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Die Rebellion

GeschichteÜbernatürlich / P12 / Gen
04.09.2015
06.07.2016
7
5.195
8
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04.09.2015 685
 
Kapitel 1- Die Ankunft im neuen Zuhause

Ich wusste, mein Name war Paula. Paula Leisen.
Ähnlich wie bei Hänsel und Gretel stand ich vor einem fremden Haus und wusste nicht weiter. Es war nicht groß. Von außen besaß es schätzungsweise 1-2 Zimmer. Ich schlich mich an und spähte durchs Fenster. Ich konnte eine Küche erkennen. Nicht sonderlich gut aber mit dem Nötigsten ausgestattet. Ich wusste nicht, wie ich hier her gekommen war. Alles was ich wusste war mein Name, mein Lieblingsessen, meine Lieblingsfarbe und mein Sternzeichen. Und wenn ich ehrlich bin, ist das nicht wirklich viel. An meine Eltern konnte ich mich auch nicht erinnern. Geschwister hatte ich soviel ich weiß auch nicht.   Ich kam mir vor wie im falschen Film.
Gerade, als ich beschloss mich mal umzusehen, verspürte ich den seltsamen Drang in das Haus hinein zu gehen und etwas zu kochen. Ich konnte nie kochen und konnte mich auch nicht erinnern jemals etwas gekocht zu haben.  Trotzdem betrat ich das fremde Haus, von dem ich plötzlich 100% überzeugt war, dass es meins war und ging zielstrebig zur Küche. Ich holte ein Schneidebrett aus dem Kühlschrank (Was zur Hölle machen Schneidebretter im Kühlschrank?) und begann irgendetwas in eine Schüssel zu mixen.
Wenn ich ehrlich bin, hatte ich keine Ahnung was ich da gerade tat.
Doch zu meiner Überraschung kam am Ende tatsächlich ein guter Salat raus. Untätig blieb ich nun vor der Theke stehen.  
Auf einmal klingelte es. Ich freute mich, da ich dachte, mir könnte endlich jemand erklären, was hier los ist. Ich lief zur Tür und fühlte mich wieder, als wäre dies nicht meine eigene Entscheidung gewesen.  Die Tür ging schon auf, bevor ich sie überhaupt erreicht hatte. Vor mir standen drei Personen. Ich begrüßte sie flüchtig und wollte gerade anfangen, sie zu fragen, ob sie etwas über mein Leben wüssten, als eine blonde Frau begann, nach meinem Tag zu fragen. Die Sprache war merkwürdig, ich hatte noch nie solche Töne gehört. Interessanterweise beherrschte ich sie aber auch und so antwortete ich, dass mein Tag irgendwie seltsam sei. Anstatt mir zu antworten quatschte mich ein anderer Mann von der Seite  an und erzählte mir einen Witz. Klar. Wenn ich jemanden noch nicht kenne, ist das Erste was ich mache, einen Witz zu erzählen.  Ich fand ihn dementsprechend auch nicht lustig und wand mich ab. Doch der Kerl ließ nicht locker und erzählte mir denselben Witz einfach nochmal.  Diesmal allerdings, fand ich ihn ganz amüsant. Manchmal verstehe ich mich selbst nicht.
Plötzlich beobachtete ich,  wie einer nach dem Anderen in meinem Haus verschwand. Also ich wusste ja nicht viel über mein Leben aber ich wusste, dass man so etwas eigentlich nicht macht. Aufgebracht  lief ich ihnen also hinterher und entdeckte schockiert, wie sie sich vor meinem Fernseher versammelt hatten und eine schwachsinnige Gartensendung anschauten. Ich spürte in meinem Inneren, dass ich sie bitten sollte, zu gehen und ausnahmsweise war ich mal derselben Meinung wie meine seltsame innere Stimme.
Ohne zu murren verschwanden meine Besucher auch wieder und ich nahm mir eine Schüssel Salat, der wirklich ganz gut schmeckte. Noch verbesserungswürdig aber dafür, dass ich noch nie gekocht hatte, gar nicht schlecht.  
Dann wollte ich aufstehen, doch irgendwie konnte ich mich nicht bewegen. Meine Mimik war eingefroren und mein Hintern schwebte in der Luft. Normalerweise wäre dies eine wirklich sportliche Übung aber ich spürte keinerlei Anstrengung. Auf einmal hörte ich Musik im Hintergrund. Sie erinnerte mich daran, in einer Warteschleife zu hängen oder mit einem Aufzug zu fahren. Als sie vorbei war, ging ein Ruck durch meinen Körper und ich konnte mich wieder bewegen.
Wie selbstverständlich setzte ich mich auf ein gelbes Sofa, welches  sich wie durch Zauberhand plötzlich in meinem Wohnzimmer befand. Neben meinem Fernseher stand  eine Pflanze….ich hasse Pflanzen.
Ich  begann Fern zu schauen. Wieder lief die Gartensendung. Ich schaltete auf den Kanal „Anglerfreuden“, obwohl ich mich dafür überhaupt nicht interessierte.  Doch ich schaute die Sendung gute zwei Stunden lang, bis ich den Drang hatte schlafen zu gehen.
Ich konnte nichts dagegen tun und mir wurde klar, dass hier irgendwas nicht stimmte und ich würde herausfinden was es war.
 
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