Midnight Sin - Marek

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
14.09.2015
14.11.2015
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Es war Nacht, der größte Teil der Stadt schlief oder hatte zumindest frei. Mein Arbeitstag begann erst bei Sonnenuntergang. Heute war meine Laune besonders mies, so ein paar kleine dreckige Blutsauger waren mir gestern entkommen und zu allem Überfluss hatte Dante mich ohnmächtig in einer Gasse gefunden! Lucan hat mir die Hölle heiß gemacht... zu recht! Fast hätte ich heute nacht gar nicht auf die Jagd gehen dürfen, letztlich habe ich seine Befehle einfach ignoriert und bin gegangen! Juhu! Noch eine Gardienenpredigt wenn ich Heim komm! Allein bei dem Gedanken sank meine Laune noch weiter und die Rogues werden es ausbaden müssen.
Einen Moment hielt ich inne und sah zum Vollmond hianuf, der die Stadt in milchiges Licht tauchte. Es war eine wunderschöne, sternenklare Nacht. Ein warmer Hauch des Sommers hing in der Luf. Die perfekte Nacht zum ausgehen... leider war mein einziges Date heute der Blutsauger in der Gasse unter mir. Dieses Wesen war so dumm und versuche wirklich einen Menschen vor meinen Augen zu überfallen. Ein vorhaben, von dem er sofort ablies als meine Klinge ihn im Rücken traf und er zu Asche zerfiel. Leider hatte ich bisher die anderen beiden nicht bemerkt, die nun versuchten die Flucht zu ergreifen. Den einen erschoß ich bevor er überhaupt richtig aufstehen konnte, der andere war aber schon um die Ecke gebogen.
"Hey du scheiß Blutsauger, bleib stehen!" rief ich ihm nach, ehe ich die Verfolgung auf nahm. Ich folgte ihm bis in die Dogs hinunter, wo es einfach nur wiederlich stank! Selbst für einen normalen Menschen muss es schrecklich riechen, aber meine geschärften Sinne machten es noch schlimmer. Rost, Schimmel, Fäulnis und der Abgestandene Fischgeruch des Wassers waren nicht gerade mein Lieblings Eau de Toilett! Manchmal vermisse ich die alten Zeiten... und Riechsalz! Dem Rogue machte das nichts aus und ich stellte mir unwillkphrlich die Frage, ob Gestank diesen Kreaturen überhaupt etwas ausmachte. Ich würden ihn fragen bevor ich ihm den Kopf abschlug, beschloss ich. Wie jedes wilde Tier versuchte auch der Blutjunke in seine Wohlfühlzone zurück zu kommen und würde mich so gerade wegs zu seinem Versteck führen. Vielleicht würde es Lucans ohnehin schon immer monomentalen Zorn besänftigen, wenn ich ihm ein ganzes ausgelöschtes Nest präsentieren kann. Der Gedanke gefiel mir und so machte ich etwas langsamer um ihn in Sicherheit zu wiegen. Er sollte mir nur schön brav sein Versteck zeigen.
Zu meiner Frustration, führte er mich nicht zum Rogue-Nest sondern nur in eine Sackgasse. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob er sich nicht einfach nur verlaufen hatte. Meine Laune sank weiter und so stellte ich ihm nicht einmal die Frage, ehe ich ihm den Kopf abschlug und mich frustriert gegen die Wand lehnte. Ich überlegte, ob ich nach dem Nest suchen sollte das wohl irgendwo in der Nähe war oder zurück gehen sollte. Ich hörte die schweren Schritte eines Krigers hinter mir und nahm an einer wäre mir gefolgt. Vermutlich Kade. Er sah sich als so was wie meinen großen Bruder, auch wenn ich viel älter war als er, und betrachtete es daher als seine Pflicht auf mich auf zu passen. Sehr nervtötent.
"Kade, ich komm schon klar." sagte ich, ohne mich zu ihm umzudrehen. Er reagierte nicht, ich spürte nur wie er weiter auf mich zu kam, immer näher. "Kade, ich meine das ernst!" Noch immer schwieg er und dieses Schweigen war sehr ungewöhnlich für den Krieger aus Alaska, sonst hatte er immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Mir kam der Verdacht, dass es nicht Kade war... vermutlich nicht einmal einer der Krieger. Diese Vermutung betätigte sich, als der Mann seine großen, muskulösen Arme um mich legte und tief einatmete. Das war keiner meiner Waffenbrüder, die würden so etwas nicht tun. Ich öffnete die Augen und blickte in ein fremdes Gesicht. Diesen Mann hatte ich gestern schon gesehen... kurz bevor ich der Horde Rogue begegnet war. Er hatte sie fort geschäucht und mir geholfen... Aber wer war er? In seinen Augen blitzen bernsteinfarbene Funken und verrieten damit seine wahre Natur. Vermutlich hätte ich Angst haben sollen, aber ich war an diesen Anblick gewöhnt und ich konnte mich durch aus verteidigen.
"Was tun Sie hier? Was wollen Sie?!" verlangte ich zu wissen und versuchte mich aus seinen Armen zu befreien, die mich zwar sanft aber unnachgiebig an ihn drückten.
Als er sprach sah ich die glänzenden Spitzen seiner Fänge aufblitzen. Er sprach sehr ruhig, fast schon kalt. "Du riechst noch immer so verführerisch." sagte er... und benutzte meinen Namen. Woher kannte dieser Typ meinen Namen?! Genau diese Frage stellte ich ihm, aber die Antwort war nur noch frustrierender.
"Ich kenne dich sehr gut... Lana. Beser als du denkst." sagte er. Die meisten nennen mich Ayla. Nur ein Mann hat mich jemals Lana genannt und das auch nur, wenn wir alleine gewesen sind. Dieser Mann war seit über 600 Jahren tot. Der Gedanke machte mich würend. Wie konnte dieser Mistkerl es waren mich Lana zu nennen!
"Nennen Sie mich nicht so!" verlangte ich und versuchte erneut mich von ihm zu befreien, doch er zog mich nur enger an sich und sein griff wurde so fest, dass ich mich kaum noch bewegen konnte, geschweige den atmen konnte.
"Du gehörst mir, Lana", sagte er: "Und ich nenne dich wie ich will." Wenn er so weiter macht, würde er niemanden mehr irgendwie nennen. Noch einmal verlangte ich von ihm, dass er mich los lies. Aber er tat es nicht. Stattdessen beugte er sich zu mir herunter und sprich mit seinen Fangzähnen über meinen Hals. Er war sanft und verletzte mich nicht, aber das war eine Intimität, die ich nicht wollte!
"Hören Sie auf!" schrie ich und drehte den Kopf so schnell weg, dass ich mir vermutlich irgendwelche Muskeln zerrte. Aber darum würde ich mir später Gedanken machen.
"Kennst du mich nicht? Weißt du nicht mehr wer ich bin?" fragte er, noch immer ruhig. Ich konnte das Grinsen in seiner Stimme hören und spürte seine harten Muskeln in meinem Rücken. An Körperkraft war ich ihm nicht gewachsen, aber das war bei allen Stammesvampiren so. Ich hatte andere... Talente. Noch einmal versuchte ich ihn weg zu schieben und verlangte, dass er mich los lässt.
Als er diesmal sprach, hatte seine Stimme sich verändert. Sie war tiefer, dunkler und jagte mir wohlige Schauder über den Rücken. Diese Stimme kannte ich. Sie war in meinem Gedächtnis und in meinem Herzen eingebrannt. Ich erstarrte, als hätte ich einen Geist gesehen. In gewisser Weise habe ich das wohl auch... oder zumindest gehört.
"Marek..." der Name war nur ein gehauchtes Flüstern, dass über meine Lippen kam. Der Mann lies mich los. Ich trat einen paar Schritte von ihm weg und drehte mich zu ihm um. Ich sah sein Gesicht, von dem ich jede Nacht geträumt habe seit er fort ist. Die Augen in undurchdringlichem grau, das kantige Kinn und die hohen Wangenknochen die etwas zu schwarf waren um schln zu sein. Ein stoppeliger Drei-Tage-Bart zeigte sich auf seinem Gesicht, seine Augen blickten mich an als wäre ich der Geist und auf seinen weichen Lippen lag ein dunkles Lächeln, dass von sündigen Geheimnissen kündete. Ich fühlte mich in der Zeit zurück versetzt und konnte einfach nicht glauben was ich da sah.
Er....
"Du bist tot..." stammelte ich unsicher: "Ich habe dich sterben sehen." An diesem Morgen war auch ein Teil von mir gestorben und ich habe nie mehr einen Mann so geliebt wie ihn.
"Sehe ich für dich tot aus?" fragte er und ich konnte ein amüsiertes Funkeln in seinen Augen sehen.
Ich konnte mir nicht erklären wie das möglich war. Er wirkte so echt, so lebendig und als ich ihn berührte, da verflüchtugte er sich auch nicht wie ich es befürchtet hatte. Er stand einfach nur da und sah mich an. Dann würde es mir klar, es war nur ein Traum! in Wirklichkeit lag ich auf der Krankenstation und schlief. Das war nur ein Traum, die Medikamente, die Tess mir gegeben hatte waren schuld daran. "Es ist nur eine Halluzination, nicht wahr? Wenn ich aufwache, bist du weg? Richtig?" fragte ich und hoffte, dass mein Traum das bestätigen würde.
"Möglich." sagte er und lächelte. Marek lächelt nicht... nie! Ich hatte ihn nicht einmal Lächeln sehen als wir zusammen waren. Das war also der Beweis! Nur ein Traum! Traurig und ein wenig enttäuscht seuzte ich. Das wäre auch nur zu schön gewesen. "Wenn das ein Traum ist, würde ich es vorziehen nicht aufzuwachen." sagte ich leicht hin.
"Irgendwann musst du aufwachen." sagte er erbarmungslos. Einen Moment später befanden wir uns an einem weiten Strand, die Sonne ging bereits über dem Meer auf und die Sterne verblassten. Ich erinnerte mich an diesen Morgen... der Morgen an dem wir den ersten Ältesten getötet haben... zusammen.
Es war nur ein Traum. Plötzlich fühlte ich mich sicher und geborgen, er war ja da. Ich ging zu ihm, kuschelte mich in seine Arme und schloss die Augen. "Ich will nicht aufwachen, dann bist du wieder fort und das ertrage ich nicht, Marek." sagte ich ihm. In Träumen ist man meist ehrlicher, schließlich bekommt das keiner mit... außer Claire spaziert vorbei, was ich bezweifle. Das vor mir selbst zuzugeben, war nicht schwer. "Wenn ich könnte, würde ich deinen Tod ungeschehen machen." Das war es, mein großer Wunsch. Es gibt so viele sinnlose Tode, die ich ungeschehen machen wollte, doch ich hatte nicht die Macht dazu.
Mein Traum sagte, dass ich das jede Nacht kann, ich müsste dafür nur mit ihm kommen. Ich wusste nicht wohin. Vermutlich hier her, in diesen Traum. Er bat mich bei ihm zu bleiben, noch ein Beweis dafür, dass es ein Traum war. Marek versprach mir einen Thron. Das erheiterte mich. Dieser Traum war seltsam und wundervoll und ich wollte nicht weiter darüber nach denken, sondern ihn einfach nur genießen. Aber da war eine kleine Stimme in meinem Kopf, die immer lauter wurde. Ich muss es mir nur wünschen, sagte er. Wenn das nur so einfach wäre. "Küss mich, du bist doch mein Traum." sagte ich zu ihm und lächelte, dieser Wunsch gefiel mir gerade besser als irgendein unbequemer Thron.
"Willst du die Illusion zerstören wenn du mich küsst und dann fest stellst, dass ich nicht echt bin?" fragte er. Das wollte ich nicht. Aber ich würde sowieso aufwachen, also konnte ich es auch mit einem Kuss.
"Ich wünsche mir, dass du echt bist, dass du lebst und dass dies alles nur einer deiner Tricks war. Das du wirklich bei mir bist." gestand ich ihm. Dann küsste er mich. Kaum das seine Lippen meine berührt hatten, löste sich die Illuison um uns herum auf und wir standen wieder in der Gasse bei den Doggs. Ich löste mich von ihm und starrte ihn an.
Das war kein Traum, wie mir langsam klar wurde. Er lebte. Er hatte alle seine Tode nur vorgetäuscht. Er lebte... er war hier!
"Du hast es dir gewünscht." sagte er und das konnte ich nicht leugnen, aber ich konnte es auch noch nicht so wirklich glauben. Das alles musste ich erst einmal verarbeiten und so konnte ich ihn nur anstarren als er meine Hand nahm und mich aufforderte mit ihm zu kommen. Ich nickte stumm und folgte ihm.
Marek brachte mich zu seinem Appartment. Einem Penthouse hoch über Boston. Von dort konnte man die ganze Stadt überblicken. Es war modern, nicht gerade mein Geschmack aber durch aus chick. Als er die Tür hinter uns schloss fing ich mich wieder. "Willkommen in meinem Königreich, meine Königin." sagte er und lächelte wieder auf diese dunkle, verführerische Weise. Ich drehte mich zu ihm um und verpasste ihm eine Ohrfeige, obwohl ich ihn lieber küssen wollte.
"Das ist dafür, dass du mich 600 Jahre hast glauben lassen du wärst tot und dann das ich dich noch einmal verloren habe, du elender Mistkerl!" warf ich ihm an den Kopf und er hatte Glück, dass ich gerade nicht mein Schwert in der Hand hatte um diesen Fehler auszumerzen und ihm doch noch den Kopf abzuschlagen.
"Ich hatte keine andere Wahl!" versuchte er sich zu verteidigen, aber die Worte waren mehr ein Knurren als wirkliche Worte. Das konnte ich einfach nicht glauben. Was hatte sich geändert?!
"Und nun hast du eine Wahl?!" schimpfte ich weiter. Meine Wut war an die Oberfläche gekommen und hatte die Verwirrung vertrieben. "Warum sagst du es mir jetzt? Was willst du, Thorne?!"
Seine Antwort war kurz, überraschend und traf mich da wo ich es nicht erwartet habe. "Dich!" war alles was er sagte. Er hätte mir genauso gut sagen können, dass er mich heiraten will. Der Effekt war so ziemlich der selbe. Meine Wut verrauchte und ich starrte ihn wieder an. In meinem Inneren breitete sich eine Wärme aus, die ich lange nicht gespürt hatte. Mein Wund wurde trocken und ich vergass als die Beleidigungen, die ich ihm an den Kopf werfen wollte. Ich wollte ihn küssen, ich wollte ihm genau das geben was er wünschte. Du gehörst mir, hatte er gesagt und nun erkannte ich, dass das noch immer stimmte. Zumindest mein Körper wusste das, mein Herz hatte es nie vergessen, nur mein Kopf wehrte sich eisern dagegen. Mein Kopf gewann.
"Du hättest mich auch vor 600 Jahren haben können! Du hattest mich!" fauchte ich und verschrenkte die Arme vor der Brust. Wie gerne wäre ich ihm an den Hals gesprungen und hätte ihn so lange gewurgt und geschüttelt, bis er aufhörte zu lächeln. Aber ich tat es nicht, ich blieb stehen und starrte ihn an mit einem Blick, der Feuer hätte gefrieren lassen können.
"Aber ich hatte das hier noch nicht." sagte er, auch wenn ich nicht wusste was er damit meinte: "Es musste echt aussehen. Ich musste Lucan überzeugen." Ich fragte mich, ob er sich selbst zuhörte. Das klang krank, selbst für einen Thorne! Das war krank!
"Ich verstehe es nicht." gestand ich Kopf schüttelnt und fügte dann rasch hinzu: "Und ich will es auch nicht verstehen." Dann zog ich meinen Mantel enger um mich und wollte an ihm vorbei. "Ich möchte jetzt gehen." sagte ich, doch er zog mich in seine Arme und hielt mich fest.
"Nein, ich kann dich nicht gehen lassen." sagte er und hielt mich fest. "Bleib... zumindest für heute." Seufzent warf ich einen Blick aus dem Fenster. Die Sonne würde bald aufgehen und ich konnte einfach nicht nein sagen, solange er mich so hielt. Also nickte ich und ergab mich seinen Armen.
"Komm." sagte er erneut und führte mich in sein Schlafzimmer. Es war genauso modern wie der Rest der Wohnung. Marek gab mir eines seiner Hemden, dass mir viel zu groß war, zum schlafen. Erst als ich das weiche Bett sah, merkte ich wie müde ich war. Ich zog mich im Bad um. Marek war fort als ich zurück kam. Also legte ich mich einfach ins Bett und war kurz darauf eingeschlafen.
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