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Waiting on an Angel

von MariaAust
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dr. Robert Chase OC (Own Character)
15.09.2015
15.06.2018
12
27.076
2
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15 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
28.04.2018 1.703
 
Hallo ihr Lieben,
hier ist ein neues Kapitel, das leider etwas auf sich warten gelassen hat, es tut mir leid. Ich hoffe sehr, dass euch dennoch gefällt und würde mich über jegliche Art an Kritik und Kommentar freuen!
Liebe Grüße, eure Maria :)






Kapitel 9: Ein Pakt mit dem Vogler

„Sie setzen sich“, kommandierte Vogler und Chase tat wie ihm geheißen. Er sah sich in dem geschmacklos eingerichteten Büro um.
„Nett haben Sie es hier“, log Chase und fing sich gleich einen abwertenden Blick ein. „Sie reden, wenn Sie gefragt werden“, wies Vogler den jungen Arzt an und setzte sich ihm gegenüber.
„Sie haben eine romantische Beziehung mit Fräulein Darleen?“
„Mit Fräulein Dafne, ja.“ Vogler schien sich der unterschiedlichen Namen nicht bewusst zu sein. „Das, Dr. Chase“, redete Vogler weiter, „verstößt gegen die Ordnung des Krankenhauses.“ Er wühlte kurz in einer Schulblade des Schreibtisches und knallte Chase dann einen großen Haufen an Papier hin. „Lesen Sie selbst, Abschnitt zwölf, Paragraph siebenunddreißig.“ Gezwungen zog Chase den Stapel zu sich hin und begann zu blättern.
„Seite dreihundertachtundzwanzig“, half Vogler aus, als Chase ihm wohl zu lang brauchte. Sich bedankend fand Chase nun Absatz zwölf, Paragraph siebenunddreißig.
„Lesen Sie vor.“
Chase seufzte leise und begann vorzulesen. „Abschnitt zwölf, Paragraph siebenunddreißig. Über romantische Beziehungen am Arbeitsplatz. Es ist Mitarbeitern/-innen untersagt, romantische Beziehungen mit anderen Mitarbeitern/-innen  zu führen, sofern diese der gleichen Abteilung angehören. Beziehungen sind-“ Doch dann unterbrach Vogler den jungen Arzt auch schon.
„Sie haben es selbst gelesen. Nun gehen sie zum letzten Absatz und lesen Sie weiter.“
„Verstöße gegen oben genannte Vorschriften sind mit Kündigung, Abmahnung oder einem internen Verfahren zu behandeln.“ Chase überflog schnell die folgenden Sätze. „Moment mal“, unterbrach er. „Sie haben Dafne gefeuert, also hat sich doch alles erledigt, oder?“
„Ganz im Gegenteil, Dr. Chase. Es hat gerade erst begonnen. Sie haben eine romantische Beziehung verschwiegen, anstatt es Ihrem Vorgesetzten zu melden, der ich bin. Es muss ein Verfahren gegen Sie eingeleitet werden.“
Chase verlor für einen Augenblick seine Fassung, fing sich aber schnell wieder. „House ist mein Vorgesetzter.“
„House ist nicht in der Lage, irgendwem vorzusitzen. Alle Angelegenheiten müssen Sie an mich mitteilen, das hat Cuddy in dem Memo rausgegeben.“ Chase nickte schwach.  Was für ein Memo? „Dieses Verfahren“, sagte Chase zögerlich. „Kann man das nicht irgendwie umgehen?“ Ich kann mir keins leisten, meine Karriere steht gerade erst am Anfang. Ein fieses Grinsen stahl sich auf Voglers Gesicht.  So sieht er noch hässlicher aus. „Es gibt gewisse Möglichkeiten“ sagte er gedehnt und lehnte sich in einem Sessel noch weiter zurück, sah Chase aus triumphierenden Augen an. „Denn es wäre doch so schade, Ihr medizinisches Potential schon derart früh zu verschwenden. Welches Krankenhaus stellt schon gern einen jungen Arzt an, der sich an unschuldigen Praktikantinnen vergreift?“ Chase gefiel gar nicht, in welche Richtung sich dieses Gespräch lief.
„Worauf wollen Sie hinaus?“, fragte Chase scharf. Ihm war die ganze Situation unangenehm. „Diese kleine Szene vorhin kann man verschieden interpretieren, Sie verstehen doch sicher… Ich mache Ihnen daher ein Angebot. Wir behalten Sie als Arzt, wir leiten kein Verfahren gegen Sie ein, niemand wird je etwas davon erfahren.“
„Aber?“, setzte Chase nach. Das kann nichts Gutes bedeuten. „Aber Sie könnten sich nützlich für mich machen“, fuhr Vogler fort.
„Und wie?“
„Sie werden House für mich ausspionieren.“ Bitte was?
„Bitte was?“, entglitten Chase seine Gedanken. Das ist ein Witz .
„Sie haben richtig verstanden, Dr. Chase. Ich will wissen, was er macht, was er nicht macht, wann er isst, wann er auf Toilette geht. Einfach alles. Sie werden mich über jedes kleineste Detail seines Arbeitsalltags auf dem Laufenden halten. Wo er hingeht, da gehen sie auch hin.“  Chase sah den Mann vor sich an, fassungslos. Vogler sah ihn weiterhin grinsend an, er war sich seinem Erfolg bewusst. Er lässt mir keine Wahl. Ich kann nur zusagen. Schnaubend stand Chase auf und streckte seine rechte Hand aus. Vogler schlug bereitwillig ein.
„Nehmen Sie sich den Rest des Tages frei, es soll ja schließlich so aussehen, als wären Sie bestraft worden für Ihren Fehltritt. Und richten sie Fräulein Darleen einen lieben Gruß aus!“, rief ihm Vogler hinterher, als Chase schon an der Tür angelangt war.

Dafne stand auf dem Parkplatz unter einem Baum, denn es hatte zu regnen begonnen. Ihr Herz klopfte immer noch aufgeregt und sie konnte ihren Gedanken nicht vom Kuss abwenden. Das war alles so unwirklich, wie ein Traum. „Reiß dich zusammen, Dafne“, ermahnte sie sich, doch das Lächeln auf ihren Lippen blieb.
„Da bist du ja“, kam es von hinter ihr und sie fuhr erschrocken zusammen. „Tu das nie wieder!“, fauchte sie Chase an. „Es tut mir leid“, lachte dieser. „Ich wusste nicht, dass du dich so leicht erschreckst.“
„Was hat Vogler gesagt?“, fragte Dafne schließlich besorgt. Chase verzog kurz genervt sein Gesicht. „Nichts eigentlich. Er hat mir eine Predigt gehalten über die Krankenhausvorschriften, mich ermahnt nichts mit der nächsten Praktikantin, die wir wahrscheinlich nie kriegen werden, anzufangen und dann hat er mich für den Rest des Tages nach Hause geschickt.“ Er zuckte mit den Schultern. „Es war halb so wild“, er winkte das Gespräch mit einer lässigen Handbewegung ab. „Hm, das ist gut, denke ich“, kommentierte Dafne.
„Er hat sich übrigens auf Darleen festgelegt, wie es scheint“, sagte Chase und deutete ihr dabei an, mitzukommen. „Darleen?“, fragte Dafne ungläubig. „Das ist nicht einmal ähnlich.“ Beide mussten lachen und als sie an seinem Wagen ankamen, hielt er ihr die Beifahrertür auf.
Glücklich stieg Dafne in das trockene Auto ein. „Was machen wir jetzt?“, frage sie.
„Nun, da wir beide für heute arbeitslos sind, können wir doch gleich den Tag miteinander verbringen“, schlug Chase grinsend vor und zwinkerte Dafne zu, was ihr Herz zum Klopfen brachte.

„Das ist inakzeptabel, House“, fuhr Vogler den Diagnostiker an. Dieser saß jedoch entspannt an seinem Schreibtisch, den Filzball in den Händen und die Füße auf der Arbeitsfläche. „Ich bin ganz Ihrer Meinung, werter Vorgesetzter!“, pflichtete House ironisch bei. „Darleen zu feuern war erforderliche Maßnahme“, redete er weiter.  Wie kann man Dafne nur mit Darleen verwechseln? Vogler schien von dem Spektakel nicht angetan zu sein. „Hören Sie House, ich will, dass Sie Ihre Mitarbeiter besser unter Kontrolle haben, sonst wird das ernste Konsequenzen für Sie haben. Verstanden?“
„Absolut“, versicherte House und nickte eifrig. Vogler verließ das Büro und kaum war er verschwunden, tauchte auch schon Wilson in der Tür auf.
„Hört dieser ständige Besuch denn nie auf?“, beschwerte sich House. „Was willst du? Hast du keinen sterbenden Patienten?“
„Das gleiche könnte ich dich fragen“, erwiderte Wilson und blieb vor dem Schreibtisch stehen. „Eigentlich suche ich Dafne. Ich wollte fragen, ob wir heute zusammen essen wollen abends, aber sie ist nicht bei deinen Kids.“
„Nein, sie ist mit Chase durchgebrannt.“
„Sie ist was?“
„Durchgebrannt. Mit Chase. Sie wollen in Vegas heiraten. Du bist leider zu spät dran, sie sind vor einer Stunde los.“ House sah seinen Freund gespielt traurig an. „Sie werden so schnell erwachsen, nicht wahr?“
„Lass den Quatsch, House“, verlangte Wilson. „Also weißt du auch nicht, wo sie ist?“ Ein wissendes Lächeln stahl sich auf House‘ Gesicht. Wilson stöhnte genervt auf.
„Na los, sag es schon“, forderte er den anderen auf, auch wenn das nichts Gutes verheißen würde. „Sie ist tatsächlich bei Chase“, erklärte House. „Nur sind sie nicht in Vegas, sondern wahrscheinlich in seiner Wohnung.“
„Aber… aber sie müssen doch arbeiten? Also vor Allem Chase. Und wieso ist sie in seiner Wohnung?“ Wilson war verwirrt und setzte sich auf den Stuhl House gegenüber. „Ach Wilson, hast du das etwa noch nicht mitbekommen?“ Schockiert sah House den Onkologen an. „Jetzt spuck es schon aus!“
„Na gut, na gut“, House hob abwehrend die Hände. „Nicht gleich so aggressiv. Die beiden sind jetzt ein Paar, alle reden nur noch von ihnen. Sie sind der neuste Klatsch des Krankenhauses.“ Wilson schüttelte den Kopf. „House, das ist Schwachsinn. Dafne und Chase sind doch nicht zusammen…. Oder doch?“
„Nun, vielleicht auf nur Freunde mit gewissen Vorzügen. Jedenfalls hat Vogler sie beim Knutschen erwischt.“ House zuckte mit den Schultern und genoss den fassungslosen Ausdruck auf Wilsons Gesicht. Überraschung, alter Freund.
„Sie haben was? Hier im Krankenhaus? Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Dafne war doch immer ein so liebes, schüchternes Mädchen.“
„Das war sie vor zehn Jahren, du Trottel. Sie ist erwachsen geworden.“ Wilson war von diesem Argument nicht überzeugt. „Aber sie kennt Chase doch gar nicht. Sie waren nur einmal essen!“
„Als ob das nicht reichen würde, dass du dich Hals über Kopf in die nächste Mrs. Wilson verliebst, damit du eine weitere Ehe zerstören kannst“, konterte House. Wilson blieb stumm und dachte nach. „Ich sollte vielleicht mal mit ihr reden.“
„Mit ihr reden?“, lachte House. „Willst du ihr die Bienchen und Blümchen erklären?“
„Nein, ich will nur. Ich will… Ach, ich weiß es nicht.“ Wilson sah seinen Freund hilflos an. „Was soll ich tun? Chase scheint mir nicht wie jemand, der gern ernste Beziehungen führt. Ich will nicht, dass er sie verletzt.“
„Das gehört zum Leben, Wilson“, sagte House. „Du bist nicht ihr Vater. Lass sie machen, es wird alles gut“, setzte er nach.

„Wow“, war alles, was Dafne sagen konnte. „Deine Wohnung ist echt schön eingerichtet“, sagte sie. Und riesig, bitte wie viel verdient man denn als Arzt? Sie ließ ihre Tasche zu Boden gleiten und zog sich die Schuhe aus. Dann folgte sie Chase. „Ich richte das an meinen Innenarchitekten aus“, sagte Chase und lachte. „Also hier ist die Küche“, er zeigte um sich, „da ist das Wohnzimmer und wenn du den Gang ganz nach hinten durchgehst, findest du das Schlafzimmer. Bad ist gleich gegenüber.“ Dafne nickte und sah sich um. Sie konnte es noch nicht ganz fassen, dass sie tatsächlich bei Chase war. Das alles ging so schnell. „Woran denkst du?“, fragte Chase und riss sie aus ihren Gedanken. „Ach nichts“, antwortete Dafne. „Sicher?“, Chase trat näher und legte seine Arme um sie, beraubte sie damit jeglichem Können, überhaupt noch einen vernünftigen Gedanken zu fassen.
„Es ging alles sehr schnell, findest du nicht?“, fragte sie ihn und sah in seine ruhigen, blauen Augen. „Ja, aber ist das denn schlimm?“
„Ich weiß nicht, wahrscheinlich nicht?“, dachte Dafne laut nach. „Siehst du“, sagte Chase. „Es ist alles in Ordnung.“ Dann lehnte er sich zu ihr und küsste sie.
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