Vergeltung

GeschichteDrama, Angst / P18 Slash
08.09.2015
30.05.2016
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Inhalt:  Maura wird entführt und für Jane beginnt ein Rennen gegen die Zeit. Es scheint, als hätte der unbekannte Täter noch eine Rechnung mit ihr offen, die nun Maura bezahlen muss. Um sie zu finden, muss Jane erst einmal ergründen, womit sie es zu tun hat.

Disclaimer: same procedure as every time - Rizzoli & Isles gehören Tess Gerritsen und Janet Tamaro.

A/N: Spielt gegen Ende der 5. Staffel. Rating wegen Gewalt, nur zur vorsorglichen Warnung! Beim Austüfteln des Plots hatte ich keine Ahnung davon, dass es einen Maura-Entführungs-Plot in der 6. Staffel geben wird.

Cover:  http://alistanniel.deviantart.com/art/Vergeltung-Rizzoli-Isles-Fanfiction-Cover-NEW-576844259

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Vergeltung

von Alistanniel



Prolog

Da ist sie. Ihre drahtige feingliedrige Gestalt ist selbst im letzten Abendlicht nicht zu verkennen. Sie bewegt sich wie ein Mann, ganz anders als die dunkelblonde Frau, die auch dieses Mal an ihrer Seite ist. Eine unnahbare Schönheit, die auf ihren hohen Absätzen über den Gehweg schwebt. Das Konterfei der Gerichtsmedizinerin war schon das eine ums andere Mal in den Zeitungen zu finden. So wie der rund drei Jahre alte Artikel, der auf der Ablage über dem Handschuhfach liegt. Damals hat sie ein entführtes vierzehnjähriges Mädchen gerettet, doch ein anderes musste nach einem mehrjährigen Martyrium sterben. Niemand kann alle Menschen vor ihrem grausamen Schicksal bewahren, aber warum müssen die Unschuldigsten, die Hilflosesten leiden? Ist es nicht die Aufgabe eines Detectives, genau das zu verhindern?
Schwungvoll dreht sie den Kopf in Richtung ihrer Begleiterin, sodass ihre wilde dunkle Mähne in Bewegung gerät. Die Blonde sieht ihr in die Augen und lächelt sie an. Warmherzig, liebevoll. Selbst einem Blinden würden das Vertrauen und die Freundschaft zwischen ihnen nicht verborgen bleiben. Vielleicht liegt sogar weit mehr in diesen Blicken und verstohlenen Berührungen. Etwas, das die beiden selbst noch nicht bemerkt haben, oder sich nicht einzugestehen bereit sind. Trotz des erhellenden Lächelns auf ihren Lippen wirkt sie müde. Womöglich hat sie lange an einem schwierigen Fall gearbeitet. Auf der anderen Straßenseite parkt ihr Auto, doch sie bleibt stehen und schaut die Pathologin fragend an. Diese nimmt ihre Hand in einer zustimmenden Geste und gemeinsam folgen sie dem Gehweg zum Gebäude nebenan. Sie ist die einzige, deren Nähe sie zulässt, sogar zu genießen scheint.
Wie so viele Male davor betreten sie zusammen das Lokal, das sich Dirty Robber nennt. Wenn sie es wieder verlassen, satt und zufrieden, wird jede im fahlen Licht der Straßenlaternen zu ihrem eigenen Wagen gehen. Beide treiben sie nichtsahnend und unbeschwert ihrem Schicksal entgegen, das gnadenlos zuschlagen wird, wie ein Raubvogel, der die Klauen in das warme Fleisch eines Hasen stößt. Ein einziger Moment mag alles verändern. Bald wird diese Frau wissen, was es heißt, hilflos und verzweifelt zu sein. Der Sturz von ihrem hohen Ross auf den Boden der Realität wird hart sein, doch nur so begreift sie endlich. Sie ist selbst verantwortlich für ihre Taten und deren Folgen.
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