Ein Geheimnis kommt ans Licht

GeschichteFamilie, Fantasy / P12
Harry Potter Lily Potter Severus Snape
10.09.2015
21.03.2016
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So … Story wird doch ein wenig anders aufgezogen. Ich versuche mich möglichst an die Bücher zu halten, doch um die Änderung einiger Szenen komme ich nicht herum. Ich habe übrigens nur für dieses Kapitel, nur fur Euch :) , den 8.Film gesehen, um die Erinnerungen von Severus im Kopf zu haben beim Schreiben. Immerhin habe ich bislang nur 1 /2  gelesen und 1-3 und 5 gesehen
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Das Haus der Potters war düster und es stank regelrecht nach Tod. Severus war nach einer schrecklichen Vorahnung möglichst schnell hierher gekommen und hatte das Haus zum allerersten Mal betreten. Es war ein schönes Haus voll klassischer Eleganz. Wie schön, dachte Severus, wäre es gewesen, mit Lily hier zu leben.
Aber stattdessen lebte sie hier mit diesem Mann, den er so sehr hasste, hatte mit ihm sogar ein Kind bekommen. Der Schwarzhaarige hatte sogar eine Glückwunschkarte zur Geburt geschickt. Auch wenn es ihn schmerzte, sehr schmerzte, das es nicht sein Sohn sein konnte, dass Lily nicht seine Frau sein konnte.
Das weiße Holz des Treppengeländers fühlte sich kühl an, als er seine Hand darauf legte und langsam die Stufen hinauf schritt. Severus überkam ein eiskaltes Gefühl, große Angst, die sein Herz erfüllte, eine Angst, die ihn alles wie in Zeitlupe sehen ließ, die Füße von James Potter, dessen Körper halb auf der Treppe lag.
James sollte doch verschont werden. Aber wenn dieser Potter tot war, was war dann mit ihr, mit der großen Liebe des bleichen Mannes. Sein Schritt beschleunigte sich, als er die offene Kindertür sah, auf der hölzerne, bunt angemalte Buchstaben klebten, die das Wort ''Harry'' bildeten, das Chaos, dass diejenigen angerichtet hatten, die vor ihm hier waren.
Er erreichte nun die Tür und stieß sie noch ein wenig weiter auf. Ein kleiner Junge, der ihn neugierig ansah, saß wach in seinem Gitterbettchen, während er direkt neben der Tür zusammensackte, dass Gesicht verzerrt von seelischem Schmerz, den Blick auf die dunkelhaarige Frau gerichtet, die dort am Boden lag.
Sie war 21 Jahre alt gewesen, noch so jung. Sie war seine große Liebe gewesen, seitdem sie Beide klein waren.  
Beinahe kraftlos bewegte sich Severus auf den Leichnam dieser jungen Frau zu und zog sie dann fest in seine Arme. Tränen begannen aus seinen Augen zu strömen und ein Schrei des Schmerzes, des Leidens, löste sich aus seiner Kehle und glitt laut über seine Lippen.
,,Lily'', flüsterte er mit gebrochener Stimme, während er den salzigen Geschmack seiner Tränen auf den Lippen schmeckte. In Gedanken beschloss der junge Mann, dass keine Träne es mehr wert war, geweint zu werden, denn Lily war die Einzige, um die er je weinen wollte. Er hörte, wie auch der kleine Junge, ihr Sohn, anfing zu weinen, er weinte und kreischte laut, dicke Tränen tropften von seinen Wangen hinab und auf seiner Stirn entdeckte man eine blitzförmige Wunde, die sicher zu einer schmalen Narbe werden würde, über die Jahre hinweg. Nach einiger Zeit stand Severus auf und schritt zu dem kleinen Bettchen hinüber, streckte seine Arme hinein und zog das kleine Baby an sich.
Seine Lippen drückte er leicht auf die feuchten Wangen des Kleinen. ,,Alles ist gut'', flüsterte er und schlang die dünne Wolldecke, die im Kinderbett lag, um den kleinen, zierlichen Körper von Harry.
Der Kleine wirkte so zerbrechlich in den starken Armen des traurigen Mannes, der ihn nun aus dem Zimmer trug, aus dem Haus heraus und sich mit dem kleinen Jungen auf den Weg machte, ihn zu Dumbledore zu bringen. Der hatte sicher mehr Ahnung, was nun mit Lilys Sohn geschehen sollte.

,,Warum muss er zu diesen Muggeln?'', fragte Severus beinahe entsetzt, als er hörte, wie Dumbledore erklärte, Harry zu Lilys Schwester geben zu wollen und deren Familie. Der Dunkelhaarige hatte zwar nur noch schwammige Erinnerungen an diese Frau, doch er erinnerte sich noch gut daran, wie sie sich gegenüber Lily benommen hatte.
,,Es ist zu seinem Besten'', meinte Dumbledore leise und fuhr dann fort :,,Dort kann er am besten beschützt werden''. Irritiert sah Severus den Hogwarts-Direktor an und flüsterte, da der kleine Harry in seinen Armen schlief ,,Aber warum. ER ist doch verschwunden''. Die einzige Antwort, die Albus Dumbledore ihm nun gab, besagte, dass Der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf zurückkehren würde und Harry, der in dieser Nacht unabsichtlich zu einem Horcrux geworden war, vernichten wollen würde, denn es gab da eine Prophezeiung, eine Prophezeiung über Voldemorts Vernichtung. Ein leises Seufzen entkam der Kehle des Schwarzhaarigen, während er aus einem Fenster blickend, den kleinen Jungen eng an sich drückte.
Auch wenn er selbst es nicht ausgesprochen hatte und der Kleine schon jetzt seinem Vater James Potter sehr ähnlich sah, hatte er sich irgendwie gewünscht, sich um ihn kümmern zu dürfen. Ihn aufziehen zu dürfen, wie einen eigenen Sohn. Aber das ginge nicht, wenn der andere Mann in diesem Raum Recht hatte, denn vermutlich war er selbst der Letzte, der diesen kleinen Jungen gut beschützen könnte. ,,Alle sind froh, dass du überlebt hast, deinen Namen wird bald jeder in der Zaubererwelt kennen'', hauchte er, während Albus den Raum verließ, um Hagrid zu holen, der den kleinen zu den Dursleys bringen sollte. Hagrid, der große und massige Halbriese könnte das sicher am Besten, ihm vertraute der alte Mann so sehr, dass er ihm auch sein eigenes Leben anvertrauen würde. Außerdem hatte er eben von der Liebe von Severus zu Lily erfahren und empfand es daher nicht unbedingt als gute Idee, diesen in die Nähe der Frau zu lassen, die so grausam zu der jungen Hexe gewesen war. ,,Ich hoffe, mein Kleiner, dass du irgendwann hierherkommst. Der Sohn von Lily, auch hier auf Hogwarts. Du wirst bei dieser Mutter ein guter Zauberer werden, stark und mutig, intelligent. Sofern du nach ihr kommst, was ich nur hoffen kann. Sie hat dich so sehr geliebt, Harry'', erzählte der großgewachsene Mann der kleinen Schlafmütze in seinen Armen, ein liebevolles, aber auch besorgtes Funkeln in seinen Augen.
Egal was passierte, er würde immer auf diesen Jungen aufpassen, weil er Lilys Sohn war, beschloss der Zauberer, während in der Ferne die Sonne aufging. Einen Tag lang, dürfte er nun auf dieses zierliche Geschöpf aufpassen, ehe er von Hagrid zu seiner neuen Familie gebracht werden würde, die sich hoffentlich gut um ihn kümmerte, bis er alt genug war, die Welt der Zauberer kennen zu lernen, in die er gehörte.

Natürlich bekam Severus mit, wie sehr all die Zauberer und Hexen feierten, wie auffällig sie dies taten, nicht darauf achtend, dass Muggel dies als ungewöhnlich empfanden, es eigentlich eine schwere Verletzung sämtlicher Paragraphen war, die dafür sorgen sollten, dass kein Muggel jemals von der Zaubererwelt erfahren konnte.
Er bekam mit, dass Miss MacGonagall die Familie Dursley den Tag über beobachtete, um zu wissen, ob Harry dort gut aufgehoben war. Er selbst hatte sie darum gebeten, ihm davon zu berichten, sobald der Kleine dort angelangt war.
Es war früh am Abend, als es an der Tür zu Severus Snape seinem Schlafgemach in Hogwarts klopfte und Hagrid kurz darauf im Raum stand. Mit einem Blick, der überaus deutlich Unwillen gegenüber der kommenden Zeit ausdrückte, übergab der bleiche Zauberer den kleinen Jungen an den langhaarigen Halbriesen. ,,Pass auf ihn auf'', flüsterte er und musste kurz lächeln, als er vorsichtig seinen Zeigefinger aus dem festen Griff der winzigen, rechten Hand Harrys löste. Leise quieckte dieser auf und brabbelte leise etwas vor sich hin. ,,Hab lieb'', war das Letzte, was Severus von dem kleinen Potter hörte, bevor die Tür seines Gemaches sich schloss.
Er würde nicht zu den Feiern gehen, würde das nicht aushalten, wenn weiterhin so traurig von Lily gesprochen wurde, der Liebe seines Lebens. Dennoch goss er sich ein Glas Elfenwein ein, um auf Harry anzustoßen.
Harry, den Jungen, der lebt.
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