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Waiting on an Angel

von MariaAust
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dr. Robert Chase OC (Own Character)
15.09.2015
15.06.2018
12
27.076
2
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
01.02.2018 2.002
 
Hallo ihr Lieben!
Ich weiß, ich sollte mich schämen, dass ich seit mehr als einem Jahr nichts mehr hochgeladen habe. Eigentlich weiß ich gar nicht wieso, denn ich weiß schon ganz genau, wie diese FF enden soll und wird. Ich bin also die ganze Zeit über mit diesem Wissen durch die Gegend gelaufen, ohne auch nur etwas davon niederzuschreiben. Ich kann nur eins sagen und zwar: ES TUT MIR LEID!!! Wirklich, ganz dolle.
Das nächste Kapitel wird kein Jahr in Anspruch nehmen, das verspreche ich!
Danke also an die treuen Leser, die sich dieser Geschichte wieder zuwenden und ein herzliches Willkommen an alle neuen Leser! <3
Ich freue mich über jedes Review, jede Nachricht, jede Anregung oder Kritik!
Habt Spaß beim Lesen und hoffentlich bis bald!
Eure beschämte Maria :)





Kapitel 7: Mensafraß und Sushi

Daf Hühnfen fmeckt komif“, schmatzte Chase zwischen seinen Bissen an Hühnchenbrust. Dafne sah ihn etwas irritiert an und schob sich dann eine Gabel an Salat in den Mund, um nicht antworten zu müssen. Wenn sie eine lebenspraktische Sache an der Uni gelernt hatte, dann dass man Mensa- oder Cafeteriaessen nicht trauen durfte. Bei Salat konnte man noch am wenigsten falsch machen.
Chase schob seinen Teller enttäuscht von sich weg und schaute sich um. Wieso zur Hölle habe ich nur eingewilligt? Dafne war mehr als unwohl. Sie sah immer noch verheult aus, mit roten Augen und triefender Nase, Chase hingegen sah aus wie aus einem Modekatalog gestiegen. Wieso denke ich sowas? Vor lauter Entsetzen und Verwirrung verschluckte sie sich und hustete gefühlte fünf Minuten.
„Ist alles okay?“, fragte Chase nach einer Weile besorgt und sah sich um, ebenso wie die anderen Menschen. „Alles –hust, alles gut“, brachte sie schließlich hervor und trank schnell etwas, um auch das restliche Kratzen aus dem Hals zu spülen. Als wieder Ruhe eingekehrt war und Dafnes Gesicht nicht mehr die Farbe einer Tomate hatte, fragte Chase plötzlich: „Hast du Lust auf Abendessen?“
Fast hätte Dafne sich wieder verschluckt, doch bevor etwas passieren konnte, kaute sie ruhig weiter und schluckte die zermalmten Salatblätter vorsichtig herunter. „Es ist zwei Uhr nachmittags“, sagte sie. Er wird doch wohl nicht mit mir Abendessen gehen wollen.
„Ja, das ist es“, sagte er verwirrt. Oh scheiße. „Aber ich dachte auch nicht an jetzt, sondern an abends. Abendessen eben.“ OH scheiße. Dafnes Herz raste wie verrückt.
„Äh, ja. Abends“, brachte sie hervor. „Wir beide?“
„Siehst du noch wen?“
„Ähm, nein. Also klar, gern!“, sagte sie und wurde wieder rot, sie wäre am liebsten im Erdboden versunken. Chase hingegen fing sich langsam an zu amüsieren. Ein verschmitztes Grinsen huschte über sein Gesicht, was Dafnes Herz nur noch schneller schlugen ließ.  Was ist nur los mit mir? Beruhige dich wieder, Dafne! Doch sie beruhigte sich nicht.
„Gut, freut mich“, sagte Chase und grinste wieder. Dafne hätte ihm dieses Grinsen am liebsten aus dem Gesicht gewischt. „Um acht? Ich hole dich ab“, schob er hinterher.
„Nein!“, sagte Dafne energisch und ließ dabei ihre Gabel fallen. Klirrende endete sie auf dem Boden, doch Dafne interessierte sich nicht im Geringsten für ihr verlorengegangenes Essensutensil. Chase schaute sie komisch an. „Nicht? Ist dir eine andere Uhrzeit lieber?“
„Du kannst mich nicht abholen!“, saget sie gehetzt. „Ich wohne doch bei House!“ Allein die Vorstellung, House wüsste, dass sie mit Chase zusammen zu Abend essen würde, war ihr unsagbar unangenehm. Der Diagnostiker würde in alles etwas hinein interpretieren. Aber es ist ja eigentlich nichts, nur ein Abendessen zwischen Freunden. Nur das wir praktisch Fremde sind. Dieser Gedanke half nicht gerade dabei, diese Gefühlsgesamtsituation zu verbessern.
Chase brach in schallendes Gelächter aus und Dafne fühlte sich nur noch bescheuerter als ohnehin schon. „Okay“, sagte er. „Und du hast Angst, er würde reden oder dich ausquetschen nach und bevor dem Date.“
Nach und bevor dem Date.
Dem Date.
Date.
DATE.

Hätte Dafne eine weitere Gabel gehabt, wäre diese nun auch hinunter gefallen. „Date?“, brachte sie ihre Gedanken plump zum Ausdruck. „Ja“, sagte Chase gespielt ernst. „So nennt man es doch, wenn zwei Leute miteinander ausgehen, um sich besser kennenzulernen, oder nicht? Und außerdem kann ich so gleich gut machen, mit House geredet zu haben und dich für dieses Mittagessen entschädigen.“ Er zuckte mit den Schultern und warf sich gekonnte eine blonde Strähne zurück in Position.

„Was machen wir heute Abend?“, fragte House und ließ sich auf das Sofa neben sie fallen. „Lust auf nen Film? Fight Club oder Ähnliches?“ House schenkte ihr ein gerissenes Lächeln. Er weiß es, er weiß von Chase. Aber das war absurd. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass der junge Arzt mit ihm darüber geredet hätte. Und sie erst recht nicht. Aber vielleicht hatte er es ja seinen Kollegen erzählt und dann war es über Umwege zu House gekommen.
„Nein, danke“, sagte sie. „Ich wollte gerade duschen gehen.“ Ohne ein weiteres Wort verschwand sie im Bad für die nächste Stunde.
Nervös schaute sie auf ihre Uhr. „Zehn vor acht, ich werde wohl gleich rausgehen“, sagte sie sich. Dann sah sie in den Spiegel. Sie hatte sich dezent geschminkt, Maskara und Kajal, mehr nicht. Ihre Haare hatte sie offen gelassen. Sie trug eine weiße Bluse und blaue Jeans. Das geht immer, nicht aufdringlich. Nicht unbedingt datemäßig. Als sie noch in ihren Gedanken und ihrer Unsicherheit schwellte, klingelte es plötzlich an der Tür.
OH SCHEISSE..
Das konnte doch unmöglich Chase sein. Dafne stürzte aus dem Bad und als sie panisch das Wohnzimmer erreicht hatte, stand dort tatsächlich Chase.
„Dafne, dein Date ist hier“, verkündete House und sah sie triumphierend an. Chase, du Idiot. Sie war sich gefühlsmäßig so unsicher und dass House auch noch davon erfuhr, war einfach nur furchtbar. „Du siehst gut aus“, sagte Chase und schenkte ihr ein warmes Lächeln, was ihr Herz schnell schlagen ließ wie schon so oft an diesem Tag. „Danke, du auch“, sagte sie.
Er trug ein hellblaues Hemd, den ersten Knopf hatte er offen gelassen, darüber eine braune Lederjacke und noch eine schwarze elegante Hose. Er sah unverschämt gut aus, vor Allem mit seinem verschmitzten Lächeln, das er wieder aufgelegt hatte.
Sie ging durch das Wohnzimmer auf ihn zu, wo House ihr bereits ihren Mantel hin hielt. Schnell schlüpfte sie hinein. Als sie durch die Wohnungstür traten rief House ihnen hinterher. „Habt Spaß und seid artig!“ Dafne schüttelte den Kopf und Chase lachte leise, als er ihr daraufhin die Beifahrertür aufhielt.
Nachdem sie gestartet waren, begann der junge Arzt ein Gespräch. „Magst du Sushi?“
„Ja, gern“, antwortete Dafne. Sie hatte sich noch gar keine Gedanken darüber gemacht, wo er sie hinführen würde. „Das ist gut, denn wir sind gerade auf dem Weg zum besten Sushirestaurant der ganzen USA.“ Er sah kurz zu ihr herüber und heftete dann den Blick wieder auf die Straße. Die Laternen waren angegangen und es hatte zu nieseln begonnen. „Lust auf Musik?“, fragte er. „Hm klar, was hast du denn so?“, erwiderte Dafne. Chase deutete mit seiner Hand auf das Handschuhfach vor ihr. „Mach auf und such dir was aus.“
Neugierig durchstöberte Dafne Chase‘ Musiksammlung. „Beatles, Dire Straits, Rolling Stones“, las Dafne laut vor während sie sich durch die Alben suchte. „Katy Perry?“, kam es von ihr, ein Lachen konnte sie sich nicht verkneifen. Sie sah mit der CD in der Hand belustigt zu Chase rüber. Dieser hielt seinen Blick starr auf die Straße vor ihnen gerichtet, während sie an einer roten Ampel standen. Er wurde leicht rot um die Nase.
„Nun, manche Lieder sind gut“, sagte er warf ihr einen schnellen Blick zu. „Ja, finde ich auch. Es passt nur nicht ganz zu den anderen“, sagte Dafne. „Ich war nur etwas überrascht“, sagte sie und lachte kurz. Glücklicherweise viel Chase in ihr Lachen mit ein.
So setzten sie ihren Weg zum Sushirestaurant fort, unterlegt mit Katy Perry.

„Das Buffet ist riesig!“, staunte Dafne. Vor ihr lagen drei Tische voll bedeckt mit Sushi. „Ich hab dir doch gesagt, das wäre das beste Restaurant weit und breit“, sagte Chase neckisch. „Los, schnapp dir einen Teller und so viel Sushi wie du tragen kannst.“ Und genau das taten sie.
An ihrem Tisch, zugestellt mit Sushi, griff Chase nach der Gabel. „Du kannst doch nicht mit einer Gabel essen“, warf ihm Dafne entsetzt vor. Chase sah sie unglücklich an. „Womit sonst, mit Stäbchen? Wer isst schon mit Stäbchen?“
„Asiaten vielleicht?“, entgegnete Dafne. „Sushi kommt aus Japan, das weißt du schon, oder?“ Chase gab ihr einen gespielt beleidigten Blick, behielt die Gabel dabei aber in der Hand.
Dafne hingegen griff nach den Stäbchen. „Es ist gar nicht so schwer“, sagte sie und positionierte sie in ihrer Hand. „Siehst du? So geht es“, sagte sie und griff damit nach dem ersten Sushi. Chase rührte sein Essen nicht an.
Dafne lachte und hielt ihm ihre Hand mit den Stäbchen hin. „So, siehst du?“, fragte sie erneut. Der Arzt nahm zögerlich seine eigenen in die Hand und ordnete sie so an, wie Dafne sie hatte. „Sehr gut“, lobte sie ihn. Das brachte ihr einen weiteren gespielt beleidigten Blick an. Dann versuchte er sich daran, die Stäbchen zum Einsatz zu bringen. „Nein warte“, lachte Dafne, als sie seine gescheiterten Versuche nicht länger ertragen konnte. Vorsichtig griff sie über den Tisch und schob seinen Mittelfinger weiter nach vorn. „So müsste es besser klappen“, sagte sie und zog ihre Hand schnell wieder zurück. Wieso habe ich ihn angefasst? Das Blut schoss ihr in den Kopf, doch glücklicherweise war Chase zu sehr damit beschäftigt, die Sushirolle zwischen seine Stäbchen zu bringen, als dass er ihrer Röte hätte Aufmerksamkeit schenken können. Er ist keine kostbare, uralte Vase, du darfst ihn ruhig anfassen. Kurz jedenfalls. Falls nötig.
Und dann schaffte er es schließlich. Glücklich kaute er auf seinem Essen rum, die Stäbchen in der Hand. Dafne lächelte und widmete sich jetzt ebenfalls ihrem Sushi. All ihre Aufregung und Nervosität war verflogen.
Sie unterhielten sich lang und nahmen sich zwischendurch immer wieder etwas vom Buffet. Chase hatte die Gabel für den Abend verbannt.

Als sie wieder im Auto saßen, würgte Chase sie ab, bevor sie sagen konnte, was ihr eigentlich auf dem Herzen lag. „Ruhe“, sagte er, „Ich habe dich gern eingeladen, leb damit.“ Er drehte den Schlüssel um und startete sein Auto. „Danke dir, Chase“, sagte Dafne. Es war ihr unangenehm eingeladen zu werden. Sie kannten sich doch kaum, aber Chase hatte nicht mit sich reden lassen.
„Du kannst mich gern Robert nennen“, sagte Chase. „Chase ist so formell.“ Er schaute kurz zu ihr herüber. „Geht auch Rob oder Bobby?“, fragte Dafne scherzend. „Auf gar keinen Fall Bobby!“, sagte Chase energisch und lachte. „Alles nur das nicht!“
„Oh wieso? Bobby hört sich so putzig an“, erklärte Dafne.
„Genau das ist es“, antwortete Chase. „Kein Mann will putzig sein.“ Dafne lachte. „Und was will ein Mann dann sein?“, fragte sie.
„Stark und gefährlich“, entgegnete Chase und dann lachten sie beide. „Ein Bobby ist keines von beiden.“
„Dann bleibe ich wohl bei Rob, ist das ok?“, fragte Dafne. „Nur, weil du es bist“, sagte er daraufhin und zwinkerte ihr zu, aber das hatte sie sich vielleicht auch nur eingebildet.

„Danke für den tollen Abend“, sagte Dafne als sie auf den Stufen vor House‘ Wohnung standen. „Ich habe zu danken, für die nette Gesellschaft“, entgegnete Chase charmant. Dafne lachte und sah ihn an. Die Laterne beleuchtete sein Gesicht ein wenig, was seine blauen Augen zum Strahlen brachte. Augen wie der Himmel. Chase fuhr sich durch seine Haare.  Wie kann man bei einer normalen Bewegung nur so unverschämt gut aussehen? Er lächelte und trat einen Schritt näher. Wäre Dafne ein andere so nah gekommen, wäre sie ausgewichen, aber jetzt blieb sie stehen.
Chase senkte nun langsam seinen Kopf, brachte sein Gesicht näher an ihrs. Sie konnte schon seinen Atem spüren und dann wich sie im letzten Moment aus, umarmte ihn und trat einen Schritt zurück. „Gute Nacht dann“, sagte sie steif und nervös. Ihr Herz flatterte in ihrer Brust und ihr Magen zog sich zusammen. Chase sah sie mehr irritiert an als jemals zuvor und wünschte ihr ebenfalls eine gute Nacht, dann verschwand er in seinem Auto.
Gut gemacht, Dafne.
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