Da geht noch was

von KBRC87
GeschichteDrama, Humor / P16
Kate Beckett Richard Castle
13.09.2015
08.01.2019
7
11175
8
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Dieses Kapitel
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Da mir derzeit die Zeit und insbesondere die Inspiration für eine längere Geschichte fehlt, ich aber das Schreiben nicht gänzlich aufgeben möchte, habe ich mir dieses Projekt ausgedacht.
Es geht darum, Szenen aus Castle Folgen zu erweitern oder umzuschreiben.
Wenn ihr Vorschläge habt, welche Szenen ich mir vornehmen soll und wie sie verlaufen sollten, einfach her damit. Gerne auch per Mail.

Der erste Oneshot spielt in Folge 1x07 und wurde von einem Prompt inspiriert, den ich auf tumblr gefunden habe.

Viel Spaß!


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Kuscheln mit Beckett

Kate Beckett war frustriert. Sie kam einfach nicht weiter in diesem Fall. Doch sie musste ihn einfach lösen, denn sie hatte es der Tochter des Opfers versprochen. Aber es gab bisher keine verwertbaren Hinweise und deshalb schoss der Detective wild auf die abstrakte Papiergestalt ein, die etwa 20 Meter vor ihr auf der Schießbahn hing.

Normalerweise funktionierte diese Methode der Stressbewältigung immer sehr gut, aber heute wurde Beckett von Castle gestört, der sie mit blöden Kommentaren aus ihrer Konzentration riss. Warum konnte er sie nicht ein Mal in Ruhe lassen?

„Wäre es nicht eine größere Herausforderung, wenn das Ziel nicht stillstehen würden?“, schrie Castle herausfordernd, während er sich die Ohren zuhielt und Beckett die Zielscheibe malträtierte.

So ein Angeber. „Okay, Castle, zeigen Sie mir, wie es geht.“ Beckett drückte den Knopf der Schießanlage, sodass sie ihre durchlöcherte Zielscheibe gegen eine frische für Castle austauschen konnte.

Der Schriftsteller setzte sich währenddessen enthusiastisch ebenfalls eine Schutzbrille und einen Gehörschutz auf. Als Beckett ihm Platz gemacht hatte, nahm er sofort ihre Waffe in seine rechte Hand und zielte.

„Das ist kein Duell, Scaramouche.“ Beckett rollte genervt die Augen, was Castle allerdings nicht sehen konnte, weil sie hinter ihm stand. Beckett griff nach Castles Armen und schob ihn in die richtige Position, während sie ihm erklärte, wie er die Waffe zu halten hatte.

Noch bevor er die perfekte Schießposition eingenommen hatte und Beckett ihn hätte losgelassen können, löste sich ein Schuss. „Hoppla! Hab zu früh geschossen“, bemerkte Castle grinsend.

„Tja, Castle, wir können uns ja auch aufs Kuscheln beschränken“, konterte Beckett sarkastisch und lächelte gequält.

Castle sah sie für einen Moment überrascht an, dann wandte er sich wieder der Zielscheibe zu. Aber anstatt zu schießen, sicherte er die Waffe und legte sie auf die Ablage. Er nahm sich die Schutzbrille und den Gehörschutz ab und deponierte beides sorgfältig neben der Glock.

„Castle, was machen Sie?“, fragte Beckett erstaunt. „Ich dachte, Sie wollten mir zeigen, wie man schießt.“

„Später“, murmelte er und nahm ihr ohne Vorwarnung ebenfalls ihre Schutzausrüstung ab. Beckett war so perplex, dass sie sich nicht wehren konnte.

Erst als er seine Arme um sie schlang und sie eng an sich zog, fand Beckett ihre Sprache wieder. „Verdammt, was soll das?“, zischte sie und versuchte Castle von sich wegzudrücken.

„Ich nehme nur Ihr Angebot an“, erklärte Castle und drückte sie noch fester an sich.

„Was für ein Angebot?“, knurrte Beckett. „Sind Sie jetzt total verrückt geworden?“

„Na, das Angebot, mit Ihnen zu kuscheln.“ Er legte eine Hand an ihren Hinterkopf und drückte diesen sanft aber bestimmt an seine Schulter. „Wehren Sie sich nicht. Kuscheln hilft auch gegen Stress.“

Beckett atmete empört tief ein und wollte zur Gegenargumentation ansetzen, aber sein Geruch, der sie plötzlich überschwemmte und die Wärme, die sein Körper schlagartig an ihren übermittelte, ließen sie innehalten. Einen Moment in seinen überraschend starken Armen konnte sie sich ja gönnen, bevor sie den arroganten Schriftsteller wieder in seine Schranken verwies. Wie von selbst legten sich ihre Arme um seine Taille und sie drehte ihren Kopf so, dass ihre Nasenspitze seinen Hals berührte.

Es war verrückt, sie stand mitten auf einem öffentlichen Schießstand und ließ sich von Castle umarmen. Aber seine Nähe war einfach zu berauschend, Beckett konnte ihn nicht loslassen. Ihre Augen schlossen sich und ihr Körper schmiegte sich wie magisch angezogen an seinen.

Erst als Castle sich laut räusperte, kam sie zurück in die Realität. Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Wie lange hatten sie so dagestanden? Verlegen löste sie sich aus seiner Umarmung und trat zwei Schritte zurück. Castle lächelte sie an und nahm dann wortlos wieder die Waffe zur Hand.

Nachdem er ein paar Mal geschossen hatte, ohne das Ziel wirklich zu treffen, rückte Castle endlich mit der Sprache heraus, weswegen er überhaupt zu ihr auf den Schießstand gekommen war. Er wollte die Bilder der gestohlenen Schmuckstücke als Inspiration mit nach Hause nehmen.

„Ich sage Ihnen was“, meinte Beckett selbstsicher, „wenn Sie mit einem der nächsten drei Schüsse in die Zehn treffen, gebe ich Ihnen die Bilder.“

„Wirklich?“, fragte Castle skeptisch.

„Wirklich!“, bestätigte Beckett. Und noch bevor ihre Antwort verklungen war, hatte Castle seine nächsten drei Schüsse alle in der Zehn versenkt.

„Sie sind eine sehr gute Lehrerin“, meinte Castle schadenfroh.

Eigentlich sollte Beckett wütend darüber sein, dass Castle sie mit seinen Schießkünsten angeschmiert hatte, aber sie war es nicht. Im Gegenteil, sie musste sogar über seine Bemühungen, an die Fotos zu kommen, schmunzeln. Um sich das nicht anmerken zu lassen, wandte sie sich schnell ab und ging Richtung Ausgang.

„Okay, Sie können die Bilder heute Abend in meiner Wohnung abholen“, sagte sie mit unbewegter Miene, als sie an der Tür angekommen war. „Und, Castle, ziehen Sie bequeme Kleidung an, ich möchte dieses Kuscheln noch mal ausprobieren.“
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