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50 facts about I am not Zorro

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
02.09.2015
24.08.2020
18
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02.09.2015 594
 
Womit beginnt man so etwas? Mit leicht verdaulicher Kost?

"Hallo, ich bin nicht Zorro und manchmal fühle ich mich gemobbt?"

"Halt die Fresse Nicht-Zorro!!!"

Wie eine Kontaktanzeige?

"W25 1,78m/ 58kg?"

Igitt.

Ich wünschte mir wäre ohne groß nachzudenken eingefallen, was an mir so verdammt markant ist, dass ich es hier erwähnen sollte, aber um ehrlich zu sein, denke ich da schon seit ich das Thema im Forum gefunden habe drüber nach.
So einzigartig bin ich...

Ich nehme am besten gemopste Zitate, wer es gesagt hat bzw. woher das Zitat kommt kann euch Sir Lord Google immer verraten, denn manchmal weiß ich nur noch den Wortlaut und nicht mehr den Verfasser, also die Formulierung der Fakten ist nicht von mir . Ich bin selbst einfach nicht so über-kreativ, dass mir die passenden Worte einfallen.

Okay, dann hier nun:

Fakt Nummer 1

Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem

Ich wünschte, ich hätte schon eher gewusst, dass ich Ärztin werden will. Vielleicht hätte ich mich in der Schule dann mehr angestrengt und hätte nicht diese verfluchte jahrelange Wartezeit absitzen müssen.

Vielen Dank hochschulstart für 7 Jahre!!! Nicht mal Raubkopierer müssen so lange sitzen.

Ich erzähle euch das nicht, weil ich Mitleid haben will oder einen Kniefall für meinen Berufswunsch (wartet lieber damit ab bis zum Schluss), sondern weil ich denke, dass ich wahrscheinlich kein Einzelfall bin und es mir immer Hoffnungen gemacht hat zu sehen: "Hey, da ist einer genauso wie ich und der hat es geschafft!".

Ich kann die Wartezeiten und die anderen Steine auf diesem oder ähnlichen Wegen nicht weg schaffen (Ich habe keine Lösung...ihr wisst noch der Fakt 1 dieser Liste), aber vielleicht hilft es dem ein oder anderem zu lesen, wie ich damit umgegangen bin.

Angefangen hat mein Weg mit dem Abi. Ich war eine Streberin mit dem Gehirn eines Trottels. Ich mochte die meisten Lehrer, war Klassensprecherin und hatte außerschulische Aktivitäten, "Jugend trainiert für Olympia", Theater AG, Chor, Zeichenschule, yada, yada....ABER ich war keine Leuchte und so beendete ich mit einer sehr ungloriosen 2,8 meine Schulzeit.

Ich war 18 und hatte keine Ahnung, was ich der Welt so zu bieten hatte und ob die Welt überhaupt was von mir wissen wollte.
So im Nachhinein, hatte ich ziemlich Schiss davor bei dieser "Berufsreise nach Jerusalem" die Letzte zu sein die stand und so habe ich mich nach zahlreichen Absagen von Studienplätzen und Lehrstellen in den "sicheren" Hafen eines FSJ's geflüchtet.

Ich Riesentrottel.

Ein FSJ, auch freiwilliges soziales Jahr, ist die noch schlechter bezahlte Variante eines Zivis bzw. entspricht dem heutigen Bundesfreiwilligen Dienst.
Moralisch ist daran überhaupt nichts verwerflich. Man soll den Menschen helfen und mehr oder weniger tut man das auch...

Ich trat also mein FSJ in einer Psychiatrie an. (es ist eigentlich ein ganzes Psychiatriedorf).

Da steht man da, 18 Jahre alt frisch vom Gymnasium und man hat keine Ahnung.
Gut, ich hätte den Flächeninhalt einer rotierenden quadratischen Funktion berechnen können, ha!

Aber wo ist jetzt nochmal das Handbuch darüber, wie gehe ich mit psychisch kranken, oder geistig behinderten Menschen um?

Wie verhalte ich mich gegenüber einem Pädophilen? Was tue ich mit einem Manisch- Depressiven und im späteren Verlauf, wie handle ich jemand der terminal erkrankt ist?

Ich bin froh, dass diese Zeit vorbei ist. Mit Sicherheit war es gut und wichtig diese Erfahrungen gemacht zu haben aber die Zeit zurück drehen würde ich nicht mehr, auch wenn ich eine meiner besten Freundinnen dort getroffen habe.






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