Himmelsrand

MitmachgeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
14.09.2015
16.12.2015
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Uthgerd war von seinem Entschluss begeistert, Runa eher weniger. Sie hatte Angst um ihren Vater, wünschte ihm aber viel Erfolg und viel Spaß. Abu ging nach Weislauf und ließ sich von dort nach Windhelm fahren. Hier wollte er zum Palast des Jarl gehen, wurde aber von einem Kurier abgefangen, der eine weitere Nachricht von Ralis überbrachte. Diesmal drängender. Aber ließ diese Nachricht erstmal eine Nachricht sein und ging weiter zum Palast. Er ging sofort auf Ulfric Sturmmantel zu, der auf seinem Thron lümmelte.
„Nur Dummköpfe und Helden nähern sich einem Jarl ungefragt. Kenne ich euch?“, fragte dieser.
„Ich glaube ja“, antwortete Abu.
„Wirklich? Ach ja, ihr wart in Helgen bei uns. Für den Richtblock bestimmt, wenn ich mich nicht irre“, erinnerte sich Ulfric.
„Ralof hat mir bei der Flucht geholfen. Er sagte, er würde für mich bürgen“, antwortete Abu.
„Ralof lebt? Ich hoffe das stimmt, er ist ein verdammt guter Mann. Aber er ist noch nicht zurückgekehrt, ich muss auf seinen Bericht warten. Sprecht derweil mit Galmar. Ich bin immer auf der Suche nach fähigen Kämpfern. Ihr müsst entweder einer sein, oder ein Feigling, denn nicht jeder kann von sich behaupten, es lebend aus Helgen heraus geschafft zu haben. Heutzutage sind wir wohl alle Schurken, jedenfalls wenn man dem Kaiserreich glauben darf. Wenn eure Kriminelle Vergangenheit das bleibt, Vergangenheit und ihr loyal zu mir steht, seid ihr herzlich willkommen“, hielt Ulfric einen kleinen Monolog.
Neben Abu war ein breitschultriger Krieger aufgetaucht, der Abu abschätzend ansah und sagte: „Helgen, ja? Ulfric hat uns ein paar haarsträubende Geschichten darüber erzählt. Wenn es stimmt, dann können wir euch gebrauchen. Doch zuerst verratet mir, warum will ein Rothwadrone für Himmelsrand kämpfen?“
„Ihr nehmt also nur Nord auf? Dann kann ich ja gehen und mir vom Schlachtfeldrand ansehen, wie ihr kämpft“, konterte Abu die Frage.
„Ihr versteht mich falsch. Ich will euch nicht ablehnen, nur eure Beweggründe verstehen. Wir suchen keine Söldner. Wir suchen überzeugte Männer und Frauen, die bereit sind, für unsere Sache zu kämpfen und nötigenfalls zu sterben“, entgegnete Galmar.
„Ich habe Halb Tamriel bereist, auf der Suche nach einer Frau. Ich habe Hammerfell verlassen, da dort alle Frauen nur nach Magiern oder Barden Ausschau hielten. In Cyrodiil war ich eine Wache und nicht die schlechteste, wie ich hinzufügen darf, doch auch hier gab es keine Frauen, die nicht adlig oder die Mätresse eines hohen Herren waren. Also begleitete ich eine Karavane der Khajiit, doch ich konnte hier keine Frau dafür begeistern, ein Nomadenleben zu führen. Ich wollte also nach Himmelsrand, um hier mein Glück zu finden und ich habe es gefunden, aber erst nachdem mich diese Kaiserlichen gefangengenommen hatten, da sie mich für einen von euch hielten und mich köpfen wollten. Wenn mein Kopf schon wegen dieser Anschuldigung rollt, dann aber bitte berechtigt. Außerdem ist mir dieses Kaiserreich zuwider und ich tue alles, um einer Provinz bei der Abspaltung zu helfen“, sagte Abu.
„Das sind gute und starke Gründe, Na schön, ich kann euch aber erst einsetzen, wenn ich weiß, wie viel ihr einstecken könnt. Ich habe eine kleine Prüfung für euch vorbereitet“, sagte Galmar.
„Was für eine Prüfung?“, fragte Abu.
„Die Art von Prüfung, an der sich wahre Männer messen. Ich schicke euch auf die Schlangensteininsel. Wenn ihr überlebt, habt ihr bestanden, wenn nicht, dann hättet ihr sowieso nichts getaugt“, antwortete Galmar.
„Was ist bei der Schlangensteininsel?“, fragte Abu.
„Dort beweisen Männer seit Generationen aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Die Altvorderen haben dort eine Merkwürdige Felsformation errichtet. Irgendetwas zieht die Eisgeister an. Tötet dort draußen einen Eisgeist und ihr habt mir nichts mehr zu beweisen“, sagte Galmar.
„In Ordnung, sagt mir wo sie ist und ich tue es“, antwortete Abu.
Galmar gab ihm eine Wegbeschreibung und Bau machte sich gleich auf den Weg. Einen Eisgeist zu töten, war mehr als nur leicht für Abu. Er erreichte die Insel schnell und den Eisgeist zu töten ging noch schneller. Nach zwei Feuerbällen war er vernichtet. Sofort machte sich Abu auf den Rückweg. Abu kam im Morgengrauen wieder in Windhelm an und ging gleich zu Galmar.
„Ihr lebt? Dann schulde ich Ulfric einen Met. Ich hatte nicht erwartet euch noch einmal zu sehen. Ihr habt eindeutig das Zeug zum Sturmmantel. Wir sollten die Sache jetzt Amtlich machen. Seid ihr bereit euren Eid abzulegen?“, fragte er.
„Reicht es nicht, dass ich Kaiserliche umbringen will?“, fragte Abu.
„Ich könnt einem Kaiserlichen, wann immer ihr wollt, das Schwert in die Brust rammen, aber das macht euch noch nicht zum Sturmmantel. Wir kämpfen nicht nur gegen die Kaiserlichen. Wir kämpfen um Himmelsrand zu alter Pracht zu verhelfen, um ihm einen König zu geben, den es verdient“, erklärte Galmar ungehaltener“Dann bin ich bereit meinen Eid zu leisten“, sagte Abu lachend.
„Das ist die richtige Einstellung. Wer diesen Eid ablegt, wird ein Sohn Himmelsrand's, einer von uns, ein Sturmmantel. Sprecht mir nach: Ich schwöre, mein Blut und meine Ehre in den Dienst von Ulfric Sturmmantel zu stellen, Jarl von Windhelm und wahrer Großkönig von Himmelsrand. Thalos sei mein Zeuge, dieser Eid möge mich binden, bis in den Tod und darüber hinaus, An meinen Herrn sowie an meiner Waffenbrüder und Schwestern. Ruhm und Ehre den Sturmmänteln, den wahren Söhnen und Töchtern von Himmelsrand.“
Abu sprach den Eid nach.
„Ihr seid jetzt einer von uns, also gehen wir beide auf eine kleine Reise. Ach ja, hier, da ihr nun zu den Sturmmänteln gehört, solltet ihr euch dementsprechend kleiden“, sagte Galmar und überreichte Abu eine Garnitur der Sturmmantelrüstung. Abu besah sie sich und untersuchte sie genau, bevor er sie zurückgab und dazu sagte: „Vielen dank, aber ich bleibe bei meiner Rüstung. Allein einer ihrer Stiefel, schützt besser als diese ganze Rüstung. Worum geht es in dieser Mission?“
„Ich habe die letzte Ruhestätte der Zackenkrone gefunden, mit großer Wahrscheinlichkeit jedenfalls. Ist das nicht unglaublich? Unser Ziel ist Korvanjund. Sollte der alte Großkönig wirklich dort begraben sein, müssen wir mit Problemen rechnen. Eure Sturmmantelbrüder sammeln sich dort, wir treffen uns dort, sobald ich alles erledigt habe“, sagte Galmar und schickte Abu vor.
Dieser machte sich auf den Weg. Von Windhelm fuhr er mit der Kutsche nach Weislauf und schlug sich von dort nach Norden.
Als Abu dort ankam, wurde er von Ralof begrüßt: „Ha, wusste ich es doch, dass ihr beitreten würdet. Ich bin froh, dass ich euch da drinnen an meiner Seite haben werde. Dieser Ort lässt mir das Blut in den Adern gefrieren.“
„Wovon redet ihr?“, fragte Abu.
„Diese alten Ruinen...Vater hat mir immer gesagt, ich sollte mich von ihnen fern halten. Ein guter Rat, wenn ihr mich fragt. Aber vergesst das. Wir haben einen Auftrag zu erledigen und nichts wird sich uns in den Weg stellen.“
Abu nickte und wandte sich an Galmar. Dieser sagte: „Was hat die Armee hier zu suchen. Verdammte kaiserliche Spione. Immerhin könnte es lustig werden. Sie scheinen uns noch nicht bemerkt zu haben. Seid ihr bereit, das Blut der Kaiserlichen im Namen von Himmelsrand zu vergießen?“
„Na klar, auf geht’s!“, antwortete Abu und zog seinen Bogen.
Sie schlichen sich an. Während Abu sie aus der ferne ausschaltete, lief Galmar mit seinen Leuten von der Seite zu den Kaiserlichen und tötete die übrigen. Vor dem Eingang, hielt er noch eine kurze Ansprache: „So hab ich es gern, kurz und blutig. Sie wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Begeht nicht den Fehler, die Armee zu unterschätzen. Viele von ihnen sind Nord, wie wir. Dieses mal hatten wir das Überraschungsmoment auf unserer Seite, aber damit dürfte es jetzt vorbei sein. Und jetzt rein da und lasst uns ein paar Kaiserliche töten!“
Er ging vor und Abu folgte ihm mit dem Rest des Trupps. In der Eingangshalle ließ er zwei Männer zurück und schlug sich mit dem Rest weiter. Abu folgte Galmar wie ein Schatten und hatte sein Schwert zum Kampf bereit in der Hand. In der nächsten Halle schickte er Abu auf Erkundungstour, da er eine Falle vermutete. Abu schaltete einige Soldaten mit Feuerbällen aus und den Rest schwächte er so. Den Rest erledigten die Sturmmäntel und Abu schloss sich ihnen wieder an.
Einige der Männer waren besorgt wegen der Draugr, die sie hin und wieder fanden, doch Galmar zerschlug diese Ängste.g mit einer Rätseltür. Hier sagte Galmar: „Ah, die Halle der Geschichten, wir kommen unserem Ziel immer näher.“
„Oh, davon habe ich schon gehört. Es heißt auf diesen Wänden sei die Geschichte der Altvorderen zu lesen, die diese Hallen einst errichteten“, fügte eine Sturmmantel-Kriegerin hinzu.
„Wirklich ein Pech, dass wir diese Zeichen nicht lesen können. Wer weiß, welche Geheimnisse wir sonst aufdecken würden“, meinte ein anderer.
„Eines nach dem anderen. Wir sind wegen der Krone hier. Stellt eines dieser Zeichen eine Krone dar?“, fragte er und besah sich die Tür: „Hmm. Weiter sind die Kaiserlichen nicht gekommen. Selbst wenn uns eines dieser Zeichen verrät, wo wir die Krone finden, müssen wir immer noch durch diese Tür. Seht ob ihr etwas findet, Unblutiger, gebt mir beschied. Ich werde diese Zeichen untersuchen.“
Abu untersuchte die Leichen von zwei Kaiserlichen und fand bei ihnen eine Klaue. Er hob sie auf und Galmar sagte: „Hmm, sieht aus wie eine Klaue von einer Staue. Wofür sie wohl benutzt wird?“
„Abu sah sie sich kurz an, prägte sich die Zeichen auf ihr ein und verschob die Ringe und öffnete die Tür. Als sie sich senkte, standen Galmar und die Sturmmäntel staunend hinter ihm. Abu hatte nicht vor, seine Kenntnisse mit ihnen zu Teilen, solange sie ihn nicht Respektierten. Hiermit hatte er einen Schritt dazu getan, dass sie es taten.
In der Kammer dahinter ließ er seine Männer ausschwärmen und sich umsehen und gab Abu den Auftrag ein Fallgitter zu öffnen. Offensichtlich war er beeindruckt von Abu's voriger Leistung. Er suchte grummelnd den Raum ab und fand eine Geheimtür, hinter ihr am Ende eines Gangs fand er ein paar Edelsteine und als er zurückkam einen Griff, der das Gitter öffnete. Gemeinsam zogen sie weiter.
Endlich kamen sie in die Grabkammer, wo drei mächtige Draugr auf sie warteten. Schnell wurden sie besiegt und Abu nahm ihnen alles von Wert, zumeist Ebenerzschwerter ab und einen Helm, der aus Drachenknochen gefertigt schien. Diesen zeigte er Galmar.
„Das ist die Zackenkrone. Bringt sie nach Windhelm und sagt Ulfric, er schuldet mir einen Met“, sagte Galmar lachend. Als Abu den Raum noch nach etwas Wertvollem durchsuchte, fand er eine Wortmauer. Dieses Wort ließ ihn die Zeit weiter verlangsamen.
'Ich sollte mal mehr mit schreien Arbeiten', sagte er sich und verließ über einen Nebengang die Kammer. Dieser führte ihn zu der Eingangshalle. Abu machte sich sofort auf den Weg nach Windhelm. Er ging gleich zu Ulfric. Obwohl es mitten in der Nacht war, war dieser noch wach.
„Hier habt ihr die Zackenkrone und ihr solltet Galmar einen ausgeben“, sagte Abu und überreichte sie.
„Haha, der alte Bär hatte recht. Hattet ihr unterwegs Schwierigkeiten?“, fragte Ulfric.
„Nichts, womit ich nicht zurechtgekommen wäre“, antwortete Abu.
„Das höre ich gerne. Alles weitere lasse ich mir von Galmar erzählen. Ich bin froh, dass ihr hier seid. Ich habe eine Botschaft für den Jarl von Weislauf. Bringt diese Axt Balgruuf dem Älteren“, sagte Ulfric und gab Abu eine Kriegsaxt.
„Soll ich ihm noch etwas sagen, oder sie ihm gleich in den Schädel schlagen?“, fragte Abu verwirrt.
„Nein weder das eine noch das andere. Männer die einander verstehen, brauchen oft keine Worte. Wenn ein Krieger einem anderen seine Axt überlässt, sagt das alles. Balgruuf wird die Bedeutung dieser Tat kennen.“
„Eine Axt, wieso eine Axt?“, fragte Abu und fügte hinzu: „Ich komme nicht aus Himmelsrand, ich kenne nicht alle eure Bräuche.“
„Ja, eine Axt. Wenn er sie behält, warte ich auf den richtigen Augenblick. Schickt er euch mit ihr zurück, bedeutet das Krieg. Die Axt ist das Zeichen der Krieger von Himmelsrand. So wie ihr Rothwadronen eure Krummen Schwerter habt und die Waldelfen ihre Bögen, die Bretonen und Kaiserlichen am Liebsten mit Schwertern kämpfen oder die Ork mit Streitkolben oder Hämmern. Nun geht“, erklärte Ulfric weiter.
„Verstanden“, antwortete Abu und wollte gehen.
„Bewahrt einen kühlen Kopf. Der Jarl von Weislauf ist für sein aufbrausendes Temperament bekannt“, sagte Ulfric.
Abu kehrte in der Schenke ein und schlief erst noch, bevor er sich auf den Weg machte. Er bestieg wieder den Wagen und fuhr nach Weislauf. Hier hörte er sich erst einmal nach Gerüchten um. Dabei erfuhr er, dass etwas mit einem der Kinder des Jarl etwas nicht stimmte. Er beschloss ihn zuerst danach zu fragen.
„Wie  ich höre habt ihr Probleme mit einem eurer Kinder“, sprach Abu den Jarl an.
„Ja, mein Jüngster Sohn, Nelkir. Ein Schatten hat sich über ihn gelegt. Ich weiß nicht, was ich mit ihm anstellen soll. Er war immer sehr still. Aber in letzter zeit hat er sich sehr verändert. Er ist Grüblerisch geworden und gewalttätig. Er spricht nicht mehr mit mir, aber ich weiß nicht, was ich ihm angetan haben soll. Wenn ihr mit ihm reden könntet, ihm die Wahrheit entlocken könntet, wäre ich euch überaus dankbar“, sagte der Jarl.
Abu nickte und ging den Jungen suchen. Er fand ihn schnell und wurde von ihm herablassend begrüßt: „Und wieder ein Wanderer, der die Stiefel meines Vaters lecken möchte. Gut gemacht.“
„Euer Vater wünscht, dass ich mit euch rede“, sagte Abu und überging die Beleidigung.
„Als schickt euch das Schwein um mich zu nerven. Eines Tages zerlege ich ihm seine widerliche Visage, damit er mich alleine lässt. Mein Vater weiß überhaupt nichts über mich. Aber ich weiß Dinge über ihn, über den krieg, ich weiß mehr als er sich vorzustellen vermag“, sagte
„Und woher?“, fragte Abu.
„Dieses Schloss ist alt. Es gibt eine Menge Orte, an denen seit Ewigkeiten niemand mehr war. Orte an denen man Dinge hören und sehen kann. Und die Flüsternde Dame.“
„Wer ist die Flüsternde Dame?“, fragte Abu.
„Sie verrät mir ihren Namen nicht. Ich bin mittlerweile gut darin, an Schlüssellöchern zu lauschen. An der Tür im Keller flüstert sie mit mir. Ich dachte, das man mich erwischt hätte, aber sie hat angefangen mit noch mehr Geheimnisse zu verraten. Aber ich kriege die Tür nicht auf.“
„Wo finde ich diese Tür?“, fragte Abu weiter.
„Im Keller. Ihr könnt sie nicht übersehen. Vielleicht spricht sie auch zu euch“, sagte Nelkir und lief davon.
Abu ging in den Keller und legte seinen Ohr an eine Tür, die sich nicht öffnen ließ. Sofort hörte er ein Flüstern: „Endlich. Ich habe auf jemanden gewartet, der geeigneter ist, meinen Willen auszuführen. Das Kind ist enthusiastisch, aber ihm fehlen die Methoden.“
„Wer ist da?“, fragte Abu.
„Leider kann ich eure Ebene so direkt nicht erreichen“, sagte sie.
'Also eine Daedra Fürstin', dachte sich Abu und lauschte weiter.
„Aber ich vergebe euch, dass ihr nicht wisst, wer ich bin. Nur wenige hören heute noch mein Flüstern. Ich bin Mephala, die Fürstin des Flüsterns. Ich ziehe an dem Netz das die Sterblichen verbindet. Liebe. Hass. Treue Verrat. Der Junge war gut darin, Geheimnisse aufzuspüren. Von euch erwarte ich eine aktivere Rolle“, flüsterte sie weiter.
„Was soll ich tun?“, fragte Abu.
„Zunächst müsst ihr diese Tür öffnen. Ein Teil meiner Macht wurde hier eingeschlossen und selbst meine Augen können nicht an den Siegeln vorbei sehen. Es wäre mir lieber, wenn dieser in den Fähigen Händen einer so ehrgeizigen Person wie euch läge.“
„Wie bekomme ich diese Tür auf?“, fragte Abu.
„Paranoia und Spannungen haben ganz Weislauf erfasst. Der Hof des Jarl fürchtet mir Recht die Macht, die ich hinter dieser Tür besitze. Der Jarl traut nur wenigen und diese werden sein verderben sein. Das Kind weiß, wovon ich rede“, sagte sie und verstummte dann.
Abu ging erneut zu Nelkir und fragte: „Weißt du, wie ich die Tür öffnen kann?“
„Ich habe euch doch gesagt, dass ich alles über dieses Schloss weiß. Aus irgendeinem Grund ist diese Tür etwas Besonderes. Nur zwei Leute können sie öffnen, mein Vater und Farengar, der Hofzauberer. Eure Sache, wie ihr es aus den beiden herausbekommt. Glaubt mir, niemand würde bemerken, wenn Farengar fehlt.“
'Nettes Kind, stiftet mich zum Mord an und grinst dabei', dachte sich Abu. Er wollte es zuerst mit einem Diebstahl versuchen. Dies klappte auch bei Farengar, als dieser seine Unterlagen studierte. Sofort ging er mit diesem Schlüssel zurück zu der Tür und öffnete sie. In der Kammer lag nur ein Ebenerzzweihänder und ein Buch. Abu nahm beides an sich.
„Ausgezeichnete Arbeit. Ich glaube ihr seid scharfsinnig genug, um zu bemerken, dass die euch bekannten Beschreibungen der Ebenerzklinge nicht zu ihm passen. Es musste zu lange auf die Winde des Bündnisses und des Verrats verzichten. Um zu alter Pracht zurückzukehren, muss es zuerst das Blut der Täuschung trinken. Es ist bewundernswert, wie sich eure Welt in Lügen verliert. Meine Klinge ist ein Blutegel, der sich von Täuschung ernährt und seinen Meister stärkt. Geht zu denen, die euch am nächsten stehen. Deren Herzen letzter Schlag, wird eure Klinge begleiten und stärken“, flüsterte Mephala.
Abu hatte nicht vor einen Freund damit zu erschlagen und ging zu Balgruuf zurück, um ihm die Axt von Ulfric Sturmmantel zu geben. Dieser nahm sie in die Hand und sagte: „Der Mann ist ganz schön hartnäckig, das muss man ihm lassen. Es wird Zeit ihm eine Antwort zu geben. Proventus! Was haltet ihr von der Angelegenheit. Falls Ulfric Weislauf angreifen sollte...“
„Wie bei allem ist auch hier Vorsicht geboten. Wir sollten abwarten und sehen, wie sich die Dinge entwickeln“, sagte er ausweichend
„Die Beute wartet“, war Irileth ein.
„Ich sehe das genauso wie Irileth. Es ist an der Zeit zu Handeln“, sagte Balgruuf.
„Ihr plant nach Windhelm zu marschieren?“
„Ich bin kein Dummkopf Proventus. Es ist an der Zeit Ulfric herauszufordern. Er soll sich mir wie ein Mann zeigen oder seine Sturmmäntel gegen unsere Tore laufen lassen“, sagte Balgruuf.
„Er wird nichts dergleichen tun. Ein Dolch im Rücken, ist alles was ihr euch erhoffen könnt“, widersprach Proventus.
„Er war Torygg gegenüber sehr direkt“, sagte Irileth, die wie ein Wildes Tier im Käfig auf und ab ging.
„Torygg? Er ging einfach auf den Jungen zu und brachte ihn um“, entsetzte sich Proventus.
„Dieser 'Junge' war der Großkönig von Himmelsrand“, kam es von Irileth.
„Ich bin vielleicht nicht Großkönig, aber ich bin auch kein Junge mehr. Wenn Ulfric meine Herrschaft nach der Tradition anfechten will, dann soll er das doch. Obwohl ich vermute, dass er lieber seine Sturmmäntel schickt, um das für ihn zu erledigen“, wandte Balgruuf ein.
„Ja, er hat seine Stärke unter Beweis gestellt. Jetzt ist seine Armee dran“, gab Irileth zu bedenken.
„Könntet ihr dann wenigstens General Tullius Anliegen prüfen, wenn ihr Jarl Ulfric schon beleidigen wollt.
„Die Beleidigung ging von Ulfric aus. Aber seine Sicht der Dinge ist klar. Wer sich seinen Anliegen widersetzt, steht auf der Seite des Kaiserreichs“, sagte Irileth.
„Und was ist so falsch daran, statt der eigenen Leute ein paar Soldaten in den Tod zu schicken?“, fragte Proventus, wofür Abu ihm am liebsten den Kopf abgerissen hätte. Dieser wieselige Amtsschimmel hatte wohl noch nie ein Schwert in der Hand gehabt, noch nie eine Verwundung davon getragen. Aber andere in den Tod schicken, das konnte er.
„Es erscheint feige“, sagte Balgruuf.
„War es denn feige, das Weisgoldkonkordat anzunehmen?“, fragte Irileth.
„Kommt ihr mir wieder damit? Hätte ich den Bestimmungen des Vertrages widersprechen können? Nein!Die Jarl wurden nicht gefragt. Man hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagte Balgruuf aufbrausend.
„Die Goldtruhen haben auch nicht geschadet“, sagte Proventus.
„Verdammt nochmal. Hier geht es nicht um Gold!“, rief Balgruuf.
„Es ist Zeit für eine Entscheidung“, sagte Irileth.
„Fürst, haltet ein. Wir sollten prüfen ob es Ulfric ernst meint“, schlug Proventus vor.
„Oh er meint es ernst. Aber das tue ich auch. Was diese Axt angeht, ihr könnt die dem geschätzten Jarl von Windhelm zurückbringen. Er hat meine Antwort, sorgt dafür, dass er sie auch erhält!“, wandte sich Balgruuf an Abu, der sich schon vergessen glaubte.
Er nahm die Axt entgegen und ging zurück nach Windhelm.
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