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Da geht noch was

von KBRC87
GeschichteDrama, Humor / P16 / Het
Kate Beckett Richard Castle
13.09.2015
08.01.2019
7
9.794
8
Alle Kapitel
53 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
24.02.2017 1.727
 
Dies ist mein Beitrag zur ersten Runde des Wettbewerbs Wörterwirbel von Panayota.

Die Vorgaben der ersten Runde lauten:
Wortvorgabe (Abstrakta): Sanftmut, Desinteresse, Missgunst, Sicherheit, Hingabe.
Auswahl: Fünf von fünf Wörtern müssen unverändert im Text verarbeitet werden.
Format: Oneshot mit mindestens 100 und höchstens 1500 Wörtern (+ 150 Wörter als Toleranzgrenze ohne Punktabzug).

Dieser Oneshot erzählt einen alternativen Verlauf der Folge 3x11 - Nikki Heat.
Kate Beckett hat so ihre Probleme mit einem weiteren Prominenten, der ihr im Revier gehörig auf die Nerven geht...

Viel Spaß beim Lesen!


--x--x--


Eifersucht mit Folgen

Castle schien, aus welchen Gründen auch immer, auf Schauspielerinnen zu stehen. Vielleicht war das so eine Art Ödipuskomplex. Meredith und Castle waren seit langer Zeit geschieden. Ellie Monroe konnte als einmalige Sache verbucht werden. Aber jetzt ging es um Natalie Rhodes. Die Schauspielerin war engagiert worden, um in der Verfilmung von Castles Roman die Rolle der Titelfigur Nikki Heat zu übernehmen. Derzeit ging Natalie zu Recherchezwecken in Becketts Revier ein und aus, wie sie wollte. Und dabei nervte es Kate am meisten, dass diese Frau Rick komplett für sich vereinnahmte.

Gerade tauschte Beckett mit Castle Theorien über den aktuellen Mordfall aus, als nach wenigen Minuten der Zweisamkeit Natalie prompt wieder auftauchte. Sie trug ein Outfit, das Becketts verblüffend ähnlich sah, einschließlich farblich passender Perücke. Sie stahl den Kaffee, den Castle für seine Partnerin gemacht hatte, beschriftete das Mordfallbrett und ließ sich in Becketts Namen Fallunterlagen von Officer Velasquez aushändigen. Dabei ahmte sie sogar die Haltung und Gesten des Detectives nach und übernahm nahtlos das Gespräch mit Castle.

Beckett hatte absolut keine Lust auf diesen Quatsch, sie wollte von niemanden imitiert werden, auch wenn sie die Inspiration für Nikki Heat war. Es war schon spät und deshalb beschloss Kate, die Ermittlungen für heute einzustellen. Ihr Hauptanliegen dabei war allerdings, diese extrem motivierte Schauspielerin loszuwerden. Dass Castle abermals hinter Natalie herlief, war ärgerlich, aber nicht unerwartet.

„Das nenne ich mal echte Hingabe für die Rolle“, schwärmte Castle, bevor er mit der verkleideten Schauspielerin abzog und ihr auch noch ihre Sachen trug. Beckett konnte gerade noch sehen, wie sich Natalie an Rick schmiegte und sie sich küssten, bevor sich die Türen des Aufzugs schlossen und Beckett die Sicht versperrten.

Normalerweise war das nicht Becketts Art, aber die Missgunst breitete sich immer weiter wie ein Geschwür in ihr aus und wenn sie nicht bald etwas dagegen unternahm, würde sie explodieren. Sie wollte nicht mehr zusehen müssen, wie Castle an Natalies Lippen hing und ihr überall hin folgte. Das war allein ihr vorbehalten. Castle war ihr Partner, ihr Freund.

Genug war genug. Dieses Arrangement musste ein Ende haben!


Nach einem Drink im Old Haunt stand Beckett nun vor Castles Eingangstür und war sich absolut nicht sicher, ob sie klopfen sollte oder nicht. Was sollte sie ihm sagen? Was würde sie machen, wenn sie ihn mit Natalie im Bett überraschte? In einem Moment dachte Kate, dass es unmöglich war, dass Castle mit der Schauspielerin schlafen würde, im nächsten Moment dachte sie genau das Gegenteil.

Noch bevor sie irgendwas entscheiden konnte, ging die Tür auf und Kate stand einer überraschten Martha Rodgers, Castles Mutter, gegenüber. „Detective Beckett, was verschafft uns das Vergnügen zu so später Stunde?“

Erschrocken blickte Beckett auf ihre Uhr. Oh, Mist, es war schon nach halb zwölf. „Entschuldigung. Ich...“, stammelte sie, bevor sie von Martha unterbrochen wurde.

„Richard ist in seinem Büro“, erklärte die Schauspielerin, hoffentlich die letzte an diesem Tag, die Kate über den Weg laufen würde, und trat aus dem Loft. „Gehen Sie nur rein. Ich habe noch eine Performance.“ Martha zwinkerte ihr verschwörerisch zu und war verschwunden, bevor Kate etwas erwidern konnte.

Kate stand immer noch unschlüssig im Eingangsbereich, als Ricks Stimme aus seinem Büro schallte. „Mutter, hast du was vergessen?“ Als er näher kam, erkannte sie, dass er nur mit einem Bademantel und Hausschuhen bekleidet war. „Ah, Beckett, du bist das. Gibt es einen neuen Mordfall?“

Beckett starrte ihn an, ohne zu antworten, ihre Unterlippe zwischen die Zähne geklemmt. Seine Haare waren feucht und standen wuschelig ab, was Kate äußerst sexy fand. Wie es aussah, war er nackt unter dem Bademantel. Castle kam wohl gerade aus der Dusche.

„Kate?“ Castle sah sie fragend an.

„Ähm“, murmelte sie. „Ich muss mit dir reden.“

„Worüber?“ Rick sah sie neugierig an und machte eine einladende Geste Richtung Couch. „Wollen wir uns setzen?“

„Ich weiß nicht so genau“, erwiderte Beckett und blieb wie angewurzelt stehen, den Blick auf den Boden gerichtet.

Als er merkte, dass Kate ihm nicht folgte, ging er wieder zu ihr zurück, stellte sich dicht vor sie und hob ihren Kopf mit zwei Fingern unter ihrem Kinn an, sodass er ihr in die Augen schauen konnte. „Hast du getrunken?“

„Ja, aber nur einen Scotch“, verteidigte sie sich sofort.

„Okay, aber du musst mir schon sagen, was los ist. Ansonsten würde ich jetzt eigentlich gerne ins Bett gehen.“

„Am liebsten wahrscheinlich mit Natalie Rhodes!“, presste Beckett mürrisch hervor.

„Wie bitte?“, fragte Castle perplex.

„Du bist vorhin mit ihr abgezogen und hast sie geküsst. Da ist das doch der logische nächste Schritt.“ Kate drehte sich von ihm weg. Sie wollte ihn nicht ansehen, wenn er zugab, dass Natalie bei ihm im Bett lag.

Sie hat mich geküsst“, stellte Castle mit ruhiger Stimme klar und legte Kate sanft eine Hand auf die Schulter. „Und ja, sie hat mich gefragt, ob ich mit ihr schlafe“, erläuterte er, während er sich wieder vor Kate positionierte. „Aber ich habe sie abblitzen lassen.“

Überrascht hob Beckett den Kopf. „Warum?“

„Weil ich nicht mit einer von einer Schauspielerin dargestellten fiktiven Figur schlafen will, wenn das Original meine Partnerin... meine Freundin ist.“

„Oh!“ Mehr fiel Beckett dazu im Moment nicht ein.

„Kate, kann es sein, dass du eifersüchtig auf Natalie bist?“

„Natürlich nicht“, empörte sich Kate, was Rick ein Schmunzeln entlockte. „Aber es könnte eventuell sein, dass ich dich nicht gerne mit anderen Frauen teilen möchte.“

„Ach. Und warum ist das so?“, neckte Castle, während er mit beiden Händen über Becketts Oberarme streichelte.

Kate erwiderte seine liebevolle Berührung, indem sie so nah an ihn heranrückte, bis sie ihre Hände hinter seinem Nacken verschränken konnte. Jetzt oder nie. „Es könnte sein, dass ich möglicherweise ein wenig in dich verliebt bin.“

„So, ich dachte, du kannst mich nicht ausstehen“, neckte Rick weiter und ließ seine Hände zu ihren Hüften wandern. „Wann hat sich das denn geändert?“

„Am letzten Memorial Day, als ich mit dir in die Hamptons fahren wollte.“

„Oh Gott!“ Castle ließ sie abrupt los und trat zwei Schritte zurück. „Es tut mir so leid, Kate. Mein beleidigtes Desinteresse hat damals alles kaputt gemacht.“

„Es war nicht allein deine Schuld“, milderte Kate sein schlechtes Gewissen ab und diesmal war sie es, die ihm beruhigend die Hand auf den Arm legte. „Ich hätte dir viel eher sagen müssen, was ich fühle.“

„Vielleicht“, stimmte er nachdenklich zu. „Aber ich habe dir damals nicht richtig zugehört, weil ich zu verletzt war, dass du mit Demming wegfahren wolltest. Und dann kam Gina dazwischen... Ich habe so getan, als wäre mir deine Absage gleichgültig. Aber je länger ich später über unser Gespräch nachgedacht habe, umso sicherer war ich mir, dass du mir eigentlich sagen wolltest, dass du mit mir fährst.“

„Ja, das wollte ich“, bestätigte Beckett. „Aber du kannst ja nichts dafür, dass ich zu feige war, dir vor Gina die Wahrheit zu sagen.“

„Stimmt!“ Castle lächelte sie unsicher an. „Aber was machen wir jetzt mit diesem Wissen?“

„Rick, ich versuche dir die ganze Zeit zu vermitteln, dass ich dich liebe und mit dir zusammen sein will.“ Kate hatte ihre vorherige Position wieder eingenommen und Rick die Arme um den Hals gelegt. „Und wenn du das auch willst, darfst du mich jetzt küssen.“

„Ich liebe dich auch“, sagte Castle, küsste sie aber nicht. „Aber was ist mit Josh?“

Beckett rollte die Augen über Ricks Nachfrage, obwohl diese natürlich nicht unberechtigt war. „Wir haben uns schon vor Wochen getrennt, bevor er wieder nach Afrika geflogen ist.“

„Gut“, meinte Castle grinsend. „Mit Gina verbindet mich definitiv auch nur noch die Arbeit.“

„Also sind wir beide ...“ Noch bevor Kate aussprechen konnte, hatte Rick seine Lippen auf ihre gepresst, am Anfang zögerlich, aber je länger der Kuss dauerte, umso leidenschaftlicher wurde er. Ihre Zungen gingen auf Erkundungstour, genauso wie ihre Hände. Kates Finger trafen schnell auf nackte Haut, da Rick unter dem Bademantel tatsächlich nichts anhatte. Sie öffnete die Kordel und ließ den Stoff auseinanderfallen. Zärtlich glitt ihr Mund über seinen Oberkörper und verteilte überall kleine Küsse, bis Castle wohlig brummte.

„Hmm, Beckett, soviel Sanftmut hätte ich dir gar nicht zugetraut.“

„Tja, du weißt doch, die Beckett-Zwiebel ist vielschichtig.“ Kate nahm ihn bei der Hand und zog ihn in Richtung seines Schlafzimmers. „Komm, dann kannst du gleich schon mal ein paar Schichten abpellen.“


Am nächsten Morgen saß Detective Beckett an ihrem Schreibtisch und erledigte Papierkram, als Natalie sich zu ihr setzte. Die Schauspielerin hatte wieder nahezu das gleiche Outfit an wie Kate. Das war wirklich unheimlich.

„Darf ich Sie etwas fragen?“, fing Natalie an.

„Klar“, antwortete Kate gleichgültig und nahm einen großen Schluck von dem Kaffee, den Castle ihr mitgebracht hatte.

„Ist Castle schwul?“

Beckett war so geschockt über die Frage, dass sie den Kaffeebecher abrupt absetzte und das Heißgetränk teilweise aus ihrem Mund auf den Tisch spritzte. „Wie bitte? Was? Nein! Nein!“, erwiderte sie, während sie sich den Mund mit dem Handrücken abwischte.

„Dann sind Sie ein Paar, aber zur Verschwiegenheit verpflichtet?“, vermutete Natalie fragend.

„Nein, wir sind...“ Beckett stockte. „Wieso fragen Sie?“

„Gestern Abend hat Castle etwas zu mir gesagt, was ich noch nie von einem Mann gehört habe“, antwortete Natalie geheimnisvoll.

„Und was?“

„Nein!“

Kate musste sich zusammenreißen, um nicht laut loszulachen. „Okay, Natalie, ich will Ihnen die Wahrheit sagen. Als Sie Castle gestern dieses eindeutige Angebot gemacht haben, waren er und ich noch kein Paar, aber jetzt sind wir es.“ Beckett lehnte sich zufrieden lächelnd in ihrem Stuhl zurück. „Und... Was soll ich sagen... Danke!“

„Wofür?“, fragte Natalie erstaunt.

„Dafür, dass Sie mir die Augen geöffnet haben“, erklärte Kate. „Durch Ihre penetrante Anwesenheit und den Wunsch Sie wieder loszuwerden, habe ich den Mut gefunden, Rick meine Gefühle zu gestehen.“

Verwirrt runzelte die Schauspielerin die Stirn. „Heißt das jetzt, dass Sie mich zur Recherche für meine Rolle nicht mit Castle schlafen lassen?“

„Da können Sie mit hundertprozentiger Sicherheit Gift drauf nehmen“, bestätigte der Detective bestimmt. „Und jetzt raus aus meinem Revier!“
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