Die Dunkle Dimension (Staffel 1)

GeschichteAbenteuer, Humor / P12
17.09.2015
15.12.2015
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Die Dunkle Dimension, ein dreimastiger Großsegler, kreuzte in den karibischen Gewässern, als Käpt'n Pete, von allen nur KP genannt, an Deck getorkelt kam, um nach dem Rechten zu sehen. Der Steuermann, Blutfeder genannt wegen der Feder, die er am Hut trug und nach jedem Kampf mit dem Blut seiner Opfer neu tränkte, stand hinten am Ruder und versuchte alles, um sich in Zigarrenrauch zu hüllen. Mittschiffs gerieten die Maate Cin und Schattentanz in einen Streit. Letzterer hatte sich wohl Cin's Krug ausgeliehen und im Vollrausch diesen zerbrochen. Beide hatten ihre schweren Matrosenmesser gezogen und waren bereit zum Kampf.
„Was zum Geier soll das bedeuten?“, brülle KP die beiden an, woraufhin sie sofort ihre Messer fallen ließen und in hektisches Kauderwelsch ausbrachen, um jeder seine Sicht der Dinge zuerst darzulegen.
„Haltet die Schnauze. Zweiter Maat Schattentanz, du zuerst!“, blaffte KP dazwischen und beide verstummten.
„Ich hatte Durst und der einzige Krug, der hier herumlag, war wohl der von Cin. Von irgendwo kam eine Welle. Ich konnte mich auf den Beinen halten, aber den Krug hatte es gekostet, “ erklärte Schattentanz.
„Möwenscheiße!“, brüllte Cin „Hier liegen überall Krüge rum, so viel wie hier gesoffen wird. Du hast ihn mit Absicht zerschlagen!“
„Und wieso sollt' ich das gemacht haben?“, brüllte Schattentanz zurück und zog sein Messer aus den Planken.
„Steck das Messer ja dahin wo es hingehört“, knurrte KP
„Cin zwischen die Rippen?“
„Nein! Cin, Schattentanz hat deinen Krug zerbrochen. Also brich die Nase des zweiten Maats, dann seit ihr quitt!“
„Aber Käpt'n, ich war doch der erste...“ fing Schattentanz an. Doch dann erinnerte er sich, dass sie immer die Positionen tauschten, wenn einer von ihnen Scheiße baute.
„Schiff backbord ahoi. Royal Navy!“, erscholl es aus dem Krähennest.
„Klarmachen zum Entern! Alle Mann an Deck! Beidrehen nach backbord!“, brüllte sofort KP.
Sofort stürzten alle durcheinander und brüllten weitere Befehle, führten diese aus, luden Waffen, machten sich an der Takelage zu schaffen, schleppten Pulver und Kanonenkugeln herbei. Blutfeder steuerte das Schiff behände auf die Fregatte der Royal Navy zu und kam schnell in Enterposition.
„Wer mir den Kopf des Kapitäns bringt, dem winkt ein Fass Rum!“, rief KP seinen Säbel zückend, während die Mannschaft die Enterhaken gegen die Fregatte schleuderte und deren Kanonendeck vollkommen zerstörte durch eine verheerende Salve aus Kanonenkugeln, Kartätschen und leeren Rumflaschen. Zu dritt sprangen Cin, Blutfeder und Schattentanz über die Reling und landeten auf dem feindlichen Deck. Sofort begann ein Hauen und Stechen, überall fielen tote Körper zu Boden, Blut floss über das Deck und beide Seiten kämpften verbissen. Doch bald hatte die Crew der Dunklen Dimension die Oberhand gewonnen und als Meute verfolgten sie den feindlichen Kapitän. Dieser floh behände und konnte seinen Häschern immer wieder entwischen. Blutfeder kletterte in die Takelage und wartete auf den geeigneten Augenblick, der bald kam. Er ließ sich Fallen, riss den Kapitän zu Boden. Doch bevor er seinem Opfer den Kopf abschlagen konnte, spaltete Schattentanz diesen mit seiner Axt. Sofort zog dieser die Klinge wieder heraus und befreite den Kadaver von seinem Kopf.
„Du Idiot, ich wollte heute Abend aus diesem Hohlkopf meinen Rum trinken!“, brüllte Käpt'n Pete.
„Verdammt, aber so hat man zwei Becher“, grinse Schattentanz
„Scheiße, Blutfeder, heiz' deinen Kessel an. Schattentanz, mach deinen Schattentanz, Cin, bring die Gefangenen ins Kettendeck!“
Blutfeder stand auf und eilte sofort auf die Dunkle Dimension zurück. Er schleppte einen gewaltigen Kessel an Deck, ließ ihn mit Seewasser füllen und heizte ihn an, während Schattentanz seinen Namensgeber vollführte. In einer Reihe von fließenden Bewegungen enthauptete er jeden Toten, den er finden konnte und ließ deren Köpfe in den Kessel fliegen. Blutfeder heizte den Kessel weiter an und war bald darauf beschäftigt damit, die Schädel aufzusägen und von allem Fleisch zu säubern. Bei Sonnenuntergang hatte er alle gesäubert. Käpt’n Pete ließ drei Fässer Rum an Deck schaffen. Cin, der dies beaufsichtigte, gab Meldung: „Das waren fast die letzten Fässer. Im Laderaum steht nur noch eins.“
„Was, ihr vermaledeiten Schluckspechte. Ihr sauft mir noch die Haare vom Kopf!“, brüllte Käpt’n Pete, trank aber sofort mit großen Schlucken aus dem Schädel, den er in der Hand hielt.
„Wir müssen an Land, neuen Rum an Bord nehmen“, entgegnete Blutfeder zwischen zwei Schlucken.
„Genau. Du hast genug gesoffen. Volle Fahrt zur nächsten Insel!“
„Wir müssen nach Kuba, ich habe nur noch zwei Kisten Zigarren!“
„Na gut, dann nach Kuba. „Genug gesoffen ihr Decksratten. Setzt die Segel!“, unterbrach Käpt'n  Pete das Saufgelage und stellte sich zu Blutfeder ans Steuerrat.
Sie segelten die ganze Nacht hindurch und kamen gegen Mittag des nächsten Tages an. „Also gut, verhurt euren Anteil. Blutfeder, du besorgst Vorräte, Rum, Zigarren, Fleisch und so viel Sauerkraut, wie du nur auftreiben kannst. Ich hab lieber ein vollgefurztes Schiff, als eine Mannschaft die aussieht wie eine Bande bärtiger Babys!“
„Zu den Huren!“, rief die gesamte Mannschaft und drängelte sich auf der Planke zum Kai.
Cin und Schattentanz enterten sofort eine Taverne. Den noch ausstehenden Schlag hatten beide vergessen. Sie ließen sofort eine ganze Kiste Rum an ihren Tisch kommen und begannen ein Wetttrinken. Bald hatten sie ihre Gläser an die Wand geworfen und leerten Flasche um Flasche. Zwischendurch mussten sie Nachschub kommen lassen, denn auf der Dunklen Dimension durfte nur anheuern, wer alleine mindestens eine Kiste Rum trinken konnte. Nach jeweils dreieinhalb Kisten nahm sich Cin eine seiner leeren und lies sich das gesamte Saufturnier noch einmal durch den Kopf gehen. Schattentanz hatte so den restlichen Rum gewonnen und machte sich daran, seine Siegesbeute an ein paar auserwählte leichte Mädchen zu verteilen. Cin dagegen wankte aus der Kaschemme und suchte sich ein richtiges Freudenhaus, um bei körperlicher Betätigung wieder nüchtern zu werden.
(missing scenes, because too much alcohol)
Am nächsten Morgen waren fast alle wieder an Bord gewankt. Nur Käpt'n Pete war noch auf dem Kai zu sehen und verhandelte mit gezückter Pistole mit dem Händler, der eine Wagenladung leerer Rumfässer und ein Säckchen mit zwanzig Silbermünzen nicht als Bezahlung annehmen wollte. Blutfeder stellte sich nach der Verstauung des Proviants an die Reling und beobachtete den Streit. Er ließ sich von einem sehr verkaterten Cin eine Muskete bringen und legte an:
„Hey Händler, das nächste Mal kommt dein Hut besser davon als dein Rock!“, rief er und schoss dem Händler den Hut vom Kopf, ohne ihm auch nur ein Haar zu krümmen.
„Unter diesen Umständen ist das mehr als ein großzügiger Preis, vielen Dank“, rief der Händler und bestieg eilig den Wagen mit den leeren Fässern.
„Na dann los. All hands on deck. Setzt Segel, wir müssen unseren nächsten Einkauf irgendwie bezahlen ihr Hunde!“, rief Käpt'n Pete.
Gerade als das Schiff ablegte, kam ein, nur mit seiner Unterhose bekleideter, Schattentanz gerannt. Offenbar war er mitten in der Kaschemme eingeschlafen und man hatte sich bei ihm bedient.
„Halt, wartet auf mich, ich will mit!“, brüllte er.
Blutfeder stand rauchend an der Heckreling und warf ein Seil mit einem leeren Fässchen als Schwimmer ins Meer. Schattentanz sprang ins Meer und schwamm der Dunklen Dimension hinterher. Nach fünf Minuten hatte er das Seil gepackt und so segelte die Dunkle Dimension neuen Abenteuern entgegen.


https://www.youtube.com/watch?v=FnpS1rAPE34&feature=youtu.be
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