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GeschichteAllgemein / P16
17.09.2015
24.01.2016
100
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17.09.2015 232
 
Ich weiß nichts mehr.

Ich kann mich nicht erinnern, wie lange ich schon unterwegs bin, warum ich hier bin oder wo ich herkomme. Ich weiß nur, ich muss ihn finden. Sonst gibt es keine Erlösung für mich. Ich muss den Menschen finden, der mich ermordet hat.

Ich erinnere mich, wie es passierte.

Ich weiß nicht, wann es war oder warum es passierte. Ich habe keine Erinnerung an die Menschen aus meinem nun nicht mehr vorhandenen Leben. Jemand sagte: „Du hast da was Rotes“, als der Schuss ertönte, der mein Leben beendete. Der rote Punkt des Zielfernrohrs auf meiner Brust ging unter in dem Blut, das aus meinem Herzen lief und in Strömen meinen Körper verließ. Ich weiß nicht mehr, ob ich Schmerzen spürte, ob ich Angst hatte, ob ich Schreie hörte, was ich dachte. Falls es ein weißes Licht gab, habe ich es ignoriert. Ich habe es vergessen, es ist nicht mehr wichtig.

Lange sah ich zu, wie sie versuchten, mich zu retten. Irgendwann zog mich etwas fort. Fort von meinem geschundenen Körper.

Zeit hat keine Bedeutung mehr für mich. Ich bin hier. Ich existiere im Jetzt. Ich bin das reinste Ich.

Ich kann ihn fühlen. Meinen Mörder. Ich bewege mich auf ihn zu. Langsam und stetig. Eines Tages werde ich dort sein. Und ich werde ihn töten, wie er mich getötet hat. Denn erst dann kann ich aufhören zu existieren.
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