Diese surreale Welt

von Nightmary
KurzgeschichteAllgemein / P12
Aika Fuwa Mahiro Fuwa Yoshino Takigawa
19.09.2015
19.09.2015
1
374
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
19.09.2015 374
 
Sie fahren auf dem Fahrrad davon und ihre langen Haare flattern im Wind. So surreal, die beiden. So unwirklich seine Beziehung zu ihnen.

Was sind wir Menschen schon? Haut, Knochen, Fett, innere Organe, Blut und Muskeln und Gehirnzellen. Gedächtnis, Instinkt, Gewissen, Träume, Gedanken, Wünsche.
Was ist er selbst schon...

Manchmal betrachtet er die Welt von außen. Er lächelt und sagt nette Worte. Er ist der nette und höfliche Junge, normal. Aber er fühlt sich, als wäre er der einzige seiner Art inmitten einer Gruppe von Fremden. Ein Alien, das sich eingeschlichen hat und unter ihnen verbirgt. Das ist in Ordnung. Es macht ihm nichts aus.

Die beiden hellhaarigen Adoptivgeschwister sind anders. Sie machen ihn wachsam, lassen ihn zugleich aber beinahe fühlen, als wären sie einander verwandte Wesen. Drei Geschöpfe einer Art. Dennoch weiß er, dass auch sie anders als er sind.

Sie durchschauen ihn als einzige. Keiner der Menschen in der Schule, niemand in seiner Familie hat jemals bemerkt, wie sehr er sich hinter einer Maske verbirgt. Mahiro nimmt ihm seine nette-Jungen-Art von Anfang an nicht ab. Aber er erkennt ihn auch nicht wirklich. Irgendwo unterschätzt er ihn wahrscheinlich auch.

Aika braucht nicht lange, um mehr von ihm zu erfahren als jeder andere Mensch vor ihr.

„Du bist nicht nett.“, stellt sie fest. Es tut nicht weh. Schließlich ist ihm recht bewusst, wie viel von seinem Nettsein nur Teil seiner Fassade ist. Er ist pragmatischer Logiker. Emotional zu sein liegt ihm nicht. Unauffällig zu sein ist klug und einfacher.

Dennoch ist mit ihnen zusammen zu sein irgendwo ein schöner Traum.

Im Gegensatz zu den anderen wissen sie, dass er nicht ehrlich mit ihnen ist, aber gerade das macht den Umgang mit ihnen zu etwas Anderem.

Dann stirbt Aika und Mahiro verschwindet.

Yoshino weiß, dass alles Echte zerbrechlich ist. Aber dieses eine mal ist er nicht vorbereitet.

Er trifft wieder auf Mahiro bei Aikas Grab.

Er bekommt bestätigt, wie surreal und zerbrechlich die Welt ist, als Menschen zu Metall werden.

Schmetterlinge fliegen durch die Luft.

Er fragt sich, wie lange seine kleine surreale Seifenblase, in die er und Mahiro, eine Zauberin und eine Familie von Menschen mit Fähigkeiten, die es nicht geben sollte und der Geist Aikas sind, wohl diesmal halten wird.
Review schreiben