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Waiting on an Angel

von MariaAust
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dr. Robert Chase OC (Own Character)
15.09.2015
15.06.2018
12
27.076
2
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
04.01.2017 1.511
 
Hallo ihr Lieben!
Es tut mir so leid, euch so lange warten gelassen zu haben! Aber ich hatte in letzter Zeit so viel Mist um die Ohren, dass ich froh war, auch mal nichts zu machen in meiner Freizeit. Nur ist dabei die FF auf der Strecke geblieben... Egal, jetzt habe ich es ja endlich geschafft!
Und ich muss mich auch gleich dafür entschuldigen, dass das Niveau wohl etwas abgesunken ist und auch die Kapitellänge ist kürzer als sonst. Aber hey, entscheidet selbst :D Ich freue mich wie immer über jegliche Kritik und Rückmeldung! Viel Spaß beim Lesen!!!
Alles Liebe, eure Maria :)






Kapitel 6: Erneute Aussprache

Sie ging durch die Gänge, schob sich an Ärzten, Schwestern und Patienten vorbei. Alles um sie herum verschwamm. Immer wieder musste sie sich ihre Tränen wegwischen. Auch die Geräusche um sie herum verschwammen. Die Gespräche, das Öffnen und Schließen von Türen, Schritte. Alles zerfloss.
Dafne konnte keinen klaren Gedanken fassen. Sie fühlte sich erdrückt. Erdrückt von den Geräuschen, erdrückt von dem Geständnis ihrer Mutter. Schlagartig blieb sie stehen. Ich hätte nie weggehen sollen. Ich hätte einfach zu Hause bleiben sollen, dann wäre alles gut gewesen. Jetzt bin ich hier und weiß etwas, das ich gar nicht wissen will. Doch dann schüttelte sie den Kopf, um diese Gedanken zu verscheuchen. „Stell dich nicht so an“, ermahnte sie sich selbst.
Wieder setzte sie sich in Bewegung. Aus der Ferne konnte sie schon sein Büro sehen. Ohne anzuklopfen riss sie die Tür auf.

Wilson war gerade dabei gewesen, ein paar Akten zu ordnen und sich auf das kommende Elterngespräch vorzubereiten. Es war immer schwer Eltern mitzuteilen, dass ihr Kind eine Überlebenschance von weniger als zehn Prozent hatte, trotz Chemo, trotz allen Bemühungen.
Er schnaufte und sah auf die Uhr. Noch eine halbe Stunde.
Dann wurde die Tür plötzlich aufgerissen. Wilson erschrak und sprang von seinem Bürostuhl auf. Sein erster Gedanke war, dass die Eltern ins Zimmer gestürmt kamen. Es wäre jedenfalls nicht das erste Mal gewesen, das ihm etwas dergleichen passierte.
Doch es waren nicht die Eltern. Es war Dafne und sie sah nicht gut aus. Tränen flossen über ihr Gesicht.
„Dafne!“, rief er erschrocken aus. „Was ist denn passiert?“ Er wollte einen Schritt auf sie zu machen, doch schlug sie die Tür ins Schloss und stellte sich vor seinen Schreibtisch.
„Das weißt du ganz genau“, fuhr sie ihn an. Sie zitterte und ballte ihre Hände zu Fäusten.
„Ich weiß nichts!“, sagte er, immer noch erschrocken.  
„Oh doch“, donnerte Dafne, die jegliche Selbstbeherrschung verlor. „DU bist kein bisschen besser als meine Mutter! DU hast mich genauso belogen!“
„Dafne, bitte beruhige dich, ich weiß gar nicht wovon du redest!“, ganz entsetzt hob Wilson abwehrend die Hände. Was ist nur in sie gefahren? Doch eine leise Vermutung hatte er ja. Hatte House doch mit ihr geredet? Es gab keine andere Erklärung dafür. Dabei hatte er sich doch fest vorgenommen, es ihr heute noch zu sagen. War er ihm also doch zuvor gekommen.
„Dafne“, sagte Wilson und ließ sich auf seinen Schreibtischstuhl fallen. „Ich wollte nicht, dass du es so erfährst. Es tut mir so unsagbar leid, ich hätte es dir heute noch gesagt.“
Wie vom Blitz getroffen erstarrte das Mädchen. Wilson bemerkte es gar nicht richtig, sondern redete weiter. „Ich hoffe, es ist nicht zu schwer für dich, zu verstehen. Deine Mutter hat es getan, um dich zu schützen und ich auch. Ich war so froh, dich wieder in meinem Leben zu haben, da wollte ich es nicht kaputt machen.“ Er hob verzweifelt die Schultern.
„Bitte was?“, fragte Dafne voller Verwirrung. Ihre erste Wut war abgeklungen. „Wovon redest du? Hast du etwa mit ihr telefoniert?“ Sie verstand nicht, wie Wilson so schnell davon erfahren konnte.
„Mit deiner Mutter?“, fragte er verdattert. „Nein, wieso sollte ich das getan haben?“
„Aber wie kannst du denn dann von unserem Gespräch erfahren haben?“
„Was für ein Gespräch?“
„Na, das von mir und meiner Mutter!“
„Du hast mit deiner Mutter geredet?“
„Ja, mit wem denn sonst?!“
„Mit House natürlich!“
Beide sahen sich einen Moment fragend an. „Was hat House denn damit zu tun?“, fragte Dafne und ließ sich aufs Sofa fallen.
„Du hast es von deiner Mutter erfahren?“, erwiderte Wilson, fuhr sich durchs Haar. „Damit hätte ich nicht gerechnet“, gestand er.
„Hä?“, gab Dafne von sich. „Ja aber von wem soll ich es denn sonst wissen?“
„Na, von House! Er drohte mir schon seit Tagen, es dir endlich zu sagen.“
„Hm…“, meinte Dafne. „Das reimt sich“, schob sie hinterher. Wilson sah irritiert zu ihr herüber. „Wie bitte?“
„Seit Tagen, zu sagen“, betonte Dafne. Sie fand es immer komisch, wenn sich ungewollt etwas reimte. Dann mussten die beiden unverzüglich lachen.
Und ganz plötzlich war ihre Wut verpufft. Einfach weg. Was solls’s. Ich hab keine Lust mehr auf Streit, es war stressig genug die letzten Tage. Lächelnd sah sie Wilson an.
„Wie geht es dir?“, fragte dieser. „Bist du sauer?“ Dafne schüttelte den Kopf.
„Ich war sauer. Auf dich, auf meine Mutter und auf mich. Aber was bringt es mir? Jetzt weiß ich wenigstens alles. Es ist komisch und wird wahrscheinlich noch lange dauern, bis ich alles verstehe. Aber hey, was soll ich denn machen? Ich kann sauer sein oder ich mach weiter.“ Sie zuckte die Schultern. Ich bin müde. Sie stand langsam auf und ging zur Tür.
„Wann kann ich eigentlich zu dir?“, fragte sie.
„Das wird wohl noch ein paar Tage dauern“, sagte Wilson vorsichtig. „Eventuell eine Woche. Maximal.“ Er nickte bekräftigend.
Dafne nickte ebenfalls. Dann bleibe ich vorerst bei House.

„Was hat sie noch gesagt?“ House humpelte vor Chase auf und ab, der sichtlich unwohl auf einem der Stühle im Teamzimmer saß. „House, ich habe es Ihnen doch schon gesagt“, wiederholte Chase und würde am liebsten aus dem Fenster springen. „Sie hat mir nichts gesagt.“
„Nur, dass sie adoptiert ist“, entgegnete House und setzte sich vor Chase auf den Glastisch. „Ja. Kann ich jetzt gehen?“
„Nein!“, rief House gespielt entsetzt. „Ich will jedes Detail wissen!“
„Ich kenne keine Details.“
„House, jetzt lassen Sie ihn in Ruhe!“, warf Cameron von der anderen Seite des Tisches her ein, nachdem sie es nicht länger aushielt.
„Ruhe auf den billigen Plätzen“, zischte House und widmete sich wieder Chase. Foreman tätschelte ihr die Schulter, dann drückte er ihr eine Patientenakte in die Hand. „Lassen wir sie allein“, sagte er an seine Kollegin gewandt. „Widmen wir uns wichtigeren Dingen.“ Schon fast gegen ihren Willen, schob Foreman sie aus dem Raum hinaus.
Gerade als House sich Chase erneut vorknüpfen wollte, wurde die Tür geöffnet.
„Dafne!“, rief House verblüfft aus und stürzte sich sogleich auf sein nächstes Opfer. „Du siehst furchtbar aus.“ Etwas betroffen fuhr sie sich übers Gesicht. Sie konnte noch die getrockneten Tränen spüren. „Sentimentaler Teenager“, schnaufte er und drückte sie auf einen Stuhl neben Chase. Dieser schien sich entlassen zu fühlen und stand sofort auf. „Hey, hiergeblieben!“, rief House seinen Stock in der Luft umherschwingend, aber Chase dachte gar nicht daran, dort zu bleiben. Er verschwand lieber zum nächst besten Patienten.
„Dann sind es nur noch zwei“, kommentierte der Diagnostiker etwas enttäuscht.
„Wieso sitze ich hier?“, fragte Dafne und sah sich unwohl um. Sie wusste zwar, worauf der Arzt hinaus wollte, gerade weil er vorher mit Chase geredet hatte, aber sie wollte sich momentan einfach nicht unterhalten.
„Du bist adoptiert“, sagte House. „Ich weiß“, gab Dafne zurück. „Kann ich jetzt gehen?“
„Nein.“
Genervt stöhnte sie auf und fing sich dafür einen missbilligenden Blick von House ein. „Ja toll, ich bin adoptiert. Das wusstest du doch schon! Was willst du dann noch von mir?“
Er zuckte mit den Schultern. „Weiß nicht. Ich habe mehr Drama erwartet, mehr Action. Du und Wilson seid beide so langweilig.“ Er wusste selbst nicht, was er sich genau erhofft hatte. Wohl keine so gefasst und ruhige Dafne.  Schade.
„Naja, du bleibst heute Abend wohl noch bei mir?“, wechselte er das Thema.
„Ähm ja“, sagte Dafne. House nickte und verschwand in seinem Büro.
„Was war das denn?“, fragte sich Dafne und sah ihm hinterher. „Sieht ihm gar nicht ähnlich. Aber vielleicht kommt er heute Abend nochmal darauf zurück.“

In diesem Moment betrat Chase wieder das Zimmer. Kurz schaute er sich um und vergewisserte sich, dass die beiden allein waren, dann setzte er sich neben Dafne.
„Es“, begann er zögerlich. „Es tut mir leid, dass ich House davon erzählt habe.“ Er sah sie schuldbewusst an. „Ich weiß, es geht mich ja nichts an. Aber du kennst ihn inzwischen ja…“ Versuchte er sich zu rechtfertigen und nickte in Richtung House‘ Büro.
„Chase“, sagte Dafne und lächelte. „Ist kein Problem. Er wusste eh davon. Mach dir keine Gedanken.“ Dankbar lächelte er sie an. „Okay“, sagte der junge Arzt und Dafne lächelte ebenfalls. Einen kurzen Moment sahen sich die beiden nur lächelnd an, bis sie sich abrupt abwandten. Dafne schoss unwillkürlich die Röte ins Gesicht.  Was ist denn los mit mir? Jetzt beruhige dich wieder!
„Lust auf Essen?“, fragte er. „Essen?“
„Ja, also in die Cafeteria was essen?“, fragte er. „Also, nur wenn du willst. Ich hätte etwas Hunger“, schob er unsicher hinterher.
„Ja, ich auch. Gern!“
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