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Waiting on an Angel

von MariaAust
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dr. Robert Chase OC (Own Character)
15.09.2015
15.06.2018
12
27.076
2
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.02.2018 2.161
 
Hallo ihr Lieben!
Ich habe es geschafft, ein weiteres Kapitel hochzuladen und das nach zwei Wochen!!! Ich bessere mich langsam... :D
Passend zum Valentinstag geht es weiter mit etwas Romantik und vielen weiteren Gefühlen! Hoffentlich gefällt euch das Kapitel, für Kritik, Hilfe, Anregungen bin ich immer offen :)
Vielen Dank an Ramona für ihr liebes Review und die tolle Idee und Motivation! <3
Liebe Grüße, eure Maria :)






Kapitel 8: Scham, Herzklopfen und Kündigung

Noch bevor sie den Schlüssel ins Loch steckten konnte, wurde die Tür aufgerissen. Erschrocken und von Licht geblendet fuhr Dafne zusammen. House stand im Türrahmen, eine Taschenlampe in der Hand. „Was zur Hölle?“, stieß Dafne hervor ehe House sie ins Haus ziehen konnte. Verwirrt auf dem Sofa sitzend, machte sie Anstalten aufzustehen, doch House gab ihr mit wildem Rumgefuchtel seines Stocks zu verstehen, dass sie sitzen bleiben sollte, wenn sie nicht schwer verletzt werden wollte.
Sie sank also mit einem Seufzen in die Polster zurück und sah ihren Mitbewohner entgeistert an. „Was ist?“, fauchte sie, als House nichts sagte. Dann riss er seine Taschenlampe wieder hoch und beleuchtete Dafne.
„Was IST?“, fragte sie energischer und schirmte das Gesicht mit den Händen ab.
„Das ist ein Verhör“, sagte House leise und setzte sich ihr gegenüber auf den kleinen Couchtisch.
„Ein was?“
„Ein Verhör.“ Was stimmt nur nicht mit diesem Mann? Dafne sah ihn genervt an und griff nach der Taschenlampe, die House rechtzeitig wegzog. „Wo waren Sie von acht Uhr bis halb zwölf?“, fragte House und sah sie gespielt ernst an.  Das ist doch nicht sein Ernst. Dafne biss sich auf die Lippe, um nichts Beleidigendes zu sagen. Sie hatte gerade einen wirklich schönen Abend gehabt mit einem grauenvoll verwirrenden Ende und was sie jetzt auf keinen Fall wollte, war mit einem Verrückten zu diskutieren.
„Ich gehe jetzt schlafen“, sagte sie bis sie bemerkte, dass sie ja im Wohnzimmer schlafen würde und sie sich bereits dort befand. Entnervt stöhnte sie auf. „Nein, Sie werden nirgendwo hingehen, junges Fräulein!“, sagte House und wackelte mit der Taschenlampe. „Sie sind in Gewahrsam genommen.“
„House-“, begann Dafne, konnte aber nicht zu Ende reden. „Zeugen sagten aus, Sie wären mit einem jungen Mann unterwegs gewesen. Chobert Rase, heißt er nicht so?“
„Bitte was?“, entfuhr es Dafne, die zu allem Übel auch noch lachen musste. „Sie kennen also den Herrn Rase!“, folgerte House. „Geben Sie zu, die letzten Stunden mit Herrn Rase verbracht zu haben?“
„Ja, ich gebe es zu, Officer“, fügte Dafne hinzu. Vielleicht lässt er mich ja gehen, wenn ich keinen Widerstand mehr gebe. Doch da hatte sie falsch gelegen. „Aha! Sie waren mit dem Verdächtigen unterwegs, sogar vertraut! Hatten sie beide sexuellen Verkehr?“
„House!“, rief Dafne und die Röte schoss ihr ins Gesicht. „Natürlich nicht, wir waren essen. Meine Güte, was stimmt nicht mit dir?“ Ein fieses Grinsen huschte über das Gesicht des Diagnostikers.
„Ist Ihnen diese Frage etwa unangenehm? Hätten Sie etwa gern sexuellen Verkehr mit Chobert Rase?“, stichelte er und schwenkte die Taschenlampe wild durchs Zimmer. „Hör auf, ihn so zu nennen!“
„Beantworten Sie die Frage, junges Fräulein!“
„Hör auf, mit der Taschenlampe zu fuchteln!“
„Sie sollten erst nach der Ehe Geschlechtsverkehr haben“, tadelte House. „Wollen sie Rase etwa heiraten?“
Mit einer blitzschnellen Bewegung hatte Dafne ihm die Taschenlampe aus der Hand gerissen und hinter das Sofa geworfen. Nun wurde die Wand hinter ihr beleuchtet. „Das gibt hässliche Kratzer auf dem Parkett“, sagte House.
„Gut so“, zischte Dafne. Ihre Geduld war sichtlich am Ende. House bedachte sie mit einem enttäuschten Blick. „So langweilig“, kommentierte er, dann ließ er sie tatsächlich in Ruhe.

Dafne öffnete die Tür zu der Damenumkleide und fand Cameron. „Hallo Dafne“, sagte diese und lächelte. Die junge Ärztin schlüpfte gerade in ihr Oberteil. Dafne grüßte ebenfalls und zog ohne hinzusehen ihre Parktikumskleidung aus ihrer Tasche. Sie war müde und fühlte sich immer noch leicht schläfrig. Schweigend zogen die beide sich um. Als sie gerade schon zusammen aus der Tür gehen wollte, blieb Cameron stehen. „Du warst gestern mit Chase aus“, sagte sie. Dafnes Herzschlag beschleunigte sich. „Ähm, ja, das war ich“, antwortete diese. Natürlich musste er es seinen Kollegen erzählen. „Chase ist eine gute Partie“, sagte Cameron zögerlich. Irgendetwas an ihrem Ton gefiel Dafne nicht, aber sie konnte es nicht beschreiben, es war nur ein flüchtiges Gefühl. „Ich meine, er sieht gut aus und ist intelligent“, fügte die junge Ärztin hinzu. Dafne wurde rot im die Nase. „Ja, das stimmt wohl“, sagte sie und schaute leicht an Cameron vorbei auf die gegenüberliegende Wand. Eine kurze Weile schwiegen die beiden Frauen, dann fingen sie gleichzeitig an vorzuschlagen, zur Arbeit zu gehen. Cameron lachte und auch Dafnes Anspannung löste sich. Gemeinsam gingen sie zum Teamzimmer.
Dafne konnte die Glaswände schon von weitem sehen. Es ist neun Uhr, House dürfte noch nicht da sein. Das letzte was sie wollte, war dem Diagnostiker und Chase zur gleichen Zeit zu begegnen. Doch das Schicksal sollte es nicht gut mit ihr meinen.
Als sie mit Cameron das Zimmer betrat, fiel ihr Blick zuerst auf einen unglaublich gutaussehenden, blonden Arzt, der gemütlich seinen Morgenkaffee trank. Daneben saß Foreman, der desinteressiert in einer Fachzeitschrift blätterte und vor dem Tisch stand House.
Dafne wäre am liebsten umgedreht und weggerannt, konnte sich aber im letzten Moment noch beherrschen und setzte mühevoll einen Fuß vor den anderen.
„Guten Morgen Dafne“, sagte Chase mit zuckersüßer Stimme und nippte an seinem Kaffee. „Ja“, erwiderte Dafne. „Dir auch. Und Foreman.“ Foreman nickte nur kurz bei der Erwähnung seines Namens.
„Was, mir wünschst du etwa keinen guten Morgen?“, House humpelte empört auf sie zu. Mit einem Mal kamen die Erinnerungen an letzte Nacht in ihr hoch und ihre Unsicherheit wurde überschattet mit Genervtheit und einem kleinen Funken an Wut. „Du siehst müde aus“, machte House weiter. „Hast du gestern Nacht etwa nicht genug geschlafen?“ Er sah sie neckisch an. „Warst du etwa mit anderen, unartigen Dingen beschäftigt?“
Bei dieser Erwähnung verschluckte sich Chase an seinem Kaffee. „Nein“, sagte Dafne langsam und deutlich. „Ich bin müde, weil ich mit einem Geisteskranken zusammen wohnen muss, der anderer Leute Schlaf mit einer verfluchten Taschenlampe stört!“ Die letzten Worte hatte sie fast gerufen, was die anderen Ärzte zu ihnen hinüber schauen ließ.
„Nein sowas!“ House tat überrascht und humpelte näher zum Tisch, lehnte sich dagegen und wandte sich an Chase.
„Chase, ich wusste noch gar nichts von ihrer unstabilen psychischen Lage! Geht es Ihnen gut?“
„Mir geht es bestens House, vielen Dank“, sagte Chase lässig und stellte seine Tasse vor sich ab. Foreman legte seine Zeitschrift weg und beobachtete nun sichtlich interessierter das Geschehen um ihn herum.
„Und was hat es mit diesem Taschenlampenfetisch auf sich?“, bohrte der ältere Arzt nach. „House, jetzt lassen Sie ihn in Ruhe!“, mischte sich Cameron ein, die gerade Patientenakten durchstöberte. Doch House beachtete sie gar nicht.
„Ich glaube, Dafne sprach von einem anderen Geistesgestörten, oder Dafne?“ Er blickte sie direkt an und ihr Herz beschleunigte sich abermals.
House ließ sie nicht zu Wort kommen. „Natürlich würde Dafne nichts Negatives über ihren blonden Ritter in strahlend weißer Ärzterüstung sagen“, erklärte House.
„Meinen was in seiner was?“, fuhr Dafne dazwischen. Kann er nicht einfach aufhören? „Gestern jedenfalls war sie von Ihrem Charme ganz benebelt.“
„Ich war nicht benebelt!“, sagte Dafne empört.
„Doch, das warst du, deswegen warst du auch so biestig, als ich dich nett nach dem Verlauf deines Dates mit unserem lieben Chase gefragte habe. Du warst benebelt von seinem Chase-Charme.“ Dafne sah ihn ausdrucklos an und schüttelte den Kopf, wobei House triumphierend grinste. Foreman sah belustigt zwischen den Beteiligten hin und her und Cameron hatte ihre Nase in einer Akte vergraben. House seufzte und stieß sich vom Tisch ab. „Jetzt da alles gesagt ist, lasse ich euch eure Arbeit machen.“
Als er in Richtung seines Zimmers ging, stolperte er über Dafnes Tasche, die sie achtlos in der Mitte des Raumes hatte stehen lassen.
„Oh nein, wie ungeschickt von mir!“, sagte House und sah die anderen vier seltsam an. Dafnes Herz beschleunigte sich wieder. Irgendwas hat er vor. House richtete ihre Tasche mit seinem Stock wieder auf, doch etwas von dessen Inhalt war auf dem Teppichboden liegen geblieben. Dafne konnte nicht erkennen, was es war.
„Na, was haben wir denn hier?“, rief House gespielt verwundert aus. „Das sieht ja aus wie…“, House bückte sich. „Wie Kondome! Dafne, du unartiges Mädchen.“ KONDOME? Links neben sich hörte sie Foreman lachen. House hob eins der Kondome auf und betrachtete es. „Extra small“, las er vor. Jetzt war es um Dafne geschehen. Das Blut schoss ihr in den Kopf und rauschte in den Ohren. Wie zur Hölle konnte er unbemerkt Kondome in meine Tasche schmuggeln? Sie versuchte krampfhaft, sich nicht zu Chase umzudrehen.
„Sie war wohl doch nicht sooo sehr von Ihrem Chase-Charme benebelt, wie ich dachte“, sagte House und warf Chase das Kondom ins Gesicht, dann verschwand er fröhlich pfeifend auf den Gang hinaus.

„Mit einer Chemotherapie ist es möglich, den Krebs zu bekämpfen“, sagte Wilson dem Patienten vor sich. „Sie werden dennoch eine neue Niere benötigen.“
Seine Tür wurde aufgerissen und House spazierte hinein. „Hey Wilson“, sagte dieser und ließ sich auf das Sofa fallen. „Raus, ich habe einen Patienten“, forderte Wilson. „Entschuldigen Sie vielmals“, sagte er dem verwirrten sechzigjährigen vor sich.  „Dafne hatte ein Date“, sagte House.
„Ein Date?“, fragte Wilson verwundert und vergaß seinen Patienten.
„Ja, mit Chase.“
„Mit Chase? Dafne hatte ein Date mit Chase?“
„Ganz recht, gestern.“
„Wer ist Dafne?“, fragte der Patient. Wilson bedeutete ihm, einen Moment zu warten. „Nun, sie ist alt genug“, sagte er zögerlich. „Aber Chase? Denkst du, es ist etwas Ernstes?“
„Meine Güte Wilson, du klingst ja wie die Mutter des Mädchens! Lass sie in ihren jungen Jahren doch ein bisschen Spaß haben und sich mit einem wilden Hengst wie Chase austoben!“ Damit verschwand der Diagnostiker auch schon wieder und ließ einen verwirrten Patienten und einen noch viel verwirrteren Wilson hinter sich.

„Wir haben einen Patienten“, sagte Cameron und warf ihren Kollegen eine geöffnete Akte auf den Tisch. Foreman wandte sich ihr zu, aber Chase starrte immer noch beleidigt auf das Kondom in seinen Händen. Männer. Cameron hatte das Zimmer bereits verlassen, Foreman folgte. Doch vorher legte er Chase noch eine Hand auf die Schulter und meinte: „Dann lass mal deinen Chase-Charme spielen.“
Als sie nur noch zu zweit in dem Zimmer waren, warf Chase das Kondom endlich weg.
Dafne sah ihn unsicher an. Sie wusste nicht, ob er sauer auf sie war. Weil House diese Show veranstaltet hatte, weil sie ihm den Kuss gestern ruiniert hatte.
„Du schuldest mir etwas“, sagte er schließlich.
„Ich schulde dir was?“
„Ja, tust du.“
„Und was ist das, wenn ich f[ragen darf?“ Er meint doch nicht etwa... Dafnes Herz schlug wieder schneller. Wenn das so weiter geht, kriege ich heute noch einen Infarkt. Chase war in der Zwischenzeit aufgestanden und näher zu ihr gekommen. Er stellte sich entspannt vor sie hin, nah, aber nicht so nah wie am Abend zuvor. Dafne schaute leicht zu ihm hinauf.
„Du weißt, was ich meine“, sagte er und lächelte neckisch. Dieses Lächeln.
„Nein“, entgegnete Dafne, die von irgendwoher Mut gefasst hatte. „Du musst mir schon auf die Sprünge helfen.“
„So, muss ich das also?“ Chase lachte und fuhr sich durch die Haare. Einen Moment lang schaute er sie einfach nur an, dann legte er seine Hand an ihre linke Wange. Dafne umfasste unmittelbar seinen Arm und trat einen kleinen Schritt näher. Chase beugte sich etwas zu ihr herunter und wieder spürte sie seinen Atem auf ihrer Haut, doch dieses Mal würde sie sich nicht wehren. Sie schloss ihre Augen und brachte die letzte kleine Entfernung hinter sich, die ihre Lippen noch voneinander trennte.
Für eine Weile vergaß sie alles um sich herum, nur noch Chase war von Bedeutung. Sein Duft umfing sie, seine Hände hielten sie und seine Lippen, die sich so unsagbar weich auf ihren bewegten, schienen ihre ganze Welt zu sein.

„Ich darf doch bitten!“ Ertappt fuhren die beiden auseinander. In der Tür stand Vogler und starrte sie böse an. „Dorothy, das habe ich nun wirklich nicht erwartet.“ Dafne, das Gesicht gerötet trat einen Schritt von Chase weg und sah Vogler unsicher an. „Mein Name ist Dafne“, sagte sie vorsichtig, doch das schien den anderen keinesfalls zu interessieren. „Sie sind hier Praktikantin!“, sagte er aufgebracht. Ja klar. „Und ich dulde nicht, dass Praktikanten ein Verhältnis zu Mitarbeitern haben!“ Aufgebracht fuchtelte er dabei mit seiner Hand, um seinen Worten mehr Ausdruck zu verleihen. Chase lachte kurz und sah Dafne dann tadelnd an. „Wirklich, Dafne. Du sollst aufhören, mich zu verführen!“ Was für ein Idiot. „Auch Sie trifft Schuld, Doktor Chase“, fuhr Vogler ihn an. „Sie kommen mit in mein Büro“, ordnete er an. „Und Sie Darleen, Sie sind entlassen!“
Er machte auf dem Absatz kehrt und verließ das Zimmer. Chase setzte sich zögernd in Bewegung, drehte sich am Türrahmen jedoch noch einmal zu Dafne um. „Warte unten auf mich, beim Parkplatz.“ Dann war er auch schon verschwunden und ließ eine unsagbar glückliche Dafne zurück.
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