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Ich hasse dich, verlass mich nicht!

von Elen
GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Deutschland Italien Preussen Rom Spanien Süd-Italien
16.09.2015
07.04.2019
27
46.020
7
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75 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
16.09.2015 897
 
Steffi, die Story ist für dich! Hoffe sie gefällt dir. ^-^
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Volltreffer!

Das tiefe Dong- Dong der Schuluhr verkündete das Ende der Stunde. Der Unterricht war zu ende. Mit einem erleichterten Seufzen schloss Feliciano Vargas das vor ihm auf dem Pult liegende Liederbuch und warf es in die, neben dem Tisch stehende, Schultasche.
Er konnte es kaum erwarten, seinem älteren Bruder Lovino von seinem ersten Tag an der W-Akademie zu berichten. Bereits seit drei Jahren besuchte Lovino die Akademie und gehörte in der Zwischenzeit zu den Schülern der Mittelstufe.
Feliciano schloss sich der Masse der dem Ausgang entgegenstrebenden Schülern an. Professor Roderich Edelstein, der Musikprofessor der W-Akademie, versuchte den hinauseilenden Schülern noch etwas mitzuteilen. Doch seine Stimme ging im Lärm der Ausgelassenen Schüler unter.
Lovino hatte seinem kleinen Bruder vor Professor Edelsteins Musikunterricht gewarnt, hatte ihm erzählt, wie schrecklich langweilig und ermüdend er war. Er hatte nicht übertrieben. Eigentlich liebte Feliciano die Musik. Er sang sehr gerne und spielte seit Jahren Gitarre. Niemals hätte er geglaubt, dass Musik auch eine langweilige Seite haben konnte. Professor Edelstein hatte ihn heute eines besseren belehrt.
Gemächlich schlenderte Feliciano den breiten Flur entlang, auf den Ausgang zu. Als er die Tür schon fast erreicht hatte, bemerkte er eine Gruppe Schüler, die sich vor einer großen, mit allen möglichen Zetteln behängte Tafel drängten.
„Ve… Was machen die denn da?“ fragte er sich laut.
„Weißt du das nicht?“ antwortet eine Stimme hinter ihm.
Überrascht sah Feliciano sich um. Vor ihm stand ein hoch gewachsener Junge mit schulterlangen, hellbraunen Haaren und dunkelblauen Augen. „Das Schulfußballteam sucht dringen neue Spieler. In drei Wochen findet ein Probespiel statt. Die wollen sich alle in die Anmeldeliste eintragen und…“
„Komm schon Toris!“ Ein Junge mit schulterlangen, hellblonden Haaren rannte an ihnen vorbei auf den Ausgang zu.
„Warte Feliks!“ rief der Andere dem Davonrennenden nach. „Sorry, ich muss los. Wir sehen uns,“ wand er sich noch einmal an Feliciano, ehe er dem Blonden folgte.
Nachdenklich, blickte der junge Italiener dem Jungen nach. Ein Probespiel… Ob er sich ebenfalls anmelden sollte? Feliciano spielte sehr gern Fußball. Er war nicht nur schnell, sondern auch geschickt im Umgang mit dem Ball und… Nein… Es ging nicht… Seinetwegen… Im letzten Jahr hatte Lovino sich für den Posten des Teamkapitäns beworben. Doch die Wahl, war auf “ihn“ gefallen… Wütend hatte Lovino der Mannschaft den Rücken gekehrt. Bestimmt war er immer noch Käpt'n des Teams.
Felicianos Blick wanderte zu den, sich um das Schwarze Brett scharenden, Jungen. Allesamt Schüler der Mittel- und Oberstufe. Groß, kräftig gebaut, nicht solche Hänflinge wie er, oder sein Bruder. Wenn er wirklich bei diesem Probespiel erschien, würden ihn sicher alle auslachen. Nein, diese Demütigung würde er sich ersparen.
In Gewisserweise, fühlte Feliciano sich erleichtert. Jetzt, da die Entscheidung nicht zu dem Probespiel zu gehen, gefallen war, musste er sich keine Gedanken mehr darüber machen, wie “er“ wohl reagieren würde, wenn der Jüngere plötzlich wieder vor ihm stand.
Ja, das Fußballteam würde auf ihn verzichten müssen. Wenn “er“ erst seinen Abschluss gemacht und die W-Akademie verlassen hatte, konnte Feliciano immer noch versuchen, in die Mannschaft aufgenommen zu werden. Außerdem, würde Lovino sicher wütend werden, wenn er erfuhr, dass sein kleiner Bruder dem Fußballteam angehörte. Zudem, wusste er nicht einmal, ob er überhaupt gut genug war um für die W-Akademie zu spielen.
Feliciano setzte sich in Bewegung. Lovino wartete sicher schon auf ihn. Er wollte nicht das sein kleiner Bruder allein nach hause ging und weigerte sich standhaft, Felicianos Fragen nach dem Warum zu beantworten. Der junge Italiener konnte es nicht genau bestimmen, doch irgendetwas stimmte nicht mit Lovino. Er war seit jeher angriffslustig und streitsüchtig, legte sich dauernd mit jemandem an, fluchte wie ein Matrose und lehnte jeden sozialen Kontakt (außer zu Feliciano und Großvater Roma) vehement ab. Doch in den letzten Wochen, hatte sich sein Verhalten zusehends verschlimmert.
Er passierte die Eingangstür und trat hinaus auf den großen Schulhof. Linkerhand konnte er das laute Rufen vieler erregter Stimmen hören. Neugierig sah Feliciano sich um. Der Lärm rührte von einer Gruppe Jungen her, die sich auf einer großen Rasenfläche um einen Ball balgten. Das war also die Fußballmannschaft der W-Akademie.
Der junge Italiener wollte sich abwendenden und seinen Weg fortsetzen, doch Felicianos Blick blieb auf das Spielfeld gerichtet. Seine Augen folgten einem der Spieler. Groß, breitschultrig, zerzaustes, blondes Haar… War es möglich das… Ohne es zu bemerken, war Feliciano über den Schulhof näher an das Spielfeld herangegangen. Nun konnte er ihn besser sehen. Das fein geschnittene Gesicht, das markante Kinn, die hohe Stirn, halb verdeckt von schweißnassen Haaren, diese Nase…
Felicianos Herz setzte für die Dauer eines Liedschlages aus. Er musste es sein. Es konnte gar keinen Zweifel daran geben. Wie oft hatte er von diesem Moment geträumt, hatte versucht sich vorzustellen wie es sein würde, wenn er ihn endlich wieder sah. Doch im Augenblick verspürte Feliciano einzig und allein den Wunsch, ganz schnell davonzulaufen. Bevor er ihn bemerkte.
Langsam, als müsste er sich zwingen, den Blick von ihm abzuwenden, drehte der junge Italiener sich um, wollte das Schulgelände endlich verlassen. Lovino würde toben wenn er ihn noch lange warten ließ. Geduld zählte ganz und gar nicht zu den Stärken seines älteren Bruders.
„Pass auf!“
„Achtung Gilbert!“
„Mann was machst du denn?“
„Vorsi…“
Etwas Hartes prallte gegen Felicianos Kopf. Schwer getroffen ging er zu Boden und blieb liegen wie er gefallen war.
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