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Gruppe 22: Hexenjagd

von MDU-Story
GeschichteAllgemein / P12
15.09.2015
15.09.2015
10
7.450
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15.09.2015 644
 
So, hier ist mal eine MDU-Geschichte in einer etwas anderen Zeit als man sonst so liest :)
Ich habe sie nur übernommen, daher ist die Anfangsidee nicht von mir. Dennoch wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen! Hier noch einmal die Übersicht:
Gruppe 22 (bis P16 [Slash])
Gruppenleitung:
baronesse

01. NamiraKayleighFaolan
02. baronesse
03. tabi babo
04. Calaijah
05. Maline
06. Wegweiser
07. Kyeira
08. Saphira1910
09. An Ny
10. Maiara

Betagelesen dankenswerterweise von Kurzweilerin!




Die junge Frau kniete am Boden. Die Kälte der Pflastersteine spürte sie nicht, obgleich sie nur ein kurzes Kleid trug. Ihr Atem ging schnell, Schweiß lief über das blasse Gesicht, das von langem, dunkelrotem Haar umrahmt wurde. Die dunkelgrünen Augen blickten panisch nach allen Seiten. Jeden Moment konnten sie kommen und sie holen, sie erneut einsperren. Lysáne schluckte. Sie wollte nicht zurück. Um keinen Preis. Nie wieder sollte er sie finden und seine Wut an ihr auslassen. Schnell rappelte sich die junge Frau auf. Schmerz durchzuckte ihren Körper. Einige Stellen ihres Kleides färbten sich rot, doch darauf konnte sie nicht achten. Sie musste weiter. Sonst würde alles zu spät sein. Die zierliche Gestalt, die fast noch ein Kind war, drückte sich gegen die Wand und lauschte. Alles blieb still. Die Nacht hatte sich über die Gassen des Dorfes gelegt. Doch Lysáne war nicht dumm, sie wusste, sollte ihr Mann von ihrer Flucht Wind bekommen, würde er sie suchen. Und wenn sie nicht schnell genug war, würde er sie finden, würde sie wieder einsperren und bestrafen für die Ungehorsamkeit. Lysáne legte eine Hand auf ihren Bauch, der sich gegen den Stoff abzeichnete. Nein, sie durfte nicht gefunden werden, Leonard sollte sie nicht kriegen. Sie musste das Leben, welches in ihr wuchs, beschützen. Koste es, was es wolle. Lysáne würde nicht zulassen, dass ihr Kind unter einem tyrannischen Vater aufwuchs. Die junge Frau verstand nicht, wie ihre Eltern sie mit diesem Mann hatten verheiraten können. Doch Armut ließ Menschen jeden erdenklichen Strohhalm ergreifen. Wohin Lysáne gehen sollte, wusste sie noch nicht. Zu ihren Eltern würde sie nicht gehen. Diese würden sie nur wegstoßen und zu Leonard zurückschicken. Vielleicht zu der Heilerin der Stadt? Diese wurde von den Stadtbewohnern gleichzeitig bewundert und gefürchtet, doch vielleicht würde genau das ihre Rettung sein. Leonard fürchtete Klatriné. Er würde sich niemals mit ihr anlegen. Und Klatriné hatte ihr schon oft ihre Hilfe angeboten. Lysáne kannte die gütige Frau seit ihrer Kindheit. Langsam setzte sich Lysáne in Bewegung, schlich durch die Gassen, darauf bedacht, keinem zu begegnen. Leonard hatte viele Freunde hier, die sie hassten, die sich nur darüber freuen würden, sie wieder Leonard auszuliefern und eine Belohnung einzuheimsen. Nach einer Unendlichkeit stand sie vor Klatrinés Haus und starrte die offene Haustür an. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Was war passiert? Klatriné ließ ihre Haustür niemals offen; sie wusste, dass es auch Menschen gab, die ihr nach dem Leben trachten. Lysáne schlüpfte in die Hütte der alten Frau. Alles war dunkel und still.
„Klatriné?“, flüsterte sie, doch nur ein Echo antwortete ihr. Lysáne schlich durch die Räume, fühlte sich unerwünscht, erdrückt. Aber sie musste wissen, was passiert war. Die Rothaarige kam in die Küche, wo sie mit Klatriné oft Tee getrunken hatte, den die Heilerin selbst hergestellt hatte. Entsetzt starrte Lysáne an den Tisch. Klatriné saß dort. Wie immer. Wäre da nicht das Blut und der Dolch, der durch ihre Brust getrieben worden war. Wie betäubt blieb Lysáne stehen, ehe sie zur ihrer Freundin stürzte. Am Dolchgriff war ein Zettel angebracht. Sie löste den Zettel und faltete ihn auseinander.

Gott, der Herr, bestraft die Hexe!

stand da mit Klatrinés Blut geschrieben und darunter:

Ich finde dich immer, Lysáne!

Der Zettel fiel auf den Boden. Leonard hatte von ihrer Flucht Wind bekommen und war ihr zuvorgekommen. Ein Schrei zeriss die Stille und sie fiel vor ihrer toten Freundin auf die Knie.
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