Die Macht

KurzgeschichteDrama, Angst / P6
09.09.2015
09.09.2015
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Manchmal könnte die Macht gerne weinen. Wenn sie zum Beispiel all das Leid spürte, die Sterbenden fühlte und die Verzweifelten Schreie hörte. Dann würde sie gerne weinen.

Aber sie konnte nicht.

Sie war kein Mensch, geschweige denn hatte sie eine Form. Eigentlich bestand sie nur aus sich bewegenden Teilchen. Eine Art Nebel.

Deshalb konnte sie überall sein. Und obwohl sie ein so mächtiges Wesen war, beneidete sie ihre Kinder. Um deren Gabe zu weinen und zu lachen.

Manchmal, wenn das Leid zu viel wurde und sie das Gefühl hatte zu zerreißen, zog sie sich zurück. In alte Tempel, oder Ruinen einer längst vergessenen Zivilisation und wartete.

Wartete darauf, das der Schmerz, den sie nicht einmal spüren sollte, abebbte.

Alte Temple bevorzugte sie. Dort verkroch sie sich in allen Ritzen und Ecken und sog gierig die Ruhe ein. Ein kleiner Teil zumindest. Das nahmen vor allem die sehr machtempfindlichen Wesen war. Oftmals beunruhigte sie das. Doch die Macht kehrte immer wieder zurück.

Niemals könnte sie ihre Kinder im Stich lassen. Ohne sie waren manche so hilflos wie Kleinkinder. Sie war die einzige Konstante die sie oftmals hatten. Etwas was sie nie verließ, immer da war. Etwas, in dem sie sich einhüllen konnten.

Wenn sie jemand fragen würde, wen sie ihrer Kinder sie bevorzugte, würde sie die Frage nicht verstehen. Für sie gab es kein schwarz und weiß. Ein Jedi konnte im Sinn des Friedens kämpfen und dabei grausamer sein, als jeder Sith. Es musste ein gewisses Gleichgewicht bestehen um das Universum am Leben zu erhalten.

Licht braucht Dunkelheit. Liebe den Hass. Diese Dinge waren untrennbar miteinander verbunden.

Und so wachte die Macht über ihre Kinder und sah zu wie sie aufstiegen und fielen. Sie sah zu wie das Gleichgewicht schwankte und wie jemand, der dies vielleicht ausgleichen könnte, sie hinterging und starb.

Und jedes Mal, wenn eins ihrer Kinder starb, vergoss sie unsichtbare Tränen bevor sie den Geist liebevoll einhüllte. Denn das war das einzige was sie noch tun konnte.