Stalking Tantei-kun

KurzgeschichteAllgemein / P12
Conan Edogawa Kaito Kid / Kaito Kuroba
19.09.2015
19.09.2015
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Manche würden diese Aktion wohl als Stalking betiteln. Kaito eher nicht. Das hier war etwas ganz anderes. Er war doch nicht irgendein Perverser, der daran Vergnügen fand, kleine Kinder zu stalken. Obwohl man den Kleinen schlecht als normales kleines Kind abstempeln konnte.

Er tat das hier weil Conan Edogawa ein Rätsel war. Und er liebte Rätsel. Besonders dieses. In letzter Zeit war es zu einer leichten Obsession geworden. Nichts schwer wiegendes natürlich, aber Kaito erwischte sich ziemlich oft dabei, wie er zu den ungewöhnlichsten Zeiten über den Kleinen nachdachte. In der Bahn, beim Essen, im Englischunterricht oder wenn er versuchte Hakuba zu ignorieren. Und genau deshalb stand er nun als junge Europäerin verkleidet gegenüber der Detektei Mouri und schoss eifrig Fotos von allem, was ihm vor die Linse kam. Im Schaufenster betrachtete er aus den Augenwinkeln sein Ziel, dass sich gerade mit einem jungen Mann unterhielt. Groß. dunkle Haut, blonde Haare. Amouro Touro, Lehrling des "großen Detektives" Kogoro Mouri. Eine Person, der man auf gar keinen Fall in einer dunklen Gasse begegnen wollte. Immerhin hatte ihn der Kerl mit einer Pistole bedroht. Und er hatte immer noch nicht herausgefunden weshalb. Trotzdem, die rote Perücke würde er so schnell nicht mehr anrühren. Wenn denn jemals wieder. Aber zurück zu dem eigentlich Grund für das ganze. Conan Edogawa. Viel konnte er nicht herausfinden. Oder besser gesagt, er fand schon viel heraus. Der Junge mochte Zitronenkuchen, Sherlock Holmes, trank wenn diese Ran nicht im Haus war, massenweiße Kaffee und löste mit den Detektiv Boys Fälle an denen sich manche erfahrene Polizisten die Zähne ausbeißen würden. Oder besser gesagt, schubste er die Polizisten mit seiner kindlichen Naivität (die gespielt war, Kaito kannte ihn immerhin) in die richtige Richtung. Ach ja und nicht zu vergessen, waren da ja noch seine Freunde. Der Typ aus der Kudo Villa (auch jemand, dem Kaito nicht traute), die Frau vom FBI (und der ganze Rest ihrer Kollegen), der Detektiv aus Osaka, dieses gruslige rothaarige Mädchen und dann noch dieses Mädchen das aussah wie ein Junge. Und das waren nur die, die er kannte, wenn auch nur flüchtig. Bestimmt gab es noch ein paar andere. Es schien fast so, als hätte Conan außer den Detektiv Boys, keine Freunde in seinem Alter. So gesehen er schon viel herausgefunden. Nur auf die nagensten Fragen, fand er keine Antworten. Was hatte es mit diesem Amuro Touro auf sich? War die Verbindung die er zwischen Conan und Shinichi hergestellt hatte wirklich richten? Und wenn ja, was war passiert? Seufzend knipste Kaito ein paar Blumen ab und bemerkte aus den Augenwinkeln wie Conan auf ihn zu kam. Warte, Tantei-kun kam auf ihn zu? Für ein paar Sekunden spielte er mit dem Gedanken dezent die Flucht zu ergreifen. Doch dann siegte die Neugier. Vielleicht bekam er doch etwas aus dem Kleinen heraus. Eine kleine Hand zupfte ihn am Saum des himmelblauen Sommerkleides (aus dem Schrank seiner Mutter). "Hey KID, könntest du mal aufhören mich zu stalken?" Breit grinsend ging Katio in die Hocke. Pokerface! "Aber mein Lieber, ich würde nie Stalking betreiben!" Lächelnd verstrubbelte er Conan (oder wer auch immer der kleine war) die braunen Haare. In der Öffentlichkeit würde Conan ihn niemals enttarnen. Es käme etwas seltsam wenn ein 7 jähriger den großen Meisterdieb einfach so enttarnen könnte. Das würde Aufsehen erregen, und das hatte Kaito gelernt, hasste der Kleine wie die Pest. "KID" knurrte der kleinere warnend. "Du bist so putzig wenn du diesen Gesichtsausdruck hast" lachte KID, bevor er seine Wort realisierte. Warte, er hatte gerade nicht Conan als putzig bezeichnet oder? Der Kleine schoss regelmäßig Fußbälle auf ihn, die einer normalen Person mit keinerlei Reflexen etwas wichtiges brechen konnten. "Hör auf mich wie ein kleines Kind zu behandeln." "Solange ich nicht wei0, wer du wirklich bist, behandle ich die wie ich will. Also kann ich dich auf ein Eis einladen? Wir müssen reden." Empört sah Conan ihn an. "Ich geh doch nicht mit dem meistgesuchten Dieb Japans Eis essen." Seufzend fuhr sich Kaito durch die blonde Perücke. "Zwei Dinge. Erstens kann ich dich auch einfach beim nächsten Coup betäuben und anketten und dann musst du mit mir reden und zweitens bin ich gerade Ellen Müller. Deutsche Studentin die in Japan gerade ihre Semesterferien verbringt. Meiner Meinung nach spricht nichts dagegen mit ihr Eis essen zu gehen oder Tantei-kun?" Und so kam es, dass Kaito Conan , der mehr oder weniger freiwillig mitkam, durch Tokyo schleppte.

"Dieser Touro ist gefährlich" nachdenklich löffelte Kaito sein Schokoladeneis und beobachtete seinen Gegenüber dabei genau. Tantei-kun betrachtete fasziniert, wie sein Zitroneneis zu schmelzen anfing. "Okay, das ist etwas einseitig weißt du?" "Du hast nie gesagt, das ich auf deine Aussagen eingehen muss." unschuldig sah Conan ihn aus großen Augen an. Frustriert warf Kaito die Hände über den Kopf. "Ich mach mir Sorgen okay? Ständig bringst du dich in Gefahr. Irgendwelche Typen sind hinter dir her und du weigerst dich einfach jegliche Hilfe anzunehmen. Das ist frustrieren!" Conan murmelte etwas von "sagt der richtige" und bevor Kaito sich selbst stoppen konnte glitten ihm die Worte über die Lippen. "Und wenn schon, ich bin immerhin keine sieben!" Im nächsten Moment erkannte er seinen Fehler und wünschte sich, die Worte wieder verschwinden lassen zu können. Erstarrt ließ Conan den Eisbecher sinken. Bevor Kaito etwas sagen konnte, war der Junge aufgesprungen und davongestürmt. "Undankbares Balg." Ein paar Yen auf den Tisch werfend rannte er dem jüngeren hinterher. Zwei Straßen weiter hatte er ihn wieder eingeholt. Zwar hatte Conan eine bemerkenswerte Koordination, aber die hatte Kaito auch. Hastig packte er Conan am Arm und zerrte ihn hinter sich her. Die Leute die etwas seltsam guckten, beruhigte er, indem er lautstark mit Conan auf deutsch anfing zu schimpfen. "Du kannst doch nicht einfach weglaufen! Hier finde ich dich nie wieder." Tantei-kun wand sich verzweifelt unter seinem Griff. Aber Kaito hielt eisern fest. Für Außenstehende  sah es jetzt so aus, als würde eine junge Frau ihren Bruder zusammenschimpfen weil er wahrscheinlich weggelaufen war. "Lass mich los." zischte der Junge warnend. "Vergiss es Tantei-kun."

Stumm lief Conan neben ihm her und starrte auf den Boden. Kaito begann den Griff etwas zu lockern. Er fühlte sich unfassbar schlecht. Wieso auch immer. Aber er hatte das Gefühl, Salz in eine offenen Wunde geschüttet zu haben. "Hey, tut mir leid. Ich wusste nicht das du ein Problem mit deinem Alter hast." versuchte er den schwachen Versuch einer Entschuldigung aufzubringen. Das war gelogen, er wusste sehr wohl, dass das Alter für Conan ein Problem war. Er könnte sich dafür verfluchen, nicht mehr darauf geachtet zu haben, was er sagte. "Was interessiert dich das alles überhaupt? Du bist doch nur ein Dieb!" kam es eisig zurück. Kaito war froh, dass Conan immer noch den Boden stur anstarrte. Ansonsten hätte er den sehr verletzten Ausdruck in dem sonst so perfekten Pokerface bemerkt. Genau diesen Schmerz den Kaito gerade spürte, stellte er sich vor, wenn Aoko sein "kleines" Geheimnis herausfinden würde. Er würde es sich nie eingestehen, aber er mochte Conan, und das der Kleine so eine schlechte Meinung von ihm hatte, tat ungeheuer weh. "Du verletzt meine Gefühle." theatralisch fasste er sich an die Brust und versuchte seine Gefühle unter Kontrolle zu bekommen. Conan starrte auf das Wasser des Flusses an dem sie gerade vorbeigingen. Seufzend betrachte der Magier den braunen Haarschopf bevor er sich auf Augenhöhe mit dem anderen begab. Der Junge sah überall hin, nur nicht in das Gesicht seines Gegenüber. "Oi, Tantei-kun hör auf mich zu ignorieren. Das ist unhöflich." Immer noch keine Reaktion. "Was muss ich machen damit du mir zuhörst?" "Nenn mir einen guten Grund wieso ich mit dir reden sollte KID!" "Weil ich dir helfen kann." Bitter lachte Conan auf. "Das glaub ich kaum. Du wirst doch mit deinen eigenen Dämonen kaum fertig." Kaito erstarrte. "Woher willst du wissen, das ich eigene Dämonen haben?" Er hatte immer penibel darauf geachtet, das niemand Snake oder jemandem anderen von diesem Verein begegnete. "Bin mal einem von diesen Dämonen begegnet." Zum ersten Mal drehte Conan den Kopf und sah Kaito direkt an. "Ich könnte jetzt auch sagen, das die gefährlich sind." "Ich habe das aber unter Kontrolle" und bin kein Kind. Zum Glück konnte sich Kaito den letzten Teil des Satzes noch verkneifen. Was hatten diese Leute von Conan gewollt? Vielleicht Informationen? "Das gleiche könnt ich auch sagen." Verzweifelt stieß Kaito die Luft aus. "Dann lass mir dir trotzdem helfen. Was ist zum Beispiel mit diesem Amuro? Der Kerl ist gefährlich." "Ich weiß." Stumm ließ Conan den Blick über das Wasser gleiten. Dann schüttelte er kurz den Kopf und sprach die nächsten Worte mit großer Sorgfalt. "Hör zu KID. Ich bin dir dankbar dafür, das du dir Sorgen machst, aber es sind genug Leute, deren Leben ich damit in Gefahr bringe. Ich will nicht das es noch mehr werden." Erstaunt betrachtete Kaito den anderen. Das war also der Grund. Er wollte niemanden in Gefahr bringen. Ein sanftes Lächeln legte sich auf die Lippen des Magiers. Das war mehr als verständlich, immerhin hatte er die gleiche Situation schon oft erlebt. Jeder, der seine wahre Identität kannte, war ein Ziel. Aber er wollte helfen. Das untätige herumsitzen machte ihn wahnsinnig. Das Lächeln verwandelte sich in ein Grinsen. "Tantei-kun, du vergisst wen du vor dir hast, ich werde dir helfen, ob du willst oder nicht." Und damit drückte er den entgeisterten Jungen an seine falschen Brüste.

Eine Woche später stand Kaito in Verkleidung eines jungen Amerikaners gegenüber der Detektei Mouri. Um es kurz zu fassen, Conan war nicht gerade begeistert. "Ich sagte doch, du sollst mich nicht stalken!" "Es ist immer noch kein Stalken. Sondern Beschützen. Also Lust ins Kino zu gehen?

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Kann man ein klein wenig als Vorgeschichte zu Sometimes I asked myself if knew (ich weiß, schreklicher Titel) gesehn werden. Also, gut, schlecht, Verbesserung, Einhörnern, Pegasuse, Kekse und Cupcakes bitte in die Kommentare.
LG Anemonenfisch
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