Pyrrhussieg

von IOU
GeschichteDrama, Thriller / P18
Carl Grimes Carol Peletier Daryl Dixon Glenn Rhee Michonne Rick Grimes
16.09.2015
04.07.2016
33
158045
9
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Dieses Kapitel
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Hallo!
Willkommen zu meiner nächsten Geschichte zu TWD, dieses Mal zur aktuellen Staffel!

Viel Spaß beim Lesen und über Reviews freue ich mich immer!!!



Setzt an: kurz nach 05x12 und verläuft vollkommen alternativ
Zum Titel: https://www.google.de/webhp?sourceid=chrome-instant&rlz=1C1CHFX_deDE635DE635&ion=1&espv=2&es_th=1&ie=UTF-8#q=pyrrhussieg&es_th=1 (Tante Google weiß Rat)







Pyrrhussieg


„These people are my family and if you hurt them in any way I will kill you.“
-Rick Grimes





Jetzt ist es anders als damals im CDC in Atlanta oder als sie auf Hershels Farm ankamen.
Häuser zu haben und fließendes Wasser und Spiegel und richtige Betten, das alles ist ihm fremd geworden. Nicht nur ihm, auch einigen anderen, er spürt es genau.
Es fühlt sich nicht an, als würde man einen lange vermissten Standard endlich wieder genießen dürfen, sondern unbequem und drückend, wie ein zu kleines Paar Schuhe.

Sein Körper befindet sich innerhalb dieser sicheren Grenzen, doch sein Verstand ist noch da draußen in der wahren Welt, wo es nur Tod gibt und Furcht und viel zu selten kleine Lichtblicke.
Dazu all diese fröhlichen Menschen, die keine Ahnung vom Leben haben, so wie es heute ist.
Sie sind ihm allesamt zuwider, erscheinen sie doch wie Großstädter, die sich auf einem Abenteuerurlaub befinden.
Sie sollten sich lieber fürchten, genau wie er und seine Familie es so lange mussten, immer noch tun und wahrscheinlich immer werden. Ein Wunder, dass sie überhaupt noch leben.

Er ertappt sich dabei, sie nicht nur zu belächeln, sondern auf sie herabzusehen mit ihren Vorgärten, den Haustieren und albernen Gesetzen- ein geschmackloser Witz.
Sie sind allesamt unwürdig. Unwürdig noch zu leben während so viele andere einen qualvollen Tod sterben mussten.

„Guten Morgen Rick!“, ruft ein Mann seines Alters ihm von der anderen Straßenseite aus zu.

Ungeschickt erwidert er den Gruß, hebt kurz die Hand und ringt sich ein Lächeln ab. Es kommt ihm vor, als würde er eine Grimasse schneiden.

Den schönen Schein zu wahren ist wichtig, da hat Carol vollkommen recht.
So fremd und unwirklich ihm die momentane Situation auch erscheinen mag, so ist es doch oberste Priorität, den Status quo zu erhalten und hierbleiben zu können. Das bedeutet Anpassung, zumindest nach außen hin.

Wer hätte schon gedacht, dass Carol und er sich jemals so einig sein könnten, nachdem er sie vor nicht allzu langer Zeit aus seinem und dem Leben aller anderen verbannte.
Doch was sie in Terminus getan hat, was sie nach dem Angriff auf das Gefängnis für seine Tochter tat, wird er ihr niemals vergelten können.

Eine kleine Ansammlung von Menschen erregt seine Aufmerksamkeit und er setzt sich in Bewegung.

Dort nahe dem Tor sieht er Glenn nickend mit einigen anderen zusammenstehen. Sie alle lauschen offenbar Deannas Anweisungen.
Rick ist sich noch unschlüssig, was er von ihr halten soll, traut ihr aber nicht mal im Ansatz.
Eines weiß er jedoch ganz genau: Sie führt die Einwohner von Alexandria. Und zwar in ihr Verderben, sie will es nur noch nicht wahrhaben.

„Was geht hier vor?“, fragt er ruppiger als beabsichtigt.

„Eine Versorgungstour steht an und Deanna möchte, dass ich Nicholas, Spencer und Aiden begleite“, erklärt Glenn schnell.

„Selbstverständlich unter meinem Kommando“, wirft letzterer ein und zieht damit Ricks glühenden Blick auf sich.

„Immerhin…kommt ihr aus Georgia und kennt die Gegend hier noch nicht“, fährt er fort.

„Ich komme mit“, beschließt Rick sofort.

„Das halte ich für keine besonders gute Idee“, schaltet Deanna sich ein.

„Wie Ihr Sohn bereits so treffend bemerkte, kennen meine Leute und ich die Gegend nicht und das würde ich gern ändern.“

„Sie müssten ziemlich weit fahren, da wir systematisch den Umkreis Alexandrias nach Vorräten durchkämmen. Vermutlich wären sie einen ganzen Tag lang unterwegs. Wollen Sie Ihre Kinder wirklich so lange allein lassen?“, wendet Deanna ein.

„Lassen Sie das meine Sorge sein. Michonne bleibt hier und Carol auch. Ich nehme nur einige wenige mit. Falls wir jemals auf uns allein gestellt sein sollten, müssen wir wenigstens halbwegs ortskundig sein.“

Deanna öffnet den Mund um zu widersprechen, doch Rick schneidet ihr das Wort ab.

„Bei allem Respekt, ich halte es der Sicherheit meiner Leute zuträglich. Diese Entscheidungen treffe immer noch ich. Es kann nur in Ihrem Interesse sein, dass wir uns hier wohlfühlen“, sagt er und stemmt die Hände in die Hüften.

„Ihre Leute, meine Leute…wir sind jetzt eine Gemeinschaft, Rick. Ich dachte, das hätten Sie begriffen.“

„Ich bestehe darauf“, bleibt er hartnäckig.

Deanna scheint einen Moment mit sich zu ringen, tauscht einen Blick mit ihrem Sohn und schürzt die Lippen.

„Von mir aus“, gibt sie schließlich nach.

Glenn nickt ihm kaum merklich zu und er wendet sich ab, um nach Daryl zu suchen. Auf ihn will er dabei nicht verzichten.

Deanna holt ihn nach ein paar Schritten ein, doch er bleibt nicht stehen, also geht sie neben ihm her.

„Eigentlich hatte ich eine andere Aufgabe für Sie vorgesehen.“

„Ich bin aber nicht ihr Laufbursche. Wenn wir uns nicht sicher fühlen, können wir nicht Teil dieser Gemeinschaft werden“, benutzt er ihre Worte.

„Ich muss anmerken, dass ich das nur sehr ungern sehe.“

„Das nehme ich in Kauf“, erwidert er, beschleunigt seine Schritte und lässt sie damit einfach stehen.

Eine halbe Stunde später sind sie bereit zum Aufbruch.
Nicholas, Spencer und Aiden wirken wenig begeistert über die Gesellschaft, doch das ist Rick herzlich egal.
Sie alle haben wie versprochen ihre Waffen zurückerhalten. Neben der Machete auch seinen Colt Python wieder am Gürtel zu tragen, beruhigt ihn auf eine seltsame Art und Weise.

Daryl war sofort bereit, sie zu begleiten, er schien sogar recht froh darüber zu sein, die kleine Stadt verlassen zu können. Auch Glenn und Noah werden dabei sein.

„Irgendwie habe ich ein ganz schlechtes Gefühl bei der Sache“, sagt Glenn leise, als Aiden das Tor öffnet.

„Manchmal sind die Dinge nur so mies wie du sie machst“, brummt Daryl, greift mit einer Hand den Gurt seiner Armbrust, der quer über seine Brust verläuft und geht voraus.

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TBC
P.S. : Ich werde jede Woche ein neues Kapitel hochladen.
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