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Da geht noch was

von KBRC87
GeschichteDrama, Humor / P16 / Het
Kate Beckett Richard Castle
13.09.2015
08.01.2019
7
9.794
8
Alle Kapitel
53 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
27.09.2015 1.189
 
Dieser Oneshot spielt in Folge 2x17 und ist eine Erweiterung der Szene, in der Castle mit einer Flasche Wein vor Becketts Tür steht.

Viel Spaß!


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Die Bedeutung von Pancakes

Auch der Genuss von zwei Gläsern Rotwein brachte Rick Castle nicht die nötige Bettschwere, um einschlafen zu können. Wahrscheinlich lag es an Becketts Couch, die total unbequem war, oder an seiner Sorge darüber, dass Scott Dunn ihr doch seinetwegen noch etwas antun könnte. Natürlich wusste Castle, dass Beckett der Cop war und mit einer Waffe schlief, das hatte sie ihm zumindest vorhin gesagt, aber seine Sorge um ihr Wohlergehen verringerte das nicht.

Vielleicht ließ ihn aber auch die ungewohnte Umgebung nicht schlafen und die Tatsache, dass Becketts Schlafzimmer nur ein paar Schritte entfernt war. Castle würde zu gerne wissen, wie sie aussah, wenn sie schlief. Stöhnend erhob er sich von der Rückenschmerzen verursachenden Couch und schlenderte durchs Wohnzimmer. Die Fenster hatten keine Jalousien und so fiel genug Licht von der Straße herein, damit er alles, zumindest oberflächlich, inspizieren konnte. Ihr Einrichtungsstil war für seinen Geschmack etwas zu sehr zusammengewürfelt, aber irgendwie passte das zu Beckett. Sehr gut gefiel ihm allerdings, dass sie seine Bücher im Regal stehen hatte.

Nach einer Weile endete Castles Inspektion direkt vor Becketts Schlafzimmertür, die natürlich geschlossen war. Er lauschte, aber es waren keine Geräusche aus dem Raum zu hören. Sollte er, sollte er nicht? Würde Beckett ihn wirklich erschießen, wie sie es angedroht hatte, wenn er den Griff drehte, um die Tür zu öffnen?

Nein, das würde sie niemals tun!

Castle öffnete so geräuschlos wie möglich die Tür und schaute vorsichtig ins Zimmer, ohne die Schwelle zu übertreten. Als sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte er Becketts schlafende Form im Bett ausmachen, aber wirklich erkennen konnte er nichts. Er musste näher ran. Also schlich er auf Zehenspitzen weiter zum Bett.

Von Beckett war allerdings auch bei näherer Betrachtung nicht viel zu erkennen. Sie hatte sich die Zudecke bis unters Kinn gezogen, sodass nur ihr Kopf herausschaute. Eine Haarsträhne fiel ihr ins Gesicht und es sah bezaubernd aus. Castle konnte nur mühsam dem Drang widerstehen, die Strähne zurückzustreichen.

„Castle!“ Er machte erschrocken einen Satz nach hinten, als Beckett ihn plötzlich ansprach. „Entscheiden Sie sich, rein oder raus. Aber dieses Anstarren ist echt gruselig. Und ich brauche meinen Schlaf.“

„Was meinen Sie mit rein?“, fragte Castle vorsichtig, als er den Schreck einigermaßen überwunden hatte.

Als Antwort rutschte Beckett weiter zurück an den Rand ihres Bettes und hob die Zudecke an. Castle war zwar total überrascht, ließ sich aber nicht zweimal bitten und schlüpfte zu ihr ins Bett. Er legte sich auf die Seite mit seinem Gesicht zu ihr gewandt. Ihre Nasenspitzen waren maximal fünf Zentimeter voneinander entfernt. Beckett hatte die Augen geschlossen und rührte sich nicht. Um seine Aufregung in den Griff zu bekommen, atmete Castle bewusst tief ein und aus.

„Ich kann nicht schlafen, wenn Sie mir die ganze Zeit ins Gesicht pusten“, beschwerte sich Beckett nach ein paar Minuten. „Drehen Sie sich um.“

Um zu vermeiden, dass sie ihn wieder aus ihrem Bett schmiss, drehte Castle sich augenblicklich auf die andere Seite. Allerdings beruhigte das sein wie wild schlagendes Herz keineswegs, denn Beckett rückte näher an ihn heran und legte ihren Arm um seine Taille.

„Und jetzt schlafen Sie“, murmelte sie leise in seinen Nacken.



Als Kate am nächsten Morgen aufwachte, war ihr ungewöhnlich warm. Aber die Wärme in ihrem Rücken war alles andere als unangenehm. Also genoss sie das wohlige Gefühl, dass der Körper, an den sie sich kuschelte, in ihr auslöste.

Ein Körper!?

Schlagartig wurde Kate bewusst, an wessen breite Brust sie sich da schmiegte. Plötzlich spürte sie nur allzu genau Castles Hand, die locker an ihrem Busen ruhte, und seine Erektion, die sich in ihren Po drückte.

Oh, Gott!

Kate versteifte sich instinktiv. Doch als sie versuchte, von Castle abzurücken, verstärkte sich sein Griff um ihren Oberkörper.

„Bleib noch liegen“, murmelte er in ihre Haare. „Ich will noch nicht aufstehen.“

Kate überlegte fieberhaft, was sie tun sollte. Wenn sie Castle erschießen wollte, müsste sie aufstehen, da ihre Waffe sicher in ihrer Kommode lag. Aber wollte sie das Bett jetzt überhaupt verlassen? Das hier fühlte sich so gut an... und auch so richtig. Es war so einfach, liegenzubleiben und seine Nähe zu genießen. Und Castle wollte es ja schließlich auch. Warum sollte sie ihm diesen Wusch abschlagen?

„Okay!“, flüsterte Kate und drückte sich noch fester an Castle. Eine Welle der Erregung strömte in ihre Mitte und ein Kribbeln durchfuhr sie von ihren Haarspitzen bis zu ihren Zehenspitzen. Am liebsten hätte sie sich umgedreht und ihn geküsst, aber soweit ging ihre Courage dann doch nicht. Aber Castle schien ihr Verlangen zu spüren, denn er begann seine Hand auf Wanderschaft unter ihr Shirt zu schicken.

Nachdem er eine Zeit lang sanft ihren Bauch und ihre Brüste liebkost hatte, nahm Kate allen Mut zusammen und drehte sich zu ihm um.

„Rick“, sagte sie atemlos und nahm sein Gesicht in ihre Hände, sodass er sie ansehen musste. „Wenn wir das hier weiterführen, gibt es kein Zurück mehr. Jedenfalls nicht für mich.“

„Für mich gilt das Gleiche, Kate“, erklärte Castle ernst, während er ihr zärtlich über die Haare streichelte. „Auch wenn du es nicht für möglich hältst... ich bin kein Mann für eine Nacht.“

„Dann sind wir uns ja einig.“ Kate drückte Castle lächelnd auf seinen Rücken, legte sich auf ihn und endlich, endlich konnte sie ihn küssen.



Natürlich war die Leiche auf dem Fußabtreter, die Rick fand, als er die Zeitung zum Frühstück hereinholen wollte, ein Schock. Aber der größere Schock war, dass sowohl Ryan und Esposito, als auch Agent Jordan Shaw sofort merkten, dass sich etwas zwischen Kate und Rick verändert hatte. Alle Drei trugen dieses wissende Grinsen im Gesicht.

Kate beobachtete, wie ihre Kollegen Rick in die Mangel nahmen, um zu erfahren, was letzte Nacht zwischen ihr und dem Schriftsteller vorgefallen war. Aber Castle versuchte gentlemanlike die Sache herunterzuspielen. Er erklärte den Jungs ruhig, dass Pancakes nur ein ganz normales Frühstück und nicht besonders romantisch waren, wie Ryan behauptete, und auch nicht „danke für diese Nacht“ bedeuteten, wie Esposito meinte.

Kate fand das sehr lieb und süß von Rick, dass er versuchte sich an die Abmachung zu halten, die sie getroffen hatten, nachdem sie vorhin miteinander geschlafen hatten, und die besagte, dass sie ihre Beziehung erst einmal geheim halten wollten. Aber früher oder später würden es doch alle erfahren. Warum also nicht früher?

Es überraschte Kate selbst, wie selbstverständlich es für sie war, zu Rick zu gehen, sich an ihn zu schmiegen und ihn vor aller Augen zu küssen. „Ich finde schon, dass Pancakes zum Frühstück romantisch sind und ich für meinen Teil danke dir sehr für diese Nacht.“


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Vielen Dank an elfi 2503 für den Prompt.
Ihr Vorschlag war: Was hältst du davon die Szene, in der Rick mit Wein vor Kates Tür steht, um "Wache" zu halten vor Scott Dunn, umzuschreiben? Ich dachte so an das Szenario, dass er nicht die ganze Nacht auf der Couch bleibt, sondern dem Drang, die schlafende Kate zu beobachten, nachgibt. Was dann daraus wird, überlasse ich dir :-)
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