blick. „Es aktiviert – je nachdem wer da ist – die Bücher, sozusagen. Ich würde meinen, dass die Seraphim das auch untersuchen könnten – aber ihr müsstet alle eure Kräfte ziemlich tief verbuddeln, sozusagen.“  

Belial unterdrückte einen leisen Fluch. Seraphiel fuhr sich nachdenklich durch die Haare und Hagiel griff gedankenverloren nach einem der noch immer auf dem Tisch stehenden restlichen Lebkuchen. „Was wollen wir also tun, Chef?“ fragte Gadreel. Michael wirkte nachdenklich. „Ich könnte Sandalephon bitten sich der Sache anzunehmen, mit Sealthiel und Phanuel vielleicht.“ Belial schnaubte leise. „Den Zwilling von diesem Geistesgestörten, der es gewagt hat Rachel schlagen zu wollen? Ich glaube, jedem ist klar, dass sie den Schlag eines Seraphim nicht überlebt hätte!“ Selvaggia räusperte sich. „Sandalephon scheint allerdings anders zu sein. Ich... als ich vor... vor drei Monaten in Notre Dame gebetet habe, hat er plötzlich neben mir gekniet und sich sehr nett mit mir unterhalten und mir gesagt, dass er am nächsten Tag seine erste Stunde in einem Babypflegekurs habe. Er hat mir mit einem belustigten Lächeln berichtet, mein Schatz, dass du darauf bestanden hättest. Ich bin ganz drüber hinweggekommen dir das zu... zu sagen... aber er hat auch gesagt, du könntest gern nachprüfen ob er daran teilnimmt in San Francisco. Er macht den wohl dort im… bei den... den Nonnen im Waisenhaus. Er hat sich als Sam Dale-Ponte eingeschrieben und meinte, die Arbeit mit den kleinen ausgesetzten Kindern würde ihm sicher Freude machen.“

Michael lachte leise als er beobachtete wie Belials Gesicht völligen Unglauben widerspiegelte. „Meine Forderung nach diesem Kurs hat ihn nicht abgeschreckt?“ fragte er fast schon entsetzt. Seraphiel lachte leise. „Nein, er hat sich sofort in die Aufgabe hineingekniet etwas geeignetes zu finden. Sariel macht übrigens einen ähnlichen Kurs in Israel... auch in einem Waisenhaus.“ Belials Blick traf den Seraphen der Selvaggia beigestanden hatte, als es ihr einige Stunden zuvor nicht gut gegangen war. Der lächelte. „Du kannst dich gern erkundigen. Ich habe den Namen Ariel Leiras angegeben... Ich will halt vorbereitet sein. Schließlich weiß ich nicht ob ich mit Selvaggia und Raphael die Geburt allein durchstehen muss oder ob du dabei bist!“ „Natürlich werde ich da sein! Ich müsste nur nach Vaters Pfeife tanzen – und das auch nur wenn ich es wirklich will! Ich werde meine süße Hexe doch nicht allein lassen!“ Derek räusperte sich. „Ich wollte Rachel genauso wenig allein lassen wie Nick seine Alex...“ Ein wenig arrogant hob Belial die Augenbraue. „Ihr zwei seid Menschen, Derek. Ich kann von einer Sekunde auf die andere bei Selvi sein!“ 

Sariel räusperte sich. „Na ja... aber... wenn ich dir den Schein vorlege, Großer, würdest du mir dann einen ähnlich ungezwungenen Umgang mit deinem Sohn gestatten – wenn du dich für mich als Paten entscheidest?“ fragte er. Belials Blick wurde sanfter als er den Seraph anblickte. „Es wird mir schwer fallen, ganz ehrlich, aber du bist in Ordnung, Sariel! Dir wahrscheinlich also eher als Sandalephon. Und Vater soll nicht einmal auf den Gedanken kommen diesen kleinen Drecksack Metatron vorzuschlagen! Ich würde eigentlich auch vorschlagen, dass Julien einen anderen Schutzengel kriegt. Sein momentaner ist unzumutbar!“ zum Ende hin war die Stimme Belials fast barsch geworden. „Oh ja, bitte!“ murmelte Julien.

Michael sah nachdenklich aus. „Ich werde mit dem Himmlischen Vater reden. Ich bin sicher, er...“ Der Erzengel schwieg plötzlich einen Moment, dann lächelte er. „Ich soll dich fragen, Julien, ob Sealthiel dir... vorläufig... angenehmer wäre. Vielleicht nicht für immer, je nachdem, aber für den Moment.“ Julien sah überrascht aus und nickte. „Jeder ist mir lieber als dieser Ätzer!“ Kaum hatte er das gesagt, zuckte er leicht zusammen. Michael hob nachsichtig eine Augenbraue, verzichtete jedoch auf eine Erwiderung, da er wusste, dass Julien – oder besser Juliel - die gerade von anderer, höherer Stelle bekommen hatte. „Anti-Agressionstraining mit Zaafiel und Seraphiel?“ fragte der Theologiestudent entsetzt. „Hast du dir selber zuzuschreiben...“ murmelte Satanael spöttisch. Belial seufzte. „Du weißt doch genau, was sie letztes Jahr mit Kat durchgezogen haben. Lass bitte nicht zu, dass sie das gleiche mit dir machen!“ wies er Julien zurecht und warf Michael einen finsteren Blick zu. Der hob die Hände. „Das war nicht meine Entscheidung, Lucifer!“ sagte der nur.

„Ich finde es ziemlich ungerecht! Ganz ehrlich, Michael! Metatron bringt den Unfrieden rein und ich soll vor ihm kuschen?“ beschwerte Julien sich sichtlich verbittert. „Er meint es gut, Juliel...“ versuchte Seraphiel ihn aufzumuntern. „Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit „gut gemeint“!“ antwortete der Theologiestudent immer noch mit Bitterkeit in der Stimme.

„Ich würde vorschlagen – da die Stimmung doch etwas gereizt ist – dass wir uns alle für heute zurückziehen. Morgen sehen wir weiter was wir wegen des Spukes im Legat machen, denke ich.“ ließ Seraphiel sich freundlich vernehmen. Michael stimmte ihm zu. Kerubiel legte Julien zum Abschied kurz die Hand auf die Schulter und flüsterte ihm aufmunternd zu: „Die Wege unseres Himmlischen Vaters sind unergründlich, Juliel.“  bevor er sich – wie die anderen Engel – von den anderen freundlich verabschiedete. Sariel wandte sich mit Raphael noch kurz an Selvaggia: „Wann immer du Probleme hast – wir würden dir beide gern die Fähigkeit geben uns zu rufen, wenn dir und Lucifer das recht ist.“ sagte Ersterer. Die Hexe sah ein wenig ängstlich zu ihrem Ehemann. Der lächelte. „Das wäre sicher beruhigend – für Selvi und mich.“ Er griff nach ihrer Hand und nickte den beiden Engeln zu, die es schafften ihrer „Schwägerin“ die Angst zu nehmen und einen Moment später merkte sie, dass beide für sie jederzeit erreichbar sein würden. Raphael gab ihr einen brüderlichen Kuss auf die Wange als er sich verabschiedete.

„Auf ins Bett! Wir bleiben heute Nacht auch hier.“ forderte Belial die restlichen Anwesenden auf, wandte sich dann jedoch an seine Gefolgsleute: „Paymon, du kümmerst dich um die Höllenangelegenheiten. Satanael wird dich unterstützen. Gadreel, du passt bitte mit auf Lucian und Luciana auf.“ Mit knappem Nicken stimmten die drei zu und verschwanden nachdem sie sich von allen freundlich verabschiedet hatten. Die sterblichen Anwesenden gingen auf ihre Zimmer – wie auch Belial und Selvaggia.  

„Katherine...“ rief es in Kat. Sie zuckte zusammen und sah erschrocken zu Julien, der offenbar im gleichen Moment seinen Namen vernommen hatte. „Ich weiß, ihr zwei zürnt mir, doch der Zusammenhalt zwischen den Seraphim ist groß, nur du, Katherine, bist noch nicht in diesem Zusammenhalt eingebunden. Ich wollte nicht, dass Metatron misstrauisch wird, weil er bei den anderen „liest“ was ich wirklich vor habe. Es wird Zeit, dass er seine Lektionen lernt. Zaafiel kommt nicht wegen dir Juliel, sondern wegen ihm. Ich werde Metatron zum Hauptbotschafter des Himmels im Boulevard ernennen und möchte von euch allen, dass ihr ihm entsprechende Lektionen erteilt, vor allem was den Umgang mit euch allen, den Dämonen, gefallenen Engeln und Lucifers „Familie“, also deinen Eltern und Geschwistern und auch dir betrifft – und vor allem mit meiner Schwiegertochter Selvaggia. Ich will nicht, dass er weiterhin mit Lucifer konkurriert!“ „Oh Herr, er wird es hassen!“ murmelte Julien. Leises Lachen erklang in beiden. „Ja, und er wird heilsame Lektionen bekommen – auf viele Arten... nun schlaft und seid euch meines Segens und meiner Liebe gewiss.“

Ein paar Stunden später öffnete Lucifer wieder die Augen, er hatte ein wenig gedöst und die schlafenden Frau neben ihm im Bett beobachtet. Er drehte sich um und las auf dem Wecker 12:15 Uhr. Er stand auf und machte sich in der Küche einen Kaffee, als er Stimmen aus dem Wohnzimmer hörte. Als er es betrat erblickte er seine älteste Patentochter im Schlafanzug auf dem Sofa lümmeln und fernsehen. "Käthchen?" Sie erhob sich sofort und machte Platz für ihren Lieblingspatenonkel. "Hallo Onkel Belial! Ich konnte nicht mehr schlafen. Mir geht..." er setzte sich neben die sechzehnjährige. "Was geht dir im Kopf herum?" "Ach nichts!" sagte sie fast zu schnell. "Du lügst, Käthchen. Ich weiß,  dass du etwas vor mir verheimlichst, aber das wirst du nicht lange durchhalten. Ich werde es herausfinden, wie auch immer! drohte er leise. "Ich will ja nicht aber..." "Es geht um Metatron! Ich..." "Nein Onkel Belial! Nicht Gedankenlesen, ich weiß nicht ob du das wissen darfst. Der himmlische Vater wollte nicht, dass ihr Seraphim es wisst, weil er es sonst rausfinden würde." 

Er sah sie etwas entgeistert an. "Er? Du meinst Metatron?" Kat sagte nichts sondern kaute auf ihrer Lippe. Du bist auch eine Serapim? Schon vergessen?" Ja aber ich bin noch nicht mit den anderen Engeln verbunden. Aber mit dir wie es scheint, weil du..." Er legte ihr einen Finger auf den Mund. "Genau. Sogar in zweierlei Hinsicht. Erstens durch das Grimoire und zweitens wir sind beide Seraphim. Hinzu kommt noch, dass wir eine starke persönliche Bindung haben die bei den anderen Engeln nicht besteht. Von daher kannst du vor mir nichts verheimlichen, das müsste Vater aber wissen." Kat und Lucifer zuckten beide zusammen als plötzlich Gottes Stimme ertönte. "So ist es Lucifer! Und um ehrlich zu sein wollte ich, dass du es herausfindest. Komm bitte zu mir, ich würde gerne unter vier Augen mit dir reden, solange die anderen noch schlafen. Katherine du entschuldigst deinen Lieblingsonkel für einen Moment?" "Sicher, solange er wieder  zurück kommt." Der himmlische Vater lachte leise und verstummte, anschließend.

"Hallo Lucifer, schön, dass du gleich gekommen bist. Ich kann deine Wut spüren. Sie ist größer denn je." Der gefallene Engel funkelte ihn wütend an. "Was erwartest du denn? Er wollte Rachel angreifen und hat mit seiner Aktion Selvi und das Kind gefährdet! Ich werde das nicht so hinnehmen!" drohte er fast. "Sollst du auch nicht Lucifer." "Was weiß Kat, was ich noch nicht weiß und für was wird Julien bestraft?" ER lächelte ihn an. "Julien wird nicht bestraft. Das ist genau das, was ich den Beiden vor ein paar Stunden gesagt habe, damit sie ruhig schlafen können. Kat jedoch konnte nicht schlafen wegen der starken Verbundenheit zu dir. Ich wusste, sie könnte es nicht vor dir verbergen. Das Antiaggressionstraining soll Metatron absolvieren und Julien soll mitspielen. Ich möchte nicht, dass die andern Seraphim es wissen und Metratron so hinter meinen Plan kommen würde. Denn er ist mit der Aktion gegen deine schwesterliche Freundin und vor allem... " Seine Stimme wurde härter. "...quasi meine Schwiegertochter und mein Enkelkind, womit  er alle gefährdet hat, eindeutig zu weit gegangen!" Er machte eine Pause.  "Ich weiß, dass du die Fähigkeit besitzt deine Gedanken gegenüber den anderen Seraphim total zu verschließen. Ich möchte, dass du das gegenüber den anderen, nicht nur ihm, Metatron, gegenüber machst, wenn ich ihn als Botschafter der Engel wieder in den Boulevard schicke. Katherines und Juliens Gedanken werde ich persönlich gegen alle abschirmen! Er wird verpflichtet, die Zeit in der kein Fall stattfindet, dort in der Botschaft abzusitzen und den Umgang mit euch zu lernen,  vor allem, dass er nicht mit dir konkurieren muss!" 

Lucifer starrte ihn böse an. "Aber du kannst ihn doch mir nicht vor die Nase setzten! Nicht nach dem was er getan hat! Ich werde mich nicht mehr beherrschen können, sollte er noch einmal... auch nur eine Kleinigkeit... oder ein Wort. Und ich WILL es auch nicht, und..." Er unterbrach seinen gefallenen Sohn. "Das ist exakt der Punkt Lucifer, bei dem ich dich brauche. Du sollst ihn während seiner Anwesenheit im Boulevard, zeitgleich mit dem Antiaggressionstraining reizen, ihm auf die Nerven gehen... ihm zeigen dass du der Überlegenere bist. Du bist stärker als Metatron! Du kannst ihm eine gehörige Tracht Prügel verpassen, egal ob "handfest oder auch was  eine Abreibung mit Zauberei angeht. Du hast freie Hand nur am Leben lassen solltest du ihn. Allerdings müsstest du dabei, was die körperliche Schmerzebene angeht dennoch ziemlich einstecken auch wenn du ihm in jeder Hinsicht überlegen bist, da er doch sehr stark ist." Lucifer überlegte kurz. "Du meinst also ich darf ihm mit deinem Einverständis jederzeit eine reinhauen, darf schwarze Magie an ihm anwenden, wie ich möchte, ohne dass ich von dir eine Strafe zu erwarten habe?" "So ist es, Lucifer! Ich möchte, dass du ihm einige Lektionen verpasst, die ihm vielleicht mal die Augen öffnen, dir gegenüber und auch den anderen... er muss einfach lernen seinem Gegenüber mit mehr Respekt entgegenzutreten."

Lucifer grinste diabolisch. "Dafür nehme ich den Schmerz in Kauf. Aber ich möchte meine Familie nicht in seiner Nähe haben! Nicht nachdem was vorgefallen ist! Ich würde sie gerne in eines meiner Häuser bringen und  würde gerne Sariel und  Raphael mitnehmen, so wie Seraphiel und Sealthiel, da sie Schutzengel von Kat und Julien sind, beziehungsweise den dreien, beziehungsweise auch Michael, Kerubiel und Hagiel - Kats Paten... mitteilen wo meine Familie ist und nur für sie den Zutritt zu meinen Immobilien nicht sperren!" 

Der himmlische Vater nickte. "Sicher ist dir das genehmigt, ist nur allzu verständlich. Und da Seraphiel und Sealthiel beide in deinem Haus anwesend sind könntet ihr, du und Derek vielleicht mal eine ruhige Stunde nutzen um zu reden." Lucifer seufzte. "Vater! Geht das schon wieder los?" Gott lachte amüsiert. Schaden kann es nicht. Also Lucifer du weißt Bescheid, was Metatron angeht. Viel Spaß, als... Lehrer für Benimm und Anstand." fügte er lachend hinzu.

Lucifer tauchte wieder neben Kat auf. "Und weißt du jetzt alles?" fragte sie ihren liebsten Patenonkel. Er nickte und sah etwas bedrückt aus stellte sie fest."Käthchen, du weißt dass Metatron vorläufig hier als Botschafter eingesetzt wird?" Sie nickte und verdrehte genervt die Augen. "Wann kommt er denn?" wollte sie wissen. "Vater wann schickst du den... neuen Botschafter?" erkundigte sich Lucifer in Gedanken. "Ich werde ihn erst schicken sobald du deine Freunde weggebracht hast. Du hast also genug Zeit dein Vorhaben in die Tat umzusetzen."

Er umarmte seine Patentochter liebevoll. "Onkel Belial, was hälst du davon, wenn wir schon mal Kaffee und Tee für unsere Familie machen und den Tisch decken? Ich denke die werden auch bald aufwachen. Etwa ein halbe Stunde saßen alle zusammen am Tisch in der Küche. "Schatz, was ist denn? Du bist so abwesend mit deinen Gedanken." stellte Selvaggia fest. Er schloss die Augen und atmete tief ein. "Ihr kennt mich mittlerweile schon viel zu gut. Euch kann ich nichts mehr vor machen. Es gibt in der Tat etwas was ich euch mitteilen muss." Er machte eine kurze Pause und fuhr dann fort: 

"Metatron wird nachher wieder kommen und hier als himmlischer Botschafter eingesetzt." Derek, Rachel und Selvaggia erstarrten vor Entsetzen. Kat und Julien gaben sich ebenfalls betroffen. Er legte seinen Arm um Selvi und drückte sie zärtlich. "Ist nicht meine Entscheidung." "Das kann Gott doch nicht machen! Der irre Engel wollte mich angreifen! Und wenn du nicht gewesen wärst..." Rachel kochte vor Wut. "Wie kannst du da so ruhig bleiben?" fragte sein brüderlicher Freund mit einer gehörigen Portion Wut in der Stimme. "Ich bin nicht ruhig, Derek. Das wirkt nur so. Eines kann ich dir versprechen, der Kerl lernt mich jetzt mal richtig kennen!" erklärte er mit einem teuflischen Grinsen. "Da ich jetzt meine vollen Kräfte wieder habe bin ich ihm weit überlegen, er ist zwar stark und ich werde selbst einiges einstecken müssen, aber das ist es mir wert. Ich möchte aber nicht, dass ihr mit ihm hier seid und würde euch gerne so lange bis der Fall abgeschlossen ist und ihr wieder in Euer Haus könnt in einem meiner Häuser unterbringen. Wir würden dann immer gemeinsam zu den Treffen im Boulevard gehen und anschließend den Boulevard  wieder verlassen." Rachels Blick der ihn traf war immer noch wütend. "Ist mir recht, ich möchte ihm keinesfalls wieder allein über den Weg laufen!" sagte sie grimmig. "Und wo werden wir dann vorübergehend wohnen?" erkundigte sich Kat. 

"Venedig, oder Rom wenn ihr wollt, oder beides?" lächelte er seine Patentochter an. "Venedig? Kann ich da dann auch mal mit einer Gondel fahren?" fragt Kat sichtlich begeistert. "Klar kannst du das! Ich würde dir gerne meine Heimatstadt zeigen." meinte  Selvaggia begeistert. 

"Dann beides, Kat ist schon begeistert von Venedig und mich reizt Rom schon sehr - nicht nur im kirchlichen Sinne. Es gibt dort viele Sehenswürdigkeiten und wir könnten das, da in der Schule und Universität gerade Ferien sind, gleich als Urlaub nutzen." meinte Derek um die Stimmung ein wenig aufzulockern. "Na dann, würde ich vorschlagen wir gehen jetzt gemeinsam ins Legat, und ihr packt für ein paar Tage, alles was ihr braucht und anschließend verschwinden wir von hier."

Etwa eine halbe Stunde später befanden sich die Raynes zusammen mit Lucifer, Selvaggia und den Engeln, die Lucifer hier haben wollte in einem großen Palazzo mitten in Venedig wieder. "Willkommen in Venedig! In Selvis Heimat und ihrem Haus." sagte er gespielt fröhlich. "Wir haben uns doch auf unser Haus geeignet." meinte die Hexe und sah ihren Mann verliebt an. Dieser grinste und gab ihr einen zärtlichen Kuss. "Fühlt euch wie zu Hause. Selvaggia zeigt euch eure Zimmer in denen ihr wohnen könnt. Ach zur Info, außer den hier anwesenden habe ich nur noch Michael, Kerubiel und Hagiel, Seraphiel, sowie Sealthiel und natürlich den Paten von Christina-Luciana und Lucas-Lucian und auch Hamaliel - als Pate von Samantha-Amélie -  Zutritt zu diesem und meinen anderen Häusern gewährt." 

Rachel und Derek bekamen das größte Zimmer, da sie die Zwillinge mit im Zimmer hatten. 

Nachdem sich alle eingerichtet hatten, verabschiedete sich Lucifer: "Ich werde zurück in den Boulevard gehen, ich möchte nicht, dass der allein dort herumgeistert und außerdem habe ich noch etwas zu tun. Ich werde euch noch einen der drei vorhin genannten Engel schicken." Er nahm die Hand der Hexe und zog sie zärtlich an sich. Die Raynes lächelten zufrieden, als sie den leidenschaftlichen Kuss der beiden beobachten. Lucifer verschloss während des Kusses mit einem Zauber den Zugang zu seinen Gedanken vor den anderen Seraphim, wie der himmlische Vater es ihm befohlen hatte. Dann verschwand der gutaussehende Höllenfürst. Kurze Zeit später erschien Hagiel zusammen mit Mathilde. "Tilly!" rief Selvi erfreut. "Lucifer hat mir sozusagen frei gegeben, da ich mit den Vorbereitungen für das Essen schon fertig bin." "Toll, dann kannst du auch mal meine Heimatstadt kennenlernen, habt ihr  Lust auf eine kleine Stadtführung?" Da alle, selbst die Engel die zum Schutz dabei waren sofort Begeisterung zeigten brachen sie sofort auf.

Zur gleichen Zeit im Boulevard:

"Was machst du da? Das sind meine privaten Sachen, das geht dich nichts an!" fuhr der Höllenfürst Metatron an. Und verpasste ihm mit Magie einen so heftigen Schlag dass er an die Wand knallte. "Hat dir noch niemand beigebracht, dass man nicht einfach die Räume anderer betreten darf? Geschweige denn in privaten Sachen zu wühlen?" Metatron rappelte sich auf. "Lass mich mal überlegen? Ist dieses Zimmer privat?" überlegte er spöttisch, zauberte sich in Sekunden dicht vor Lucifer und verpasste ihm einen harten Faustschlag in den Magen. Dieser ging vor Schmerz sofort zu Boden. "Das wollte ich schon immer mal machen!" Lucifer atmete schwer. "Du hast sie doch nicht mehr alle! Was hast du eigentlich für ein Problem?" fragte er mit schmerzverzerrter Stimme, während er nebenbei seine Selbstheilungskräfte aktivierte um die Schmerzen loszuwerden. "Dich!" fauchte der aggressive Erzengel. Und griff Lucifer ein weiteres Mal an dass dieser wieder am Boden lag. "Was geht hier vor? Wir haben Krach gehört und wollten nachsehen." wollten Michael und Kerubiel wissen. "Das ist eine Angelegenheit zwischen Metatron und mir und geht euch gar nichts an! Also verschwindet!" fauchte Lucifer.  "Wir wollten nur... beziehungsweise dachten du brauchst Hilfe." sagte Kerubiel. "Wenn ich eure Hilfe benötige Kerubiel, dann lasse ich es euch wissen!" sagte er streng aber freundlich. 

"Alles klar, dann bis später Lucifer." antwortete der Engel ebenso freundlich und verließ zusammen mit Michael das Arbeitszimmer.

"Na hoffentlich verdrischt Lucifer dem arroganten Kerl mal so richtig den... Hintern!" sagte Kerubiel leise zu Michael. Dieser lachte laut auf. "Verdient hätte er es und ja, auch ich muss zugeben, dass ich diese Vorstellung sehr belustigend finde." gab der Erzengel zu. "Zumal Lucifer wahrscheinlich der Einzige ist, der das fertig bringt."

"Ich bin dein Problem?" Und schlug ihm mit der flachen Hand heftig ins Gesicht. Metatron schrie kurz auf vor Schmerz und Wut. "Du hast ein ganz anderes Problem wie mir scheint. Was ist eigentlich in dich gefahren, Rachel schlagen zu wollen nur weil sie meinte du seist arrogant und man könne nicht mit dir reden und zwei andere Sachen dieser Art?" "Du hast doch keine Ahnung!" brüllte Metaron seine Wut heraus. "Ach nein? Ich weiß, dass so eine Aussage kein Grund ist so auszuflippen. Da ich selbst mal mitbekommen habe, dass Rachel mich für arrogant hält. Und was ist dabei? Ich bin arrogant, egoistisch und selbstgefällig in manchen Situationen, aber das ist noch lange kein Grund auszurasten und eine Frau zu schlagen. Und schon gar nicht eine die mit am Herzen liegt!" donnerte Lucifer. Metatron hatte sein Handgelenk gepackt und drückte fest zu. Der Fürst der Finsternis stöhnte auf als es knackte. Er schleuderte seinen Gegner mit dem gleichen magischen Schlag den er schon in der Küche verwendet hatte, nur noch etwas härter zu Boden." Und jetzt raus hier und zwar sofort!" brüllte er, er packte den Engel grob und warf ihn aus seinem Arbeitszimmer. "Ich bin noch nicht fertig mit dir, das war erst der Anfang, Metatron." drohte er mit Verachtung in der Stimme und verschwand, nachdem er das Arbeitszimmer mit einem Bann verschlossen hatte, der sicherstellte, dass Metatron es nicht würde betreten können solange er, Lucifer, nicht anwesend war.

Die gut gelaunte Kat rannte auf ihn zu und umarmte ihn stürmisch. "Das war so ein schöner Nachmittag in Venedig. Selvi hat..." Sie hielt erschrocken inne als ihr Patenonkel zusammenzuckte und leise aufschrie als das Mädchen nach seiner rechten Hand griff. "Onkel Belial? Was ist...?" Er atmete aus. "Dieser Mistkerl von Seraph hat mir in einer Auseinandersetzung das Handgelenk gebrochen, oder angeknackst." Er umfasste es mit der anderen Hand und murmelte etwas. "So, dank meiner Selbstheilungskräfte wieder in Ordnung." lächelte er etwas arrogant.

Er erzählte kurz was vorgefallen war zwischen ihm und Metatron. Anschließend berichteten die anderen bei einer Tasse Tee und Kaffee für Belial, von dem tollen Tag in Venedig. 

Eine halbe Stunde vor Mitternacht begaben sie sich in den Boulevard, Mathilde kochte das Essen fertig, dass es nach dem Einsatz im Legat zur Besprechung fertig war. 

Im Boulevard baten die höllischen Paten von Kat mit Julien in dieser Nacht zur Geisterstunde „eigene Nachforschungen“ anstellen zu dürfen, was ihnen gewährt wurde, obwohl Phanuel, Sealthiel und Sandalephon schon bereit gemacht hatten und aufbrechen wollten. Sie hatten sich im Salon der Botschaft getroffen. Nun warteten sie. „Wie geht es im Waisenhaus? Alte Sandale?“ fragte Belial spöttisch. Der Seraph lachte: „Sehr gut. Die Arbeit macht Spaß und ich mag die Kinder. Neben Windeln wechseln, Gute-Nacht-Geschichten erzählen und Tränen trocknen gebe ich auch in der angeschlossenen Vorschule den Kunstunterricht.“ erzählte er begeistert. Metatron schnaubte verächtlich, was ihm einen erstaunten, doch auch missbilligenden Blick Sandalephons eintrug. Im Folgenden ignorierten sie den Botschafter.

Es dauerte eine gute Stunde und  Satanael, Gadreel, Julien und König Paymon kehrten zurück. Der Dämon erstattete mit den beiden gefallenen Engeln Bericht. „Es schien heute etwas schwächer zu sein. Zwar ist in den Räumen immer das Negative „zur Sprache gekommen“, aber leiser – das war zumindest der Eindruck von Satanael, Gadreel und mir. Wenn ich mir die Vermutung gestatten darf: Das Grimoire von Kat könnte... die Federführung haben... und der Spuk schwächt sich langsam ab, da sie seit drei Tagen nicht mehr da war – beziehungsweise das Grimoire... Es reist zwar mit ihr, aber nicht wenn Ihr in der Nähe seid. Also war es seit drei Tagen nicht mehr im Legat...“ Belial sah seinen Getreuen nachdenklich an. „Ja, aber andererseits IST Kat das Grimoire...“ sagte er und blickte in die Runde. Michael erwiderte den Blick. „Wenn das deine Vermutung ist, Paymon, dann sollten wir Morgen Abend Julien in Begleitung von Hagiel, Hamaliel und Kerubiel schicken um sozusagen einen Gegeneindruck zu bekommen und um zu testen ob der Einfluss des Grimoires sich bei der „Himmlischen Fraktion“ schwächer oder stärker zeigt.“  

Metatron schnaubte verächtlich. Kat sah, wie Julien, und die meisten ihrer anwesenden Patenonkel verärgert die Hände zu Fäusten ballten. Hagiel umfasste die Lehne des Stuhles auf dem Mathilde saß, nachdem sie – wie immer - für Tee und Kaffee, Kekse, und Knabbereien, wie Nüsse und Salzstangen gesorgt hatte. Der Holzrahmen der Lehne zerbröselte unter dem Druck. „Willst du etwas Konstruktives beitragen, Metatron?“ fragte Seraphiel kühl. Der andere Fürst der Seraphim sah ihn an. „Kann sein – wieso verbrennen wir dieses Grimoire nicht einfach. Dann ist das Problem ein für alle Mal Geschichte...“ antwortete er mit einem hämischen Grinsen. Belial maß ihn kühl. „Lass mich überlegen: Weil es mein Werk ist? Weil es mit Kat verbunden ist?!“ entgegnete er eisig. „Oh ja... natürlich... wobei – was kann ihr Besseres passieren als aus diesem irdischen Jammertal zu entkommen?“ Metatron klang selbstgefällig.  

„Was will er damit sagen?“ fragte Rachel und blickte finster in die Richtung des Seraphim. Es war Kerubiel, der ihr antwortete, da alle anderen viel zu schockiert zu sein schienen. „Kat ist – wie Lucifer sagte – das Grimoire. Wenn das Buch verbrannt wird, wird auch Kat „verbrennen“. Sie würde sterben, als Mensch, nicht als Seraphe. Das meint Metatron offenbar mit „aus diesem irdischen Jammertal entkommen“...“ „Sie mieses Ar...“ „Derek bitte nicht! Das ist er nicht wert!“ unterbrach Michael Kats Vater mühsam beherrscht. Julien erhob sich sichtlich wütend. „Wagen Sie noch einmal meine Seelengefährtin derart geringschätzig zu behandeln und ich haue ihnen eine rein!“ „Versuch es! Ich würde dich zertreten wie ihr Menschen eine Küchenschabe zertreten würdet!“ antwortete Metatron verächtlich. „Versuch es!“ kam gleichzeitig von den vier anderen Seraphim: Seraphiel, Sealthiel, Michael und Lucifer. Kats Schutzengel und erster himmlischer Pate stellte sich hinter sie und funkelte Metatron an. „Lege Hand an einen unserer Schützlinge, egal ob an Julien, die Raynes, vom Jüngsten bis zum Ältesten oder an Mathilde und Selvaggia und ich vergesse, dass ich eigentlich friedlich bin und als Hüter des Friedens gelte!“ drohte er gefährlich leise.

„Seid ihr alle verrückt geworden? Die Menschen sind eher etwas wie Haustiere! Wie Hunde! Man legt sie an die Leine und führt sie Gassi! Das hat mit Julien bisher gut funktioniert, aber jetzt hat er ja Sealthiel...“ Er wandte sich spöttisch an Juliens neuen Schutzengel. „Ein guter Rat: Leg dem kleinen Querulanten einen Strick aus Regeln und Geboten um den Hals und führ ihn daran rum. Als Theologe ist er eine Niete, aber wenn du ihn mit Zuckerbrot und Peitsche auf Kurs hält lernt er wenigstens etwas!“ In diesem Moment rutschte Sealthiel die Hand aus. Bevor der „Botschafter“ wusste wie ihm geschah, hatte er eine Ohrfeige bekommen. „Die war für deine abfällige Bemerkung über meinen Schützling! Julien – oder Juliel, denn egal ob er Mensch oder Engel ist – ist intelligent, hilfsbereit, humorvoll und sehr geduldig. Er besitzt mehr Courage als du und einen entwickelteren freien Willen als wir alle! Fühlst du dich daher bedroht? Macht dir das Angst?!“ rief er mit mühsam unterdrücktem Ärger.  

Metatron sah Sealthiel mit dem Anflug eines  Schocks an, bevor er sich erholte und die Ohrfeige erwidern wollte. Mit einer hastigen Handbewegung und einem schwarzmagischen Bannwort hielt Belial seine Hand jedoch fest. Wut blitzte in Metatrons Blick auf. „Löse den Bann! Augenblicklich!“ fauchte er. „Nein, denn Sealthiel ist zwar ein Seraph, aber wahrscheinlich wäre er dir unterlegen.“ entgegnete Belial ruhig. „Und wenn ich ehrlich bin, finde ich ihn sogar sympathisch – im Gegensatz zu dir! Und wenn du nicht auch noch einen Schweigezauber verpasst bekommen willst, solltest du den Mund halten!“ Sealthiel lächelte. „Danke für die Hilfe und das... ich denke mal Kompliment, Lucifer.“ Belial nickte ihm freundlich zu.

Gadreel, der bisher geschwiegen hatte, aber offenbar von Metatron unbeachtet alles im Auge behalten hatte – wahrscheinlich auf Anordnung seines Herrn – räusperte sich. „Nachdem du ihn jetzt „lahmgelegt“ hast, Chef... mal 'ne Frage: Ist das überhaupt ein Fall der ihn interessieren muss – oder geht das nur uns, also praktisch Kats Paten und ihre Freunde und Familie etwas an?“ Alle Augen richteten sich auf ihn. Kerubiel lächelte finster. „Eine berechtigte Frage...“ murmelte er. Michael unterdrückte ein Schmunzeln. „Was hattest du im Sinn, Gadreel?“ fragte er. „Nun ja... der Chef hat einige hübsche Hütten rund um die Erde und ehrlich gesagt, hat doch jeder von uns dort Zutritt. Ich würde vorschlagen, wir ziehen uns – das Einverständnis und die Einladung in eins seiner Refugien vorausgesetzt – zurück, nehmen Tilly ebenfalls mit, denn die behandelt „Seine Exzellenz der oberste Botschafter des Himmels“ ja ebenfalls wie Dreck. Außerdem ist Tilly mit Selvaggia die „Seele“ des Boulevard.“  

Mathilde errötete. „Nein, ich bin nur die Köchin...“ Sealthiel lächelte der Hexe zu. „Mathilde – oder Tilly, wenn ich mir das erlauben darf – ich bin erst seit sehr kurzer Zeit als Juliens Schutzengel hier in dieser Runde und daher öfter im Boulevard, aber selbst mir ist aufgefallen, dass jeder Mitarbeiter, ganz gleich ob Dämon, Engel – ob gefallen oder nicht, Mensch, gleich welcher Religion, Ethnie, und so weiter, gern in die Küche kommt und für jeden hast du ein gutes Wort, einen Kräuterumschlag bei Verletzungen, einen Kräutertrank oder einen Tee, der bei Beschwerden hilft. Egal ob es gerade gestern Esther Kohn war, die Magenbeschwerden hatte, George Wanabe aus Afrika kam kurz darauf weil er sich geschnitten hatte und du hast ihn verbunden. Hagiel hat sich mit Armaros unterhalten und die beiden haben einen „Kekstest“ wie sie ihre...“ er blickte belustigt zu den beiden erwähnten, „Völlerei genannt haben, vorgenommen, während sie mit dir geredet haben. Kurz darauf  kam Nimue O'Leary und hat dir das Rezept für den Shepherd's Pie ihrer Großmutter in die Hand gedrückt über das ihr euch wohl in der Woche zuvor unterhalten hattet... Unterschätze deinen Beitrag zum Gelingen dieses Projektes nicht, Mathilde. Lucifer hat weise gewählt als er dir die Küche dieses Hauses übergab.“  

Mathilde senkte scheu den Blick. „Ich bin nichts Besonderes, ich... meine Fähigkeiten liegen und lagen halt darin mich... angenehm zu geben... Das war damals notwendig um... um die...“ Sie brach ab. „Sag es ruhig, Hexe: Um die Opfer für die Schwarzen Messen mästen und aufpäppeln zu können damit sie länger durchhielten!“ fauchte Metatron. Hagiel blickte zu Belial. „Lucifer, bring ihn zum Schweigen, bitte! Bevor ich mich vergesse!“  

Belial schüttelte den Kopf. „Ich denke, Gadreels Vorschlag hat seine Vorteile... Es wird spannend sein zuzusehen, wie schnell sie ihn hier alle satt haben, den „Botschafter“... Ich werde ja – da ich die Botschafterpflichten von Seiten der Hölle selbst wahrnehme öfter hier sein... spätestens in einer Woche – eher früher – werden sie alle an meine Tür klopfen... Wir treffen uns in meinem Arbeitszimmer dann werden wir schauen wo wir uns in „familiärer Runde“ treffen – zukünftig...“ Einhelliges Nicken, dann verschwanden alle. Hagiel legte einen Arm um Mathilde und nahm sie so mit. Kerubiel bot mit einer angedeuteten Verbeugung Rachel den Arm, den sie lächelnd ergriff, während Satanael und Gadreel Derek je eine Hand auf die Schulter legten und mit beiden verschwanden. Michael und Seraphiel nahmen Kat in die Mitte, während Sealthiel mit einem letzten vernichtenden Blick zu Metatron mit seinem Schützling ins Arbeitszimmer entschwand. Belial legte zärtlich einen Arm um seine Frau und warf Metatron einen spöttischen Blick zu als auch er den Raum verließ – ihn gefangen in der Starre zurücklassend. Allerdings hatte er zuvor einen kleinen lautlosen Begrenzungszauber gewoben.
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