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[Challenge ~ Klischeebingo] Klischeebingo

GeschichteHumor, Romanze / P16 Slash
Brad Crawford / Oracle Farfarello / Jay / Berserker Omi Tsukiyono / Mamoru Takatori Ran Fujimiya / Aya / Abyssinian Schuldig / Mastermind Yohji Kudou / Ryo Ito / Balinese
04.09.2015
12.09.2015
6
11.994
2
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
04.09.2015 858
 
1/5 Flaschendrehen




„Ich mach da nicht mit.“

Es war klar... es war so klar gewesen. Missmutig sehen alle Anwesenden auf den Weißleader, der mit verschränkten Armen auf die am Boden versammelte Mannschaft starrt. Aya ist ein elendiger Spielverderber. Da will man mal ein bisschen Spaß und sich einfach wie ein normaler Teenager oder junger Erwachsener verhalten und die Eisprinzessin grätscht natürlich gekonnt dazwischen. Selbst Brad hockt zwischen Chipstüten und Alkopops auf dem Wohnzimmerboden. Aber der hats ja leicht. Wenns brenzlig wird, verduftet er schnell aufs Klo oder täuscht einen unheimlich wichtigen Anruf vor.
Aber Aya hat ihn durchschaut. Und weil er ihn durchschaut hat, schrillen sämtliche Alarmglocken bei ihm. Der bedeutungsvolle Blick zwischen ihm und einer gewissen anderen anwesenden Person kann nämlich nur eines bedeuten und das ist in der momentanen Situation absolut nichts, wozu Aya sich hinreißen lassen würde.
Flaschendrehen.
Das heißt, über kurz oder lang wird Irgendjemand Irgendjemanden seine Zunge in den Rachen stecken und dieser Irgendjemanden wird nicht Aya sein. Nein. Solange er noch ein bisschen Würde und Lebensmut aufbringt, wird er sich nicht abknutschen lassen. Und schon gar nicht von... dem da.
„Komm. Ist doch nur Spaß.“, versucht es Yohji mit charmantem Lächeln. Aya schnaubt. Klar, der wartet ja nur auf seine Chance, endlich den Ami von seinen oralen Qualitäten zu überzeugen. Sowas affiges. Als ob der Schlipsträger zu irgendwelchen romantischen Gefühlsregungen fähig wäre, bloß weil der selbsternannte Playboy Nummer Eins mit wedelndem Schwanz die Beine für ihn breit machen würde.
Ganz bestimmt. Nicht.
„Ach bitte, Aya. Das wird witzig!“ Aya knurrt. Dieses intrigante Miststück aka Nagi sollte besser still sein. Als ob es nicht jeder schon durchschaut hätte, dass er sich liebend gern von Omi flachlegen lassen würde. Dass der kleine Hacker ganz andere Probleme hat, als das, wo er als nächstes seinen Schwanz hinsteckt, scheint der Telekinet geflissentlich zu übersehen.
„Na los, Aya. Was kann schon passieren? Ist doch lustig.“ Ayas Augenbraue hebt sich arrogant. Ken... Der gute, alte, naive Ken. Was kann schon passieren? Äfft er ihn nach und fragt sich, wie lustig Ken dass wohl noch findet, wenn er am Ende des Abends gefesselt in Farfarellos Keller liegt und der Ire ihm heiße Liebesschwüre in die Haut ritzt. Alternativ brennt. Ja, genau, sehr komisch. Hahaha.
Aya hat so die Schnauze voll davon, dass jeder hier der Meinung ist, er und Schuldig wären das absolute Traumpaar. Sind sie nämlich nicht. Der Deutsche ist arrogant, selbstgefällig und hat so ein aufgeplustertes Ego... Mal ganz davon abgesehen, dass er Vollwaise ist und wer ist daran schuld?
Richtig.
Und was dieser Lackaffe mit seiner Schwester und Sakura angestellt hat... Hallo? Und da soll er...? Mit dem...?
Never.
Und schon gar nicht, wenn er Brads selbstgefälliges Grinsen sieht, dass ihn anzusingen scheint: „Schuldig wird dich küssen ~ Schuldig wird dich küssen ~ nänänänä~nää~näää ~!“
Diese ganze Hellsehergeschichte geht ihm total auf den Senkel. Er hasst es, dass dieser Ami mit seiner ganzen Arroganz davon ausgeht, immer ganz genau zu wissen, was passiert.
Als ob er sich von Schuldig küssen lassen würde! Wegen einem albernen Spiel!
Okay. Gut. Wenn er ehrlich ist, würde er bei Schuldig durchaus gerne mal was wegstecken. Vorzugsweise sein Katana. Oder jedes andere scharfe Werkzeug, dass diesen aufgeblasenen Karottenkopf ins Nirvana befördert.
Die erwartungsvollen Augen aller liegen weiterhin auf ihm und seine Miene verdüstert sich stetig. Er trifft hier die Entscheidungen. Er hat hier die Kontrolle. Und er küsst, wen er will! Und wann! Und wo! Als ob ein bisschen Flaschendrehen etwas daran ändern würde, dass sie sich hassen! Pah! Klar, morgen früh wachen sie nebeneinander auf und schwören sich die ewige Liebe. Und übermorgen heiraten sie dann... Nächstes Jahr adoptieren sie ein paar Kinder und wenn sie nicht gestorben sind...
Aya wird schon ganz schlecht. Er muss das verhindern! Er muss dem Ganzen einfach nur zuvor kommen. Schließlich hat er hier die Kontrolle und niemand reißt ihm das Ruder aus der Hand. So! Augen zu und durch.
Genau. Ein genialer Plan.
Er bringt es jetzt einfach hinter sich und beweist Allen, dass sie sich ganz gewaltig geschnitten haben, wenn sie denken, dass der große Abyssinian sich wegen ein bisschen Rumknutscherei von seiner Meinung abbringen lässt.

Flaschendrehen! Pah!

Schuldig zuckt überrascht zusammen, als Aya ihn am Genick packt.
„Mitkommen!“, knurrt er finster und schleift den perplexen Deutschen, der einen hilfesuchenden Blick zu Brad wirft, einfach hinter sich her in die Küche.
Fünf Augenpaare starren konsterniert auf die Tür. Nur eines wirkt höchst amüsiert.
„Wer hat Aya Alkohol gegeben?“, fragt Omi besorgt und mustert alle Anwesenden streng. Yohji zuckt nicht besonders schuldbewusst mit den Achseln.
„Das gehört doch dazu... Sonst taut der Eisklotz ja nie auf...“
Farfarello kichert leise vor sich hin. „Das verletzt Gott, aber sowas von...“ Ken blinzelt irritiert. Das verletzt vermutlich höchstens Schuldig und das arme Schwein kann noch nicht mal was dafür.
Nagi fixiert trotzig Omi. Verdammt, dass wäre seine Chance gewesen, aber diese schockgefrostete Samuraikopie musste ihm natürlich die Show stehlen.
„Das hab ich kommen sehen.“, grinst Brad selbstgefällig und schiebt seine Brille nachdrücklich zurück auf den Nasenrücken. „Eigentlich hätte es Ken und Nagi erwischt, aber gut... Aya trifft schließlich seine eigenen Entscheidungen, nicht wahr?“
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