Schokotorte

KurzgeschichteHumor, Freundschaft / P6
Felicita Luca
02.09.2015
02.09.2015
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Der Kuchen war mittlerweile im Ofen und Luca setzte sich auf einen Stuhl in der Küche.
Jetzt musste er erst mal zwanzig Minuten warten, na toll. Aber naja, er war das ja schon gewohnt. Außerdem mochten alle den Kuchen, von daher konnte das ja nicht so schlimm werden.  Und er hatte ja auch genug Sachen, mit denen er sich beschäftigen konnte, oder...?
Eher nicht. Nein, es gab wirklich nichts. Wenn doch bloß irgendwer kommen könnte... naja gut, zwanzig Minuten... würde er schon rumkriegen.
Luca rutschte auf dem Stuhl kurz hin und her, dann legte er seinen Kopf auf die Tischplatte.
Warum ging er eigentlich nicht einfach aus dem Raum raus? Wäre doch irgendwie... das logischste. Also richtete er sich auf und gähnte einmal. Jetzt konnte er nur noch hoffen, nicht Jolly über den Weg zu laufen, weil das bräuchte er jetzt wirklich nicht.
Er richtete kurz die Uniform der Arcana famiglia, dann ging er aus der Küche raus.
Er lief den Gang entlang. Was konnte er jetzt tun? Aufpassen, nicht Jolly über den Weg zu laufen. Aber das würde ja nichts bringen, wenn dieser schon längst hier herumlief, da konnte Luca ja nichts machen. Aber er könnte ja auch zu Felicitá gehen. Manchmal fragte er sich echt, was zur  Hölle mit seinem Hirn los war, das hätte ihm nämlich auch schon viel früher einfallen können.
Er schlug sich während dem Gehen noch mit der flachen Hand gegen die Stirn. Nee ey, dümmer ging es ja nicht mehr.
Er klopfte an die hölzerne Tür, die zu Felicitás Zimmer führte.
"Herein!", ertönte es gleich darauf und Luca drückte die Klinke runter. Er trat ein und schloss die Tür dann hinter sich. Es war Hochsommer und wie auch immer sie das schafften, die gesamten Fliegen waren im Flur. Wie gesagt, wie oder wer auch immer das alles schaffte.
"Ach Luca, du bist es!",  rief Felicitá und hob ihren Blick von dem Buch, was sie gerade las. "Ja also, ähm... ich... backe gerade einen Kuchen und da dieser erst in..."
Luca warf einen kurzen Blick an die Wanduhr, die an der Wand hing. Erst gestern hatte er diese neu aufgehängt, weil irgendwer sie auf den Boden geschmissen hatte. Luca tippte irgendwie darauf, dass Felicitá wegen dem anstehenden Turnier einen Wutausbruch hatte und dann etwas von... der Wand kicken musste. Warumd das dann auf eine Uhr hinauslaufen musste, war ihm bis heute schleierhaft.
Aber sowieso musste er sie manchmal nicht verstehen, er war eben nur ihr Diener.
"...Siebzehn Minuten fertig ist, wollte ich fragen, ob du noch etwas brauchst oder so?"
Felicitá legte ein Lesezeichen - es war eigentlich einfach nur ein altes Rezept für eine Brokkoli-Suppe, die Luca mittlerweile auswendig konnte. Deshalb hatte Felicitá ihn gefragt, ob sie es haben könnte - in die Seite, bei der sie da gerade war. Sie drehte sich zu ihm um und legte den Kopf auf ihre Arme, die auf der Lehne des hellblauen Sessels ruhten.
"Also ähm... ich brauche nichts, tut mir leid. Was backst du denn überhaupt für einen Kuchen? Wenn du willst können wir uns ja einfach darüber unterhalten. Über Kuchen... ja."
"Also ich backe eine Schokotorte, die war letztes Mal ja auch ganz gut angekommen..."
"Ich erinnere mich gar nicht mehr daran", bemerkte Felicitá und richtete die roten haare, die über ihre Schulter hingen, "wann soll das denn gewesen sein?"
Jetzt musste Luca aber auch erst mal überlegen.  Das wusste er nämlich jetzt selbst nicht. Wann hatte er den denn gebacken?

Nach einer Viertelstunde waren die beiden immer noch nicht weiter, obwohl sie bereits jeden befragt hatten, der ihnen in der Stadt über den Weg gelaufen war.
Warum auch immer waren sie jetzt wirklich darin interessiert, wann zur Hölle Luca diese dumme Schokotorte schon mal gebacken hatte. Debito konnte sich zum Beispiel nur daran erinnern, dass es sie gab, weil er mit ihr das strahlende Gesicht von Felicitá verband, was Luca irgendwie dazu gebracht hatte, schneller zu gehen, weil er das gruselig fand.
Eigentlich war Debito ja der einzige, der ihnen über den Weg gelaufen war.  Am besten wäre es ja, wenn sie Pace finden würde.
Vielleicht aß er wieder Lasagne. "Komm,wir gehen mal zu Pace, der müsste doch eigentlich bestimmt Lasagne essen", schlug Felicitá vor und schlug schon mit schnellen Schritten die Richtung ein, in der sich Paces Lieblingsrestaurant befand. Luca rannte ihr dann hinterher, weil er es erst einen Moment später gemerkt hatte, dass die Rothaarige bereits weglief.
Er hatte außerdem während dem Laufen seinen schwarzen Hut verloren, weshalb er diesen dann vom Boden aufheben musste und sauber klopfen musste.
Weil einen verdreckten Hut wollte er jetzt auch nicht. Das würde ja seine schwarzen, gelockten Haare völlig ruinieren.

Als sie dann endlich in dem Restaurant angekommen waren, mussten sie leider sehen, dass Pace bereits gegangen war.
Und da kam Luca dann auch mal auf die Idee, eventuell mal wieder einen Blick auf die Uhr zu werfen.
Scheiße. Der Kuchen war jetzt schon eine halbe Stunde drin!
"DER KUCHÄÄÄN!!!", schrie er und rannte aus dem Geschäft heraus, ließ Felicitá einfach da stehen, weil ihm die Torte gerade echt mehr Sorgen machte.

Als er keuchend in der Küche ankam, musste er feststellen, dass es sehr verbrannt roch. Wobei sehr verbrannt es schon eigentlich gar nicht mehr beschrieb.
Er schaltete schnell den Backofen aus, zog die Backhandschuhe an und  holte die kohlrabenschwarze Schokotorte heraus.
Und dann fiel ihm ein, dass dasselbe mit der anderen auch passiert war.
Und Debito hatte - wie sich nach einer Nachfrage herausstellte - nur einen Tagtraum gehabt.
Natürlich.
So ein Glück konnte auch nur Luca haben.
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