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Desert

GeschichteAbenteuer, Schmerz/Trost / P12
A / Yondaime Raikage Gaara Kakashi Hatake Killer Bee OC (Own Character)
01.09.2015
14.01.2021
50
111.502
11
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14.01.2021 2.142
 
„Das ist also das Buch, welches der Kleine erwähnte?“ fragt Kakashi, als ich eine Art Manuskript aus meiner Tasche ziehe und es ihm entgegenstrecke. „Er nennt es Buch. Ich sage Ideensammlung dazu.“Schließlich schiebe ich die notdürftig zusammen getackerten Seiten zu dem Hokage rüber, als er keine Anstalten macht danach zu greifen. Nach einer ganzen Weile will ich wissen, wie wahrscheinlich es ist, dass auch nur eine dieser Gedanken realistisch klingen würde.
„Oh. Einige sind, wie soll ich sagen? Aufschlussreich. Du hast eine rege Fantasie. Besonders realistisch sind leider nun jene, in denen schief geht, was nur schief gehen könnte.“ Dann tippt er auf eine Seite und ich betrachte diese ungläubig. Diese Seite hat dort definitiv nichts zu suchen und hastig versuche ich diese zu entfernen.
„Nein Fräulein! So nicht. Was soll das alles bedeuten? Im Grunde setzt dieser Irrsinn voraus Kakuzu zu brechen, indem man ihn ausrasten und weglaufen lässt. Dann willst du Hidan darauf ansetzen ihn zurück zu bringen? Bist du noch ganz bei Trost? Glaubst du wirklich, dass man dem Jashinisten so viel Vertrauen schenken kann? Wie viele Opfer nimmst du für diese Schnappsidee in Kauf? Als ob die Beiden nicht schon genug Leben ausgelöscht hätten.“ Kakashi klingt sauer. So richtig sauer und wäre Joshi nicht da, um auf ihn einzureden, wäre ich sicher mir jedem Moment eine Backpfeife einzufangen.
„Kakashi. Sie hat es doch schon mit Ding der Unmöglichkeit betitelt. Ergo. Sie hatte es zwar aufgeschrieben, damit ihre Liste komplett ist, aber es nie ernsthaft in Erwägung gezogen. Lies doch zwischen den Zeilen nicht darauf. Könnte. Würde. Wollte. Alle ernst gemeinten Gedanken sind in Gegenwart geschrieben, als würde sie es just in diesem Augenblick erleben. Verstehst du? Nicht in einer Wahrscheinlichkeit. Nicht als Wunschgedanken. In ihrem Kopf spielen sich mit jedem geschriebenen Wort Filme ab. Dieser Film ist so verschwommen. So ein wirrer Text, dass nicht einmal ich, die ihren Vorstellungen regelmäßig folgt und sie schon so lange kennt, es ihr zutraue, dies Ernst zu nehmen. Selbst für ihren Starrsinn ist diese Seite nichts weiter als ein Punkt auf einer Liste. Ein Punkt, der nicht fehlen darf damit er Lückenlos erscheint.“
Jetzt greift Hidan nach dem mittlerweile zerknülltem Papier. „Kakuzu brechen? Er ist doch längst gebrochen.“ stellt er leise und mit einem so bedauernden Ton fest, dass selbst Kakashi ihn kurz mitleidig zu betrachten scheint.
„Nicht in meinem Sinne. Ich meine. Also was ich sagen will. Es gilt nicht ihn in seinem Sein zu brechen. Da hast du bestimmt recht. Da hat sein Dorf schon ganze Arbeit geleistet. Es gilt sein Misstrauen zu brechen. Ihr kennt doch was man über ihn sagt. Er erwartet nicht, dass man ihn nimmt wie er ist. Das man akzeptiert, dass er nicht nur knietief durch Scheiße gewatet ist, sondern der Mist Oberkante Unterlippe stand. Deswegen denke ich wird er so oder so erst mal blockieren. Abwehren, ohne über die Möglichkeit nachzudenken, dass man es auch gut meinen könnte. Das war es, was ihn Jahrzehnte überleben lies. Er ist nicht nur Shinobi. Er ist ein Kämpfer, der Dinge gesehen hat, die wir uns nicht einmal erträumen könnten. Ihn zu fesseln wird ihn nur bestärken in seiner Meinung. Eine Meinung, die ich nicht mal ansatzweise kenne, weil ich diese Welt immer noch nicht begreife. Ich bin mir sicher in ihm ruht mehr Loyalität, wie in manch einem Shinobi, der hier geboren wurde. Er muss nur darin Vertrauen können nicht verraten zu werden. Er wurde nicht fallen gelassen. Man hat ihn in den Abgrund eigenhändig geschubst. So Etwas verbrennt die Seele und hinterlässt Wunden. Unfähig spurenlos zu heilen.“ Unschlüssig, ob ich nicht zu undeutlich war, halte ich inne.
„Es ist die realistischste Idee von ihr. Ob ihr wollt oder nicht.“ Hidan steht auf und geht. Bittet darum eine Weile mit sich sein zu dürfen. Und grade als ich folgen will höre ich Miki.
„Das da!“ ungewöhnlich wütend stellt sich Miki vor dem Hokagen auf und deutet in die Richtung, in der Hidan verschwunden ist. „War nicht nur dämlich! Das war hausgemachte Idiotie. Völlig unnötig. Ich hätte nicht gedacht, dass Alisha Taylor so richtig liegen würde.“
„Das sie womit richtig liegen würde?“ Ich spüre wie die Stimmung hochkocht, dennoch bin ich jetzt weder willens, noch in der Lage Miki auszubremsen.
„Na ganz einfach. Alisha Taylor meinte, dass selbst wenn ihr Bauch raus schreit, dass diese Idee, die einzig Richtige ist, sie wegen des Misstrauens und Konohas Wut auf Hidan es nicht mal wagen sollte es vorzutragen. Ich mag Hidan nicht. Aber ich sehe es. Sehe was Alisha Taylor sieht. Sehe wie er Kinder zum Lachen bringt. Kinder, die im Grunde schon tot sind. So krank, dass man sie nicht retten kann. Ich hab ihn gefragt, wo der Jashinist in ihm bleibt und er meinte, ohne klare Worte dieses Dorfes und wegen diesem verbitterten alten Sack würde er sich zusammenreißen. Doch vor Allem für das Mädchen, das in ihm mehr sah, als eine tödliche Gefahr, wäre er bereit einen Pfad zu gehen, der ihn massiv einschränkt. Er ist bereit sich zu ändern. Wie sieht es mit Konoha aus? Hast du nicht auch Leben ausgelöscht? So wie dein Vater Sasoris Eltern tötete. Jeder Tot zieht Opfer mit sich. Sieh es ein. Ihr seid nicht das Maß, an dem du die Welt messen solltest.“
Apropo Sasori. Suchend schaue ich mich um. Für gewöhnlich ist er stets nah bei Gaara, aber jetzt nicht. Egal wo ich hinblicke. Ich kann ihn nicht finden.
„Alles klar?“ Gaara spricht sehr leise und meine Andeutung, das Püppchen zu vermissen versteht er auch ganz ohne Worte.
„Er geht sicher, dass Hidan keinen Unfug anstellt. Stell dir vor Kakashi sieht wie er sich abreagiert.“
„Du meinst Kakashi sieht, dass Hidan längst bewaffnet ist, würde Einiges erschüttern.“
„Könnte man so sagen.“
„Hast du dir schon Gedanken gemacht, ob wir dieses unmöglich zu killende Team in unsere Obhut nehmen?“
„Da du den Mist verzapft hast, bleibt es jawohl an mir hängen. Wehe du kommst auf noch mehr so entzückende Gedanken.“
„Wo wir grade dabei sind. Wie hoch stehen eigentlich die Chancen, dass Kakuzu auf diesen Naruto hört?“
„Höher, als die Chance, dass das Herz eines Unsterblichen einen mumifizierten Körper belebt.“ Erschrocken fahre ich zusammen, als Kakashi mit nunmehr frustrierter Miene neben mir steht.
„Seit wann?“ fragt er und ich hoffe inständig, dass er das Wichtigste verpasst hat.
„Also seit wann lasst ihr den Tölpel bewaffnet rumstolzieren?“ Ich würde nur all zu gerne wegtreten, aber der Hokage packt mich unsanft an der Schulter.
„Er hat niemanden verletzt. Nur paar Übungspuppen zerstört.“ antworte ich hastig, aber unzufrieden stellt er fest, dass ich seiner Frage ausweiche. Wirft Gaara vor Konoha zu belügen. Doch bevor ich antworten kann, höre ich Joshi reden.
„Kashi. Ich sagte doch erwarte von ihr das Schlimmste, dann kann es nur besser werden. Ich bin sicher es sogar dreimal betont zu haben. Es geht hier um Allys Art. Und sind wir mal ehrlich. Wichtiger, als wann Hidan die Sense bekommen hat, ist doch die Aussage, dass er niemanden verletzt hat.“
„Du sollst mich nicht vor Anderen so nennen.“ ist so ziemlich das einzige was dem Hokagen jetzt einfällt zu antworten. Was ein peinlich angehauchtes „Upps.“ zur Folge hat.
„Auch ohne seine Sense könnte er seinem Gott huldigen. Ally scheint aber Grund genug zu sein dies nicht zu tun. Warum auch immer.“ erklärt Joshi dann weiter und tritt dabei näher an mich ran.
„Du hast mir versichert es ihm zu sagen.“ Betonend streng versucht sie zu klingen, was mir ein erheitertes Kichern entlockt.
„Ich sagte, dass ich versichern kann es nicht verheimlichen. Sonst hätten Gaara und ich nicht hier bei euch darüber geredet. Ich hatte lediglich noch nicht die passende Gelegenheit es ihm schonend beizubringen.“
„Ally. Leg es nicht immer zu deinem Vorteil aus. Seit unserer Ankunft haben wir so viel Glück. Setzte es nicht einfach leichtfertig aufs Spiel.“ ermahnt meine Freundin mich, während ich aus dem Augenwinkel Benjiro näher kommen sehe.
„Lady Alisha. Darf ich euch einen Rat erteilen?“ Nicht wissend ob dieser mir gefallen würde, gebe ich Benjiro zu verstehen ihm zuhören zu wollen.
„Sie haben schon des öfteren festgestellt wie hellhörig Läden wie diese sind. Kakuzu eine neue Möglichkeit zu bieten ist nicht unmöglich. Er vertraut seinem Partner, welchen sie offensichtlich schon für sich gewinnen konnten. Lassen sie ihn bestimmen zu welchen Konditionen Kakuzu Suna dienen soll.“ Irgendwie kommt dieser Vorschlag passend zu meinem Plan vor.
„Nur sollten sie den Kopf des Teams nicht einfach umherirren lassen. Er könnte wie ein bissiger Hund versuchen nach der ausgestreckten Hand zu schnappen, die man ihm entgegenstreckt.“ Mir einen weiteren Kaffee einschenkend gibt mir Benjiro einen Koffer.
„Der Jashinist wird wissen, was damit zu tun ist. Ich habe ihn jetzt lange genug verwahrt.“ erklärt Benjiro, als ich den Gegenstand misstrauisch mustere. Dann fällt mir ein, dass Hidan einen Geldbeutel erwähnte, den Kakuzu immer verstauen würde.
„Oh. Das Versteck zog also nach hier um. Kannst du ein wenig länger darauf achten. Das könnte doch eher von Nutzen sein.“ bitte ich mein Gegenüber, der wissen will weswegen dies der Fall sein sollte. „Es zeigt doch deutlich, wie sehr du auf dieses Team gebaut hast.“
„Ich hatte nur so ein Gefühl. Nichts weiter. Ich denke, es schadet nicht ihn noch ein wenig zu bewahren.“ Den Koffer wieder an sich nehmend, verschwindet Benjiro wieder hinter seine Theke.
„Ally? Was war das?“ Ich wende mich Gaara zu. Erkläre hier schon mal um Rat gebeten zu haben und somit zu wissen, dass der Bruder Akihitos einst in Amegakure lebte.
„Kazekage. Er meinte damals, er würde allen der Organisation eine zweite Chance zutrauen. Vielleicht ist das ein Grund warum es mir nicht schwer fällt Hidan und Sasori es zuzumuten mit diesen Kakuzu klar kommen zu können.“
„Du bringst so viel durcheinander. Das könnte mich noch den Kopf kosten.“ Gaaras Hand streicht durch mein Haar und ein schwerer Seufzer entweicht ihm, bevor er sich Kakashi zuwendet.
„Falls es wirklich so wichtig erscheint, Hidan hat vor zehn Tagen seine Sense bekommen. Ich musste wissen, ob er auch mit ihr zu Händen bereit ist zu warten.“
„Du vertraust dem Jashinisten?“
„Ich vertraue ihr. Sie ihm. Auf Basis eines scheinbar gemeinsamen Gottes. Ich habe eine komplette Welt nach ihr durchforstet. Warum sollte ich ihr in meiner Welt jetzt nicht folgen. Hier kenne ich zumindest das Territorium auf dem wir uns bewegen.“ Sichtlich erschöpft lassen die beiden Kage ihre Köpfe hängen.
„Wir sollten es bald hinter uns bringen.“ sagt schließlich Kakashi was Joshi einen unverständlichen Ton entlockt.
„Wie bald. Nicht zu bald! Ich muss mich geistig vorbereiten.“
„Joshi! Du hattest doch genug Zeit.“ empöre ich mich, als sie meint so zwei Monate könnte man schon noch warten.
„Wir könnten es auch morgen hinter uns bringen. Dieses hin und her bringt uns am Ende nun doch nicht weiter.“ Sasori steht unvermittelt auf der Mitte des Tisches und erklärt Hidan wäre, nachdem er sich bei den Kindern ausgetobt hätte, eingeschlafen.
„Ausgetobt?“ will Kakashi misstrauisch wissen und ich erkläre mich bereit ihn zu führen.
„Sasori. Zeig meiner Freundin doch, wo sie was Feines zu kaufen bekommt. Gaara leihe ich ihr, als Gepäckträger. Ich denke es würde diesem Esel aus Konoha nicht schaden sich mal nur mit mir zu beschäftigen.“
Wohl doch etwas zu unvermittelt setze ich mich in Bewegung. Wundere mich noch, dass nicht ein Wort des Widerspruchs erklingt.
„Wo geht es hin?“ Ich bleibe in der Türe stehen. Drehe mich nicht um. Schaue nur hoch zu dem wolkenlosen Himmel.
„Kakashi. Ich habe sehr viele Zweifel. Sie bewahren mich davor zu schnell vor zu brechen. Sie kennen Hidan nur als den Feind. Ich kenne ihn nur als eine Person, mit viel Herz und Einsamkeit.“
„Du beantwortest meine Frage wieder nicht.“
„Ich weiß. Folgen sie mir einfach. Seien sie ruhig. Beobachten sie. Hören sie, was die Winde einem hier flüstern. Lernen sie ihn aus einer unbekannten Perspektive kennen.“ Langsam gehe ich los. Folge meiner üblichen Route. Der Hokage läuft neben mir her. Die Anspannung, die er ausstrahlt, ist grade zu erdrückend.
„Denkst du es ändert etwas?“
„Fragen sie die Zukunft dieses Dorfes. Ich habe lange über Shikamarus König nachgedacht. Am Ende musste ich mich geschlagen geben und erhielt die Antwort von Joshi.“
„Sie hat dir die Lösung verraten?“
„Ja. Sehen sie zu. Wie der Narr für Sunas Könige tanzt und lacht.“
Zufrieden beobachte ich einen Haufen von Kindern, die hier an einer der großen Oasen rumtollen. Der Jashinist schlafend im Schatten einer Akazie, die trotz Hitze und Dürre prächtig gedeiht, dankt dieser Quelle des Lebens. Einige Kinder haben sich zu ihm gesellt und ein kleines Mädchen fordert Hidan fortwährend auf mit ihr zu knuddeln.
„Bis vor kurzem saß sie nur stumm in ihrem Zimmer. Trauerte dem verlorenen Bruder nach. Ich weiß nicht welche Worte er nutzte, aber es müssen die Richtigen gewesen sein. Ist es falsch ihm zu vertrauen, wenn ich nur diesen Hidan kenne?“
„Er ist ein Trugbild.“
„Das bin ich auch!“
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