cause I love You. forever. [Teil 2]

OneshotDrama / P16 Slash
Bill Tom
06.09.2015
06.09.2015
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Also, hier ist wie versprochen die Fortsetzung zum ersten Teil.
Wer den ersten Teil nicht gelesen hat:

Cause I love you. Forever. [Teil 1]

Viel Spaß mit dem neuen One-shot.
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Ich sitze da. Wie erstarrt. Kann immer noch nicht fassen, was eben passiert ist.
Das goldene Armband hängt leblos zwischen meinen Fingern, wie eine tote Schlange.

„Mach was! Er liebt dich! Hol ihn zurück!“ Ich versuche die kleine Stimme in meinem Kopf auszublenden. Erfolglos. Sie schreit. Kreischt hysterisch.
Sorgt dafür, dass ich Kopfschmerzen bekomme, und ich sitze immer noch auf dem Boden. An dem Fleck, an dem ich kniete, als Bill mich verließ.

Ich warte. Keine Ahnung worauf. Auf Bill? Er wird nicht wiederkommen. Ich habe ihn geschlagen.
Habe meinen eigenen Bruder menschenunwürdig behandelt. Selbst wenn ich ihn fände, würde er wohl kaum noch freiwillig mit mir zu tun haben wollen. Ich hab´s verbockt. Oder ist seine Liebe am Ende so groß, dass er mir verzeihen könnte? Könnte ich mir an seiner Stelle verzeihen?
Kann ich mir verzeihen?

Das Telefon klingelt. Ich gehe nicht ran.
Sitze immer noch da, wie versteinert.

Es klingelt erneut.
Es klingelt.
Es klingelt, schrill und hoch.

Ich stehe auf und bewege mich auf den verhassten Apparat zu. „Ja.“ „Spreche ich mit Tom Kaulitz?“
„Ja.“ „Wir haben deinen Bruder…“

Ich bekomme keine Luft mehr. Strauchle, falle nach vorne. Das Kabel des Telefons reißt. Ich muss mich kurz an der Wand abstützen, um nicht zu fallen.

„Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeein!!!“ Ein Schrei. Mein eigener? Meine Stimme hört sich so angsterfüllt, so fremd an.

Sie haben meinen Bruder. Diese Mistkerle haben meinen Bruder. Und ich weiß, was sie wollen.
Sie wollen, dass ich meine Schulden begleiche. Ich soll bezahlen.

Nicht mit Geld- Nein. Sie wollen mich. Scheiße! In was habe ich mich da eingelassen!!! Sie haben Bill.
Bill!!!

Ich verliere keine Zeit, als ich zu meinem Wagen stürme. Ich lasse die Haustüre offen.
Habe keine Zeit für solche Nebensächlichkeiten.

Die ganze Fahrt scheint wie in Zeitlupe abzulaufen. Ich sehe Häuser, Bäume, Leitplanken, Wiesen, einen See, dann wieder Leitplanken, ganz langsam an mir vorbei ziehen, obwohl ich mit um die hundertachtzig km/h an allen Autos vorbeibrause, die mir den Weg versperren. Und dann beginne ich still zu beten: Bitte, bitte lass mich noch nicht zu spät sein. Wenn es einen Gott gibt, dann bitte ich dich, nimm mir nicht Bill. Ich brauche ihn, mehr als alles andere.

Die Sonne geht bereits unter, als ich mit dem Wagen in die „Sunstreet“ einbiege, in der Sam wohnt.
Mein Herz beginnt zu rasen. Warum? Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil ich Angst davor habe, was mich erwartet, falls ich zu spät komme. Ich stelle den Motor ab und steige aus.
Sams Wagen steht in der Einfahrt und scheint mich beinahe anzubetteln, ihm ein paar Kratzer zuzufügen.

Meine Faust saust auf die Motorhaube des Wagens nieder und hinterlässt eine Delle auf dem frisch polierten Nobelschlitten. Die Alarmanlage heult los. Die Türe des Hauses wird aufgerissen.

„Hey, du Penner! Finger weg, von meinem Wagen!“, schreit mich Sam mit hochrotem Kopf an.„Finger weg, von meinem Bruder!“, brülle ich zurück. Ich umrunde den Wagen und steige die Treppen zu Sams Haus hoch.

„Hättest ihn nicht so zurichten sollen. Dann wäre er uns wohl nicht in die Fänge gegangen!“ „Was habt ihr mit ihm gemacht.“ „Nichts… noch nicht.“
Sams Mund verzieht sich zu einem dreckigen Grinsen, bevor er mich am Handgelenk packt und mich hinter sich her ins Haus schleift, wo er mich sofort loslässt und mit einer harschen Handbewegung anweist, Platz zu nehmen.

Ich fühle mich kein Bisschen wohl. Ich weiß nicht, wo Bill ist. Ich bin umgeben von Sams halbstarken Affen die den IQ einer Kokosnuss besitzen. Und mir ist übel. Speiübel.

„Gut…“ Sam hat mir gegenüber Platz genommen und faltet seine Hände scheinheilig im Schoß. „Du weißt, was ich will.“ Vorsichtig nicke ich. Ich habe vor einem guten Jahr einen Vertrag unterzeichnet.
Sam will mich bluten sehen. Er war seit jeher mein Feind. Wir waren nie befreundet. Er hatte Bill und mich schon in unserer Schulzeit schikaniert. Weil wir uns erfrechten, uns gegen ihn zu erheben. Weil wir seine Gesetze missachtet hatten. Er gab den Ton an. Damals in der Schule. Dann fing die Sache mit den Drogen an, die ich anfing zu nehmen. Leichte Sachen. Und ich wollte mehr. Um Bill zu vergessen und wegen des irren Gefühls zu schweben.

Dann hieß es plötzlich: Sam ist der neue Boss in der Stadt. Er hat alle Dealer aufgekauft. Und ich war süchtig. Ich wollte die Drogen. Um jeden Preis. Und Sam hatte bloß auf mich gewartet.
Er wollte kein Geld…

ER wollte nur, dass ich diesen einen Vertrag unterschrieb, der ihn dazu verpflichtete, mir eine ganzes Jahr lang, alle Drogen auszuhändigen, die ich wollte, und im Gegenzug bin ich verpflichtet, mich fertigmachen zu lassen. Wie im Kolosseum. Methoden wie bei den alten Römern und ihren Gladiatoren. Und ich verdammter Idiot habe unterschrieben. Und jetzt haben sie Bill. Um mich zu erpressen und zu zwingen, nicht zu kneifen.

Und ich werde nicht kneifen. Nicht wenn das Leben meines Bruders auf dem Spiel steht.

Ich sehe auf. Sams Blick gleicht dem des wahrhaftigen Teufels. „Ich mache dich fertig.“ Es ist nur ein leises Flüstern seiner Worte, doch ich habe jede einzelne Silbe verstanden und in mich aufgesogen.
Wortlos steht er auf und geht.

Einer der Gorillas packt mich an der Schulter und zerrt mich auf. Er führt mich eine Treppe hinunter in den Keller. Kahle, graue Wände. Grauer Boden.
Und in einer Ecke an einen Eisenring in der Wand gekettet- wie ein wildes Tier- Bill. Sein Blick trifft auf den Meinen. Um seine Augen liegen dunkle Schatten der verlaufenen Schminke. Sein Haar fällt ihm seitlich in die Stirn. In seinen Augen liegt immer noch Abneigung mir gegenüber.
Und… noch etwas anderes. Angst? Angst um mich?

Ich reiße mich von dem Gorilla los. Er lässt mich gewähren. Sieht mir dämlich grinsend dabei zu, wie ich auf Bill zugehe, vor ihm in die Knie gehe. Vorsichtig strecke ich meine Hand nach ihm aus und lege sie sanft an seine Wange. Für einen kurzen Moment schließt er die Augen. Als er sie wieder öffnet, hat sich sein Blick geändert.

Mein Herz hämmert automatisch in einem schnellen Rhythmus gegen meine Brust. Bill liebt mich. Er liebt mich von ganzem Herzen. Und er wird mir verzeihen. Er wird mir verzeihen. Vielleicht noch nicht heute. Aber irgendwann…

Und er weiß, warum er hier ist. Er weiß, warum ich hier bin. Er weiß von den Drogen, die ich genommen habe. Das alles erkenne ich an seinem Blick. Und diese Erkenntnis trifft mich mit solch einer Wucht, dass ich einen Moment nach Atem ringe. Wie konnte ich nur glauben, dass ich das alles vor meinem Zwilling geheim halten könnte? Er ist nicht dumm. Man merkt, wenn jemand Drogen nimmt.

„Bill… es tut mir so leid. Das ganze letzte Jahr… das war alles eine Lüge. Eine einzige Lüge. Aber das hier… das mit uns… das ist echt.“  Ein leichtes Lächeln umspielt Bills Lippen, als die Worte meinen Mund verlassen.

„Ich weiß, dass du gewinnst. Gewinne für mich.“
Kaum mehr als ein Flüstern und doch so aussagekräftig. Dann reißt mich jemand von ihm fort.
Und plötzlich stehe ich Sam gegenüber, der wie ich, ebenfalls kaum mehr anhat, als eine Hose.
Oh Gott. Das ist alles so irreal. Ich komme mir hier vor wie in dem Film „Fightclub“ mit Brad Pitt. In dem immer jeweils zwei Männer auf einander einprügeln, bis einer nicht mehr kann. Und Sam ist der ungeschlagene Champion. Gegen ihn komme ich nicht an.

Klar, bei seichten Prügeleien auf der Straße, liege ich schnell mal oben. Aber das hier, ist etwas anderes. Es gibt keine Gnade. Sam will mich bluten sehen. Er will mich fertig machen.

Ein letztes Mal drehe ich mich zu Bill. In seinen Augen liegt so viel Liebe. Ich muss gewinnen, denn  ich weiß nicht, was sie sonst mit ihm anstellen würden. Und für ihn, lohnt es sich zu kämpfen.

Sams erster Schlag sitzt. Mein Bauch schmerzt höllisch. Alle meine Muskeln haben sich verkrampft.
Und da kocht eine plötzliche Wut in mir hoch. Und ab diesem Moment weiß ich nichts mehr.
Wie ein Blackout.

Zitternd richte ich mich auf. Sams Gorillas um uns sind verstummt.
Aus Bills Richtung mache ich ein heiseres Keuchen aus. Mein Blick sinkt gen Boden. Sam liegt wimmernd unter mir und hält sich verkrampft die Schulter. Ich denke, ich habe sie ihm ausgekugelt.
Sein ganzer Körper ist bedeckt mit Platzwunden. Jemand sollte ihn verarzten.

Abfällig spucke ich neben ihm auf den Boden, bevor ich mich von ihm abwende und dem rothaarigen Gorilla neben der Kellertüre, die Schlüssel für die Haustüre und für Bills Fesseln abnehme. Ich befreie Bill und ziehe ihn am Handgelenk hinter mir her, aus dem Haus hinaus, ins Auto. Dann starte ich den Wagen und fahre los. Wir schweigen beide. Ich trage kein T-Shirt. Ich bin blutverschmiert. Mein Eigenes. Sams.

Ich fahre an den Rand der Fahrbahn auf den Pannenstreifen und stelle den Motor ab. „Scheiße!“
Ich reiße die Wagentüre auf und steige aus. Ich brauche frische Luft. Bill, der bis jetzt geschwiegen hat, steigt ebenfalls aus. Er umrundet den Wagen und bleibt direkt vor mir stehen. Legt eine Hand vorsichtig auf meine Brust. Direkt über mein Herz.

Die Autos die an uns vorbeifahren, deren Insassen uns neugierig mustern, blende ich aus. Für mich gibt es nur noch Bill. Vorsichtig beugt er sich zu mir nach vorne.

„Ich liebe dich.“, haucht er mir entgegen und ich weiß, dass er es so meint. Und so fange ich seine Lippen zu einem ersten, zaghaften Kuss. Bill setzt mich unter Strom. Ich hebe meine rechte Hand und vergrabe sie in seinem Haar. In diesem Kuss liegt so viel aufgestaute Sehnsucht, die mich schon so lange quält.

Vorsichtig bittet Bills Zunge um Einlass, den ich ihr gewähre. Unser Kuss wird immer inniger, immer intensiver. Ich spüre Bills linke Hand an meiner Hüfte, während seine Rechte sanft auf meiner Brust liegen bleibt und mein Herz damit beinahe zum Zerspringen bringt. Meine zweite Hand wandert ebenfalls auf Bills Brust und ich fühle seinen Herzschlag unter meinen Fingern. Vorsichtig dränge ich Bill mit dem Rücken gegen den Wagen und halte links und rechts von ihm seine Hände fest, während ich seinen Hals mit kleinen Küssen bedecke.

Erst ein anzüglicher Pfiff von einem Vorbeifahrenden, lässt mich zurück in die Gegenwart kommen.
Sanft lasse ich Bills Hände los. Ein Lächeln umspielt seine Lippen.

„Vielleicht sollten wir das, an einen  geeigneteren Ort verlegen.“ Da muss ich grinsen. Und dann umarmt er mich so fest, als wolle er mich nie wieder loslassen. Ich lege meinen Kopf auf seine Schulter und schließe die Augen. Genieße einfach den Moment. „Der alte Tom hat mir so gefehlt. Ich bin so froh, dass du wieder hier bist. Bei mir.“, höre ich Bills Stimme flüsternd an meinem Ohr.
Augenblicklich schlägt mein Herz höher.

Und zum ersten Mal seit langer Zeit, fühle ich mich wieder frei.
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