Fleckenmode

KurzgeschichteHumor, Familie / P12
Caranthir Celegorm
14.09.2015
14.09.2015
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14.09.2015 672
 
Disclaimer: Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte. Alle bekannten Namen, Figuren, Orte, Ereignisse etc. gehören J.R.R. Tolkien. Die vom Original abweichende Handlung dieser Geschichte und mögliche OCs gehören jedoch mir.

Kurzbeschreibung: Nicht nur Feanor ist ein großer Erfinder, auch Celegorm ist bisweilen mit diesem Talent und neuen Ideen gesegnet. Heute präsentiert er eine davon seinem Bruder, denn wenn er schon nicht grün sein darf, braucht er doch einen guten Ersatz, oder? [für Avarantis in Anlehnung an „Sterben für Einhändige“]

A/N: Bei allgemeinen Fragen und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Gebrauchsinformation im Profil. Sie finden sie dort unter dem Punkt Homepage.

Zum besseren Verständnis sollte Sterben für Einhändige gelesen worden sein.

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Fleckenmode


Es war wunderbar! Genauso hatte er sie sich vorgestellt. Genauso... Ja, was waren sie eigentlich? Bunt in keinem Fall, aber mehrfarbig. Das traf es eher. Zufrieden zupfte Celegorm auf Hüfthöhe am Stoff und befand ihn für belastbar genug, um dem standzuhalten, wofür er gewoben worden war. Dabei hatte der Schneider schon ziemlich skeptisch ausgesehen, als er ihm vor ein paar Wochen seine Vorstellungen zusammen mit der Bestellung unterbreitet hatte. Das müsse der Weber entscheiden, ob es möglich sei, den Stoff nach seinen Vorstellungen herzustellen.

Nun, offenbar war es möglich, beendete der Jäger seinen Gedanken. Wenn er schon nicht mehr von Kopf bis Fuß, die Haare selbstverständlich eingeschlossen, hellgrün sein konnte, dann musste es auch so gehen. Auch, wenn er doch lieber weiterhin hellgrün gewesen wäre, aber dass das Maglor zu viel des Guten sein würde, das hätte ihm eigentlich von Anfang an klar sein müssen. Mit einem wehmütigen Seufzen in Erinnerung an seine herrlichen Wochen als hellgrüner Elb wandte er sich vom Spiegel ab und zu seinem Bruder um.

„Und? Wie findest du sie?“

Caranthir zog die linke Braue hoch. „Ich wusste nicht, dass Flecken in Mode gekommen sind.“

„Das sind keine Flecken! Das ist der Stoff, der ist so gewebt worden“, verteidigte er sich und seine neuen Hosen postwendend.

„Du lässt für eine Hose einen Stoff weben, der fleckig aussieht?“ Die rechte Braue gesellte sich auf die Höhe der linken. „Du musst zu viel Geld, zu viel Langeweile und vor allen Dingen zu viel Wein mit Großvater getrunken haben.“

Er schnaubte: „Wenn Maglor mir nicht diese Gegenmitteilseife untergejubelt hätte, wäre das alles überhaupt nicht notwendig gewesen.“

„Du warst grün, wenn ich dich erinnern darf, Bruder, und normale Noldor sind nicht grün.“

„Normale Noldor sind auch nicht so gute Jäger wie ich.“

„Aber sie neigen genauso zu maßloser Selbstüberschätzung wie du.“

„Ach, du hast ja keine Ahnung!“ Das war nun wirklich die Höhe! Caranthir wusste doch überhaupt nicht, wie praktisch es auf der Jagd gewesen war, grün zu sein. Der ging ja so gut wie nie jagen sondern verkroch sich lieber in der Bibliothek und zeichnete Häuser und Festungen, die man hier in Valinor sowieso nie würde bauen können – und wollen. Hier brauchte schließlich niemand schier unneinnehmbare Festungsanlagen, welche die Landschaft verschandelten.

„Wirklich?“, hakte Caranthir weiterhin recht unbeeindruckt nach.

„Ja, wirklich!“ Trotzig verschränkte er die Arme vor der Brust. Er würde sich doch nicht von seinem kleinen Bruder sagen lassen, dass seine Hose, deren Stoff mit diesem ausgezeichnet tarnenden Muster, das er entworfen hatte, fleckig und schäbig und nutzlos war! Soweit kam es noch!

„Wenn du das sagst…“ Caranthir stand vom Bett auf. „Ich geh dann mal Mama und Maglor vorwarnen, dass du ab heute Flecken trägst, weil Hellgrün unmöglich ist.“

„Mach doch!“, fauchte er. Er würde ihm und den anderen schon zeigen, dass dieses Tarnmuster von Nutzen war. Von großen Nutzen, ja! Wenn sie ihn schon nicht grün sein lassen wollten, dann mussten sie wenigstens seine neue Erfindung tolerieren und irgendwann auch würdigen, wenn er bewiesen hatte, wie nützlich sie war: die Tarnhose. Ja, das hörte sich auch gar nicht so schlecht an. Jetzt musste er nur noch… einen perfekten Beweis erbringen. Am besten stattete er Finwe noch einen Besuch ab, am allerbesten zusammen mit ein paar Flaschen gutem Wein. Ihr Großvater hatte in solchen Lebenslagen schließlich immer großartige Ideen parat…



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