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Einer seiner Soldaten

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
Revolver Ocelot
10.09.2015
10.09.2015
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„Boss, wach auf.“ Jemand trat ihn. Er zerrte seine Augen auseinander und brauchte einige Sekunden um festzustellen, dass es nicht nur die Müdigkeit war, die seine Lider zusammen klebte. Er rieb sich schwerfällig über die Stirn, stieß an den Metallsplitter und bemerkte, wie eine dünne Blutkruste ab krümelte. Er hatte einen üblen Geschmack im Mund und war sich nicht sicher, ob der Gestank um ihn herum wirklich von dem Soldaten kam, der ihn eben geweckt hatte. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass es auch nicht irgendein Soldat war.

„Ocelot...?“, brummte er mit einer Stimme wie Schmirgelpapier; er hatte sich auch schon mal besser angehört. Neben ihm hechelte D.D. aufgeregt. Und selbst das roch angenehmer als er sich fühlte. Sein Schädel war ein einziger Schmerz.

„Die Scharfschützin hat dich ordentlich erwischt, was?“ Irgendjemand zog ihn ächzend hoch. Er ging davon aus, dass es immer noch Ocelot war. Sehen konnte er nichts, seine Augen waren wieder zugefallen. Außerdem fühlte es sich irgendwie so an, als wären ganze Minuten zwischen seinen letzten beiden Atemzügen vergangen. Alles war verschwommen.

Ocelot lehnte ihn an die Wand, ein Rohr drückte unangenehm in seinen Rücken. Jemand – Ocelot – zog an seinem Gesicht. „He, komm. Leg dich endlich schlafen.“

„Habbich bis gerade gmacht“, grummelte er mit knirschenden Zähnen. Sonderlich gute Laune hatte er nicht.

„Ja, aber hier draußen um vier Uhr nachts auf der Plattform, im strömenden Regen und als Attraktion für die angeheuerten Söldner?“

Er brachte ein schwaches Grinsen zustande. „Warum nich'?“ Sein Sprachzentrum war wohl nicht ganz auf der Höhe. Ocelot übertrieb zudem massig. Es war nur ein leichter Schauer, ein Nieselregen, gerade kalt genug um zu nerven aber nicht nachdrücklich genug, um den ekligen Schnodder, der an ihm klebte, wegzuwaschen. Sonderlich kühl war es nun nicht wirklich und dass hier gerade viele Wachen herum rannten, bezweifelte er.
Die würden ihn wohl eher noch zudecken.
Anscheinend war es dem Möchtegerncowboy zu blöd geworden ihm zu antworten und zog ihn ein paar Meter weiter. Er spürte, wie er an der Wand entlang geschleift wurde.

„Verdammte Scheiße, bist du schwer.“ Er bemerkte nur am Rande, wie Ocelot ihn einiger Waffen und Gürteln mit Metallschnallen entledigte. „Durch nen Fluss zu schwimmen würde wohl mehr bringen, aber egal. Rein da mit dir.“

Durch einen kleinen Spalt seiner geöffneten Augen bekam er vage mit, wie Ocelot ihn samt Klamotten in die aufstellbare Nasszelle schob und die Tür schloss. Das Grinsen ließ sich nun nicht mehr aus seinem Gesicht weg wischen.

„Wartest du da draußen etwa auf mich?“
„Bevor du mir wieder einpennst, ja.“
„Kch.“ Er stellte kopfschüttelnd das Wasser an. Ocelot hatte Recht, ein Bad im Fluss oder im Meer würde so ziemlich denselben Effekt haben. Aber es spielte auch Weißgott keine Rolle. Er spürte mit Genugtuung, wie die eingetrocknete Blutkruste, öliger Schlamm und Dreck von ihm abgespült wurden. Er gurgelte einmal mit dem Wasser, auch wenn das wohl keine so gute Idee war und schleppte sich klitschnass wieder aus der Kabine. Ocelot wollte ihm die abgenommene Ausrüstung wieder in die Hände drücken, doch als er kurz taumelte, ließ der Revolverheld es sein.

„Du bleibst über Nacht in der Sick bay, so viel ist sicher.“ Seine Gesichtszüge bekamen eine sehr merkwürdige Note, die Big Boss wohl selbst bei vollem Bewusstsein nicht hätte deuten können. Oder wollen.

Sie schlurften die Verbindungsbrücke entlang, als er wieder die Zähne auseinander bekam.

„Warum fahren wir nicht?“

Abgesehen davon, dass Ocelot kein besonders guter Fahrer war, gab es nichts daran auszusetzen, mit diesem Irren in einen Wagen zu steigen.

„Irgendein Trottel hat ihn auf einer anderen Plattform stehen gelassen.“
„Heh.“ Am Arsch. „Du lügst in meiner Gegenwart ziemlich beschissen, weißt du das?“

Keine Antwort.

Sie brachten schweigend zwei Drittel der Brücke hinter sich. Unter ihnen klatschte das Wasser gegen die Metallstreben. Hier draußen hörte sich selbst Nieselregen laut an.

„Bald brauchen wir Schiffe, um auf der Mother Base zurecht zu kommen“, murmelte Ocelot irgendwann in die Stille hinein. Er selbst sagte nichts dazu. Brauchte er auch nicht, denn der Mann plauderte einfach weiter.
„Ha, obwohl... Schifffahrten verträgst du ja nicht sonderlich gut.“ Ein Lächeln breitete sich irgendwo in dessen lächerlichen Bärtchen aus. „Ich weiß gar nicht mehr, wie oft du dich fast übergeben hättest... und die ganzen Spritzen...“ Er klang stolz wie Oscar.
Nun, war er vermutlich auch.

Er hatte ihn schließlich da raus geholt, aus dieser brennenden Hölle von einer Klinik. Seine Gedanken schweiften ab und Ocelot redete und redete. Er hörte ihm manchmal bis meistens überhaupt nicht zu und wahrscheinlich wusste das Ocelot auch selbst. Aber es war ihm wohl genauso egal.

Endlich kamen sie auf der medizinischen Plattform an. Das große, noch ziemlich unausgebaute Gebäude ragte im Dunkeln empor, ein paar vereinzelte Scheinwerfer ließen es wirken wie aus einem schlechten Horrorfilm.
Hm. Er brauchte solche Filme nicht. Manchmal war sein Leben Horror genug.

Nicht, dass er Mitleid wollte.


Manchmal hatte er ja auch schließlich so Leute wie Ocelot um sich herum. Die nervten, aber... es war auch irgendwie gut, dass sie da waren. Irgendwie. Wobei gerade Ocelot arg zwischen nützlich und nervig schwankte.


„Ich will nicht“, würgte er irgendwann die Worte hervor, kurz bevor sie das notdürftige Hospital betraten.
„Was?“
„Du hast mich schon richtig verstanden. Ich will da nicht rein. Sind nur komische Leute drin.“
„Traust du deinen eigenen Männern nicht?“ Ocelot klang belustigt.
„Hmpf.“ Er drehte umständlich seinen Kopf sah ihn mit vielsagendem Blick an, bis Ocelot zögerlich nickte.
„Ich bin ja auch nicht irgendeiner deiner Männer“, gab er dann zu bedenken. Sie hatten angehalten und das Gebäude immer noch nicht betreten. Eigentlich könnte er auch einfach wieder hier draußen auf dem Boden schlafen.
„Ach“, murmelte Big Boss, die Augen wieder schwer wie Blei. „Was bist du dann?“, setzte er müde hinterher und ließ seinen Körper fallen.

Was genau Ocelot für ihn war, oder besser, für was er sich hielt, bekam er nicht mehr mit. Der Blutverlust, die unendliche Erschöpfung und die Müdigkeit forderten ihren Tribut, hier und jetzt, mitten auf dem kalten Asphalt zu Ocelots Füßen.

Was auch immer er ihm nun erzählte, nur noch der klamme Regen hörte ihm zu.


* * * The End * * *


Tja. Das Fandom hyped rum, ich hype mit. Irgendwie ist das hier kein slash, weil ich es offensichtlich nicht kann es eben kein slash ist. Ich verstehe es nicht T_T Ich shippe diese beiden nicht nur, I luxury liner this fucking shit.
Warum zum Teufel bekomme ich kein slash hin?! Mein Gewissen? … Pfft, nein.


Naja, viel Spaß damit. Oder auch nicht. Es könnte noch Schlimmeres folgen, I don't know.

¯\_(ツ)_/¯
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