Da geht noch was

von KBRC87
GeschichteDrama, Humor / P16
Kate Beckett Richard Castle
13.09.2015
08.01.2019
7
9.794
8
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Dieses Kapitel
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20.09.2015 1.150
 
Dieser Oneshot spielt in Folge 2x13 und beleuchtet die Szene, in der Dick Coonan Castle als Schutzschild missbraucht.

Viel Spaß!


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Speed

Verdammt, verdammt. Denk nach. Während Detective Kate Beckett neben Castle herging, lief ihr Gehirn auf Hochtouren. Sie musste eine Möglichkeit finden, ihren Partner aus dieser misslichen Lage zu befreien. Aber sie wollte Dick Coonan, den Mörder ihrer Mutter, auf keinen Fall laufen lassen.

Castle zuckte neben ihr zusammen, als Coonan ihm die Pistole, die er einem Officer abgenommen hatte, noch fester in die Seite drückte. Beckett zweifelte nicht daran, dass der mehrfache Mörder, ohne mit der Wimper zu zucken, abdrücken würde. Das musste sie verhindern.

Gerade in dem Moment, als sie in den Gang zum Aufzug einbogen, schaute Captain Montgomery hoch und Beckett sah an seinem Gesichtsausdruck, dass ihr Vorgesetzter sofort erkannt hatte, dass da etwas nicht stimmte.  Beckett versuchte Coonan abzulenken, indem sie ihn weiter bedrängte, seinen Auftraggeber preiszugeben, denjenigen, der wirklich hinter dem Mord an Johanna Beckett steckte.

Doch Captain Montgomery machte ihren Plan zunichte, als er sich ihnen mit gezückter Waffe in den Weg stellte und Coonan in Schach halten wollte. Allerdings gab Coonan nicht so leicht auf. Er versteckte sich hinter Castle und drohte erneut, den Schriftsteller umzubringen, wenn Beckett nicht dafür sorgen würde, dass er unbehelligt das Revier verlassen konnte.

Die Situation schien aussichtslos.

Doch dann fiel Beckett aus heiterem Himmel dieser Film wieder ein, den sie letztens gesehen hatte. Schieß auf die Geisel.

Ohne weiter darüber nachzudenken, zog sie ihre Waffe und schoss ihrem Partner in den Oberschenkel. Sie sah die Überraschung auf Castles Gesicht, bevor sich seine Miene vor Schmerzen verzog und er wimmernd zusammenbrach.

Coonan war genauso überrascht wie Castle und das machte Beckett sich zunutze. Blitzschnell sprang sie auf ihn zu, kickte ihm die Waffe aus der Hand und zwei heranstürmende Officer halfen ihr, den Verbrecher zu überwältigen und ihm Handschellen anzulegen.

Nachdem Coonan abgeführt worden war, drehte sich Beckett zögerlich zu Castle um. Natürlich hatte sie ein schlechtes Gewissen, dass sie ihn absichtlich verletzt hatte. Der Schriftsteller lehnte mit bleichem, schmerzverzerrten Gesicht in halbsitzender Position an einer Wand. Der Captain kniete neben ihm und drückte eine Kompresse auf die blutende Wunde an Castles Bein.

Als Beckett sich den beiden langsam näherte, schaute Castle zu ihr auf. „Sie haben auf mich geschossen!“, stöhnte er ihr entgegen. Aber noch bevor sie zu einer Erklärung nebst Entschuldigung ansetzen konnte, erhellte sich sein Gesicht mit einem Grinsen. „Das ist soooo cool!“

Erleichtert über Castles Reaktion kniete sich Beckett ebenfalls neben ihn. „Ich bin froh, dass Sie noch leben“, erklärte sie lächelnd und streichelte ihm kurz über die Wange, bevor sie sich fragend an Montgomery wandte. „Wie schlimm ist es?“

„Nur eine Fleischwunde“, antwortete ihr Chef. „Der Krankenwagen ist gleich hier.“



Castle saß in der Lobby des Krankenhauses und wartete darauf, dass Beckett ihn abholte. Da seine Jeans ruiniert war, hatte eine Krankenschwester ihm eine grüne OP-Hose besorgt, die absolut nicht zu seinem lilafarbenen Oberhemd passte. Er musste aus diesen Klamotten raus. Wo blieb Beckett nur?

Nachdem der Schriftsteller mit dem Krankenwagen hierher gebracht worden war, hatte sich schnell herausgestellt, dass sein Bein lediglich durch einen Streifschuss verletzt war. Die Wunde war zwar tief und wurde dementsprechend behandelt, aber im Krankenhaus bleiben musste er deswegen nicht. Als der Arzt Castles Behandlung abgeschlossen und ihn mit Verhaltensregeln, Antibiotika und Schmerzmitteln versorgt hatte, durfte er gehen. Alexis hatte eine schwere Prüfung und Martha ein wichtiges Vorsprechen, deshalb rief er Beckett an, damit sie ihn abholte.

Das war jetzt über eine Stunde her.

Wenn er so länger darüber nachdachte, war Beckett vorhin am Telefon etwas kurz angebunden gewesen. War sie doch sauer auf ihn? Vielleicht hatte er sich mit der Bereitstellung der 100.000 Dollar für den gefakten Mordauftrag an Johnny Vong doch etwas weit aus dem Fenster gelehnt.

Castle wollte sich gerade ein Taxi rufen, als er sah, wie Kate Beckett mit hängendem Kopf auf ihn zukam.

„Beckett, was ist passiert?“ Die Angesprochene hob ihren Kopf und Castle sah, dass sie geweint hatte.

„Es tut mir so leid, dass ich auf Sie geschossen habe“, sagte Beckett leise und ließ sich seufzend auf den Stuhl neben ihn fallen. „Vor allem, weil die ganze Aktion völlig umsonst war.“

„Was ist passiert?“, fragte Castle erneut, als er bemerkte, dass Beckett erneut feuchte Augen bekam.

„Coonan ist tot“, schluchzte sie und rieb sich mit den Fingerspitzen die Tränen weg.

„Aber wie?“, fragte Castle verwirrt. „Er war doch sicher in einer Einzelzelle untergebracht, oder?“

„Einzelzelle ja, aber anscheinend nicht so sicher“, antwortete Beckett, nachdem sie ein paarmal tief durchgeatmet hatte. „Als ich ihn noch mal befragen wollte, habe ich ihn erstochen in der Zelle aufgefunden. Die Überwachungskameras waren deaktiviert und von den wachhabenden Officers hat angeblich niemand etwas bemerkt.“

„Das kann also nur ein Insider gewesen sein“, mutmaßte Castle nachdenklich.

„Ja, aber warum?“, fragte Beckett verzweifelt. „Wer im Revier wollte Coonans Tod?“

Diesmal war es Castle der tief seufzte. Es fiel ihm nicht leicht, die Konsequenzen zu ziehen. „Es tut mir leid, Kate. Ich bin in dem Fall zu weit gegangen. Ich kann Sie nicht mehr länger begleiten. Wenn ich nicht gewesen wäre...“

„Wenn Sie nicht gewesen wären, hätte ich nie den Mörder meiner Mom gefunden“, fiel Beckett ihm  energisch ins Wort. „Es ist nicht Ihre Schuld, dass Coonan jetzt tot ist.“ Sie schaute nachdenklich in den Raum, bevor sie weitersprach. „Bald kommt der Tag, an dem ich die Schweine finde, die Coonan den Auftrag gaben, und dann hätte ich Sie gerne an meiner Seite.“

Beckett lächelte Castle zu und schlug dann verlegen die Augen nieder. „Und wenn Sie irgendjemanden erzählen, was ich jetzt sage, dann muss ich noch mal auf Sie schießen. Aber ich habe mich daran gewöhnt, dass Sie mir auf die Nerven gehen. Ich habe einen schweren Job, Castle, und wenn sie dabei sind, macht es ein bisschen mehr Spaß.“

Castle musste ein Lachen unterdrücken. Er war so unsagbar froh, dass sie ihn nicht wegschickte. „Ihr Geheimnis ist sicher bei mir“, versicherte er seiner Partnerin ernst. „Aber wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, auf mich zu schießen?“

„Kennen sie den Film Speed mit Keanu Reeves? Der hat das auch so mit seinem Partner gemacht“, erklärte Beckett, plötzlich wieder gutgelaunt.

Natürlich kannte Castle den Film, er hatte ihn sogar auf DVD und deshalb beschlossen sie, ins Loft zu fahren und sich den Film gemeinsam anzusehen.

Lächelnd humpelte Castle hinter Beckett her. Er war sich ziemlich sicher, dass er Beckett dazu bringen würde, sich als Krankenschwester für ihn zu betätigen, schließlich hatte sie etwas gutzumachen, denn sie hatte auf ihn geschossen.


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Vielen Dank an melles für den Prompt.
Ihr Vorschlag war: Was wäre, wenn Kate gezwungen wäre, auf Rick zu schießen, um damit Coonan unschädlich zu machen? Kate könnte sich als Krankenschwester anbieten.

Ist vielleicht nicht ganz so geworden, wie du es dir vorgestellt hast, aber ich hoffe, es gefällt dir trotzdem ;-)
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