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Akuma no Riddle: Ein Spiel mit Folgen

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 / FemSlash
06.09.2015
19.10.2015
4
7.621
2
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15 Reviews
Dieses Kapitel
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25.09.2015 2.258
 
Feelings and other delusions

Währenddessen im Zimmer von Tokaku und Haru... Tokaku war unter der Dusche, während Haru unter ihrer Decke in ihrem Bett lag. Die Anspielungen ihrer Mitschülerinnen auf ihre 'Beziehung' zu Tokaku, machten sie jedesmal nervös. Es war nicht so, dass es nicht so wäre... Zumindest empfand Haru durchaus mehr für Tokaku, als nur reine Freundschaft. Aber sie hatte keine Ahnung, ob dies auf Gegenseitigkeit beruhte. Klar, Tokaku meinte oft, dass sie Haru mit ihrem Leben beschützen würde, aber das musste nicht zwangsläufig auf romantische Gefühle hinweisen. Haru zog die Decke weiter über ihren Kopf. Wie sollte sie Tokaku denn darauf ansprechen? Eigentlich sollte sie mit der jetzigen Situation zufrieden sein, aber dem war nicht so. Sie wollte einfach mehr.

Als Haru hörte, wie das Wasser der Dusche abgestellt wurde, deckte sie sich wieder auf. Sie schluckte einmal. Ihr Herz klopfte bis zum Hals. Wenn Tokaku erstmal wieder da war, könnte sie eigentlich die Gelegenheit nutzen um ihr eben das zu sagen. Mit jeglichen Andeutungen würde sie wohl nicht weiter kommen, also muste sie es ihr direkt sagen. Direkt und ohne Scheu.

Tokaku kam wieder aus der Dusche. Sie hatte sich bereits in ihren Schlafanzug umgezogen, aber trug noch das Handtuch um den Nacken gewickelt. „Äh, Tokaku-san!“, rief Haru, bevor sich Tokaku unbeirrt auf ihr eigenes Bett gesetzt hatte. „Was ist denn?“, fragte Tokaku gähnend. Warum gähnte sie überhaupt? Es war noch hell und Tokaku war eigentlich immer jemand gewesen, der tagsüber alles andere als müde war. Tokaku schaute erwatungsvoll zu Haru. Diese brachte aber einfach nicht das über die Lippen, was sie ihr sagen wollte. Deswegen saß Haru jetzt einfach nur verkrampft auf ihrem Bett und spielte nervös mit ihren Fingern. Tokaku seufzte:“Na sag schon. Du kannst mir doch vertrauen, wenn du etwas auf dem Herzen hast.“ Ja, Tokaku hatte recht. Sie war die Person, der Haru alles anvertrauen konnte und genau deshalb hatte sie Angst, sie zu verlieren, wenn sie über ihre Gefühle Bescheid wüsste.

„Also Tokaku, ich.. ich.. mag dich wirklich sehr.“, sagte Haru nervös und mit gerröteten Wangen. Ob Tokaku verstehen würde, was sie damit sagen wollte? Sie hatte es nicht geschafft, direkt das Wort 'Liebe' zu verwenden, also versuchte sie es so. Eigentlich war das zwar anders geplant, aber nun war es schon geschehen. Tokaku errötete leicht, senkte den Kopf und erwiderte:“Na ja, ich mag dich auch sehr, Haru.“ Haru wurde wieder rot, aber das war nicht ganz spezifisch was sie hören wollte. Sie musste versuchen, sich einfach mit Andeutungen weiter zu bewegen.

„Also wie sehr magst du mich denn?“, fragte Haru. Vielleicht war es etwas dumm, so zu fragen, da sollte eigentlich eher sie den ersten Schritt wagen – Aber sie konnte es einfach nicht. Tokaku errötete erneut, wie sehr konnte Haru aber gar nicht sehen. „Du bist der Mensch, der mir am Meisten am Herzen liegt, Haru. Ich werde dich immer beschützen.“, sagte Tokaku. Das hatte Haru schon öfter gehört und sie mochte es wirklich, wenn Tokaku das sagte. Und trotzdem... Haru stand von ihrem Bett auf und lief zu Tokaku's Bett. Tokaku war überrascht, als Haru ihr entgegen kam. Sie war eigentlich nicht leicht aus der Fassung zu bringen, aber heute verhielt sich Haru komisch.

Das rothaarige Mädchen setzte sich direkt neben Tokaku auf ihr Bett. Perplex schaute Tokaku das Mädchen an, als Haru ihr plötzlich einen leichten Kuss auf die Wange gab. „Ich hab mich in dich verliebt, Tokaku-san.“, sagte Haru und umarmte Tokaku fest. Jetzt hatte sie es geschafft... Nun wusste Tokaku von ihren Gefühlen. Tokaku wurde sehr rot, aber erwiderte die Umarmung. Erst sagte keiner der Beiden auch nur ein Wort, bis auch Tokaku sagte:“Ich liebe dich auch.“ Haru schaute der Azuma-Erbin direkt in die Augen. Ohne etwas zu sagen, pressten sie ihre Lippen auf einander und hätten diesen Moment am Liebsten nie enden lassen.

Hingegen im Lehrerzimmer... Mizurogi war überfordert mit der Situation. Was war mit Hashiri nur los? Erst kam sie angerannt, umarmte ihn und sagte dann auch noch 'Ich liebe Sie'. Ihm war klar, dass er das dringend mit dem jüngeren Mädchen klären musste. Nicht einfach nur, da böse Gerüchte aufkommen könnten, sondern auch zu Nio's eigenem Wohl. „Okay, Morgen werde ich das mit Hashiri klären.“, nahm sich Mizurogi vor.

Suzu hatte inzwischen den anderen Mädchen der schwarzen Klasse mitgeteilt, dass das Spiel vorbei war und sie wieder auf ihre eigenen Zimmer gehen sollten. Das taten sie auch, sodass Chitaru und Hitsugi wie immer Händchen haltend auf ihr Zimmer zurück gingen. „Du, Chitaru-san?“, sprach die 14 Jährige das größere Mädchen an. „Ja, was ist?“ Hitsugi schaute kurz zu Boden und ihre Wangen waren leicht gerötet, bis sie fragte:“Wie fühlt sich so ein Kuss denn an?“ Chitaru blieb stehen. Sie wurde sehr rot und antwortete:“A-also, das lässt sich wohl schwer beschreiben. Am Besten du erlebst es einfach irgendwann selbst.“ Chitaru war die Frage von Hitsugi ersichtlich peinlich. Hitsugi lächelte, bis sie leicht seufzte. Wie gerne, hätte sie Chitaru in diesem Moment einfach einen Kuss aufgedrückt... Aber sie konnte nicht.

In diesem Moment im Zimmer von Sumireko und Mahiru... Noch immer lag Mahiru schlafend in ihrem Bett. Sumireko war die gesamte Zeit nicht von der Seite ihrer Zimmergenossin gewichen. Sie mochte das schüchterne Mädchen wirklich sehr, auch wenn sie es vielleicht nicht so zeigte. Vorhin war Mahiru so unruhig gewesen, doch jetzt schlief sie friedlich. Es war noch hell, aber wenn es erstmal dunkel werden würde, würde Shin'ya wieder zum Vorschein kommen. Sumireko lächelte sanft. Am Liebsten wäre es ihr, wenn Mahiru einfach immer bei ihr wäre, aber sie nimmt ja nicht einmal ihre Einladungen zum Tee an. Vermutlich war sie einfach zu schüchtern, um mit Sumireko einen Tee zu trinken. Sumireko streichte sanft über Mahiru's Wange und lächelte. Wie lange sie wohl noch so friedlich schlafen würde? Am Liebsten wäre Sumireko einfach die nächsten Stunden so wie jetzt geblieben. Hier bei Mahiru fühlte sie sich wohl und sie mochte es, sie zu berühren.

Haruki telefonierte hingegen in diesem Moment mit ihrer Familie. „Und, geht es Mama schon besser?“, fragte Haruki durch den Hörer ihre jüngere Schwester, die am anderen Ende der Leitung war. „Der Arzt meint, sie muss die nächsten Wochen noch im Krankenhaus bleiben, aber es würde sich bessern.“, antwortete das Mädchen ihrer jüngeren Schwester. Haruki lächelte leicht betrübt. Schon seit längerer Zeit war ihre Mutter im Krankenhaus. Sie hatten sowieso nie viel Geld gehabt und ihr Vater war vor einigen Jahren verstorben, aber das hatte die Situation nur noch verschlimmert. Haruki hatte ein schlechtes Gewissen gehabt, als sie sich zur Myojo-Akademie aufmachte, aber es war ja für ihre Familie und vorallem ihre vielen jüngeren Geschwister. „Schön, dann bis später.“, verabschiedete sich Haruki von ihrer Gesprächspartnerin. Sie legte auf und plötzlich hörte sie eine Stimme. Sie gehörte Isuke, dem war sich das rothaarige Mädchen sicher.

„Was willst du?“, fragte Haruki mit finsterer Stimme. Sie war eigentlich ein fröhliches, burschikoses Mädchen, aber manchmal ging ihr ihre Mitbewohnerin einfach nur auf die Nerven. Isuke grinste sie an und fragte:“Hast du wieder mit einem deiner Geschwister telefoniert? Komm schon, warum erledigst du die Kleinen nicht einfach? Sie sind doch nur unnötiger Balast für dich.“ Die Art wie Isuke diese Sätze über die Lippen brachte, gefiel Haruki so gar nicht. Es machte sie regelrecht wütend, aber sie sagte nur:“Lass mich in Ruhe.“ Trotzdem hörte man den warnenden, gefährlichen Unterton aus der Stimme des Mädchens. Isuke lachte leicht abfällig. „Was hast du auf einmal? Ist es, weil wir uns geküsst haben?“, fragte Isuke und legte einen ihrer Finger auf Haruki's Lippen. Haruki errötete stark und schlug die Hand ihrer Mitbewohnerin weg. „Mag sein, dass es damit zusammenhängt, aber ich hoffe wirklich, dass du das nie mehr machst!“, antwortete Haruki und ging weg. Isuke grinste. Irgendwie mochte sie genau diese abweisende Art des jüngeren Mädchens, wenn es um ihre Familie ging. Das war wohl auch der Grund, warum sie Haruki gerne wütend machte, immerhin war das rothaarige Mädchen sonst schon fast aberwitzig nett.

Inzwischen war es dunkler geworden, langsam brach die Nacht herein. Sumireko betrachte immer noch die schlafende Mahiru, bis diese urplötzlich ihre Augen aufschlug. Der Gesichtsausdruck, die Augen, die Haltung – Ja, das war ganz sicher Shin'ya und nicht mehr Mahiru. Sumireko seufzte in sich hinein, sie hatte gehofft, dass Banba vor Anbruch der Nacht aufwachen würde und sie mit ihr... reden könnte. Allerdings war Shin'ya wohl ein Teil von Mahiru, den Sumireko akzeptieren musste. Es war auch nicht so, dass sie Shin'ya nicht mögen würde – Nein, sie mag beide Seiten des Mädchens, denn sie sind nur zwei Seiten einer Medaille. „Was machst du denn hier?!“, fragte Shin'ya bedrohlich. Völlig ruhig antwortete Sumireko:“Schon vergessen?“ Shin'ya kratze sich am Kopf, bis sie sagte:“Ah, sorry. Hab ich ganz vergessen, du hast Mahiru geküsst und sie ist umgefallen. Na ja, es wundert mich nicht, Mahiru hat keine Ahnung wie sie mit solchen Situationen umgehen soll, sie war nämlich lange Zeit eingesperrt und-“ Shin'ya brach ab und ihr Blick war düster und leer.

„Shin'ya, hör auf.“, sagte Mahiru. In ihrem Unterbewusstsein saß sie wie immer zusammengekauert und ängstlich. Shin'ya bückte sich zu Mahiru und berührte ihre Wange. „Hey sorry, ich wollte dich nicht daran erinnern.“ Mahiru machte ein sehr trauriges Gesicht und kauerte sich weiter zusammen. Shin'ya stand wieder auf und fragte:“Magst du das Mädchen?“ Mahiru antwortete nicht, sondern drehte sich nur weg. Shin'ya seufzte etwas und tätschelte den Kopf des silberhaarigen Mädchens. „Ist schon gut, ich mache das.“, sagte sie und 'ging'.

„Shin'ya-san?“, fragte Sumireko das abwesende Mädchen. Sumireko wollte natürlich nicht weiter auf den abgebrochenen Satz von Shin'ya eingehen, das wäre unsensibel gewesen. Fest stand wohl, dass Mahiru eine schmerzhafte Vergangenheit gehabt hatte. Es würde sie auch sehr interessieren ob aus dieser Vergangenheit auch die Narbe in ihrem Gesicht stammte. „Äh, sorry sorry, war gerade etwas abwesend.“, lachte Shin'ya. Sumireko lächelte zurück und fragte:“Also, Shin'ya-san... Willst du mit mir einen Tee trinken?“ Sie rechnete damit, dass sie wie immer eine Absage erhielt. Egal ob Mittags oder Nachts, egal ob Mahiru oder Shin'ya – Bisher hatte sie nie ihre Einladung zum Tee angenommen. Trotzdem wollte sie nicht aufgeben.

Shin'ya legte ihr typisches, recht agressives Lächeln auf und sagte:“Ja.“ Sumireko's Gesichtszüge entglitten. Hatte sie gerade wirklich zugesagt? Das vornehme Mädchen, ließ sich nichts anmerken und fragte:“Wie komme ich denn zu dieser Ehre? Du hast meine Einladungen zum Tee doch noch nie angenommen.“ Shin'ya grinste noch breiter. Das Gesicht dieser Persönlichkeit war bedrohlich und furcheinflößend. Shin'ya war tatsächlich das komplette Gegenteil von Mahiru. „Hm, mir ist heute danach. Außerdem muss ich dich genauer kennenlernen, Mahiru mag dich nämlich und ich muss schon wissen, für wen sie symphatie hegt.“, war die ehrliche Antwort der Silberhaarigen.

Sumireko errötete. Mahiru mochte sie? Das machte sie sehr glücklich, denn es war wirklich schwer, zu deuten was Mahiru dachte. Sie war so schüchtern und sprach immer so leise. Sumireko schob den Stuhl beiseite und sagte:“Setz dich, Shin'ya-san.“ Dieses Mal hatte Sumireko aber durchaus böse Hintergedanken. Sie wollte Shin'ya ausfragen, was Mahiru fühlte, was sie dachte. Wer sie überhaupt war. Sie wusste so wenig über Mahiru und das stimmte sie traurig. Shin'ya hatte sich währenddessen gesetzt und nippte an der Tee-Tasse. „Also, du hast gesagt, Mahiru würde mich mögen... Warum zeigt sie es dann nicht so richtig?“, fragte Sumireko. Nun gut, es war nicht so, dass Mahiru ein Eisklotz war, aber sie wirkte auf sie oft wie ein verschüchtertes kleines Kind. Vorallem wenn sie mal in ganz seltenen Situationen lächelte, dann war es wie das unschuldige Lächeln eines Kindes.

Shin'ya lachte mit ihrer bedrohlichen Stimme und antwortete:“Nun, Mahiru wollte es mir nicht sagen. Sie ist aber eh viel zu verschüchtert für sowas. Angst vor Licht und älteren Männern ist ja eh schon unnormal, oder?“ Sumireko horchte auf. Dass Mahiru sehr merkwürdig auf helles Licht und ältere Männer reagierte, war ihr schon aufgefallen. Es musste etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun haben. Das vornehme Mädchen wollte sich gar nicht ausmalen, was vorgefallen war. Wurde sie misshandelt oder missbraucht? Sie wollte es eigentlich gar nicht wissen, aber es würde erklären, warum Mahiru so ist wie sie ist. „Alles noch okay?“, fragte Shin'ya. „Äh ja.“, gab Sumireko zurück. Heute dachte sie wirklich viel über Mahiru nach. Irgendwie war es aber auch merkwürdig, hier eigentlich mit Mahiru selbst zu sprechen und doch war sie so anders und Sumireko konnte sie sogar über Mahiru mehr oder weniger gut ausfragen. Und doch sind sie ein und diesselbe Person, die Person die Sumireko so gerne mochte. Sie wollte einfach Zeit mit Mahiru verbringen und mit ihr zusammen sein – Klang für einen Menschen wie sie, fast schon nach einer Kitsch-Romance. Aber jetzt wollte sie nicht weiter darüber nachdenken, sondern nur den Tee mit Shin'ya genießen.

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Guten Abend, allerseits! Zuallererst bedanke ich mich für die weiteren Reviews! Dann noch... Ähm ja, ich denke einige Pairings könnt ihr schon erahnen – Jedenfalls wird die Geschichte noch ein paar Kapitelchen umfassen, ich will mich da aber nicht festlegen. Ich sag jetzt nur noch: Bis in 1-2 Wochen (wohl eher 2) und noch einen schönen Abend!
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