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Waiting on an Angel

von MariaAust
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dr. Robert Chase OC (Own Character)
15.09.2015
15.06.2018
12
27.076
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15.06.2018 539
 
Waiting on an Angel

Es klopfte an Wilsons Tür. „Herein“, sagte er müde und fuhr sich über das Gesicht. Es waren anstrengende Tage gewesen. Ich habe Krebs.
Zu seiner Verwunderung stand Chase in der Tür. „Hast du kurz Zeit?“, fragte er. Wilson nickte und zeigte auf einen Stuhl vor seinem Schreibtisch. Chase schloss die Tür und setzte sich dann zu ihm. Eine kurze Zeit sagten die beiden nichts.
„Ich habe von deiner Verfassung erfahren“, sagte Chase zögerlich. „Tja, daran kann man nichts ändern“, meinte Wilson und zuckte mit den Schultern. Er hatte abgenommen und tiefe Augenringe lagen unter seinen Augen.
„Wie lang hast du noch?“
„Ein paar Monate, vielleicht weniger.“
Chase nickte. „Tut mir leid“, war alles, was er dazu sagen konnte. „Mir auch.“
„Ich musste heute an Dafne denken“, sagte Chase schließlich und ein trauriges Lächeln umspielte seine Lippen. „Dafne?“, fragte Wilson verwundert. Es waren Jahre seit ihrem Tod vergangen. Chase nickte. „Sie fehlt mir. Manchmal komme ich nach Hause und denke, dass sie da stehen müsste, wenn ich die Tür öffne, aber sie ist nicht da. Obwohl ich mit Cameron verheiratet war, habe ich oft an sie gedacht. Wie mein Leben ausschauen würde, wäre sie noch hier.“
Wilson sah den jungen Arzt mitfühlend an. „Das frage ich mich auch oft.“ Sie schwiegen noch eine kurze Weile, dann stand Chase auf.
„Ich muss jetzt wieder an die Arbeit“, sagte er. „Alles Gute, Wilson. Und grüß Dafne von mir, wenn du sie wieder siehst.“
„Das werde ich, Chase. Das werde ich.“

„Du siehst scheiße aus.“ House sah seinen Freund von oben bis unten an und zog ihn dann in seine Wohnung. „Hier, das macht alles besser.“ Er drückte Wilson ein kühles Bier in die Hand. Wilson legte seinen Mantel ab und setzte sich dann zu House auf die Couch, die beiden stießen an und tranken.  
„Chase hat mich heute besucht“, sagte Wilson schließlich. „Chase?“, verwundert sah House seinen alten Freund an. Er machte sich Sorgen um ihn. „Wir haben kurz über Dafne geredet“, sagte Wilson und nahm einen weiteren Schluck. House nickte verstehend. Der Tod seiner Nichte hatte Wilson schwer mitgenommen, aber auch Chase hatte gelitten. Sogar House vermisste sie manchmal, ihre naive, freudige Art.
„Er sagte mir, ich solle sie grüßen, wenn ich sie wiedersehe“, sagte Wilson und lachte. „Ich hoffe wirklich, das tue ich.“ House stöhnte genervt. „Fängst du jetzt mit diesem Religionszeug an? Mit Himmel und Hölle?“ Er sah seinen Freund gespielt entsetzt an. Dieser grinste. „Du, lieber Wilson, wirst Dafne definitiv nicht wiedersehen. Sie ist nämlich im Himmel und du kommst in die Hölle.“ House trank von seinem Bier und streckte seine Beine aus.
„Wieso? Ich bin ein guter Mensch, ich habe immer versucht, das Richtige zu tun. Ich habe anderen oft geholfen!“ Wilson empörte sich spielerisch. „Allein die Tatsache, dass du drei Ehen vermasselt hast, schreit nur so nach Hölle“, erwiderte House. „Von deinen anderen grenzwertigen Machenschaften ganz zu schweigen.“
„Grenzwertige Machenschaften? Wenn jemand so etwas von sich behaupten kann, dann bist das ja wohl du!“ Die beiden Freunde lachten und stießen erneut an.
„Vielleicht kommt sie mich ja abholen“, sagte Wilson nach einer Weile. „Vielleicht ist sie der Engel, der mich von dieser Erde abholt.“
„Ja, vielleicht ist sie das.“
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