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Da geht noch was

von KBRC87
GeschichteDrama, Humor / P16 / Het
Kate Beckett Richard Castle
13.09.2015
08.01.2019
7
9.794
8
Alle Kapitel
53 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
30.11.2015 1.552
 
Dieser Oneshot ist eine Abänderung und Erweiterung des Endes der Folge 2x14 - Der Dritte Mann.
Die Idee, dass Beckett beides haben könnte, stammt wieder von elfi 2503. Danke dafür.

Viel Spaß!


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Burger und Shakes

Der Abend war definitiv anders verlaufen, als Castle sich das vorgestellt hatte, aber nicht weniger interessant. Eigentlich war er sogar ganz glücklich über den unverhofften Wechsel seiner Begleitung. Denn mit Beckett einen Fall zu lösen, war wesentlich anregender und spannender, als mit Junggesellin Nummer Drei gemeinsam zu dinieren. Außerdem war Castle sehr froh, dass er Kate aus den Fängen von Mr. Juli befreien konnte.

Allerdings ging seine Zeit mit Beckett nun auch langsam dem Ende entgegen, denn der Fall war abgeschlossen und sie wollte das Revier schnellstmöglich verlassen, um nach Hause zu fahren und ein warmes Bad zu nehmen. Natürlich konnte Castles Hirn nicht anders, als sich diese Situation vorzustellen und dabei fingen nicht nur seine Hände an zu schwitzen.

Das Knurren seines Magens brachte Castle zurück in die Realität. „Sind Sie auch so hungrig wie ich?“, fragte er ausweichend, während er sich seine klammen Finger an der Hose abwischte. „Wir haben das Restaurant verlassen, noch bevor ich überhaupt die Chance hatte, meine Vorspeise zu beenden.“

„Na ja, es wäre auch egal gewesen, wenn Sie das gesamte Essen beendet hätten“, antwortete Beckett und Castle sah sie fragend an. „Die Portionen waren winzig.“

„Eh“, meinte Castle fast angewidert, bevor er anfing zu lächeln. „Wissen Sie, Remy's hat die ganze Nacht offen. Die haben diese Burger.“

„Oh, und diese Shakes“, meinte Beckett schwärmerisch und zog gedankenverloren ihre Unterlippe zwischen die Zähne.

Ohne ein weiteres Wort nahm Castle ihr den Kleidersack ab und bot ihr seinen Arm an. Nach kurzem Überlegen und einem geflüsterten 'ach, was soll's' hakte Beckett sich bei ihm unter. Während sie langsam zum Aufzug schlenderten, bemerkte Castle, dass sie mädchenhaft eine ihrer Haarlocken um ihre Finger wickelte und er hätte gerne gewusst, woran oder an wen sie gerade dachte.

„So, wie ist Ihr Date gelaufen?“, fragte Beckett während sie auf den Aufzug warteten und holte Castle damit aus seinen Gedanken.

„Sie war irgendwie langweilig. Hat nicht viel gesagt. Und Mr. Juli?“

„Ein wenig von sich eingenommen“, erklärte Beckett.

„So sah es aus“, bestätigte Castle nickend.

„Wirklich?“ Beckett sah ihn fragend an.

„Ich erkenne so was“, erklärte Castle selbstsicher. „Manche Leute wissen einfach nicht, wie man sich während eines Dates benimmt.“

„Besonders während eines ersten Dates“, stimmte Beckett zu.

„Exakt“, sagte Castle und führte seine Partnerin in die Aufzugskabine.

Auf der Fahrt nach unten zur Tiefgarage schwiegen sie und Castle kam das Bild von einer nackten Kate in der Badewanne wieder in den Sinn.

„Wissen Sie, Beckett, Sie könnten beides haben.“ Die Idee war ihm spontan eingefallen und platzte sofort aus ihm heraus.

„Was meinen Sie?“ Kate sah ihn fragend an.

„Sie könnten nach Hause fahren und Ihr Bad nehmen“, erklärte Castle. „Und ich besorge uns in der Zeit etwas zu Essen.“

Einen Moment lang musterte sie ihn nachdenklich, bevor sie lächelnd nickte. „Okay.“

--x--x--

Castle hatte Glück gehabt, bei Remy's wurde er sofort bedient und auch die New Yorker Straßen waren nicht allzu voll. Und so stand er eine gute Dreiviertelstunde später, nachdem er sich von Beckett an ihrem Auto verabschiedet hatte, vor ihrer Wohnungstür. Er war gespannt, ob sie ihr Versprechen gehalten und den Schlüssel unter die Fußmatte gelegt hatte, damit er sich selber reinlassen konnte, während sie noch im Bad war.

Der Schriftsteller vergewisserte sich, dass ihn niemand beobachtete und hob dann den Fußabtreter an. Tatsächlich, da lag der Schlüssel. Grinsend schloss Castle die Tür auf und trat in Becketts Wohnung.

„Kate?“, rief er laut, nachdem er die Tüte mit dem Essen in der Küche abgestellt und sich seiner Jacke entledigt hatte.

„Im Bad.“ Becketts gedämpft klingende Antwort kam erwartungsgemäß aus dem angrenzenden Raum.

„Darf ich reinkommen?“, fragte Castle, nachdem er angeklopft hatte.

„Wenn es sein muss“, antwortete Beckett. Castle vermutete, dass ihre Antwort keck klingen sollte, aber die gewisse Unsicherheit in ihrer Stimme, war nicht zu überhören.

Castle öffnete die Badezimmertür und trat vorsichtig ein. Beckett lag definitiv in der Badewanne, aber seine Sicht auf sie wurde durch den zugezogenen Duschvorhang blockiert. Er konnte nur schemenhaft ihre Umrisse ausmachen.

„Wie lange dauert es noch, bis wir essen können?“, fragte er und trat noch zwei Schritte weiter auf die Wanne zu. „Ich kann das Essen solange in den Ofen und die Shakes in den Kühlschrank stellen.“

„Ich liege erst seit ungefähr fünf Minuten in der Wanne, Castle“, erklärte Beckett. „Ich musste mich erst um das Kleid und die Post kümmern.“

„Oh, kein Problem, ich kann im Wohnzimmer warten.“ Castle zeigte und blickte in Richtung der Tür, obwohl ihm eigentlich bewusst war, dass sie das durch den Vorhang gar nicht sehen konnte.

„Oder wir essen gleich hier“, schlug Kate vor.

„Sie wollen in der Badewanne essen?“, fragte Rick ungläubig.

„Wieso nicht?“, antwortete sie mit einer Gegenfrage.

Und so saß Castle ein paar Minuten später auf dem heruntergeklappten Klodeckel, den Teller mit Burger und Fritten auf seinen Beinen balancierend. Seinen Schokoladenmilchshake hatte er auf dem Waschtischrand abgestellt. Becketts Erdbeermilchshake und ihr Essen hatte er ihr zuvor am Duschvorhang vorbei angereicht, mit demonstrativ fest zusammengekniffenen Augen.

Allerdings kam Rick nicht wirklich zum Essen, denn er beobachtete fasziniert Kates Silhouette, die sich gegen den Vorhang abzeichnete. Außerdem lauschte er den Geräuschen, die sie machte, wenn sie genüsslich stöhnend in den Burger biss, ihr Getränk durch den Strohhalm schlürfte oder sich so bewegte, dass sie das Wasser zum Plätschern brachte.

Ein wenig merkwürdig fand Castle es schon, sich mit Beckett zu unterhalten, ohne sie wirklich sehen zu können. Er konnte ihre Mimik nicht erkennen und ihr nicht in die Augen schauen. Aber trotzdem geriet das Gespräch zwischen ihnen nie ins Stocken. Sie mochten die gleichen Bücher und Filme, und konnten über ihre unterschiedlichen Musikgeschmäcker angeregt diskutieren.

Es war ein unterhaltsamer Abend, bis Kate das Wasser zu kalt wurde und sie aus der Wanne wollte.

„Soll ich gehen oder darf ich im Wohnzimmer noch auf dich warten?“, fragte Castle. Sie waren während einer hitzigen Diskussion über das Talent von Taylor Swift fast unbemerkt zum Du übergegangen.

„Wenn du willst, kannst du die Flasche Rotwein aufmachen, die in der Küche steht“, antwortete Kate. „Ich brauche nicht lange.“

Castle saß erst kurz auf der Couch, nachdem er das Geschirr in die Spülmaschine geräumt und den Müll entsorgt hatte, als Beckett plötzlich im Bademantel vor ihm stand.

„Kannst du mir den Rücken eincremen?“, fragte sie und lächelte ihn schüchtern an. Beinahe wäre ihm das Glas Rotwein aus der Hand gefallen, so überrascht war er.

„Sicher“, murmelte Rick. Vorsichtig stellte er das Glas ab, stand auf und nahm Kate die Flasche mit der Bodylotion aus der Hand. Sie drehte sich mit dem Rücken zu ihm und ließ den Bademantel von ihren Schultern rutschen, sodass er sich an ihrer Taille zusammenraffte.

Einen Moment lang starrte Rick nur auf ihren nackten Rücken, bevor Kate sich räusperte und ihm wieder einfiel, was er machen sollte. Er drückte etwas Lotion aus der Flasche auf Kates Schulterblätter und sah, wie sie erschauderte, als die kalte, weiße Flüssigkeit sich ihren Weg über ihren wohlgeformten Körper bahnte.

Behutsam legte er seine Hände auf ihren Rücken und begann, die Lotion mit kreisenden Bewegungen in ihre samtige Haut einzumassieren. Kate ließ ihren Körper leicht nach hinten kippen und drückte sich fester in seine Berührung. Immer tiefer wanderten Ricks Hände ihren Rücken hinab, bis sie unter dem Bademantel verschwanden und seine Fingerspitzen den Ansatz ihrer Pobacken berührten.

„Das reicht“, meinte Beckett scharf und zog sich abrupt den Bademantel wieder über die Schultern. „Es ist besser, wenn du jetzt gehst.“ Kate sah ihn nur kurz mit dunklen Augen an und ging dann schnurstracks Richtung Eingangstür. Völlig überrumpelt folgte Castle ihr und ließ sich willenlos nach draußen schieben.

Erst als die Tür geräuschvoll hinter ihm ins Schloss fiel, kam er wieder zur Besinnung. Das war nicht, was er wollte. Er straffte entschlossen seine Schultern und klopfte energisch an Kates Wohnungstür. Fast augenblicklich wurde die Tür aufgerissen und er blickte in Kates feucht schimmernde Augen.

„Hast du etwas vergessen?“, fragte sie leise, den Bademantel mit einer Hand über ihrer Brust zusammenhaltend.

„Ja, meine Jacke“, sagte Castle und drückte sich resolut an ihr vorbei zurück in die Wohnung. „Außerdem habe ich vergessen zu sagen, dass ich nicht gehen werde.“ Er legte seine Hände um ihre Oberarme und sah sie herausfordernd an. „Ich will dich und du willst mich. Ich habe das Verlangen in deinen Augen gesehen, nachdem ich dich eingecremt hatte.“

Kate brach den Augenkontakt und wollte den Kopf senken, doch Rick legte ihr blitzschnell eine Hand unters Kinn und zwang sie damit, ihn weiter anzusehen.

„Sag mir noch einmal ins Gesicht, dass ich gehen soll und ich werde es tun.“ Castle ließ Kate los, er wollte sie zu nichts zwingen, was sie nicht wollte. Doch noch bevor er über seine weiteren Schritte nachdenken konnte, schmiegte sie sich an ihn und drückte ihre Lippen auf seine.

„Bitte geh nicht“, hauchte Kate in seinen Mund.

„Niemals“, bestätigte Rick, bevor sich ihre Zungen trafen. Seine Hände fingen an, auf Wanderschaft zu gehen. Der Gürtel ihres Bademantels löste sich leicht und nur Minuten später erlebte Kate ihren ersten Höhepunkt dieser Nacht. Viele weitere folgten... genauso wie viele weitere gemeinsame Nächte.
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