Erster Eindruck

KurzgeschichteRomanze / P12 Slash
16.09.2015
16.09.2015
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Erstes Treffen



Eijun Sawamura, wusste nicht wirklich warum er hier war. Er wollte gar nicht auf diese blöde Schule. Was er jedoch wollte war mit seinen Freunden auf der High-School Baseballspielen. Mit Wakana und all den anderen mit denen er in den letzten Jahren ein Team gebildet hatte. Auch wenn sie verloren. Gewinnen war für ihn nicht so wichtig, so lange er mit Leuten zusammenspielen konnte die er mochte und die ihn mochten.

Er sah sich um, konnte all das tolle und vor allem teure Equipment sehen, welches den Schülern in Seidou zur Verfügung gestellt wurde. Ja er war sicher, dass eine Ausbildung hier wirklich was brachte, jedoch glaubte er nicht, dass er hier richtig aufgehoben war. Ohne seine Freunde. Dass Miss Takashima ihn hier her eingeladen hatte, war eine Ehre, so blöd war er auch nicht um das nicht zu verstehen. Aber was diese und alle anderen die ihn gescoutet hatten nicht verstanden war die Tatsache, dass ihm das überhaupt nicht wichtig war. Er wollte nie professioneller Baseballspieler werden. Also wieso genau sollte er drei Jahre, in denen er mit seinen Freunden weiter spielen konnte aufgeben, von seiner Heimat wegziehen und hier her kommen?

„Ist das alles was du drauf hast Nori?“, hörte er plötzlich eine laute Stimme. Er sah in die Richtung und erblickte einen übergewichtigen Batter, welcher wütend auf einen Pitcher zuging.

„Ich hab dich was gefragt, du Idiot!“, brüllte er den völlig verstörten Jungen an. Nein, er wollte definitiv nicht auf diese Schule.

„Ich glaube, dass du hier der Idiot bist“, brüllte Eijun zurück und hatte plötzlich alle Aufmerksamkeit jenes anwesenden Spielers für sich. Super. Der fette Batter kam auf ihm zu, baute sich direkt vor ihm auf und fragte: „Hast du gerade was gesagt?“

„Anscheinend bist du nicht nur fett, sondern auch schwerhörig“, beantwortete Eijun seine Frage. Er wollte Eijun gerade am Kragen packen, als sich jemand Weiteres einmischte.

„Azuma, das reicht.“ Azuma`s Hand blieb in der Luft hängen und blickte nach rechts, aus der jene Stimme gekommen war. Auch Eijun sah in diese Richtung und erblickte einen jungen Mann, der ihm wahrlich den Atem raubte. Azuma schnaubte beleidigt, ging aber einen Schritt von Eijun weg.

„Also wer bist du und warum mischst du dich in unsere Angelegenheiten ein?“, fragte der Neuankömmling und sah ihn hart in die Augen.

„Normalerweise stellt man erst sich selbst vor, bevor man jemand anderen nach seinen Namen fragt“, sagte Eijun und vergaß das gute Aussehen seines Gegenübers. Dieser zog arrogant eine Augenbraue hoch.

„Normalerweise mischen sich Leute, die hier nichts zu suchen haben auch nicht in Angelegenheiten ein, die sie nichts angehen. Also ist es vor besser wenn du jetzt gehst.“

„Ich wurde eingeladen, also habe ein gutes Recht hier zu sein. Aber ich stimme dir zu, wenn jemand seinen Teamkameraden als Idiot bezeichnet und keiner was dagegen sagt, habe ich hier wirklich nichts verloren“, schloss Eijun drehte sich weg und ging Richtung Ausgang.

„WARTE“, erklang plötzlich eine weitere Stimme und Eijun erkannte sofort, dass sie zu der Frau gehörte, welche ihn hier her eingeladen hatte.

„Sawamura-kun, warte“, sagte sie und atmete hektisch, da sie sich wohl beeilt hatte um ihn noch zu erwischen. Eijun drehte sich zu ihr und sah sie fragend an.

„Sawamura-Kun, darf ich dir Miyuki Kazuya vorstellen, er ist unser Hauptcatcher“, stellte sie den Typen vor, welcher gerade noch so unfreundlich war.

„Toll, ich werde jetzt gehen“, sagte er und wollte schon weiter.

„Sawamura, bitte, ihr zwei hattet vielleicht gerade nicht den besten Start, aber ich denke, ihr könntet eine gute Battery abgegeben.“ Eijun hob skeptisch die Augenbraue, als würde er sagen wollen „Nicht in diesem Leben.“

„Miyuki-kun, das ist der junge Mann von dem ich dir erzählt habe. Ich möchte, dass du ihn dir ansiehst, er hat wirklich verdammt viel Potenzial als Pitcher.“ Jetzt war es Miyuki, der wahrscheinlich genau das gleiche dachte wie er gerade.

„Ach wirklich? Das würde ich gern sehen“, sagte er zweifelnd oder besser gesagt, alles andere als überzeugt. Eijun hatte jedoch nicht ansatzweise Lust sich hier zu beweisen. Er wusste was er konnte. Potenzial, tze. Er hatte von jeder verdammten Baseballschule in Japan eine Einladung bekommen, dies war nur die einzige die er sich tatsächlich ansah und das auch nur weil Wakana ihn dazu überredet hatte.

„Hören sie Miss Takashima, ich will hier kein Baseball spielen und“, sie unterbrach ihn jedoch, „und was? Weiter mit deinen Freunden an einer X-beliebigen High-School spielen? Wo dein wahnsinniges Potenzial verkümmert? Dein Team, ist nicht gut genug für dich und du wirst nichts mit diesem gewinnen können.“

„Darum geht’s doch auch gar nicht“, sagte Eijun jetzt etwas lauter. Er wusste, dass das nicht wirklich höflich war. „Ich will Baseball mit meinen Freunden spielen. Es geht dabei nicht nur ums gewinnen.“

„Ihr habt nicht ein einziges Spiel gewonnen Sawamura.“

„Aber wir hatten Spaß dabei“, knurrte er.

„Du wirst auch hier Freunde finden und Spaß dabei haben und als Bonus wirst du sogar mal ein Spiel gewinnen. Du könntest vielleicht sogar nach Koshien gehen.“

Er wollte immer nach Koshien, aber nicht mit Seidou, sondern mit den Leuten aus seiner Heimat. Koshien, wie sich wohl der Mound dort anfühlen würde? Er schüttelte den Kopf.

„Warum bist du hergekommen, wenn es für dich überhaupt nicht  in Frage kommt hier zu spielen?“

„Weil mich eine Freundin überredet hat.“

„Scheint, als würden nicht alle mit dir weiterhin verlieren wollen“, sagte Miss Takashima und erntete von Eijun einen bösen Blick.

„Sawamura, deine Freunde wissen wie gut du bist und sie wollen für dich das Beste und das ist nun mal eine richtige professionelle Ausbildung.“ Eijun atmete durch, hatte sie Recht? Wollten seine Freunde, dass er sie verließ? Wollten sie ohne ihn weiter spielen?

„Ich mach dir einen Vorschlag. Ich gebe dir eine Uniform und wenn du dich umgezogen hast, würfst du ein paar Pitches mit Miyuki-Kun. Wenn du danach immer noch gehen willst, bitte. Aber vielleicht passt ihr ja ganz gut zusammen?“ Ohne das Eijun es wollte, hatte er sofort ganz genaue Vorstellung wie gut sie zusammenpassen würden, dies hatte nur absolut nichts mit Baseball zu tun.

„Sawamura-Kun?“.

„Hmmm? Was?“, fragte er nach.

„Was sagst du?“, fragte sie mit angehobener Augenbraue.

„Okey“, sagte er schließlich und sah zu Miyuki. Dieser grinste ihn frech an als würde er genau wissen, was in Eijun`s Kopf gerade los war. Gott, nein niemals. So durchschaubar war er nicht. Oder? Plötzlich fühlte er wie ihm warm wurde und das Grinsen von Miyuki wurde noch breiter.

„Verdammt“, sagte er, „Geben sie mir schon diese verdammte Uniform“, knurrte er fast und lief Miss Takashima nach, welche sich bereits auf dem Weg gemacht hatte. Hinter sich hörte er ein Lachen. Wirklich witzig.



*




Eijun hatte sich umgezogen und war nun zurück auf den Platz. Seine Gedankenwelt hatte er unter Kontrolle gebracht und war nun bereit, ein zwei Pitches für Miyuki zu werfen ohne dabei an Sex zu denken.  

Er sah Miyuki, welcher seine Catcherausrüstung angelegt hatte und bereits auf ihn wartete.

„Können wir?“, fragte dieser und Eijun war der nun freundlichere Ton nicht entgangen. Moment konnte es möglich sein das… ? Unmöglich.

Im Bullpen nahmen beide ihre Positionen ein. Die Aufmerksamkeit auf seine Person war bis jetzt noch nicht abgeklungen. Im und außerhalb des Bullpen hatten sich mehrere Personen und Spieler gesellt um Miyuki und ihm beim Pitchen zuzusehen. Eijun war nicht wirklich nervös, er wusste wie gut er pitchte und würde sich durch ein paar Schaulustige nicht aus der Ruhe bringen lassen. Er hoffte, dass dies auch für den Catcher galt.

Miyuki streckte beide Arme aus und positionierte den Handschuh in der Mitte.

„Wirf was immer du willst, rief er.“ Eijun nickte, lächelte, überprüfte im Handschuh seinen Griff am Ball und warf schließlich. Er sah genau wie Miyuki die Position seines Handschuhs korrigieren wollte, doch ging im letzten Moment wieder zur Ausgangsposition. Der Ball traf in den Handschuh mit einem wundervollen lauten Klang. Er hörte die „ohhs“ und „ahhs“ um ihn herum. Miyuki sah ungläubig auf den Ball in seinen Handschuh und dann schließlich zu ihm. Seine Augen leuchteten. Er stand auf, warf den Ball zurück und sagte: „Nice Ball“.

„Danke.“ Eijun erblickte der Weil in der Menge Azuma.

„Hey du“, sprach er ihn an und grinste herausfordernd, „Willst du battern?“ Dieser schnaubte und sagte:

„Tze, dein Pitch ist lahm, den schlag ich in die Wolken.“

„Ich wette mit dir du schaffst es nicht mal ein Fool zu schlagen“, meinte er provozierend.

„Sawamura“, sagte Miyuki und kam auf ihm zu. Als er bei ihm war redete er leise weiter, so dass die anderen ihn nicht hören konnten.

„Er war unser bester Batter, ich bin mir nicht sicher ob…“ doch Eijun unterbrach ihn.

War euer bester Batter?“

„Ja, er macht gerade seinen Abschluss“, informierte ihn Miyuki.

„Du hast doch meinen Pitch gesehen oder Miyuki und du glaubst nicht, dass ich ihn ausstriken kann?“

„Dein Pitch ist gut, wirklich gut, aber Azuma ist gut was Timing betrifft.“

„Du meinst er findet das Timing meines Fastballs schnell heraus?“

„Möglich ist es.“ Sie sahen sich kurz tief in die Augen und dann, Eijun wusste nicht woher er den Mut nahm aber er sagt:

„Wenn ich es schaffe, gehst du dann mit mir aus?“ Miyuki sah ihn etwas erschrocken an.

„Ich meine … ähm … tut mir leid … das war eine blöde Idee“, er  unterbrach sich selbst, als er hörte wie Miyuki sich von ihm entfernte. Eijun seufzte.

„Azuma, beweg deinen Arsch in die Batterbox“, rief Miyuki, „wir werden dich ausstriken.“ Eijun grinste und sah zu Miyuki, welcher ihn ebenfalls anlächelte.



*




„Das war wirklich unglaublich, du hättest mir gleich sagen können, dass du auch einen Changeup drauf hast“, sagte Miyuki.

„Ich wollte dich überraschen.“ Eijun lächelte über den kleinen Tisch hinüber. Da Eijun schon noch am gleichen Tag wieder nach Hause wollte, hatte Miyuki ihn überredet, das Date gleich heute noch passieren zu lassen.

„Du bist wirklich überraschend“, sagte Miyuki.

„Ich nehme das mal als Kompliment.“

„Das kannst du, als ich deine Form gesehen habe … ich meine wow wirklich, deine Gelenke, die müssen wahnsinnig flexibel sein.“ Eijun sah ihn direkt in die Augen und sagte nur: „Sind sie.“ Er sah wie Miyuki schluckte, aber seinen Blick von ihm nicht abwendete.

„Du musst heute wirklich schon nach Hause?“, fragte er irgendwann.

„Gib mir einen Grund hier zu blieben“, sagte Eijun und er konnte gar nicht so schnell gucken, wie Miyuki aufgesprungen und um den Tisch herum war. Er schnappte Eijun an seinem T-Shirt, zog ihn an sich und küsste ihn. Erst war es nur ein unschuldiger Kuss, doch Eijun wollte ihn schmecken, also fuhr er mit seiner Zunge langsam über Miyuki`s Lippen, welcher sofort die seine teilte. Als sich ihre Zungen trafen, war es um Eijun geschehen. Er spürte wie seine Beine schlaff wurden, wie er sich an Miyuki klammerte und wie sein ganzer Körper anfing zu beben. Er hatte noch nie solch einen Kuss erlebt und er wollte ihn immer wieder und wieder erleben. Miyuki beendete schwer atmend den Kuss.

„Ist das Grund genug?“, flüsterte er.

„Ich … Ich denke schon“, brachte Eijun stotternd heraus.

„Wollen wir zu mir gehen?“, fragte Miyuki und wollte schon losgehen.

„Warte Miyuki.“

„Kazuya“, wurde er verbessert. Eijun lächelte leicht setzte sich wieder an den Tisch und sagte.

„Ich … Ich sollte besser nach Hause fahren“, Kazuya ging vor ihm in die Hocke und fragte:

„Was? Wieso?“

„Kazuya, ich … ich habe einfach keine Lust mehr auf diese dummen One-Night-Stands. Ich würde nicht sagen, dass ich auf der Suche nach einen Freund bin, aber es wäre einfach schön, wenn sich mal jemand für mich und nicht nur für meine flexiblen Gelenke interessieren würde.“ Kazuya fing an zu lachen. Eijun sah ihn funkelnd an.

„Du glaubst ich wäre nur an Sex interessiert?“ Eijun nickte nur.

„So ist das nicht Eijun. Vertrau mir. Bleib heute Nacht bei mir und ich werde dir beweisen, dass ich nicht nur an Sex denke.“

„Du würdest nicht mit mir schlafen wollen?“

„Wollen schon aber ich würde darauf verzichten, für dich. Ich meine …“ Kazuya seufzte und suchte nach den passenden Worten, „ich würde auch nicht sagen, dass ich auf der Suche nach einen Freund bin, aber du bist anders, als alles was ich bis her kennengelernt habe und…“

„Okey du hast mich überzeugt. Ich bleibe“, lächelte Eijun fast schüchtern. Kazuya sah auf die Uhr und entschied, dass sie gehen sollten. Ohne zu zögern nahm er ihn an die Hand und Eijun fühlte wie sich eine wohlige Wärme in seinen Bauch breit machte.

„Fühlt sich … gut an“, sagte er schließlich und sah in Kazuya`s Augen. Dieser nickte nur, starrte zurück und flüsterte: „Nicht miteinander schlafen, bedeutet aber nicht, dass ich nicht die ganze Nacht deine Lippen in Beschlag nehme.“    

„Ist das ein Versprechen?“

„Und wie es das ist“, sagte Kazuya und zog ihn an sich um ihn einen kleinen Vorgeschmack für die kommende Nacht zugeben.



ENDE
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