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- Es geht weiter -

Kurzbeschreibung
GeschichteKrimi, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Ellen Bannenberg Nikolas Heldt
06.09.2015
04.10.2015
3
4.307
 
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Dieses Kapitel
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07.09.2015 1.405
 
Behutsam lief ich die wenigen Stufen vor unserem Haus herunter, als ich abrupt stehen blieb. „Nikolas!“, stotterte ich.

Teil 2 – Gespräche
*Heldts Sicht*
Es war mindestens eine halbe Stunde vergangen, seitdem ich den Motor ausgestellt hatte. Ich atmete noch einmal tief durch, bevor ich all meinen Mut zusammen fasste und ausstieg. Mir gegenüber befand sich Ellens Haus, indem ich schon so oft gewesen war. Doch dieses Mal wäre ich am liebsten auf der Stelle wieder umgekehrt, als sich die Angst in meinem Körper breit machte. Die Angst, dass sie mich nicht verstehen würde, dass sie mir nicht verzeihen könnte. Mittlerweile stand ich in ihrem Vorgarten, als sich nur wenige Meter vor mir ihre Haustür öffnete und ich sie herauskommen sah. In meinem Bauch fing es verräterisch an zu Kribbeln. Sie hatte einen Müllsack in der einen Hand und war auf dem Weg zu den Mülltonnen, als sie plötzlich stockte und in meine Richtung blickte. „Nikolas!“, brachte sie schließlich hervor. Ich ging auf sie zu, bis nur noch ein Meter zwischen uns lag und wir uns gegenüber standen. Sie blickte mir in die Auge und ich versank in ihren. „Ellen, ich..“, fing ich an, „es tut mir so schrecklich..“ „Was willst du hier?“, wurde ich von ihr unterbrochen. Ihr Gesicht wurde mit einer Härte bedeckt und ihre Augen funkelten mir nun wild entgegen. Ein dicker Kloß machte sich in meinem Hals breit und ich spürte wie ich anfing leicht zu zittern. Vorsichtig streckte ich meine Hand nach ihrem Arm aus, doch sie zuckte zurück. „Lass es mich dir bitte erklären“, versuchte ich es nochmal.

*Ellens Sicht*
Nun war sie da, die Situation vor der ich mich die ganze Zeit so gefürchtet hatte: Er war wieder da. Es war ein beruhigendes Gefühl gewesen zu wissen, dass es ihm gut ging, aber ich fürchtete mich davor, wie es jetzt mit uns weitergehen würde. Schließlich mochte ich ihn ja eigentlich wirklich sehr. Er machte einen Schritt auf mich zu, streckte seine Hand nach meinem Arm aus und meinte bittend: “Lass es mich dir bitte erklären.“ Ich zuckte zurück und lief an ihm vorbei zu den Mülltonnen. „Du musst mir gar nichts mehr erklären, Nikolas“, flüsterte ich, als ich wieder neben ihm stand. Ich erinnerte mich daran, wie er gegangen war und war so unfassbar enttäuscht von ihm. Für alle anderen war er immer da, aber bei mir ging er einfach. Zugegeben, vielleicht steigerte ich mich da auch ein bisschen hinein, aber ich war einfach nur enttäuscht.

*Heldts Sicht*
Sie drehte sich um und lief zurück zu ihrer Haustür zurück. „Ellen!“, rief ich ihr hinterher. „Was?!“, fuhr sie mich an, „glaubst du wirklich, du kannst hier nach sechs Monaten einfach wieder auftauchen und alles ist wieder wie davor?“ „Nein, natürlich nicht“, entgegnete ich vorsichtig. Wahrscheinlich hatte sie mich nicht gehört, denn es sprudelte jetzt nur so aus ihr heraus: „Du bist einfach so gegangen, hast alles zurück gelassen. Niemand wusste, wo du warst, wie es dir ging, warum du gegangen bist und wann du wieder kommen würdest. Hast du eigentlich auch nur einmal an uns hier in Bochum gedacht? An deine Freunde, an deine Kollegen oder an mich?“ Langsam wurde ihre Stimme wieder ruhiger und sie kam erneut auf mich zu, bis sie mir genau gegenüber stand. Die Wut und die Härte waren aus ihrem Gesicht verschwunden, stattdessen sah ich zum ersten Mal, wie sehr ich sich eigentlich verletzt hatte und wie enttäuscht sie von mir war. Ihre Stimme hatte fast an ihrem Klang verloren, als sie mir fest in die Auge blickte und mit Tränen in den Augen hinzufügte: „Aber das Schlimmste für mich war, dass du einfach gegangen bist. Du bist gegangen, ohne dich auch nur umzudrehen. Hast mir nicht Bescheid gesagt, sondern deinen Freund vorgeschickt. Ich hatte dich gebeten dein Leben nicht von solchen Menschen kaputt machen zu lassen, hatte gehofft, dass du dich daran halten würdest, um genau das zu vermeiden. Vielleicht, wenn du zu mir gekommen wärst, hätte ich es verstanden, dass du gehen wolltest, vielleicht auch nicht, ich weiß es nicht. Aber ich hätte dich auf jeden Fall unterstützt, dir geholfen, soweit es gegangen wäre. Warum hast du dich nicht einmal gemeldet? Nur einmal, dann hätte ich Bescheid gewusst. Ich habe mir auch Sorgen um dich gemacht, hab dich versucht dich anzurufen, aber du warst nicht zu erreichen und jetzt stehst du nach sechs Monaten wieder hier.“
Als sie fertig war, hatte sie den Blick immer noch auf mich geredet. „Sie hatte ja recht“, dachte ich, „ich war einfach abgehauen, hatte alle alleine gelassen, vor allem hatte ich sie alleine gelassen.“ Ich machte einen kleinen Schritt auf sie zu und packte sie vorsichtig mit meinen Händen an den Schultern. Diesmal blieb sie stehen. „Ellen, es tut mir so unglaublich leid, das musst du mir glauben, bitte!“, flehte ich sie an. „Geh jetzt bitte!“, flüsterte sie und ich bemerkte wie sie erneut gegen die Tränen ankämpfte. „Ok..“, antworte ich und blickte ihr nochmal in die Augen. Ich sah, wie sie meinem Blick auswich und ließ sie schließlich los. Es fiel mir schwer, doch ich tat es ihr zu Liebe. Sie drehte sich um und lief die Stufen zu ihrem Haus hoch. Ein letztes Mal blickte sie noch zu mir, bevor sie endgültig im Haus verschwand. Nachdem sie gegangen war, lief ich zu meinem Auto zurück und stieg ein. Ich fuhr mir mit den Händen übers Gesicht und merkte erst jetzt, was für großes Leid ich angerichtet hatte. Schließlich startete ich den Motor und fuhr nach Hause.

*Ellens Sicht*
Nachdem ich die Tür geschlossen hatte, setzte ich mich auf den Boden und lehnte mich gegen die Wand. Ich stützte meinen Kopf auf meine Hände und schloss die Augen. Auf einmal spürte ich, wie sich eine Hand auf meine Schulter legte und schaute auf. Emily hatte sich neben mich gesetzt und blickte mich fragend an: „Er ist wieder da oder?“ „Wer?“, fragte ich sie obwohl ich genau wusste, wen sie meinte. Sie sah mich prüfend an und ich hatte das Gefühl, dass sie mich durchschaut hatte, doch sie hielt es wohl für besser erst mal keine sonstigen Fragen zu stellen und dafür war ich ihr auch sehr dankbar. Tröstend schmiegte sie sich an mich. Wir mussten eine Ewigkeit so dagesessen haben, denn als wir aufgestanden waren und auf die Uhr schauten, war es bereits nach 24:00 Uhr. Daraufhin beschlossen wir beide ins Bett zu gehen, da Emily morgen früh in die Schule und ich in die Arbeit müsse. Zum zweiten Mal an diesem Abend wünschte sie mir eine gute Nacht und ich ging ins Schlafzimmer. Ich setzte mich aufs Bett und dachte an morgen. Es war davon auszugehen, dass Nikolas sich morgen wieder auf dem Präsidium melden wird und ich ihm ab jetzt wieder jedem Tag mehrmals über den Weg laufen werde. Schließlich machte ich dann endgültig das Licht aus, um wenigstens noch etwas Schlaf zu finden, denn der nächste Tag, dass wusste ich, würde nicht einfach werden.

*Heldts Sicht*
Nachdem ich wieder in meiner Wohnung war, setzte ich mich auf mein Bett und machte mein Handy, das erste Mal nachdem ich so plötzlich verschwunden war, wieder an. Ich dachte noch einmal über mein Gespräch mit Ellen nach und stellte fest, dass ich nicht wirklich dazu gekommen war, es ihr zu erklären, als ich von einer Ansage auf meinem Handy unterbrochen wurde. „Sie haben 25 verpasste Anrufe“, ließ mich die Stimme meines Smartphones wissen. Ich drückte auf „Anzeigen“ und mir wurde zugleich warm ums Herz. Von den 25 Anrufen waren zwei von Detlev Grün, zwei von Hanna Holle, einer von Korthi, jeweils fünf von Carlo und Achmed und zehn von Ellen. Sie hatte mich zehn Mal angerufen und das obwohl ich nie rangegangen war. Ihr musste also wirklich was an mir liegen.
Ich versuchte zu schlafen, doch es ging nicht, sie schwirrte mir andauernd im Kopf herum. Sie war die erste bei der ich es wirklich ernst meinte. Beziehungen waren für mich früher immer nur als Spaß gedacht, aber mit Ellen war alles anders.
Schließlich beschloss ich doch zu schlafen, da ich mich morgen wieder auf dem Präsidium melden würde.
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So Leute, das war Teil 2 meiner Geschichte.
Über eine Review würde ich mich sehr freuen, damit ich Bescheid weiß, ob ich weiterschreiben soll oder nicht. Mir macht das ganze sehr viel Spaß, auch wenn ich mit dem Ende von Teil 2 noch nicht ganz zufrieden bin. Schreibt mir eure Meinung bitte in die Kommentare 
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