Meeting

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Jin Yuichi
12.09.2015
27.11.2017
34
94.875
5
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Dieses Kapitel
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01.02.2017 1.374
 
01.02.2017: Der Prolog wurde überarbeitet und ein wenig verändert. Nach langer Zeit kommt jetzt hoffentlich jeden Mittwoch ein neues Kapitel. Falls hier überhaupt noch jemand interesse hat, nach so langer Zeit...
Ich wünsche euch noch einen schönen Mittwoch,
Ayumi Chan




☆ ~ ☆ ~ ☆ ~ ☆





Prolog


>> First Meeting <<



Leise vor dich hin summend, einen leeren Wasserkrug in der Hand, schlenderst du einen Waldweg entlang. Sanft lässt der Wind die grünen Blätter der Bäume rascheln und spielt mit deinen Haaren. Du hörst die Rufe der Waldtiere, das fröhliche Zwitschern der Vögel und wenn du deine Ohren spitzt, konntest du sogar das Plätschern des Baches hören.

Langsam begann sich der Wald zu lichten und der Pfad aus Erde weicht einer Wiese auf der verschiedene Blumen erblühen. Jedoch ist die Wiese nicht groß, es ist mehr eine Lichtung in dem idyllischen Wald.  Du wendest dich nach links und gehst näher an den Bach heran. Kniend  füllst du deinen Trug mit dem klaren Wasser bis er voll ist, stellst ihn zur Seite, formst deine Hände zu einer Schale und tauchst sie in das kalte Nass. Schließlich fließt das Wasser deine Kehle hinab, es ist kalt, aber sehr erfrischend.

Ein Rascheln lässt dich aufhorchen und vorsichtig blickst du über deine Schulter, beobachtest angespannt das raschelnde Gebüsch.  Immer lauter wird das Rascheln, zudem hörst du ein Gemurmel, das du niemandem zuordnen kannst. Das Klopfen deines Herzens dröhnt in deinen Ohren. In Eile stehst du auf und fasst nach dem Wasserkrug, hältst ihn vor dich, als ob er dir Schutz geben würde.

Ein Aufschrei lässt deine Augen einen Busch fixieren, aus dem plötzlich jemand hinaus stolpert.

„Puh“, seufzt die Gestalt, erhebt sich nun zu ihrer vollen Größe, da sie sich bis eben auf den Knien abgestützt hatte. Dabei fällt ihr Blick auf dich.

Du blinzelst mehrmals, ehe deine Augen über die Gestalt, die du als einen Jungen identifiziertest, schweifen. Er muss wohl etwas größer sein als du, dennoch schätzt du, dass ihr fast im selben Alter seid. Du beginnst ihn von oben bis unten zu mustern. Er hat braune Haare, die etwas wirr auf seinem Kopf liegen und in denen sich einige Blätter verfangen haben. Seine Augen sind von einem klaren Blau und funkeln neugierig, während sie deine Erscheinung zu mustern scheinen. Eine Art einfaches weißes Hemd, an dessen Kragen eine Brille befestigt ist, bedeckt seinen Oberkörper, darüber trägt er noch so eine Art Hemd, es ist langärmelig und geöffnet, zudem von blauer Farbe mit einigen schwarzen Streifen, auch meinst du, so etwas wie ein Wappen darauf auszumachen. Dann trägt er noch eine braune Hose und schwarze Stiefel. Ebenso kannst du einen Beutel an seiner linken Seite baumeln sehen.

Du ziehst die Stirn kraus und dein Kopf neigt sich leicht zur linken Seite. Du kennst den Jungen nicht und hast ihn noch nie zuvor gesehen. Auch die Kleidung ist sehr eigenartig, noch nie hast du jemand in so etwas rum laufen sehen. Ob er aus einem anderen Land kommt? Oder kommt er vielleicht von Drüben? Dieser anderen Welt?

Yo.“

Du zuckst erschrocken zusammen und umklammerst den Wasserkrug fester. Du fixierst den Jungen wieder, der nun beide seiner Arme hoch nahm und dir seine Handflächen zeigt.

„Whoa, ganz ruhig, ich tu dir nichts.“

Du ziehst eine deiner Augenbrauen hoch, denn wirklich trauen tust du ihm nicht. Er sieht zwar freundlich aus, aber man sollte nie ein Buch nach seinem äußeren beurteilen. Stumm starrst du ihn weiter an. Lässt ihn nicht aus den Augen.

Ein Seufzen verlässt seine Lippen und er beginnt sich mit seiner rechten Hand am Hinterkopf zu kratzen.

„Weißt du, ich will dir wirklich nichts böses… eigentlich wollte ich nur Wasser holen“, er stellt die Tasche ab, kramt kurz darin herum, ehe er einen Behälter heraus zieht, der etwa so groß wie dein Krug ist, und ihn dir entgegen hält, „siehst du?“

Vorsichtig gehst du zu dem Waldweg, über welchen du hergekommen bist, dabei ruhen deine Augen weiter auf dem Fremden. Er kann schließlich sonst was tun, doch zur Not kannst du immer noch deinen Krug nach ihm werfen oder ihn damit niederschlagen… oder?

Ein Lächeln legt sich auf seine Lippen und er geht zum Bach, kniet sich dort nieder und füllt seinen Behälter mit Wasser. Danach stellt er ihn zur Seite, formt mit seinen Händen eine Schale, hält diese ins Wasser und trinkt schließlich. Irgendwie faszinierte dies dich. Er kommt von wo ganz anderes her und dennoch macht er genau dasselbe wie du zuvor.

Du stellst deinen Krug auf den Boden ab und gehst vorsichtig näher an den Jungen heran. Er wendet sich dir kurz zu, mustert dich und wäscht sich dann sein Gesicht. Langsam kniest du dich neben ihn, natürlich mit ein wenig Abstand. Er beginnt dich zu betrachten und lässt sich im Schneidersitz nieder.

Du weißt nicht recht, was dir den Mut gibt, dich dem Fremden zu nähern, schließlich kann er immer noch gefährlich sein. Doch trotzdem streckst du langsam deine Hand nach einem Blatt in seinem Haar aus, doch bevor du es heraus ziehst, schweifen deine Augen zu den Seinen, die dich einfach nur stumm betrachten und eine Art stilles Einverständnis geben. Vorsichtig ziehst du es heraus und abermals treffen deine Augen die Seinen. Auf seinen Lippen bildet sich ein sanftes Lächeln und du schöpfst neuen Mut, um ein weiteres Blatt aus seinem braunen Haar zu fischen.

Schlussendlich hast du sein Haar komplett von den Blättern befreit und er fährt sich mit seiner Hand durch seine Haarpracht, um sie wohl etwas zu richten.

„Danke. Ich bin Jin Yuichi“, ein freundliches Lächeln legt sich auf seine Lippen.

Deine Lippen formen sich zu einem schüchternen Lächeln, nachdem du ihm mit leiserer Stimme deinen Namen nennst.

„Du hast einen schönen Namen“, schmeichelt er dir und du senkst dein Haupt, fixierst deine Hände, die mit dem Stoff deines Kleides spielen.

Stille breitet sich zwischen euch aus. Sie ist nicht unbedingt unangenehm, doch wirkt sie ein wenig erdrückend und so fällt es dir schwer die Frage, die dir schon eine ganze Weile im Kopf schwirrt, zu stellen.

„Du kommst nicht von hier“, stellst du mit leiser Stimme fest, schaust ihn dabei von unten herauf an, „Von woher kommst du dann?“

Erleichterung durchströmt dich, als die Worte endlich über deine Lippen gekommen sind.

„Von der Erde.“

„Erde?“

„Ja, das was ihr hier Drüben nennt“, erklärt er dir.

Mit großen Augen starrst du ihn an. Tausende Fragen füllen deinen Kopf. Wie es wohl auf der Erde ist? Genauso wie hier? Wie die Erde wohl aussieht? Was leben dort für Menschen? Und wie sind sie? Wie ist das Leben auf der Erde generell? Wie weit ist die Trigger-Technologie? Gibt es dort auch so viele Kriege?

Du willst gerade deinen Mund öffnen, als sich ein Finger auf deine Lippen legt.

„Entschuldige bitte, ich weiß, du musst viele Fragen haben, aber ich muss langsam zu meinem Team zurück. Vermutlich werden sie schon angefangen haben nach mir zu suchen“, lächelt er.

„Jin!“ - „Jin, wo bist du?“

Verschiedene Stimmen dringen an deine Ohren und der Gerufene steht auf, packt seinen Wasserbehälter und schlendert zurück zu seiner Tasche, die er dann schultert.

„W-warte!“, hastig stehst du auf und gehst auf ihn zu.

Ich muss nun gehen“, erklärt er sanft, dreht dir seinen Rücken zu und beginnt zu gehen.

Deine Gedanken wirbeln und dir wird klar, dass dir nicht mehr viel Zeit für weitere Fragen bleibt.

„Sehen wir uns wieder?“

Diese eine Frage hat sich von allen heraus gekämpft. Du weißt, dass diese Frage eigentlich sinnlos ist, denn niemand kann die Zukunft voraussagen. Dennoch hoffst du, dass er sie bejahen wird.

Dein Blick liegt gespannt auf seinem Rücken und du verfolgst die kleinsten Bewegungen seinerseits. Er  bleibt stehen, jedoch wird das Rufen immer lauter. Er wendet sich um, seine blauen Augen  fixieren die Deinen, lassen sie nicht los und du hättest dich wohl in seinem Blick verloren, wenn er seine Lider nicht geschlossen hätte. Seine Gesichtszüge verhärten sich kurz und er scheint angestrengt nachzudenken, bis sich ein Lächeln auf seine Züge schleicht und er dir nicht weiter den Blick auf seine blauen Augen verwehrt.

„Wir werden uns wiedersehen. Das sagt mir mein Nebeneffekt.“
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