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All roads lead back home

von xNadzika
Kurzbeschreibung
GeschichteThriller, Suspense / P16 / Gen
Ed Lane Julianna "Jules" Callaghan Mike "Spike" Scarletti OC (Own Character) Sam Braddock Sergeant Gregory Parker
12.09.2015
12.10.2016
12
20.470
1
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
20.09.2015 2.105
 
14. Juli. 2014 - 16 Wochen zuvor:


Nachdem er von zwei Türstehern des Clubs abgetastet worden ist, war er dazu berechtigt worden einzutreten. Die Musik hatte man draußen nur gedämpft gehört. Im Gebäude selbst war die Lautstärke unangenehm. Der Bass war viel zu sehr aufgedreht. Die Lichter flackerten im Bereich der Tanzfläche in bunten Farben, woran sich seine Augen vorerst gehören mussten.
Ein DJ stand auf einem erhöhten Plateau. Hinter ihm ein neutechnischer Monitor an der Wand, auf dem schlecht programmierte Visual-Effects in einer Endlosschleife verbildlicht wurden.
Spike kämpfte sich durch die teils betrunkene, teils nüchterne Menschenmenge jungen und mittleren Alters und errichte die Quelle des Alkohols - die Bar.

"Hey, was soll's für dich sein?", drang eine weibliche Stimme durch den Lärm der Musik zu ihm durch. Er schaute auf, direkt in die blau-grauen Augen der Barkeeperin, die sich halb über den Tresen gelehnt hatte um ihn zu bedienen. Ihre sympathisch-klingende Stimme entlockte dem verdeckt-ermittelnden Officer ein Lächeln.

"Eine Cola bitte." Alkohol war ein absolutes Tabu undercover, jedenfalls zu Beginn. Man musste wachsam, nüchtern und klar im Kopf sein, um - mögliche - lebenswichtige Entscheidungen treffen zu können, die nicht nur einen selbst betrafen, sondern auch die Umgebung und darunter Unschuldige.

"Hier, bitte." Die Frau zog Spike aus seinen Gedanken.

"Danke." Spike nahm seine eiskalte Cola mit einem Lächeln entgegen. Die Wasserperlen auf der Außenseite des Glases machte es etwas schwieriger es ordentlich festzuhalten.
Er drehte sich zum Geschehen und lehnte sich gegen das massive Holz des Bartresens. Während er an seinem alkoholfreien Getränk nippte, versuchte er sich ein Überblick zu verschaffen. Das Gebäude bestand aus der Etage, auf der die Party im vollen Gange war, und zwei weiteren Stockwerken über ihm. Treppen waren keine in seinem Sichtfeld zu erkennen - er vermutete, dass man nur über die VIP-Lounge rechts von der Bar in die höher gelegenen Etagen kam. Einen Einblick in die spezielle Lounge hatte er nicht. Rote Samtvorhänge, vor denen zwei Männer postiert waren, versperrten ihm die Sicht. Spike schätzte auf jeder Etage zwei Wachen, die allesamt wenigstens mit einer Handfeuerwaffe ausgestattet waren, wie die zwei am Eingang. Das ergab also acht Bewaffnete, der Club-Besitzer und seine Leibwächter nicht inbegriffen.
Sein Blick wanderte weiter, über die tanzende Menschenmenge, zur Barkeeperin und.. blieb dort. Er beobachtete, wie sie Getränke an die Clubgäste ausschenkte.      Sie war attraktiv, hatte ein sympathisches Lächeln. Ihre rötlich gefärbten Haare reichten bis über ihre Schultern. Sie war schlank, aber muskulös, dennoch sehr weiblich. Das schwarze Tanktop das sie trug, legte ihre Arme und Schultern frei. Spike fiel eine Narbe an ihrem Schlüsselbein auf, die an eine alte Schussverletzung erinnerte. An ihrem rechten Unterarm entdeckte er ein Tattoo - ein Satz aus vier Wörtern, die er aus der Entfernung nicht eindeutig lesen konnte.
Ein weiteres Tattoo erblickte er an ihrem anderen Arm. Ein Motiv. Das Motiv, dass das Zeichen der Gruppe war, die das Ziel dieser Ermittlungen darstellte.      Ein Quadrat, um 45 Grad gedreht, durch welches ein Pfeil diagonal hindurchsticht. Die Kombination der beiden Symbole war völlig schwarz und hatte ihren Platz am linken Handgelenk jedes Mitglieds der Cristallos - wie sie sich nannten.


"Cristallos?", Spike hatte geschmunzelt. "Sieht nach einem jämmerlichen Versuch von Jugendlichen aus, wie eine Mafia zu klingen."

Niemand war auf seinen Witz eingegangen, welcher - wie er gestehen musste - nicht gerade einer seiner Besten gewesen ist.

"Das ist nicht lustig, Scarlatti." Der Ermittlungsleiter verstand nur seinen eigenen Humor. "Hier." Ein Stapel Dokumente war ihm überreicht worden. "Lesen, einstudieren, merken. Das wird über Ihr Leben entscheiden, wie gut sie sich mit den Informationen befassen."

Spike hatte schnell bemerkt, dass der Chef kein Fan von ihm war. Still hatte er den überfüllten Ordner angenommen und ihn die ganze Nacht über im schäbigen Motelzimmer, in dem er untergebracht worden war, einstudiert.



Der Kopf der Bande war Andrea Mucci - Italienischer Geschäftsmann und Besitzer des Clubs, der viel umherreiste und mehrmals wegen Verdacht auf Drogenhandel angehalten wurde, jedoch jedes Mal freigelassen worden war, da die Polizei keine Beweise auftreiben konnte. Diese Beweise sollte nun er - Spike - besorgen. Wie er an diese Beweise kam, war ihm überlassen worden.


"Wie viel Zeit habe ich?"

"Wie viel Zeit fragen Sie, Scarlatti?" Der Leiter der Ermittlungen hatte dreckig gelacht. "Sie haben alle Zeit der Welt! Nur beeilen Sie sich. Diese Hurensöhne bomben andere Gangs weg, nachdem sie ihre Hauptquartiere ausrauben. Sollen die ganzen Junkies und Dealer drauf gehen, aber Zivilisten kommen in Gefahr bei den Explosionen und Mucci beschafft sich immer mehr an Drogen, Waffen und Geld. Durch dieses Geld erlangt er an Macht und beschafft sich immer mehr gefährliche Sprengstoffe."

"Ich soll mich also beeilen, dennoch nicht zu schnell handeln?"

"Ich brauche Sie nur, weil Sie ein Italiener sind, der sich mit Sprengstoffen und Computern auskennt. Sonst nutzen Sie mir nicht, also vermasseln Sie es nicht. Zwei unserer Leute sind da bereits seit sechs Monaten drin, kommen aber an keine Informationen. In der Gang ist gerade ein Platz frei geworden, den sie versuchen werden zu füllen. Machen Sie Ihren Boss stolz und zeigen Sie, dass Sie eine richtige Empfehlung seinerseits waren."



"Du bist neu hier, richtig?" Die Barkeeperin war zu ihm gekommen und sah ihn an. "Wartest du auf wen?"

Spike drehte sich zu ihr. "Ein alter Freund hat mir den Club empfohlen." Er stellte sein Glas Cola ab und schaute die Frau vor sich mit einem Lächeln an.

"Wie heißt das Freund? Vielleicht kenn' ich ihn ja." Sie war in seinem Alter, vielleicht zwei oder drei Jahre jünger. Sehr selbstbewusst.

"Gabriel." Spikes Blick fiel auf ihr linkes Handgelenk. "Er hat mir erzählt ihr braucht einen neuen Mann?"

Das Lächeln der Barkeeperin entwickelte sich zu einem Grinsen. Sie lehnte sich weiter vor, damit ihre Kolleginnen an der Bar nichts hören konnten. "Du bist also der neue Kandidat den Gabriel uns vorgeschlagen hat?" Sie musterte Spike genauer. "Der Job ist nicht so leicht zu kriegen wie du denkst."

"Und wie bist du an deinen Platz innerhalb gekommen?" Spike sprach etwas leiser.

"Mein Ex war bei der Truppe, hat mich nach einem Jahr eingeschleust."

"Und was ist jetzt mit ihm?"

Er bekam keine Antwort, nur ein breiteres Grinsen zu sehen. "Ich bin Trina, und dein Name war?"

"Marco." Er schüttelte ihre Hand.

"Dann komm' mal mit Marco. Es warten bereits Einige auf dich." Trina warf ihr Handtuch auf den Tresen, gab ihren Mitarbeiterinnen an der Bar ein Handzeichen. "Ich hoffe du entsprichst Gabriels Beschreibung." Sie führte Spike durch die VIP-Lounge. "Sonst bist du hier ganz schnell wieder raus." Sie warf ihm einen letzten Blick zu, bevor sie ihn vor einen massiven Eisentür stehen ließ. "Viel Glück." Sie drehte sich um und stolzierte aus dem Bereich für private Gäste.

Spike zögerte einen Moment. Er konnte die Blicke der zwei Wachen hinter ihm spüren. Wie Messer bohrten sie sich in seinen Rücken, um das wahre Ich aus seiner Schale zu holen, doch er konnte es ihnen nicht so leicht machen. Er durfte es nicht. Bisher war alles gut gelaufen, aber er war nervös und nervös wollte er nicht vor die wichtigen Leute treten.
Sniperatmung, Spike. Sniperatmung!, versuchte er sich einzureden.
Er schloss die Augen und atmete tief ein. Zwar war er selbst kein ausgebildeter Sniper wie Sam, Ed und Jules es waren, dennoch verstand er das System.

Tief einatmen...

"Spike, du schaffst das." Hallten Eds Worte in seinem Kopf.

Langsam ausatmen...

"Vermasseln Sie es nicht, Scarlatti!"

Der Herzschlag verlangsamt sich...

"Das wird dir gut tun, Spike", hatte der Sergeant gesagt.

Die Nervosität sinkt mit dem Puls...

"Machen Sie Ihren Sergeant stolz, Scarlatti!"

Kurz die Luft anhalten...

"Du schaffst das Spike, du schaffst das." Sprach er selbst zu sich, in Gedanken.

Spike riss die Augen auf.
Die Tür vor ihm öffnete sich mit einem quietschenden Geräusch ruckartig nach innen. Er trat ein.
Ein Türposten schloss die Tür hinter ihm und verriegelte sie. Drei Männer standen in der Mitte des kahlen Raumes und starrten ihn an. Spike starrte zurück. Keiner von ihnen war Andrea Mucci - was hatte er erwartet? Dass der Mafia Boss sich um die kleinen Arbeiter für die Drecksjobs kümmerte? Spike war - noch - ein Niemand für ihn. Mucci wusste wahrscheinlich überhaupt nicht Bescheid wer jede Woche der Gruppe beitrat oder wer verschwand. Dazu hatte er sich garantiert mehrere rechte Hände auserkoren, die diese Art von Aufgaben regelten.
Spike hatte sich bereits etwas beruhigt. Als er Gabriel unter den drei Männern erkannte, wurde ihm etwas wohler.


"Gabriel ist einer unserer zwei Leute, die schön länger undercover sind, aber nur Vorschläge für Neuzugänge machen darf", hatte ihm der leitende Ermittler erklärt. "Er wird einen Marco vorschlagen, der sich mit Sprengsätzen und Computern auskennt. Dieser Marco sind Sie, Scarlatti, verstanden?"

Spike hatte verstanden und genickt.

"Wenn Sie die Aufnahmeprüfung dieser Wixxer bestehen, sind Sie vorerst für eine gewisse Probezeit drin."

"Aufnahmeprüfung?" Bei der Vorstellung an eine Prüfung zum Beweis von Loyalität oder Treue war ihm unwohl geworden. Er hatte nicht vor, wen umzubringen, nur um als ein Marco den Cristallos beitreten zu können. Das widersprach seinen Verpflichtungen und Versprechungen als Officer der SRU.
"Was ist mit dem Mann passiert, dessen Stelle ich einnehmen soll?"

"Wir haben versucht ihn als Informanten zu gewinnen, was auch fast geklappt hätte?"

"Möchte ich das 'aber' wissen?"

"Er ist tot. Wurde beim Klonen der Festplatten von Muccis Computern erwischt und ausgeschaltet."

Spikes Bedenken waren immer größer geworden. Er wollte das Ganze nicht. Er verstand nicht, wieso Ed und Parker ihn dem Detective zur Verfügung gestellt hatten. Erst vor Kurzem hatte er seinen Vater verloren und andere Schicksale einstecken müssen, woraus Unkonzentriertheit während der Einsätze resultiert ist, doch in welcher Hinsicht war es da logisch ihn undercover in solch wichtige Ermittlungen zu schicken? Egal wie viel er nachgedacht hatte - er war nicht schlau geworden.

"Keine Sorge, Scarlatti. Der Kerl war ein scheiß Junkie. Sie sind Cop, Sie sind vorsichtiger."

Die Worte hatten ihn keineswegs ermutigt.



"Gabriel sagt du bist genau der, den wir suchen." Der Mann in der Mitte trat vor. Er war etwas größer als Spike, hatte kurzes blondes Haar, grünliche Augen, war breit-muskulös gebaut und hatte ein bedrohliches Auftreten. Das genau Gegenteil war der dritte Mann: Er war kleiner als Spike, braunhaarig und elegant angezogen. Er war schlank, fast schon zu dünn und hatte eine ernste Miene, was ihn nicht gefährlicher aussehen ließ. Wahrscheinlich war er der kluge Kopf des Duos und der, der mit Spike sprach, diente zum Einschüchtern.

"Ich schätze das bin ich", antwortete Spike. "Sonst wäre ich nicht hier." Ihm fiel auf die Schnelle keine bessere Antwort ein. "Ihr braucht wen, der sich mit Computern und Bomben auskennt hat Gabriel gesagt?" Er ließ den Kerl in der Mitte nicht aus den Augen.

"Ja, den suchen wir und wir werden dich testen." Eine Waffe kam zum Vorschein. Der Kerl trat vor und überreichte sie Spike. "Wirst du heut Nacht brauchen, falls was schief geht."

"Was ist zu tun?", wollte Spike wissen.

"Gabriel, du, einige Leute und ich brechen in ein High Security Gebäude ein." Er gab Spike einen kleinen Zettel. "Wir holen dich um 22 Uhr dort ab. Sei pünktlich." Er verschränkte die Arme. "Gabriel begleitet dich raus."

Spike nickte. Er steckte das Papier in die Innentasche seiner Lederjacke. Die Handfeuerwaffe versteckte er am Rücken unter seinem T-Shirt. Dann folgte er Gabriel aus dem Raum. Statt durch die VIP-Lounge zu gehen, führte sein Polizei-Kollege ihn durch eine Hintertür aus dem Gebäude.

"Gute Arbeit. Wir sehen uns heut Nacht. Sei wachsam", raunte Gabriel Spike zu und verschwand wieder im Gebäude.

Spike wartete einen Moment. Geräuschvoll atmete er aus und begab sich zu Hauptstraße, an der ein Wagen für ihn bereitstand.
Er hatte es geschafft. Die erste Hürde war genommen, doch in der Nacht würde die schwierigere Aufgabe kommen, die er bestehen musste um: erstens, am Leben zu bleiben und zweitens, Vertrauen seitens der Cristallos zu gewinnen.

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An dieser Stelle bedanke ich mich
herzlich für die Reviews die ich
bisher bekommen habe :)

Ich hoffe das 2, Kapitel gefällt euch
nicht weniger!

LG, Nadz
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