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Waiting on an Angel

von MariaAust
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dr. Robert Chase OC (Own Character)
15.09.2015
15.06.2018
12
27.076
2
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
20.09.2015 2.240
 
Hallo ihr Lieben :)
Zuerst einmal möchte ich mich ganz herzlich für die lieben Reviews bedanken! Ich freue mich jedes Mal aufs Neue wie ein kleines Kind an Weihnachten!!! :)
Auf das "eigentliche" zweite Kapitel müsst ihr leider noch etwas warten, denn bei dem Versuch, es zu schreiben, kam das hier bei raus :D
War wirklich nicht geplant, aber bevor es bei mir zu Hause irgendwo versauert, kann ich es euch ja auch einfach zeigen.
Das ist also das erste Kapitel aus House' Sicht.  Aber keine Sorge, am zweiten wird schon fleißig gearbeitet! Dann kommt auch wieder mehr Neues :D
Liebe Grüße, Maria :)






Kapitel 1: Sicht House

„Aber wieso denn nicht?“, fragte er empört und humpelte hinter Cuddy her. „Weil Sie schon wieder Gespenster sehen wo keine sind.“ Cuddy ging in ihr Büro, natürlich gefolgt von House. „Und weil Dr. Humphrey ein guter Arzt ist.“ Sie setzte sich an ihren Schreibtisch.
„Humphrey ist ein Idiot.“
„Sie sind ein Idiot, House.“
„Werden sie jetzt etwa beleidigend?“, fragte House gespielt schockiert und sah seine Vorgesetzte vorwurfsvoll an.
„Der Patient hatte nur eine Blinddarmentzündung und jetzt hat er keine mehr, wissen Sie wieso? Der Blinddarm wurde entfernt und alle sind glücklich. Das hat nichts mit der Diagnostik zu tun. Er wird nicht in den nächsten paar Tagen sterben, außer er wird vom Bus überfahren.“ Sie fing an, einige Dokumente vor sich zu ordnen.
„Doch, er wird sterben, wissen Sie wieso? Weil Dr. Humphrey ihm nur unwillkürlich Organe entnimmt, anstatt ihn zu richtig behandeln. Lassen sie so etwas in ihrem Krankenhaus zu?“ Genervt schaute Cuddy von ihrer Arbeit auf. „Gehen Sie, House“, sagte sie bestimmt.. „Na gut, wenn er stirbt ist es also nicht mehr Humphreys Schuld, sondern Ihre. Okay und ein klein wenig noch Humphreys.“ Damit stapfte House davon, so gut dies mit Stock nun mal ging. Cuddy ahnte schon, dass da noch was kommen wird. House hätte nie so klein beigegeben.

„Hey Sie“, sprach House eine Krankenschwester an. „Geben Sie mir die Akte von Jonas Moore, Anweisung von Cuddy.“ Sie war neu hier, jung und hübsch, aber vor allem hatte sie einen ungeheuren Respekt vor House und Cuddy. Nie hätte sie sich einem von ihnen widersetzt. Na geht doch.

„Wir haben einen Fall“, verkündete der Arzt und warf die Akte auf den Tisch, machte sich sogleich daran, etwas auf die Tafel zu schreiben. „Da ist nichts“, sagte Foreman, nachdem er die Akte überflogen hatte und sie an Cameron weiterreichte. Chase war noch nicht da. „Blinddarmentnahme“, las Cameron vor. „Ich weiß, was da drin steht“, sagte House, dann fügte er an Foreman hinzu, „Doch, wir haben einen Fall. Lesen sie genauer.“
„Da steht nicht mehr“, beharrte Foreman.
„Dann lesen Sie zwischen den Zeilen“, riet House ihm und drehte sich um, suchte den Raum mit Augen ab. „Wo ist Chase?“, fragte er.
„Nicht da“, antwortete Foreman. Entnervt schaute House zu seinem Arzt. „Das sehe ich auch, danke.“ Foreman schmunzelte nur, widmete sich dann einer anderen Akte, Cameron hingegen las noch in der von Moore. Immerhin tut sie, was sie soll. House wollte sich gerade wieder umdrehen, als er in seiner Bewegung inne hielt und sich wieder an die Ärzte wandte. „Wieso kommt er später?“, fragte er.
„Wer, Chase?“, entgegnete Cameron, die aus der Akte aufblickte. „Wer denn sonst? Fehlt hier noch jemand?“, pampte House seine Ärztin an.
„Guten Morgen“, begrüßte Wilson die Runde. „Ich dachte, du hättest keinen Fall.“ Verwundert sah er von House zu der beschriebenen Tafel und dann wieder zurück.
„Hat er auch nicht“, mischte Foreman sich ein. Wilson trat näher und sah sich das ganze an. „Jonas Moore? Ist das nicht der Patient vom alten Humphrey?“, fragte er. „Jetzt nicht mehr“, antwortete House knapp. Foreman lachte auf. „Sie haben Humphrey den Patienten geklaut? Wegen einer Blinddarmgeschichte?“ Er schüttelte den Kopf und widmete sich jetzt nicht länger seiner Akte. Er wollte von der sich anbahnenden Szene nichts verpassen.
„Sie können doch nicht einfach einen Patienten klauen!“, empörte sich Cameron und sah sich hilfesuchend zu ihren Kollegen um. Foreman beobachtete das alles amüsiert und Wilson zuckte mit den Schultern. „Sie kennen Ihn doch schon länger, es sollte Sie eigentlich nicht wundern“, meinte dieser.
„Trotzdem sollten sie es absprechen mit dem behandelnden Arzt, bevor Sie seinen Patienten klauen, House“, beharrte Cameron. Da drehte House sich wieder um. „Ich habe ihn ja nicht wirklich geklaut, er liegt immer noch in seinem Zimmer. Das war metaphorisch gemeint von Foreman“, erklärte er sarkastisch, widmete sich dann wieder seiner Arbeit.
„Und wo ist Chase?“, fragte er wieder.
„Er kommt später“, antwortete Cameron. „Hören Sie uns eigentlich zu, wenn wir reden?“
„Tut mir Leid, haben Sie etwas gesagt?“ Er lächelte sie sarkastisch an, sah dann aber zu seinem Freund. „Hast du keinen Patienten, der gerade stirbt?“
„Gleich, noch nicht. Außerdem ist das hier gerade interessant“, gab Wilson zurück und lehnte sich gegen den Tisch.
Dann betrat Chase endlich den Raum. „Da sind Sie ja! Wo waren sie denn?“, fragte House. „Ich hatte noch etwas zu erledigen“, erklärte Chase, warf seinen Kollegen einen fragenden Blick zu und stellte seine Tasche auf einem der Stühle ab. Als er sich wieder zu gehen wandte, hielt House ihn zurück. „Und wo gehen Sie jetzt wieder hin?“
„Das wird mir jetzt doch zu viel“, warf Wilson lächelnd ein. „Ich bin bei meiner Patientin.“ House sah ihm nicht einmal nach, all seine Aufmerksamkeit war auf Chase gewandt.
„Auf Toilette, wenn das noch gestattet ist“, antwortete resigniert Chase und verschwand wieder aus dem Zimmer.
„Werden Sie jetzt schon paranoid?“, fragte Foreman mit einer Mischung aus Ironie und Ernst. Er kannte seinen Chef ja schon länger, aber manchmal ließ ihn dessen komisches Verhalten immer wieder stutzen. House machte keine Anstalten zu antworten, sondern beschrieb wieder die Tafel. Ihm war eine Idee gekommen. Nach einer kurzen Weile betrat Chase wieder den Raum.
„House“, sagte dieser, „Hier ist jemand, der Sie sprechen möchte.“
„Stirbt dieser jemand in den nächsten paar Minuten?“, fragte er genervt und schrieb unbeirrt weiter. Ich habe gerade eine Idee. „Ähm, nein, aber…“, begann. Chase von neuem, aber er wurde unterbrochen.
„Dann kann derjenige wohl noch etwas warten. Ich arbeite.“ Sieht das denn niemand?
„Aber wir haben keinen Fall“, warf Chase ein. „Doch, den haben wir“, kam es genervt von House.
„Es ist eigentlich gar nicht sein Fall, er hat ihn Dr. Humphrey geklaut“, klärte Cameron ihren Kollegen auf. Den Ultraschall des Blinddarms, den brauchen wir.
„Ich habe ihn nicht geklaut“, mischte sich House wieder ein. „Ich habe ihn nur ausgeliehen, er kriegt ihn zurück, wenn wir das Leben dieses Mannes gerettet haben.“ Dann drehte er sich um  und erblickte sie.
Mitten in seiner Bewegung hielt er inne und sah sie ungläubig an. Das ist unmöglich. Das kann nicht wahr sein. Absolute Stille legte sich über den Raum. Niemand wagte, etwas zu sagen. Ich hatte Recht.  

„Du.“
Nur ein einziges Wort. Sie war tatsächlich gekommen. Sie schluckte schwer. „Ich wollte kurz mit Ihnen reden, falls Sie gerade Zeit haben“, brachte sie mit bebender Stimme hervor.
„Es gibt nur zwei plausible Gründe, aus denen du hier auf einmal auftauchst“, sagte er und kam ein paar Schritte auf sie zu. „Entweder bist du schwer krank und stirbst in den nächsten Wochen oder aber das vor zehn Jahren war eine Lüge.“ Er musterte sie angestrengt. Sie wich seinem Blick aus und doch sah er, wie fertig sie aussah. House hatte sie gleich erkannt. Noch nie hatte er so klare, blaue Augen gesehen. Ihre hellbraune Haarfarbe ist auch gleich geblieben, sowie ihr Leberfleck schräg unter dem linken Auge. Sie hatte immer noch Grübchen beim Lächeln und Sommersprossen um die Nase herum. Wenn sie nervös war verschränkte sie ihre Finger vor dem Magen ineinander. Das hat sie schon an ihrem siebten Geburtstag gemacht, als ich ihr den rosa Elefanten geschenkt habe. Anscheinend war es doch keine so schlechte Idee von Wilson, mich da mit hin zu nehmen.
„Deinem rosigen Teint, wenn wir die Augenringe mal weglassen, und deiner offensichtlichen Nervosität nach zu urteilen, ist es die zweite Option.“ Sie nickte und sah ihm dann doch in die Augen. Sie sah Misstrauen in seinen und er sah Verzweiflung in ihren. „Was ist passiert?“, fragte er jetzt etwas leiser, einfühlender. Ihrer Verfassung nach zu urteilen nichts Gutes. Sie tat ihm Leid. Wilson tat ihm Leid. Was vor zehn Jahren passiert ist, war alles andere als schön. Wilson hat ein paar Tage bei ihm übernachtet, weil er einen großen Streit mit seiner Frau wegen dieser Sache gehabt hatte. Das darf sich nicht wiederholen. Er hatte sich große Sorgen um seinen Freund gemacht, auch wenn er es nicht zugab.
„Das ist privat“, sagte sie, aber er ahnte schon, was es sein könnte.
„Hältst du das für eine gute Idee?“
„Das wollte ich Sie eigentlich fragen.“ Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, dann ging er die paar Schritte wieder zurück, sah seine Ärzte an. „Was ist?“, fragte er grob, als er ihre verblüfften Gesichter sah. „Sie sind nett, das macht uns Angst“, feixte der Foreman. „Haha, sehr witzig“, meinte House sarkastisch. „Wer ist sie?“, fragte der Arzt wieder.
„Dafne Mayburn“, sagte sie. Alle Blicke folgen zu ihr
„Woher kennt ihr euch?“, fragte Cameron, die Foreman böse ansah. Ist die penibel was Höflichkeit angeht.  „Das ist Wilsons Nichte“, klärte House seine Ärzte auf und wandte sich wieder seinem Whiteboard zu.
„Wilson hat eine Nichte? Das wusste ich gar nicht. Und wieso bist du hier?“, fragte sie an Dafne gewandt. Sag es ihr bloß nicht, außer du willst dich von ihr therapieren lassen. „Na ja, das ist etwas komplizierter. Ich möchte nur kurz mit ihm reden.“ Kluges Mädchen.
„Er hat gerade eine Patientin, du kannst gern hier auf ihn warten“, mischte sich Chase ein. Wieso war er zu spät? Er kam fast nie zu spät. „Oh nein, Sie müssen doch arbeiten. Ich warte gern woanders“, warf Dafne ein und wollte schon wieder gehen.
„Schön hier geblieben! Du setzt dich da hin.“ House zeigte mit seinem Stock auf einen freien Stuhl zwischen Cameron und Foreman. Dafne gehorchte. Gut so, sonst hätte ich sie noch mit meinem Stock abwerfen müssen. „Wir können dich doch nicht einfach hier im Krankenhaus herumirren lassen“, sagte Cameron und fing sofort an, das Mädchen zu bemuttern.
House, wieder zur Tafel gewandt, nahm sein Handy aus der Innentasche seines Jacketts und wählte Wilsons Nummer. So nervös wie sie ist, rennt sie uns womöglich noch weg. Er bekam das Gespräch nur am Rande mit.
„Hier bitte. Sag mal, sind deine Eltern nicht irgendwo in der Nähe, damit wir ihnen sagen können, dass du hier bist?“, fing Cameron wieder an, das Mädchen zu umsorgen. Hat die einen ausgeprägten Helferkomplex.
„Für wie alt schätzen sie mich?“, entgegnete Dafne. House grinste.  Sie sieht wirklich jünger aus, als sie ist.  
„Mach dir nichts draus“, mischte House sich ein, der von seinem Whiteboard wegtrat und sich an den Tisch lehnte. „In fünfzig Jahren wirst du dich darüber freuen.“
„Ich bin zweiundzwanzig“, klärte Dafne die verwirrte Cameron auf. „Oh, entschuldige bitte“, sagte diese, „Du siehst bloß nicht gerade wie zweiundzwanzig aus!“
„Schon gut“, beruhigte Dafne sie. „Passiert mir ständig.“ Foreman lachte in sich hinein und auch Chase schien das zu amüsieren. Cameron wurde rot und widmete sich der Akte vor ihr.

„Da ist nichts“, sagte Foreman schließlich. „Der Mann hatte Blinddarmbeschwerden. Der Blinddarm wurde entfernt. Jetzt hat er keine Beschwerden mehr. Er ist nicht tot krank.“
„Doch, das ist er“, sagte House.  Wieso hört denn niemand auf mich? „Machen sie ein MRT und untersuchen sie sein Blut auf irgendwelche Anomalien.“  
Genervtes Stöhnen seitens der Kids. Sie wollten gerade aufstehen und sich an die Arbeit machen, als die Tür geöffnet wurde.

„House, was ist los? Du rufst mich doch sonst nicht an und legst sofort wieder auf.“ Genervt trat Wilson in den Raum und sah House fragend an. Vermutlich vermutete etwas total Belangloses. House zeigte mit seinem Stock auf den Tisch. Wilson folgte ihm und sah sie.
Dafne stand ruckartig auf und hätte dabei fast das Wasserglas umgeworfen. Meine Güte.
„Dafne“, ungläubig sah er sie an. Wieder legte sich eine Totenstille über den Raum. „Hi“, war alles, was sie rausbrachte, dann versagte ihre Stimme. Wow, kreativ Dafne. „Kann ich kurz mit dir reden?“ Flehend sah sie ihn an, doch Wilson wollte nichts davon wissen „Geh nach Hause, Dafne. Es gibt nichts zu reden.“ Er drehte sich um, ging zur Tür. Komm schon Wilson, gib ihr eine Chance!
„Nein! Es war eine Lüge!“ Dafne ging ein paar Schritte auf ihn zu. „Es war eine Lüge“, wiederholte sie. Wilson, die Hand schon an der Klinke, drehte sich langsam wieder um. „Ich weiß, Dafne.“
„Aber nicht von mir“, redete sie weiter, versuchte ihn verzweifelt zum Zuhören zu bewegen. „Sie hat uns beide angelogen, nicht nur dich.“
„Was sagst du da?“ Jetzt drehte er sich endlich wieder vollständig zu ihr um, ließ sogar die Klinke los. Na endlich. „Sie hat uns beide angelogen“, wiederholte Dafne. „Und das soll ich dir glauben?“, fragte Wilson. Komm schon Wilson, hab dich nicht so.
„Wäre ich sonst hier?“, entgegnete sie. „Ich will dir doch nur die Wahrheit sagen.“ Wilson blieb stumm. Das ist ihre Chance.
Dafne erzählte ihm grob was damals passiert war, ohne auf genauere Details einzugehen, doch das reicht um Wilson zu überzeugen.
Ich hatte Recht. Mit allem.
Wilson dachte über ihre Worte nach. Mit ein paar Schritten war er bei ihr und schloss sie in die Arme. Dafne fing an zu weinen. Zu viel Gefühlsdrama für einen Tag. Definitiv viel zu viel Gefühlsdrama für einen Tag.
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